Von 1,2,3 bis 10

Liebe K.,

die 2 Tage Kinästhetics © Kurs waren nachhaltig beeindruckend. Im Oktober gehts weiter mit 3 Tagen und ich bin echt gespannt, was dann noch alles kommt.

Etwas lernen , sich aneignen geht ja mehr oder weniger gut. Je nach Materie, Thema und Interesse.. aber sich etwas abgewöhnen, was jahrelang in der Pflege Gültigkeit hatte, da wird’s schon schwieriger.. alte Muster, breite Pfade…

Zu wissen, daß die Patienten mitbestimmen sollen können, wie sie aufstehen, wie sie sich drehen im Bett z.B. , ja weiss ich.. aber handele ich auch danach ? Schaue ich auf das was der Körper des Patienten anbietet an Beweglich-  und Unbeweglichkeit  oder „mach“ ich einfach.. nach bestem Wissen und Gewissen so wie ich es gelernt habe.. so wie es gut  und richtig ist.. ist ? Oder wie es gut und richtig mal war ? oh oh….

So einiges hat sich verändert, Diskussionen um das Pflegeverständnis der einzelnen Pflegenden sind gewünscht.. aber hat da auch jeder Bock drauf ? nee… bei uns nicht.. nicht das auch noch.. alles zuviel was jetzt noch sozusagen obenauf gepackt wird..“Man.. S. ich will nicht auch noch besprechen, diskutieren.. weiss ja noch  nicht mal wie ich den Alltag hier schaffe.“ sagte eine Kollegin zu mir…

Wir haben einen Auftrag bis zum nächsten Block im Oktober bekommen. Uns beobachten.. was stresst, wie geht man an den Arbeitsalltag heran.. ohne direkten Patientenkontakt und  im Patientenkontakt.

Anstrengung für alles ist auf einer Skala von 0 bis 10 bis maximal 3 erlaubt. Gewünschtes Level ist 2 von 10..

Und das mach mal.. 2 von 10.. Auch zu Hause und im Alltag sollen wir es probieren 2 von 10..

Wie soll ich das nur machen ?

Der Ansatz ist gut…

Nachdenkliche Grüße

S.

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52 ist nicht 20 ;)

Liebe S., es wird mal wieder Zeit für ein Blögchen….

Der Urlaub ist bereits wieder in weite Ferne gerückt- schade, dass der Alltag einen immer sofort wieder in seine Klauen nimmt.

Ich bin ja zur Zeit in meiner Fachweiterbildung, und muss dementsprechend auf verschiedenen Stationen in unserer Klinik arbeiten. Die Wechselintervalle sind ziemlich kurz, meinen erster Einsatz dauerte 2 Monate, für die nächsten bin ich jeweils 4-wöchig eingeteilt.

Ich sag dir, es fällt mir schwer. Ich bin es nicht gewöhnt, mich nicht auszukennen.
6 Jahre habe ich auf der Intensivstation gearbeitet, wo ich mich auskannte, wo ich wusste, mit welchem Kollegen ich wie umgehen muss, damit der Tag gut wird, und jetzt komme ich an neue Kollegen, die ich nicht kenne, in Teams, denen es schwer fällt, anzuleiten, einzulernen, mich ins Team aufzunehmen.“Du bist ja eh nur so kurz da!“.

Sie beäugen mich kritisch, bellen mir Befehle zu, die ich ausführen muss, ich bin den halben Tag damit beschäftigt, mich zurecht zu finden, öffne Schränke , Schubladen, suche Dinge, sammel Sachen ein, die für  mich an unlogischen,ineffizienten Stellen stehen, und renne mir die Hacken ab. 14 km waren es vorgestern. Gestern ein halber weniger, grins, spare ich mir das Sportprogramm.

Der erste Einsatz war ganz anders, da hatte ich 8 Wochen Einarbeitung, aber auch das fiel mir schwer, denn das war eine Intensivstation und da kannte ich mich immerhin etwas aus! Aber ich muss sagen, ich hab dort sehr viel gelernt über Knochenmarkstransplantationen. Und jetzt auf der Normalstation fühle ich mich als Hilfskraft.

Woran liegt das? Es ist der Personalmangel, es ist die chronische Unterbesetzung, die Überlastung der Kollegen, es ist die Routine. Ich sehe Dinge in diesen Routineabläufen, die ich selber ändern würde.Aber ich kann nichts sagen, ich bin ja „nur so kurz da“.

