Gullydeckel Art ;-)

Guten Abend liebe K.,

du hast viel erlebt auf deiner Reise. Alleine reisen und damit klarkommen, Erkenntnisse, Hindernisse überwunden, auch Sprachliche und viele schöne Sachen gesehen. Diese Burgen sind ja echt megaaaaa !

So kann der Sommer auch sein !

Tschja… hier war es während deiner Reise trübe, d.h. trübes Wetter und  viel zu kalt. Ich musste tatsächlich bis heute warten um wieder trockenen Asphalt um den Gullydeckel zu haben. Die Regentonne läuft bereits über, so viel Regen kam hier in den letzten Tagen runter..omg..

Und nun fisselt es auch wieder; diesen fiesen Landregen der nach und nach durch alles durchgeht. Bin gespannt ob er noch etwas von meiner Gullydeckel Verschönerung übrig lässt. Morgen früh werde ich es sehen.

Tschüss und schönen Abend

grüsst dich S.

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Burgenmarathon

Liebe S.,
das mit dem Alleine-Reisen,das hat schon was, allerdings fehlt mir Austausch.
Oder so Kommunikation, dass ich meine Freude loswerde.
Heute also: Auf dem Plan stand: Burgenbesichtigen. Es gibt hier einige. Ich fahre also so lustig durch die Gegend heute, da winken mir 3 Burgen vom Berg hinunter zu.
Da will ich hin, denk ich, aber wie? Nirgends ein Schild, also Goggel gefragt. Sagt Goggel mir, wie die heissen, frag ich Goggel, wie komm ich da hin, sagt Goggel: Ich zeig dir den Weg!
Okay, erst ganz brav eine Strasse hinauf,dann links ab, da dachte ich schon, sieht komisch aus, kein Hinweisschild, dann wieder Links, ich dachte:
Das ist ein WANDERWEG!
Ich fahre weiter nach Anweisung und denk, kommt denn kein Parkplatz?
Kam kein Parkplatz, rechts von mir Anhöhe, steil, links von mir Abgrund, noch steiler. Ich denk, wie kehr ich jetzt um?
Ich hab geschwitzt, nicht nur vor Hitze, mir war echt flau! Gut dass ich mit mir alleine war, keiner der mosert: Was mascht da wieder? Muscht da nuff jetze unbedingt?
Nee, musste ich nicht, danuff, ich bin ich dann waghalsig gewendet, mir war echt übel!
Schlaglöcher, und das mit meinem Alten Auto mit den pinken Radkappen!
Hab ich gedacht, dann eben keine Burgen! Dann eben Stadtbesichtigung, is mir egal, Burgen paah, guck ich Game of thrones, hab ich auch welche.
In der Stadt also, Strassauf, Strassab, es gibt doch bestimmt eine Touristinformation?
In schönstem Französisch nach den Burgen gefragt, Plan bekommen, Instruktion, wo lang, Frage, wo ich herkomm und dann bin ich zum Parkplatz, um meine Wanderschuhe zu holen, und jubel so laut jauchzend vor mich hin, was für ein toller Tag und da schaut mich ein Franzosenmann sehr verwundert an.

Ich sag: Je suis tres heureux aujourdhui! und da lacht er.
Und dann bin ich auf die Burgen gestapft, und hab sie bezwungen.
Als ich von Burg 1 nach Burg 2 wollte, stand da ein Schild: Burg 2 facile.
Ich dachte, huuu, nee einen schwierigen Weg geh ich jetzt nicht, und der den ich dann ging, der war ziemlich kraxelig. Möchte nicht wissen, wie der facile Weg dann war 😉
Oben war ein älteres Ehepaar, ich dachte, aha! Gibts hier doch einen Parkplatz, und dann ging ich wieder zu Burg 1 und da war dieses Ehepaar bereits wieder da.
Ich kam mir vor wie bei dem Hasen und dem Igel.
Sie sagten , es gäbe einen einfachen Weg, ich habe den schwierigen genommen.
Da hab ich gelacht, und bin zu Burg 3 marschiert, und  hab dann, weil es so schön war, noch einen Extra-Umweg zum Dorf gemacht, und ich war so happy, und es war sehr schön.
Aber mit wem teile ich das, wenn ich alleine unterwegs bin?
Als ich oben auf der Burg 1 mein Handy rausholte, um Fotos zu machen, klingelte just in dem Moment mein Telefon.
Der JüngstLiebsteSohn, ich war überrascht, ich bin 4 Tage weg, und er wollte nur hören, wie es mir geht. Da hab ich dann ein bisschen weinen müssen, später, weil die Landschaft so atemberaubend war, weil ich ihn gern dabei gehabt hätte, weil ich alleine war, ich weiss nicht, ich war berührt. Vom Leben. Einfach so.

