Alle weg…Ferien

Liebe S.,

es ist sehr fatal, nachtdienstmüde den alten PC aufzuräumen und dabei auf Fotos und Filme zu stossen, die schon 13 Jahre alt sind und dazu kommt von der alten Festplatte Stone Sour, die Stimme von Corey Talor,wicked game,  und ich werde so WEHMÜTIG!!!!
Diese Kinder, die vor 13 Jahren so süss und unschuldig waren, die Tochter in der Pubertät, der Kleinste mit dem grossem Bruder als Beschützer am Meer entlanglaufend, Frankreich , Atlantik, die Wellen, seufz…. und nun?

Gondelt zur Zeit jeder allein irgendwo in der Weltgeschichte rum, der eine ist nach Korsika abgezischt, „Also, Mama, jeden Tag meld ich mich nicht! Ich mach es wie  der Bruder, ich schick nur Bilder, wenn ich mich verletzt hab,damit du mir sagen kannst, was ich drauf tun soll, an Salben oder Verbänden , okay?“
Das macht nämlich der andere gerne, der zur Zeit in Georgien reist, mit Freundin, ich krieg Fotos von Mückenstichblasen und Rötungen,mit der Frage: Müssen wir was tun ausser Salbe?  Und erst als ich schrieb: „Ich hatte mir eigentlich andere Reisebilder von dir vorgestellt! 😉 „, da krieg ich dann schöne Fotos.
Die erste Whattsapp Nachricht aus Georgien begann mit den Worten:
Gamardschoba, ihr Lieben! und endetet mit den Worten: fotos folgen asap.

Und ich, unwissend was Abkürzungen angeht, dachte: Wow! Der weiss nach 2 Tagen, was guten Tag und auf Wiedersehen auf Georgisch heisst!

Aber asap heisst….na weisst du es vielleicht?? As soon as possibel.

Hab ich mich wieder als Computerspracheabkürzungsneandertalerin geoutet…. naja, vor 14 Jahren war alles irgendwie anders…

Melancholische Grüsse! Gerade höre ich Seether und Amy Lee: Broken, Musik für alle Lebenslagen!
Schluchzend grinsend
Deine Kat.

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Unterschleif, Abschreiben, Spicken..geschafft!

Liebe S.,
Geschafft! Diese schriftliche Basismodulprüfung ist erledigt. Mir geht zwar immer noch durch den Kopf, was ich alles vergessen habe und warum ich dieses vermaledeite Wort: Projektplan nicht aufgeschrieben habe(kein Projekt ohne Projektplan) oder hab ich es doch aufgeschrieben! Egal, egal, jetzt ist eh nix zu ändern.

Nach 4 Stunden auf diesen harten Stühlen im Hörsaal packte ich den dokumentensicheren Kugelschreiber ein, stand auf und Zack! Lumbago, Hexenschuss.

Ich bin nach Hause gekreucht, der LieblingsItaliener stellte die These auf: Druck weg, alles verschiebt sich, auch die Muskeln-naja. Heute ist besser.

Meine Mutter rief mich an, das war so süss!
„Wann bist du denn fertig mit der Ausbildung?“
„Nächstes Jahr sind noch mal 4 Prüfungen und dann Ende 2018 bin ich fertig“
„Dann bist du 55!“ sagt sie.
„Waaaas?“ mache ich. „Oh Gott!“
„Nee“, lacht sie, „noch nicht ganz, aber das ist doch egal, du hast dann doch noch ein paar Jahre zu arbeiten!Und guck mich an, ich bin 81, und fit wie ein Turnschuh!
Wie lief denn die Prüfung?“
„Ach, “ sag ich, „ging so…“
„Papperlapapp,“ , sagt sie „Du hast dir doch schon immer alles so gut merken können in der Schule! “
„ICH???? Ich bin gerade immer so durchgeflutscht notenmässig, bei einer 3 war ich immer glücklich!“
„Ja, “ sagt sie,“ aber ich erinnere mich, das die immer zu dir gekommen sind und angerufen haben, ob du ihnen helfen kannst und das sie hast abschreiben lassen!“

Ach, ich war damals schon so sozial drauf!
Und dann fiel mir ein, dass es MIR nix genützt hat, denn die, denen ich geholfen hab  die hatten am Ende immer die besseren Noten!