Schwierig. Ich hab tatsächlich überlegt, ob ich aufhöre, und wieder in meinen gewohnten Trott arbeiten gehe, aber das, was als Ziel winkt, ist es hoffentlich wert, das durchzustehen! Und dann dachte ich so: in der Ausbildung haben wir das anders weggesteckt, oder? Da haben wir Hilfsarbeiten übernommen und gelernt indem wir etwas taten.
Es ist schon anders, mit 52 ne „Ausbildung “ zu machen als mit 20. Vielleicht ist es auch für die Kollegen komisch, so ner „Ollen“ zu erklären, wie sie was machen soll, zumal wenn die „Olle“ dann noch ihren Senf dazugibt und sagt: „Ich kenn das so und so, wäre das auch was für Euch, es so anders zu machen?“ Dann gibt es ein Gekreische und ein „Des ham ma aba allerweil scho so gmacht!!!“
Und ich seufze, schweige und denke: „Noch 10 mal hier sein und ein Viertel der Ausbildung hab ich auch schon hinter mir. Zähne zusammen beissen und  durch!“

Und dann erzähle davon zu Hause, wie mich eine polnische Kollegin anfährt mit den Worten: „Waaas maaaakst du daaaa? “ und der LieblingsItaliener lacht und sagt: „Antworte das nächste mal einfach: Ich weiss es auch nicht!“
Und ich schreib  dir und meiner lieben Kurskollegin J. kleine Whattsapp- Nachrichten mit Teufelchen und dem kleinen Kackhaufen und erzähle, worüber ich mich ärgere und lache über eure Antworten. Mistkrücken, alle! Inklusive Gesundheitsministerium!
Nieder mit dem Pflegenotstand!

Und wenn es ganz schlimm ist und die Füsse Schmerzen und der Rücken und alles weh tut, dann geh ich in meinen Garten und schaue den Mohn an. Dann bist du nämlich nicht weit weg, denn der Mohn ist von dir, erinnerst du dich, du hast mir vor 2 Jahren Mohnkapseln geschickt, und dieses Jahr blüht er prächtig!

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Ein Stück von Dir in meinem Garten ist wie als würde ich mit dir Tee trinken, liebe Freundin!

Jetzt muss ich los, mir die Hacken abrennen! Bussi! Kat.

 

Weiterpaddeln, weiterlernen, weiterdenken, yeah!

Doch noch nicht in SommerUrlaubsPause!

Liebe S., ich hab mich für ein Webinar angemeldet.
Was ist das, dachte ich. Da kriegt man vielleicht Vorträge , die man lesen muss….?
Naja, heute hab ich mich mal dran gesetzt, ich hab erst nicht kapiert, wie das funktioniert. Es sind schon Vorträge, aber die muss ich nicht lesen, diese Vorträge wurden bereits gehalten und somit mir vorgelesen,  und ich kriege die Präsentation auf mein Laptop.

Thema: Webinar zur pflegerischen Versorgung geflüchteter Menschen.

Erster Beitrag: Traumata.
Ich bin so berührt, S., dieser Psychologe hat so super gesprochen, und ich bin entsetzt darüber, wie wenig  wir die Seele dieser Menschen erkennen wollen, wie leichtfertig wir sie abkanzeln in ihrem Verhalten und in ihrem Rückzug, und wie wenig wir bereit sind, da mal hinzugucken, und zu spüren, was vielleicht passiert sein könnte mit ihnen.
Denn sprechen tun die wenigsten darüber.

„They did things to me, i can`t talk about“   Lieblingssyrer, 2013.

Und S., ich mach jetzt zwar meine Onkologie Fachweiterbildung, aber das heisst nicht, das ich nicht auch noch dazu lernen kann, wie man mit Menschen, die NICHT OHNE GRUND herkommen, auch im Krankenhaus mit Wertschätzung umgehen sollte.
Es gab nämlich auch im Klinikalltag der letzten Jahre immer wieder Situationen, gegenüber Geflüchteten, die ich nicht gut fand, und bei denen ich das Bedürfnis hatte, meinen Kollegen klar zu machen, was überhaupt los ist, und mit diesem Webinar krieg ich wieder bisschen mehr Wissen, und Wissen ist Werkzeug und Macht. Gell?
Bin ganz Feuer und Flamme!
Und morgen ist dann endgültig Abflug, yeah!

