Magische Kräfte

Liebe S.,

ja, es hat alles seinen Sinn, auch wenn man es manchmal gerne anders hätte. Ich hab nach diesem „meine Wünsche haben nicht geklappt“Traurigsein einen Text in einem Buch gefunden.
Das Buch von Luisa Francia: beschützt, bewahrt, geborgen Wie magischer Schutz wirklich funktioniert (ISBN 978-3-485-01104-4).

Sie schreibt darin von einer Mutter (Die Gänsemagd), die ihrer Tochter auf die Reise ein magisches Schutztuch mitgibt.
Und ich hab meiner SchönstenTochter ja auch magische Gegenstände mitgegeben, oho!
Aber dummerweise verliert die Tochter das Tuch und ist somit „schutzlos“der Umwelt ausgeliefert. Und Luisa Francia schreibt weiter, dass wir unsere Kinder nicht mit magischen Gegenständen schützen können, sondern indem wir ihnen Werkzeuge zum Schutz mitgeben können, die da sind: Selbstbewusstsein, Stärke, Kraft, Vertrauen (hat Ulli ja auch in einem Kommentar geschrieben, das Vertrauen und Liebe wichtig sind).

Und siehe da: Meine SchönsteTochter kam zurück, sehr verzweifelt, traurig, auch wütend, wie mit ihr da umgegangen wurde, sie hat geweint, klar, ich auch, wie ein Schlosshund, mein armes Kind, und dann sagt diese junge Frau einige Tage später zu mir:“Mama, eins hab ich gelernt! Ich muss nicht immer gefallen! Ich werde in Zukunft daran üben, dass die anderen nicht mehr denken :Ach die X…, so eine liebe! Die werden in Zukunft denken:OHO! Die X..! Was die da so von sich gibt“.
Und ich dachte : JA! Zeig denen, was du drauf hast! Beeindrucke sie! Sei stolz auf dich und das was du kannst, und zeig es ihnen!

Aber sie hat da selber drauf kommen müssen, ich hab zwar immer wieder gesagt, wie stolz ich auf das bin, was sie kann und tut, aber den Selbstwert, das auch zu erkennen für sich selber, das muss jeder für sich lernen. Schade ein bisschen, ich hätte es ihnen allen gerne erspart, meinen Kindern, diesen Lebenskampf, aber das kann ich nicht.
Das was meine magischen Kräfte sind, das ist Liebe und Vertrauen.

In diesem Sinne!

Ich bekämpfe jetzt mein Fahrradtrauma und stelle mich dem Leben und gehe ne Runde radeln! Mit Helm!

Kat.

 

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Deutschschreiben

Liebe S.,
manchmal liebe ich meine Kollegen sehr sehr! Gestern telefonierte ich mit A., die sich bewerben will woanders hin. Ich hab vorgeschlagen , was sie schreiben soll. Heute zeigt sie mir, was sie geschrieben hat. 😉

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte mich bewerben….
ich habe durch YX von dieser Stelle erfahren.
Ich habe sehr grosse Lust, bei dieser Stelle anzufangen.
Arbeite gerade auf der und der Station….

Ich sag : A., das ist kein Satz, man fängt nicht an : arbeite gerade…

Ja, aber!!! ich hab schon so viele ICHs geschrieben!sagt sie.

Oh, kannst du dir vorstellen, ich hätte sie fast umarmt, sie ist so süss!

Wir haben dann alle Sätze umgemodelt, und ich finde ihr Bewerbungsschreiben richtig gut jetzt!
An solchen Tagen danke ich meinem Deutschlehrer!
Liebe Grüsse

Kat.

 

Kurz davor und doch dazwischen….

Liebe S.,
nach fast zwei Jahren bloggen haben wir es geschafft, zwar einen gemeinsamem Blog, aber jeder einen eigenen Anzeigenamen zu haben.Mal sehen wir es läuft, buona futura, wie du jetzt heisst!
Gruselbambusel, dieses Wort liebe ich. Ich hab , muss ich gestehen, das früher verwendet, wenn ich den Kinder Gespenstergeschichten erzählt hab, man kann das UUUU so schön langziehen, gruuuuuuuselbambuuuuusel….. huuuuuu….
Nein, ich habe gerade keinen Blick für aussergewöhnliches in U-Bahn oder in Geschäften, aber schön, wenn du das spürst,das jetzt eine andere Stimmung ist, weil die Zeiten wechseln, oder wir zwischen den Jahren sind, wie es auch heisst. Wobei das für mich erst nach Weihnachten der Fall ist. Das ist für mich die Zeit, in der das Alte noch nicht beendet und das Neue noch nicht begonnen hat.
Das war die Zeit, in der ich als Kind einen besonderen , fast heidnischen, Zauber erlebt habe. Das meine Mutter keine Wäsche waschen durfte, weil sich da die bösen Geister des alten Jahres reinsetzen und ins Neue Jahr mitrüber huschen können.
Das , wenn der Sturm bläst und die Äste der grossen Buchen knarzen, Wotan mit seinen wilden Reitern durch den Himmel jagt, ruhelos, getrieben.
Dass der Tannenzweig vor der Tür ihn vertreiben sollte.
Ich erinnere, dass diese Zeit nach Weihnachten eine ganz besonders stille Zeit war, weil es gab nichts mehr zu tun gab als zu warten. Auf das Neue, das verheissende Jahr voller neuer Möglichkeiten und Versprechungen.