Fazit: Abschreiben, Spicken, Unterschleif sollte man lassen!

Grüsse in die Nachbarwelt!

Kat.

Wiedersehen

Liebe S.,

Dieser kleine Dackel lag auf dem Fensterbrett bei meiner Schwester.DSC_1636(1)

Als ich klein war, hatte er seinen Platz auf der Mahagonikommode meiner Grosseltern. Sein Fell, auf dem er lag, war weich und flauschig, sein kleiner Bronzekörper kühl, glänzend und glatt. Auch dieser Waldi ist in die Jahre gekommen, früher fühlte sich sein Fell weicher an als jetzt. Aber es war schön, ihn wieder zusehen.

So wie auch dich am letzten Wochenende!
Hamburg ist einfach wunderbar! Danke für alles! Kat.

Vom Sich-grün-sein

Liebe S.,
Wenn man sich nicht grün ist…. Gründonnerstag ist heute…wenn man sich nicht grün ist, mag man sich nicht.
Wenn man niemanden hat, mit dem man sich grün ist, ist man alleine. Wieviele Menschen gibt es, die sich nicht grün sind? Die es nicht schaffen, in Freundlichkeit aufeinander zuzugehen, die immer wieder  alte Verletzungen ausgraben, die alte Geschichten erzählen,… Wieviele Menschen gibt es,  die einander nicht verzeihen können?
Irgendwie denke ich manchmal, ich bin harmoniesüchtig, denn ich ertrage es nicht, Streit zu haben, oder Schweigen auszuhalten.
So ein ungutes Schweigen, weisst du. Ich muss das klären, wenn es Streit gab, denn ich denke immer: Was ist, wenn der oder die oder ich nicht mehr zurückkomme?
Weil man vom  Säbelzahntiger angefallen wird, oder von einer Erdkuhle verschluckt wird? Dann bleibt dieses Gefühl des nicht Vergeben-habens ein Leben lang bei mir oder dem anderen.

Deshalb plädiere ich für Frieden! Vertragt Euch!

In meiner Verwandschaft ist jemand gerade verstorben, mit diesem „Nicht-Frieden- geschlossen-haben“ und das betrübt mich gerade sehr. Denn ich sehe, wie der, der am Nicht-Vergeben beteiligt war, leidet.

Wenn ich meinen Tag beschliesse, dann muss alles gut sein.
Ich möchte einschlafen mit dem Gefühl, das es nichts Unausgesprochenes gibt, denn wer weiss, vielleicht holt mich die grosse Schwester des Schlafes und ich kann nichts mehr klären? Klingt vielleicht bisschen neurotisch, und ich weiss auch um meine Gründe ,weshalb das so ist, aber das schlechteste ist es nicht.Find ich…Sich grün sein…

Grün ist immerhin eine meiner Lieblingsfarben!

Und jetzt tu ich Eier färben,das mach ich IMMER am Gründonnerstag, das ist meine Tradition, aber ich färbe die nicht nur grün, sondern BUNT.
Alles Liebe
Kat.

Brief an meinen Onkel Willi

Liebe S.,
das ist ein Brief im Brief. Ich habe mich gestern auf den Weg gemacht, wieder ein bisschen Familiengeschichte rauszukriegen, was ganz oft in gelöster Traurigkeit endet. Und mich dann mit denen, die DA sind, zusammenbringt. Meine Cousine, meine Schwester,… wir tauschen uns dann gemeinsam aus.