Morgen geht es wieder heim. Schade und schön doch.
Ich werde das üben. Immer mal wieder ein paar Tage für mich sein.

Ohne so grosse Sehnsucht nach den LiebstenMenschen.
Einfach nur mit mir sein.

Liebe Grüsse ! Kat.

Reisen macht dreckige Fingernägel

Kennst du das, liebe S.?

Ich hab beim Verreisen immer Schmutz unter den Nägeln, da kann ich noch so oft putzen, ekliges Thema oder?

Jedenfalls hab ich gestern eine recht lange Wanderung hingelegt, und es war sehr interessant für mich, niemanden zum Reden zu haben, während ich ging. Ich musste mir meine Wege selber finden, ich hab mit niemandem diskutieren müssen, ob es jetzt rechts oder links längs geht, ich bin einfach meinem Gefühl gefolgt, und das war nicht immer richtig, ich bin mehrmals im zickzack gelaufen.
Bis mir dann der nette Mann vom Weinberg, den ich gefragt habe, gesagt hat, wo es längs geht.
So bin ich also gegangen, in Gedanken, oder auch nichts denkend, was denkt man so 5 Stunden?
Als ich mein Ziel erreicht hatte, eine riesengrosse Jesustatue auf einem Berg, war es vorbei mit der Stille.
Und wieder war ich froh, dass ich allein unterwegs war, denn, wäre ich zu zweit gewesen, hätte eine von mir beiden gemotzt.
Dass die 5 französischen Wanderer so laut reden müssen, wenn ich doch die Stille geniessen will und die Aussicht, dass sie so laut in ihre Chipse beissen müssen, dass ich alles mitkriege, über das sie reden obwohl mein Französisch doch so rudimentär ist.

Und das die 3 anderen Leute da ein bisschen albern sind, hätte ich mit mir gelästert, dass sie sich so freuen, dass sich ein Schmetterling auf das faltige braungebrannte Bein der einen Frau setzt, und die andere , jüngere , mit Faltenrock, es unbedingt fotografieren muss, quietschend, „C`est tres jolie, oh mon dieu!“ und dann vor lauter Wonne beginnt, Kirchenlieder zu singen, in einer sehr schlimmern Oktave, sehr hoch! Und der alte Mann einstimmt, leider etwas falsch,und dann beten sie, und die Frau mit dem Schmetterling am Bein geht weg.
Zurück blieb ich mit den Chipsfutternden Franzosen.
Wenn ich nicht alleine gewesen wäre, hätte ich reden müssen, ob wir noch bleiben, oder ob wir lieber gehen, und dann hätte ich gesagt.“ Also so schlimm ist das doch nicht! Die haben ihre Freude!“ und das andere Ich hätte womöglich schlechte Laune gekriegt und hätte rumgemotzt…. wer weiss. S
So entschied ich mich dann für mich alleine in den Wald zurück zu gehen und meine Wanderung fortzuetzen. Ausserdem hab ich Höhenangst, ich hab das wieder gemerkt, wie ich ganz oben stand, mir wurde dezent flau im Magen und ich hatte Angst runter zu fliegen. Das andere Ich hätte gesagt, reiss dich zusamen, und das Angst-Ich wäre womöglich geblieben und hätte sich in die Hose gemacht.