Kat.
Dieses Webinar ist auch vielleicht für Nichtpflegende interessant.Zum besseren Verständnis.

 

Unterschleif, Abschreiben, Spicken..geschafft!

Liebe S.,
Geschafft! Diese schriftliche Basismodulprüfung ist erledigt. Mir geht zwar immer noch durch den Kopf, was ich alles vergessen habe und warum ich dieses vermaledeite Wort: Projektplan nicht aufgeschrieben habe(kein Projekt ohne Projektplan) oder hab ich es doch aufgeschrieben! Egal, egal, jetzt ist eh nix zu ändern.

Nach 4 Stunden auf diesen harten Stühlen im Hörsaal packte ich den dokumentensicheren Kugelschreiber ein, stand auf und Zack! Lumbago, Hexenschuss.

Ich bin nach Hause gekreucht, der LieblingsItaliener stellte die These auf: Druck weg, alles verschiebt sich, auch die Muskeln-naja. Heute ist besser.

Meine Mutter rief mich an, das war so süss!
„Wann bist du denn fertig mit der Ausbildung?“
„Nächstes Jahr sind noch mal 4 Prüfungen und dann Ende 2018 bin ich fertig“
„Dann bist du 55!“ sagt sie.
„Waaaas?“ mache ich. „Oh Gott!“
„Nee“, lacht sie, „noch nicht ganz, aber das ist doch egal, du hast dann doch noch ein paar Jahre zu arbeiten!Und guck mich an, ich bin 81, und fit wie ein Turnschuh!
Wie lief denn die Prüfung?“
„Ach, “ sag ich, „ging so…“
„Papperlapapp,“ , sagt sie „Du hast dir doch schon immer alles so gut merken können in der Schule! “
„ICH???? Ich bin gerade immer so durchgeflutscht notenmässig, bei einer 3 war ich immer glücklich!“
„Ja, “ sagt sie,“ aber ich erinnere mich, das die immer zu dir gekommen sind und angerufen haben, ob du ihnen helfen kannst und das sie hast abschreiben lassen!“

Ach, ich war damals schon so sozial drauf!
Und dann fiel mir ein, dass es MIR nix genützt hat, denn die, denen ich geholfen hab  die hatten am Ende immer die besseren Noten!

Fazit: Abschreiben, Spicken, Unterschleif sollte man lassen!

Grüsse in die Nachbarwelt!

Kat.

Reisefertig

Liebe S.,

damit die Zeit im Zug morgen auf der Reise zu Dir nicht ungenutzt vergeht, hab ich meine Karteikärtchen zur Wissensfestigung heute reisefertig gemacht.

Und stell dir vor: meine Farbstifte sind leer. Das ist mir noch nie passiert, meistens sind sie ausgetrocknet, aber das ich sie geleert habe, das hatte ich so noch nie! Nun weiss ich also, das ich äusserst fleissig war und es hat Spass gemacht, alles bunt zu markieren und farbig zu unterstreichen. Ob es auch den Weg in mein Hirn findet? All das nutzvolle Wissen, was ich am 22. Mai abrufen muss? Vieleicht ist es schon drin, aber noch nicht bereit,sich abrufen zu lassen?

Jedenfalls sind meine Handgelenke taub, mein rechter Mittelfinger hat Schreibschwielen, und ich freu mich wie verrückt, dass ich eine kleine Reise unternehme, um dich und andere liebe Menschen zu sehen!
Wenn Leerlauf ist, hole ich den kleinen Karteikartenordner raus und lese ein bisschen über Qualitätsmanagement, Pflegeforschung,Alkoholentzugssymptome, Krisenintervention, Krankenhausfinanzierung, Assessments,Burnout und Gewalt in der Pflege.
Und wenn kein Leerlauf ist, hab ich den kleinen Ordner auf alle Fälle dabei gehabt, und brauch kein schlechtes Gewissen haben, dass ich nix getan hab im Urlaub!
Wie nennt man sowas? Sich selbst was vormachen?Grins…
Morgen mittag sitz ich im Zug, ich fahre Erste Klasse, denn das bin ich mir wert! 😉
Servus! Bis morgen abend, meine liebe Freundin! Und ich hab ne Überraschung für dich! Freu mich auf dein Gesicht!