Und was mir noch dazu einfällt:In einem der letzteren Beiträge
schrieb ich: Es muss doch mal gut sein. Und ich dachte auch immer : Kriegsgräberfürsorge, müssen wir uns denn ständig erinnern? Meine SchönsteTochter, die Friedens-und Konfliktforscherin, sagte mir:“Es ist erst gut, wenn das Unrecht benannt wird.Dann kann Vergebung erfolgen. “
Ja, und ich bin froh, dass es die Kriegsgräberfürsorge immer noch gibt, denn sonst hätte ich einen Teil meiner Geschichte nicht gefunden.

Liebe Grüsse an dich…, arbeitest du wieder?

Ich hab ein faules verregnetes ForscherWochenende vor mir.
Deine Kat.

**************

Lieber Onkel Willi,

ich kenne dich nicht. Als ich geboren wurde, warst du ein stiller Teil meiner Familiengeschichte. Wenn über dich gesprochen wurde, dann voller Traurigkeit, und die einzigen Informationen, die ich hatte, waren: 

Gefallen im Krieg, auf einem Soldatenfriedhof in Trier beigesetzt, das was von dir übrig war.
Du warst das drittälteste gemeinsame Kind meiner Grosseltern, von insgesamt 8 lebenden, und einem Sohn, den die Grossmutter mit in die Ehe brachte.
Als der Krieg begann, lieber Onkel Willi, warst du 14. Dann irgendwann bist du zu den Fallschirmjägern gegangen, und wurdest im Dezember 1944 an der Westfront abgeschossen.Du warst 19.
Ich hab oft an dich gedacht, denn ich hab die Trauer meines Vaters , dessen  Bruder du warst, immer irgendwie gespürt. Als ich klein war, hat mein Vater eine Reise nach Trier unternommen, um dein Grab zu besuchen.

Weisst du wie diese Soldatenfriedhöfe aussehen? Da steht ein Kreuz neben dem  andern, ohne Namen, unzählige Kreuze, in der Mitte des Friedhofes steht manchmal eine Statue oder ein Gedenkstein, in den sind Namen eingraviert, Namen derer, denen man gedenkt.
Als Kind bin ich manchmal auf den Soldatenfriedhof meiner Heimatstadt gegangen, ich hab die Namen gelesen, und gehofft, deinen darauf zu finden, um meinem Vater sagen zu können: Du musst deinen Bruder nicht suchen, der ist hier, bei uns.

Aber es waren zu viele Namen.
Dann irgendwann, fuhr mein Vater nach Trier.Als er zurückkam, hat er gesagt: „Ich hab sein Grab nicht gefunden. Da sind so viele Namenlose Gräber.“
Du warst also immer noch verloren.
Gestern kam mir der Einfall,  einen Ausflug zu planen, nach Trier. Trier soll eine schöne Stadt sein und ich hab Lust auf eine Reise. Ich hab also SoldatenFriedhof Trier gesuchmaschint, es standen dort unglaublich viele Namen, aber deiner war nicht darunter.
Ich war traurig, ich dachte, wo ist er denn dann? Ich hab weiter gesucht, deinen Namen eingegeben, Willi S. gefallen, Wilhelm S., gefallen, es kamen Seiten mit so vielen vielen Wilhelm S., alle gefallen, aber wieder warst du da nicht drunter, dein Geburtsort stimmte nicht  mit einem der anderen überein.
Irgendwann stiess ich auf die Seite der „Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge“ . Dort gab es eine Suchmaske, ich gab deinen Namen ein. Wieder nichts. Dann erinnerte ich mich, das dein jüngerer Bruder R. vor vielen Jahren einen Familienstammbaum erstellt hat. Dort war dein Geburtsdatum vermerkt. Und anhand dieser Daten fand ich dich. Ich fand deinen Namen, den Ort, wo du liegst, und eine kleine berührende Geschichte zu dir.(Hier ist es). Ich war traurig und froh zugleich. Ich hab dich gefunden. Ich weiss jetzt, wo du abgeblieben bist.
Du warst so jung, du warst 19, du hattest die Rechnung eines Anzuges, den du dir gekauft hattest, in der Tasche, deshalb wussten die, die dich fanden, wer du bist. Sie konnten deinen Namen auf dein Grab schreiben.
Du bist nicht einfach so verscharrt,du bist nicht in einem Namenlosen Grab verschwunden, du hast deinen Namen behalten, ich kann dort hinfahren, ich kann dort eine Blume niederlegen.