Nee nee, da ging dann das Alleine-Ich frohen Mutes wieder den Brg hinunter.
Es war fein. Ich hab mich an einen Bach gesetzt, hab mich ins Moos gehockt, hab gedacht und nicht gedacht….Ja, so ist das mit dem Alleine Urlaub machen.
Trotzdem gewöhnungsbedürftig. Die eine Gästin hier schaut mich immer an, und lächelt und beobachtet mich freundlich, ich glaube, sie will mir helfen. So guckt sie jedenfalls. Ich lächel freundlich zurück. Ihr Mann summt die ganze Zeit Melodien.

Ja. und heute suche ich ein Freibad, es wird heiss! Liebste Grüsse
Kat., lonely but proud 😉

Reiseabenteuer

Liebe S.,
das mit dem Mandala und dem altklugen Kind, und dann diese Frau, darf man ab 12 Jahren nicht mehr auf der Strasse malen? Egal, manchmal muss man etwas tun,was andere komisch finden, lass dich nicht stören!
Ein Mandala beruhigt, diese gleichmässigen Formen, die Wiederholungen in der Form und im Muster. Ich war heute in einem Kloster, Maulbronn, und weisst du, die Leute damals, die haben auch solche Formen gemacht. In ihren Kreuzgängen, in ihren Deckengewölben finden sich Wiederholungen und Regelmässigkeit , wie bei den Mandalas. Unten stelle ich ein paar meiner entdeckten Formen als Fotos rein. Das Kloster ist sehr schön, ich bin innendrin immer so berührt, wenn ich so etwas sehe.Ich hab eine Führung mitgemacht, und man erfährt immer wieder neues. Über die Mischung von Gotik und Romanik in den Fenstern, was Laienbrüder waren und Herrenmönche, das waren die Adligen ,die zum Mönchsein verdonnert wurden, und ein Besucher hat dann gefragt, ob es Damenmönche auch gab. Da hat die Führerin nicht gegrinst, sie hat ihn ernst genommen! und hat gesagt: Die hiessen  Nonnen. Es gab da  wieder Leute die so unnützes Zeug gefragt haben, aber es war trotzdem schön, ich war im Urlaubsmodus und geduldig.
Jetzt bin ich dann, nachdem mich mein Navy echt, man glaubt es kaum! auf einem Feldweg nach Strassbourg führen wollte,  mit leichter Verspätung durch schöne Dinge auf der Strecke in meinem kleinen elsässischen Dorf gelandet -es ist so pittoresk! und die Hausdame hat mich gefragt, welche Nationalité ich bin, mein französisch sei so gut, und vor lauter Freude darüber sind mir die Vokabeln in irgendwelchen Hirnwindungen stecken geblieben. Und ich konnte nur noch deutsch reden, so ist das mit dem Lob!
Aber als ich durch diesen Ort gegangen bin, sind mir viele Leute begegnet, die hier leben und sie sind sehr freundlich, keine Spur vom arroganten Franzosen, wie die Legende sagt.

Morgen möchte ich wandern gehen, es wird aber wohl heiss sein.

Ach ja, und es ist mein erster Urlaub ohne irgendwen der mich begleitet, das ist schon ein Abenteuer für  mich!
Finde ich den Weg? Ja klar, Navy reset und läuft wieder.
Möchte ich das Kloster anschauen? Klar, Vollbremsung und runter von der Autobahn ohne grosse Diskussion mit irgendwem.
Wann wandere ich morgen los? Wann ich will, und vielleicht schmeiss ich auch um und bleib im Hotelzimmer und gucke den ganzen Tag aus dem Fenster.
Ganz wie ich beliebe!
Das wird schön!
Du malst und ich entdecke Formen!
Deine Freundin Kat.