Kat.

wise and clever nursing with EBN ;)

Liebe S.,
Lerne  gerade, dass der alte Otto von Bismarck (der mit der Bisquitrolle) die Krankenversicherung erfunden hat. Der hat jeden dazu verpflichtet, einen Beitrag zu zahlen, damit er (der Arbeiter, nicht Otto) im Alter und in Krankheit versorgt ist. Der gute Otto, ohne den gäbe es das gar nicht. Im Mittelalter gab es bereits Knappschaften, die für ihre kranken Mitglieder gesorgt haben, tja, und Otto machte dann weiter. Sehr gut!

Und ich lerne, das die gute alte Florence Nachtigall das Evidence Based Nursing praktiziert hat. Nur nannte man das damals nicht so.Das bedeutet, das sie angefangen hat, aufzuzeichnen und zu protokollieren,wann wie welcher Wundbrand im Krimkrieg mit welcher Salbe am besten in den Griff zu kriegen ist.

Heutzutage bedeutet EBN:  Moment, ich muss das noch mal nachschauen:
Die Integration der derzeit besten wissenschaftlichen Belege in der Pflege.

So, jetzt weisste das auch.
Eine Dozentin hat den klugen Satz gesagt:

Mit Intuition und Gefühl können wir in der Pflege nicht mehr beeindrucken.
Nur wenn wir was wissenschaftlich belegen können, nimmt man uns ernst.

Das stimmt. Es kann passieren(und jetzt werde ich makaber), wenn ich mit einem Arzt ein Krankenzimmer betrete und sehe den Patienten und sag:“ Oh, ich hab das Gefühl, der ist verstorben!“(weil ich das erkenne, wenn es so ist!), kann es sein, dass der Doktor sagt: „Ihr immer mit eurem Gefühl! Ich will Beweise!“
Dann kann ich ihm sagen :
„Es ist wissenschaftlich erwiesen, das jemand, der keinen Puls hat, nicht mehr atmet und dessen Gliedmassen ich nicht mehr bewegen kann, verstorben ist! Das steht in meiner fachlich-wisssenschaftlich fundierten Pflegezeitschrift: Wise and clever Nursing   unter „Tod im Krankenbett“!„und dann halte ich ihm den Artikel unter die Nase und er ist schwer beeindruckt und hört in Zukunft auf mich.
Das ist mein Ziel mit dieser Lernerei von Dingen, von denen ich immer dachte:

Denn Kram braucht kein Mensch! Ich kann Pflege!
Hahahaha, jetzt siehst du rot! Schlimmes Deutsch, schlimmer Spruch, sorry!

Aber  ich berichte dir weiter, was ich alles in mein Hirn stopfe, damit ich diese Weiterbildung gut mache!

2019 will ich dann so einen Hut haben! Das ist mein Ziel!

Schönen Abend!
Kat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Baustellen-kulturfrei-

Liebe S.,

Ich bin platt. Der 2MonatigeSchulblock nähert sich dem Ende. Ich habe kiloweise Skripte bekommen und sollte sie jetzt eigentlich sortieren, statt Blog zu schreiben.
Ich sollte lernen.
Ich sollte guten Mutes sein, den nächsten Monaten gefasst entgegen sehen , wenn mir der Wechsel auf verschiedene Stationen bevorsteht.
2 Jahre lang alle paar Wochen muss ich wechseln, die verschiedenen Disziplinen, die verschiedenen Stationen, muss mich alle paar Wochen an neue Kollegen gewöhnen, an neue Patienten, an neue Routinen.Mir graust, und fast hätte ich heute geheult.

Ich hätte Intensivstation  weiter machen können, weil ich mich da auskenne. Aber ich wollte das ja nicht mehr.
Also muss ich das hier jetzt weiter machen.

Ein bisschen fühle ich mich wie auf einer Baustelle. Ich kann mir vorstellen, wie es dann, 2019 , sein wird, wenn ich mich Onkologische Fachkraft nennen darf. Aber jetzt ist das alles noch lang nicht fertig. Noch stehen noch ziemlich viele Kräne und Betonmischer um mich rum.
Meine Güte! Und das auf meine alten Tage!
Ich könnte faul in einer Hängematte liegen, und unter dem Himmel schaukeln, aber nein,….
Hängematte muss warten.

Ich sortier jetzt.
Blätter, Schriften, Schlagwörter.