Meine Schwester hat eine Kopie der Traueranzeige vor ein paar Tagen angeschaut.
Zufall, das wir beide uns fast zeitgleich an dich erinnert haben? Du weisst, sie wohnt
800 km von mir weg, und wir haben selten mal über dich gesprochen. Auf der Anzeige steht, das viele um dich getrauert haben, lieber Onkel Willi, und vergessen bist du nicht.

Deine Nichte K.

 

 

 

 

 

 

Weihnachtsmelancholie

Liebe S.,
eigentlich wollte ich zu Weihnachten nichts schreiben, aber …
Ich hänge doch an Weihnachten, und beschreibe meinen derzeitigen Zustand jetzt als Weihnachtsmelancholie.
Heute hab ich Spätdienst, weil die „Kinder“ alle beim Papa feiern. Selbstschutz, wegen Heulerfahrung am ersten Weihnachtsfest ohne Familie vor 8 Jahren. Mittlerweile ist es nicht mehr schlimm, es hat auch seinen Reiz. Trotzdem….Seufz…

Morgen musste ich Dienst tauschen,wegen Krankheitsfällen und Bombenräumung in der Innenstadt, wer weiss, was kommt….huuuuh… Natürlich passiert NIX! Die können das, die Sprengstoffexperten!
Also haben wir den morgigen Familienbesuchsplan der „Schwiegerleute“ umgeswitscht, gibts das Italienische Festmahl eben schon um halb 12 Mittags.

Übermorgen dann Frühdienst und am Nachmittag Patchworkfamilientreffen….Das klappt ja immer gut. Und das ist dann eine Weihnachtsfreude, wenn wir alle miteinander lachen und essen und fröhlich sind und dann die alten Lieder singen, die wir immer an Weihnachten singen.

Und dann sitz ich heute früh so da, und denke so vor mich, und guck mir meine Weihnachtskarten an -da fällt mir mein Allerlieblingsgedicht zu Weihnachten ein, und dann merk ich, wie der Kloss im Hals dick wird , weil das Gedicht ist SO SCHÖN!

Maria

Die Nacht ihrer ersten Geburt
war kalt gewesen.
In späteren Jahren aber
vergass sie gänzlich
den Frost in den Kummerbalken
und rauchenden Ofen
und das Würgen der Nachgeburt
gegen Morgen zu.
Aber vor allem vergass sie
die bittere Scham,
nicht allein zu sein,
die den Armen eigen ist.
Hauptsächlich deshalb ward es
in späteren Jahren zum Fest,
bei dem alles dabei war.
Das rohe Geschwätz der Hirten verstummte.
Später wurden aus ihnen Könige
in der Geschichte.
Der Wind, der sehr kalt war,wurde zum
Engelsgesang.
Ja, von dem Loch im Dach,
das den Frost einliess,
blieb nur der Stern, der hineinsah.
Alles dies kam vom
Gesicht ihres Sohnes,
der leicht war,
Gesang liebte,
Arme zu sich lud
und die Gewohnheit hatte, unter Königen zu leben
und einen Stern über sich zu sehen zur Nachtzeit.

Bertold Brecht

Das ist immer wieder meine Weihnachtsbotschaft, jedes Jahr. Vergessen wir Maria nicht. Alles Liebe, schöne Weihnachten,Frieden, Liebe, Zuversicht.
Kat
Anbei Bilder aus Betlehem, Januar 2016

People Life Here (Rise Against Cover) @ Zagreb – SoundCloud

Mein GrösstLiebsterSohn als Strassenmusikant in Zagreb singt eins meiner Lieblingslieder.

Listen to People Life Here (Rise Against Cover) @ Zagreb by JoNaHz #np on #SoundCloud

People Live Here Songtext

My god is better than yours
And the walls of my house are so thick I hear nothing at all
I followed you out in the storm but it carried you off
And I burned every picture of yours, was that not enough?