 

Sommerliches

Liebe K.

man merkt jetzt richtig,daß es sommerlich ist. Die Linden blühen so schön und duften fein. Ich freue mich immer wieder besonders an den 2 Bäumen die genau hintereinander stehen an meiner walking Strecke.. Die Zweige hängen richtig tief, sodass man bequem dran schnüffeln kann mmmmmhhhhh.. so ein schöner Sommer ! Auch hier sitzen die Leute draussen, machen Musik und sind abends noch auf den Strassen.Kinder lernen Fahrradfahrer auf richtigen kleinen Rädern. Sie tragen Helme und der Sattel ist immer zu niedrig eingestellt, weil sie das whs. von ihren Laufräder so gewohnt sind.  Aus der Nachbarschaft kam gestern eins der Mädchen angeradelt, ganz verschwitzt von der Aufregung, dass sie jetzt fahren konnte. “ Wer hat diese Blume gemalt ?“ fragte sie mich.. und ich antwortete ihr, das ich das war. „Wozu ist das gut ?“ diese Frage hatte ich nicht erwartet.. eine 5 jährige fragt wozu das gut ist. Wir kamen ins “ Gespräch“.. –einfach so- wurde von ihr nicht akzeptiert. Weil es mir Freude macht und ich das schön finde.. fand sie auch sichtlich komisch.. sie musste fast schon weinen.. Warum ich das gemacht hätte, das müsste doch für irgendwas sein.. jeder wüsste doch, dass die Kreide bei Regen weggespült würde. Dann wär doch die Blume weg..“so ein Blödsinn!“  irgendwie klang sie gar nicht nach Kind.. Dann kam ihre Mutter dazu, und fragte mich ob ich dieses Mandala gemalt hätte, sie hätte es gerade aus ihrem Küchenfenster gesehen. Dabei stemmte sie eine Hand in die Hüfte und guckte mich an. Ja, sagte ich und sie sagte „schön“ und das Mädchen sagte auch „schön“ und schnaubte dabei ein wenig wie ihre Mutter.

-Ob ich mir nicht komisch vorkäme als Erwachsene mit Strassenmalkreide sowas „einfach nur so“ zu machen.. oder geht es um einen Strassenwettbewerb ? Von dem hätte sie dann aber noch nichts gehört…

Ich sagte einfach nichts mehr und schaute den Wolken zu und pfiff eine einfach Melodie um die Amsel zu ärgern, die immer lauter wurde und komplizierte Melodien erfand.“Wann regnet es wieder ? “ fragte das Mädchen seine Mutter.. „weiss nicht… morgen ?“

„O.K. wenn der Regen die Blume weggespült hat komme ich wieder und gucke ob du eine neue malst“……

Die Mutter zwinkerte mir zu.. ich könne ja bei ihnen klingeln und Bescheid sagen, wenn ich wieder was malen würde. Da könnte die Kleine zugucken, aber montags sei sie bis ….. in der Kita, am Dienstag hätte sie………….  piiiiiiep, die Amsel flötete  und ich hörte einfach nicht mehr zu. Der Wochenplan einer 5jährigen die ich kaum kenne, gehört nicht zu dem was ich mir unbedingt merken will, eher erschreckt es mich. Irgendwann richtete die Mutter das Wort wieder direkt an mich und sah mich an : …. und für sie wäre es ja sicher auch einfacher mit Strassenkreide zu malen wenn ein Kind in der Nähe wäre, da würde dann auch bestimmt keiner komisch gucken, denn eigentlich wäre es doch eher was für Kinder… meinen sie nicht ?

 

Ich musste lachen.. sagte nichts , versprach nichts und ging einfach ins Haus um meinen Fotoapparat zu holen. Ein Foto vom Mandala bevor der Regen kommt. Oder die Nachbarn mit dem Gartenschlauch. .-)

Komische Welt. Da tauche ich lieber noch ein wenig ab und schwelge in Erinnerungen ferner Sommertage.

einen guten Start in die neue Woche

Grüssli

deine S.

Das Leben ist schön -Mashallah!