Grüssele Kat.

P.S.: Was der Kran da übrigens durch die Lüfte schweben lässt, war eine Treppe. Die Treppe in den Himmel, aufstrebend. Ich seh das jetzt mal positiv.

Vom Schwester-sein und so…Teil I.(vielleicht)

Guten Abend, meine liebe FreundinKrankenschwester S.,

wie war der Dienst?

Was ich in dieser Fachweiterbildung lerne, ist, das es Sinn macht, dem Ganzen mehr Bedeutung zu geben, Pflegewissenschaften , Pflegemanagement, Pflegeforschung zu betreiben, damit eben nicht dieses „in der Pflege-arbeiten“ als Selbstverständlichkeit  gesehen wird von der Politik, oder von vielleicht anderen Menschen, die sich nicht so gut damit auskennen.(Wie den Managern, für die ein Krankenhaus ein Wirtschaftsunternehmen ist).

Uns neu positionieren, ja. Dazu gehört aber auch, das wir das nicht mehr so machen können wie unter Schwester Rotkreuz- Hildegard, das man kurz bei der Übergabe miteinander geredet hat, oder wenn man nicht weiter wusste, auch probiert hat, wie man einen durchgelegen Rücken behandeln kann. Eis und Fön? Oder dieses fiese rote Zeug, Mercurocrom.
Ich habe es sehr geliebt, denn es machte heile!
Ist aber mittlerweile als gefährlich eingestuft, schade.Wenn meine Hände rot waren davon nach der Arbeit, war sichtbar, dass ich gearbeitet hatte. Handschuhe waren damals nämlich echt noch ein Kostenproblem.
Wir brauchen Dokumentationen, damit klar wird, WAS wir tun. Wir brauchen Richtlinien, und Standards, wiederhole ich mich? Ja. Sorry.

Und auch wenn Nicht-Pflegekräfte eingesetzt werden, muss klar sein, was deren Aufgabe ist. Und was unsere. Es muss klar sein, dass sie auch für die Notdurft der Patienten zuständig sind, oder eben nicht, aber dann sind vielleicht am falschen Platz.Dann muss überlegt werden, worin ihre Aufgaben bestehen, und das muss aber nicht von Dir kommen, sondern von denen, die sie in den Stellenplan einsetzen. Aufgaben klar definieren.
*************
Ja, haha, da musste ich lachen wir haben eklige Sachen erzählt in der Kneipe, wenn kein Stuhl frei war, und -schwupps- hatten wir einen.Im Tabernakel, so hiess die Spelunke.

Mir fiel dazu ein, dass der LieblingsItaliener, als er noch neu in unserer Familie war, es überhaupt nicht ertrug, wenn sich beim Essen Gespräche um meine Krankenhausdinge drehten. Er hat die Kinder gefragt:“ Warum  bleibt ihr so ruhig dabei, wenn eure Mutter so Zeugs erzählt  von nicht heilenden Operationswunden, aufgeplatzten Köpfen und mit dem Messer um sich fuchtelnden Männer ohne Hose, die auf Eure Mutter losgehen?“
Da hat der GrösstLiebsteSohn gelacht, sich sein veganes Würstel in den Mund geschoben und gesagt :“ Wir…sind damit aufgewachsen. Es gab IMMER Gespräche über so was beim Essen, das eben war noch harmlos!“
Auch eine Form der Abhärtung, grins…
Mit einem freundlichen Lächeln um die Lippen grüsse ich alle.

Schlafen Sie gut, Schwester S.!

Schwester K.

 