My gun is bigger than yours
So let’s arm the masses and see what the bastards do then
Walking tall once set us apart, now we’re down on all fours
Do you cry my name in the dark, like I do yours?

These storms are getting stronger now, trusses all bend and sway
Lightning hits, the power goes out in the fray
As the waves crash high and the shoreline disappears
I will scream to the sky: „Hey, people live here!“

My dreams are not unlike yours
They long for the safety and break like a glass chandelier
But there’s laughter and oh there is love
Just past the edge of our fears
And there’s chaos when push comes to shove
But it’s music to my ears
May you be in heaven before the devil knows you’re dead

May these winds be always at your back
‚Cause when we’re all just ghosts and the madness overtakes us
We will look at the ashes and say: „People lived here.“

From the penthouse to the holy martyr
Sea to shining sea
From the coffins full of kindergarteners
Is this what you call free?
From the hate that drips from all your crosses
Are your hands so clean?

There’s a wildfire and it’s spreading far
From sea to shining sea
When we’re all just ghosts and the madness overtakes us
I will scream to the sky, yeah I’ll scream to the sky
Yeah I’ll scream to the sky:
„Hey, people live here.“

Herbst Zeit Los

Liebe S.,
wir beide mögen ja Ullis Blog „cafeweltenall„, und heute las ich einen Beitrag von ihr, der mich jetzt fast eine Stunde beschäftigt hat. Herbstzeitlose, dieses Wort hat sie erwähnt, und ich dachte darüber sehr nach. Ich glaube, dass ich als ein Kind ein Bilderbuch hatte, wo die Frau Herbstzeitlose unter der Erde hockt und im Herbst hervorkommt. Ich glaube, das ich auch ein Gedicht kannte, in dem es um die Herbstzeitlose ging.Im Grossen WWW hab ich aber nichts darüber gefunden, nur ein sehr schönes Gedicht von Else Lasker Schüler:

Weltflucht

Ich will in das Grenzenlose
Zu mir zurück,
Schon blüht die Herbstzeitlose
Meiner Seele,
Vielleicht – ist’s schon zu spät zurück!
O, ich sterbe unter Euch!
Da Ihr mich erstickt mit Euch.
Fäden möchte ich um mich ziehn –
Wirrwarr endend!
Beirrend,
Euch verwirrend,
Um zu entfliehn
Meinwärts!

Das passt so gut zu meinen Gedanken! Und zu dem was wir uns immer so schreiben!
Und dann ist mir eingefallen, das die Herbstzeitlosen in meiner Heimatstadt im Herbst ganze Wiesen füllen und jemand  mal zu mir sagte, „verrücktes Wetter, blühen jetzt schon die Krokusse!“ und ich sagen konnte, „Nein, das ist die Herbstzeitlose!“

Und nach diesen Gedanken hab ich mich aufs Fahrrad gesetzt und bin in den Wald geradelt, um zu gucken, ob sie jetzt bei mir schon blüht. Es regnete, es war kühl, das Laub das schon zu Boden gefallen war, raschelte , der Wald roch nach Erde und Feuchtigkeit, und ich dachte so für mich.“ Das ist meine Jahreszeit“. Satt, grünbunt, erdig,..
Und dann fiel mir mein Vater ein, der  vor Jahren sagte:“ Die Herbstzeitlose ist wie eine  Frau im Herbst ihres Lebens und  sie hat sich noch mal so richtig rausgeputzt.“
Und ich dachte so sehr an ihn, weil er heute Geburtstag hat, aber schon lange in der anderen Welt ist, und ich bin traurig geworden, weil er mir fehlt. Immer noch. Immer wieder. Komisch, oder?

Ist Trauer zeitlos?

Melancholische Grüsse

Kat.

Wie war das ?