Liebe S.,

ich bin heute abend mit einer Freundin in die Stadt geradelt. Von mir bis zu der Freundin sind es 6 km und von dort in die Stadt noch mal 6 km. Sie würde mir einen tollen Radweg durch ein neues Wohngebiet zeigen, hat sie gesagt.
Naja, wie du weisst bin ich kein Freund von neuen Wohngebieten.Dieses neue Wohngebiet wurde in den letzten Jahren auf einem alten Kasernengelände der amerikanischen Besatzung gebaut. Ich habe es immer gemieden, ich fand die alten Kasernengebäude irgendwie schön, es gab da vorher so Werkstätten und Kleinkunst, das war toll. Und nach dem Abriss hab ich es tatsächlich nicht gewollt, dadurch zu gehen. Erst mal, weil die Wohnugen da sowieso unerschwinglich sind und dann naja, altes zerstören um neues zu bauen,…macht mich traurig.
Auf dem Hinweg konte ich gar nicht soviel wahrnehmen, sie ist geflitzt wie ein Henker, weil sie Hunger hatte wahrscheinlich, und sowieso heimlich ein Elektrobike hat, egal.

Aber der Rückweg, es war so schön!
Es sind dort breite Wege angelegt, ein Teich, Sitzbänke, zwischen den Wegen waren so Pflanzinseln mit Echinacea und Gräsern, nicht unbedingt heimische dort ansässige Gewächse, glaub ich, aber egal. Und das schönste, es waren auch noch um 22.oo Menschen unterwegs!
Leute mit Hunden, Familien mit Kindern, Moslems, ein alter Mann mit seinen Enkeln, es war lebendig.
Ich dachte, ja, heute ist Ramadan vorbei,  es ist Zuckerfest, Eid Mubarak!
Auf den Bänken junge Mädchen mit Musikboxen, die tanzten. Die Mädchen also tanzten.
Ich lieferte meine Freundin bei sich zu Hause ab, und radelte weiter.
Im nächsten Ort, laute Musik an der Musikschule, es war Musikfest. Viele Menschen auf dem Gelände. Der nächste Park, wieder Musik, junge Leute, ob mein Sohn dabei war?
Er hat heute seine Abiturnote bekommen. Sie feiern.
In den Schrebergärten Musik, Lagerfeuer, Lachen.
Der nächste Spielplatz, wieder junge Leute. Dann auf einem Fussballplatz ein Zelt, viele Leute, Fussballmonitor, klar, Weltmeisterschaft, sie feiern, was auch immer.
Ich radel weiter, wieder Musik- da singen welche irgendein Lied aus den 80ern, wieder ein Fest.
Mann ist hier was los, hab ich gedacht.
Dann oben am Himmel die Mondsichel.
Weisst du, ich dachte, soviele Menschen. Soviel Leben überall, so eine schöne lebendige Sommernacht.
Jetzt sitze ich auf meiner Terasse, hab mir ein paar Lichter angemacht und höre von ferne wieder Musik.
Glühwürmchen taumeln. Jetzt ist es ganz finster hier an meinem Waldrand.
Trotzdem höre ich das Leben.
Schön, denke ich. Trotz Zäunen.
Die Menschen begegnen sich und treffen sich und freuen sich am Leben. Und die Glühwürmchen freuen sich auch.
Hab eine gute Nacht!
Kat.

 

Zäune und alte leerstehende Häuser

Deine Nachbarn sind echt das Grauen ! Auf den 1. Blick.. auf den 2. tun sie mir fast schon leid mit ihrem Stacheldraht im Herzen.

Die haben irgendwie Angst.. vielleicht sehen sie auch schlecht und halten eure Katze für einen Tiger.. wobei dem Tiger der Stacheldraht egal wäre.. der täte die ollen Nachbarn so oder so nicht fressen.. weil eine Detox Diät anschliessend zu anstrengend wäre.

Deine Sehnsucht nach einem anderen Wohnort kommt ganz stark bei mir an. Auf der einen Seite diese Nachbarn die 2.50m Zäune errichten ( ich würde mir ne Giraffe ausleihen.. Scherz)

Und dann wunderschöne alte Häuser die man leerstehen lässt um dann teuer zu verkaufen. Wo sind die, die sowas wertschätzen und bewahren ?