Komisch, eigentlich ist es ja das Weihnachtsfest,was Hoffnung bringt, und Jesus der Retter der Welt , ankommt. Der Advent die Zeit, in der wir Hoffnung schöpfen können.
Ich als Christin, die daran glaubt und relativ bibelfest ist, und Gemeindearbeit gemacht hat und alles , ich hab trotzdem innen drin in mir immer noch dieses „Zwischen den Jahren“-Gefühl. Und sehe manchmal in den Büschen die Schatten von denen, die mich begleiten und schützen, und spüre manchmal ihre Gegenwart. Widerspricht sich das nicht?
Ich gucke vielleicht zuviele Wikingerfilme. 😉
Ich hab gestern ein wunderschönes Weihnachtslied gehört:

punch brothers : Emanuel

Da krieg ich total eine Gänsehaut.

Ich wünsche allen frohen Weihnachten!

Kat.

Das Schöne vom Tag…

Liebe S.,
das wollten wir doch eh mal machen, oder? Das wir uns jeden Tag von was Schönem berichten.
Deine Geschichte von gestern hat mich berührt. Manchmal reicht es, die Augen offen zu halten und zu spüren, und merken, der meint mich, und dann bin ich einfach nur froh. Mehr muss nicht sein.
Manchmal erlebe ich auch so kleine FreudeGeschichtchen.
Letztens gab es im Supermarkt so kleine Blümchen in winzigen Emailgiesskannen. Ich habe eine gekauft, damit ich die vor die Tür stellen kann, um ein kleines Zeichen gegen die  (wörx, scheussliche) HalloweenDeko meiner Nachbarin zu setzen. Vor mir, an der Kasse, eine sehr kleine alte Frau, sie kauft ein solches Blümchen in der Giesskanne ganz in Pink . „Die sind so niiiiedlich!“, freut sie sich, „so niiiiiedlich!“
Ich sag,“ ich hab mir auch eins gekauft, schaun Sie mal!“
„Die sind aber auch niiiiedlich!“ sagt sie und lacht. „Die schenk ich einer Kranken, die freut sich sicher!“
Ich sag, „Sie sollten sich auch eins für sich kaufen!“
„Hm,“ macht sie, “ da haben Sie recht!“
Weisst du, was mich so berührt hat, war ihre Freude. Die Freude, das sie sowas niedliches gefunden hat, was auch nicht viel gekostet hat und die Vorfreude, das jemandem zu schenken.
Das war so eine kleine feine Begegnung an der Supermarktkasse!

So, dir einen schönen Abend im Sturmumtosten Norden. Hier ist es harmlos.
Umarmung Kat.

Ungewöhnlich Normal, ein Lichtblick!

Eine story von heute .. aus meinem Alltag.. Ich stand auf einem Bahnsteig, Bahnhof Altona( Hamburg) rush hour.. rechts und links ein und ausfahrende S Bahnen.. Laut natürlich, Gedränge.. soweit so normal, als ein junger Mann , höchstens Anfang 20 , ca 1.90m gross mich ansprach. „Entschuldigung“ ?  und schaute mich fragend an. In der rechten Hand ein zerknüllter Zettel. Wie komme ich zum Hauptbahnhof ? Man muss dazu sagen, dass in Altona zur Zeit umgebaut wird..nicht alles ist gut ausgeschildert und teilweise auch verwirrlich, wenn man sich nicht auskennt.. ich überlege.. „hier von diesem Gleis nicht. Diese S Bahn fährt in die falsche Richtung.“ Mein Lebensgefährte stellt sich dazu.. während ich dem jungen Mann Auskunft geben kann. „Danke schön“, sagt er und lächelt mich an. Seine braunen Augen strahlen.. freundlich und er geht zur Rolltreppe.. ich stehe da und bin sehr berührt.. aber warum ? Mein Lebensgefährte guckte mich an.. was denn los sei… tja.

Das meine lieben Leserinnen und Leser war eine Sternstunde.. und ich möchte diesem unbekannten jungen Mann danken ! Denn 1. hat er Entschuldigung gesagt und mich angesehen und gewartet ob ich reagiere. 2. Hat er zugehört ! und ist nicht bei meinen ersten Worten sofort los gerannt  und 3. und das war glaube ich das  was mich am meisten berührt hat… er hat nicht meinen Lebensgefährten angeschaut, als er dazukam… weil er ja ein Mann ist und evtl. besser bescheid wissen könnte oder so.. ( Das passiert sonst öfter.. und zwar nicht weil ich inkompetent wirke, oder kleiner bin als er, sondern weil er ein Mann ist)

Er hat mich angeschaut und zwar richtig ins Gesicht, mit der nötigen Distanz eines Fremden und trotzdem freundlich und zugewandt… Nicht so halb weggeschaut und  mit einem Blick aufs Handy.. oder ungeduldig… und nicht abwartend….  „!  ich kann auch wen anders fragen! “    Nein.. er hat mich gefragt, auf meine Antwort gewartet, sich bedankt und ist weitergegangen.. ganz normal eigentlich.. Aber es ist nicht mehr normal im Alltag.. so eine Begegnung ohne Ablenkung.. und das war überraschend.. und eigentlich auch traurig, dass das nicht immer, oder zumindest öfter so ist.. unser aller Umgang.. Aber heute war es so.. perfekt. eine Sternstunde ! Und wer auch immer das war, und wie er hiess… Danke ..

S. aus dem Alltag!