Meine liebe K.,

es dauert wohl noch ein bisschen, bis ich hier richtiges indernett habe. Deinen Tipp mit der Verbraucherberatung werde ich Montag verfolgen…ätzend das… ohne Worte

Trotzdem soll es kein Monolog sein hier, von dir.. zumindest lese ich ab und zu.. wenn es mit dieser laaaaaahmen Verbindung hier klappt auf diesem uuuuuuralt Compi der nicht mir gehört.. aber besser als nix.. oder ?!

Das mit diesem Gewichtsgedöns usw.. ja das kenne ich und ich gebe die Hoffnung auch nicht auf.. und ich finde auch, dass mein Körper gar nicht zudem passt wie ich mich fühle oder sehe..mehr schreib ich jetzt dazu nicht .. weils mich auch gerade betrübt.

Dein Garten ist schön.. und die Tibetfahnen… ich habe meine hier noch nicht aufgehängt.. vielleicht machen wir das ja zusammen wenn du mich besuchen kommst.

Stell dir vor, in den letzten Tagen mussten meine armen Ohren etwas hören… unglaublich.. und das von mir nahestehenden Menschen. Ich war sprachlos für ein paar Sekunden.. und du weisst, was das bei mir heisst.. gibts gaaaanz selten …

Gestern sagte ein langjähriger , dir bekannter Freund von mir etwas… es war der Ton .. so abfällig… woher nimmt er das ?  Und meine Mutter heute.. es war doch alles gut.. ihre Geburtstagfeier war schön.. und dann sowas…

Gestern ging es um Gartenhandschuhe.. meine waren so schnell kaputt.. aus dem Baumarkt und da wir in Hamburg bummeln waren wollte ich zu Manufaktum.. kennst du das Geschäft ? Die haben eher teure Sachen.. so spezielles Zeugs halt.. googelst du.. also da wollte ich nach Gartenhandschuhen schauen.. WAAAS ? Die sind doch zu teuer da.. usw usw.. ich soll lieber im Baumarkt schauen… er hätte da welche gekauft für 8 Euro. die seien gut und würden reichen.. und  Achtung.. : wie kann man nur so bescheuert sein und nicht einfach die nehmen die es im Baumarkt gibt.. man muss doch nicht dafür Geld rauswerfen..

Sach mal liebe K. was war denn das für n Ton… und dann sagte ich.. dann bin ich ja wohl total bescheuert, dass ich da jetzt trotzdem hingehe.. und noch bescheuerter ist es, dass hier gerade gar kein Baumarkt ist.. Punkt.. dann gabs n bisschen Gezanke.. dann war Ruhe..

Meine Mutter ist heute 4 oder 5 Mal mit dem Auto hin und hergefahren.. ich wollte ihr die Fahrt zum Bahnhof ersparen weil sie müde war, nach einem für sie langem und anstrengendem Tag.. was sagt sie zu mir ?  Du glaubst es nicht… sie sagt… ach was.. das ist doch dummes Zeug was du da sagst..hör doch auf damit.. du kannst doch nicht so dumm sein und dafür 10 Euro aus dem Fenster schmeissen zu wollen für ein Taxi… ich fahre dich natürlich… ich mach das gern..

Uiii das kam ganz unvorbereitet und ich war erschrocken.. und dann sagte ich sowas wie gestern.. ja da bin ich wohl total dumm und schmeisse das Geld gern zum Fenster raus, wenn ich mir jetzt ein Taxi bestelle..

Da hat sie gemerkt was sie da gesagt hat… tja.. Worte können auch sehr hässlich sein.. insbesondere wenn einem nahestenden Menschen sowas an den Kopf werfen.. aus dem Nichts heraus solche Abfälligkeiten… unglaublich..

Für mich war das neu so zu reagieren.. normalerweise sage ich dann , dass der Ton so nicht geht usw..

Nun mach ich das halt mal anders.. wirkt auch besser.. aber schön… schön ist das nicht.

Hoffentlich regent es morgen nicht, dann kann ich weiter im Vorgarten tätig sein.. und wenn ich einen Tigerschlegl finde, wärs toll

Bussi und Umärmelung

Deine S.