Ortsspaziergang, Sonntag , 15.00

Liebe S.,

nach meiner ganzen Auf-Karteikarten-Schreiberei und mich fragen: Warum muss man Theorien erneut theoretisieren und nennt das dann MetaTheorien und warum hab ich das, was ich da lernen soll, nicht schon vorher gewusst? ….Nachdem mir also meine Amygdala signalisiert hat: Aufhören, sonst drehst du durch, hab ich einen kleinen Ortsspaziergang gemacht.
Es wird Frühling! Die Häuser im Ort wirken so offen, manche Fenster waren geöffnet und Stimmen drangen heraus. Über einem Gartenzaun hing ein sehr verranzter Badezimmervorleger zum Lüften.
Auf dem Sportplatz an der Schule hatten Jungs ein Musikgerät aufgestellt, die Musik vibrierte zwischen den Mauern und die Jungs spielten Fussball und lachten.
Am Parkplatz an der Kirche standen mehrere Lieferwagen, sie waren geöffnet und Männer trugen Kartons und Kisten hin und her, mit Elektrokabeln und Decken. Da bin ich schnell weiter gegangen, ich habe auch ihre Sprache nicht verstanden und fand es ein bisschen merkwürdig was sie da taten, diese Männer.
Ich hab die Häuser angeschaut, und ich frage mich manchmal, was für Menschen wohnen dort drin? In diesen hübschen Einfamilienhäusern mit dem neuen Holzzäunen davor und den Überwachungskameras an der Haustür.
Der Dorfteich war noch zugefroren und von Warnschildern umstellt und abgeklebt. dsc_1048
Am Zigarettenautomaten vor der Dorfwirtschaft stand ein verzweifeltes älteres Pärchen und versuchte, eine Schachtel Glimmstängel zu bekommen.Der Automat akzeptierte ihren Ausweis nicht und ignorierte seinen 5-Euro-Schein.Ich frage mich, was tun sie jetzt? Fahren sie vor lauter Verzweiflung mit dem Auto zur 5 km entfernten Tankstelle oder essen sie stattdessen nach einem ausgiebigen Spaziergang Schokolade?
Egal, ich hab Weidenkätzchen entdeckt und Knospen, die sicher bald aufblühen.siehe Beitragsbild.

Als ich zu Hause war, hatte ich eine Email von dir im Postfach , und die lese ich jetzt und dann verschwende ich keinen Gedanken mehr an Pflegekonzepte, Assessements, EvidenceBasedNursing, Florence Nightingale und Oberschwester Irmgard mit ihrem RotkreuzOrden auf dem mächtigen Busen.Die hätte uns das damals doch schon alles beibringen können! Dann täte ich mich jetzt nicht so schwer damit! Grins!
Bussi and Byebye….

Kat.

You made me smile :)

Liebe liebe S.,

so ein Quokka, das wäre schön, wenn mir so einer auf meinem Tisch gegenüber sitzen würde, und mich immer so angrinsen würde.

Heute ist die 2. Schulwoche um.(Fachweiterbildung Onkologie)
Am Anfang hab ich noch jeden Abend meine Unterlagen gesichtet, geordnet, auf Karteikarten geschrieben, was ich für „prüfungsrelevant“ hielt.
Am Montag kaufte ich mir grössere Karteikarten, weil ich beschloss, das noch besser zu machen, noch ordentlicher. Das tat ich bis Mittwoch. Gestern, am Donnerstag ,dachte ich. das mach ich morgen, den Stoff von heute aufzusortieren. Heute dachte ich, ach, Sonntag geht das auch noch!
So schnell schleicht sich der Schlendrian ein!
Aber ich bin so platt von allem, ich kann heute echt nichts mehr tun. Den ganzen Tag habe ich wichtige Dinge über Schmerz gehört, mit einem Affentempo haben die Referenten ihre Vorträge gehalten, vieles ist mir bekannt gewesen, einiges klarer geworden, aber jetzt brummt es in meinem Hirn.

Und ich kann beim besten Willen NICHTS mehr in meine grünen Ordner sortieren. Grüne Ordner für die Fachweiterbildung hab ich besorgt, grün beruhigt und verspricht Erfolg!

Lernen ist immer noch schön, interessant und spannend.Warum habe ich nicht schon früher so etwas gemacht?
Ich habe eine Kollegin, mit der ich so viel lachen muss, und auch die anderen FWB-Teilnehmer sind besonders. Jedenfalls die von der Onkologie, grins, denn die von Intensiv/Anästhesie, die kenn ich ja kaum. Manchmal haben wir Unterrichtsstunden gemeinsam, manchmal nicht, und ausserdem wirken die IntensivLeute soviel ernsthafter als wir.
Oder gewissenhafter, aber ich finde, lachen muss sein. Oder? Was meinst du?
Ich musste jedenfalls sehr lachen, als ich dieses KissenBettenchaos(siehe Beitragsbild) in einem Flur der Pflegeakademie entdeckte, ich dachte:Das ist ein Sinnbild für den Deutschen Pflegenotstand!
So, ich lege mich jetzt in mein gemütlicheres Bett, gute Nacht!

Kat.