Die gibts auch.. hier bei uns in der Strasse.. eine Familie die erst die eine dann die andere Doppelhaushälfte gekauft hat. Und vor ein paar Tagen mit lauten Getöse und Gedöns und Ramme und Bagger einen alten grossen Schuppen auf dem Grundstück hat abreissen lassen. Das Haus bzw. die Häuser haben sie mittlerweile verbunden.. den Garten schön gemacht, eine Feuerstelle eingerichtet.. ein Kinderspielhaus.. usw.

Sie machen fast alles in Eigenarbeit und Eigenregie. Nicht des Geldes wegen, sondern weil es ihnen Spass macht sagte der Mann einmal. Aber warum sieht er nicht so aus ? Warum guckt er so grimmig und verkniffen ?  Warum sind die Kinder so altklug ? Warum kommentiert die Frau alles was man macht ?  Naaaah schon wieder walken ? Naaaaah sind sie wieder zurück, dass war ja ne lange Runde.. oder das war ne kurze Runde, oder waaaas bei dem Regen fahren sie Fahrrad ?

Nachbarn halt…

Ich wünsche mir eine Hausgemeinschaft oder/und Wohnprojekt wo es um mehr als Haben geht, sondern um Sein. Und wo auch Menschen wohnen die diese Welt etwas mehr zu einem schönen Ort machen wollen.

Friedlich, freundlich, wohlgesinnten ohne Konkurrenz sondern miteinander.

Om Shanti Om

Deine S.

 

 

So rumdenken über Häuser und Zäune

Liebe S.,
ich hab Urlaub und ich denke.
Ich denke, warum stehen Häuser lange leer, über Jahre, schöne alte Häuser, die dann aber, nachdem sie viele Jahre leerstanden, abgerissen werden?
Es beginnt schleichend. Erst sind die Jalousien nur hin und wieder einige Tage runtergelassen. Dann verwildert der Garten, ist aber dann irgendwann wieder gerichtet. Im Winter steigt manchmal Rauch aus dem Schornstein.

Dann sind die Rolläden länger runter, für Monate, der Garten wird weiter gemäht, aber die Blumen verdorren. Die Verandamauer bekommt Risse. Monat für Monat reisst sie mehr ein. Würde das auch passieren, wenn jemand drin lebte? In dem anderen Haus bröckelt der Putz von der Mauer. Wie passiert das? Ist ein Haus traurig, wenn es nicht belebt wird, und verfällt dann freiwillig?
Manchmal möchte ich Briefe schreiben und in den Briefkasten werfen, um zu sagen, ich würde hier gerne drin wohnen. Brauchen Sie mich?
Aber ich weiss, wenn sich die Erben geeinigt haben, wird dieses Haus abgerissen werden und ein hochmodernes Mehrfamilienhaus wird drauf gebaut. Und dann machen sie Zäune rum.

Und zwar diese Zäune, die jetzt modern sind.

Pass auf: vor 3, 4 Jahren wurden Zäune gebaut, in die man Steine reinstopfte, kennst du sowas? Die waren doppelt, die Zäune und man konnte nach und nach Steine reinfüllen. Hübsch fand ich sie nicht,wahrscheinlich waren sie auch zu teuer, denn jetzt stehen überall so Drahtzäune rum, an sich recht hübsch, aber weil die die Blicke durchlassen, flechten die Leute Folien da rein. In versetztem Muster oder ganz gerade, oder  nur oben, weil unten diese Koniferen als Sichtschutz wachsen dürfen, und ganz schlimm sind die Folien, die bedruckt sind.
Bei uns sind Steine drauf gedruckt! Ich wohne zur Miete! (Jetzt hätte ich gerne das Smiley was so die Augen aufrreisst und die Hände ans Gesicht hält, vor Schreck). Die mit Steinen bedruckte Folie ist also der günstigere Kompromiss zu diesen steingefüllten Abgrenzungen.

Warum gibt es kaum noch Holzzäune?
Wo die Gartentür irgendwann schief in den Angeln hängt, und quietscht? Vielleicht deshalb, alles muss korrekt sein, und deshalb reisst man auch diese alten Häuser ab, ach…..
Dabei würde ich so gerne in so einem wohnen. In so einem alten Haus mit Geschichten.

Und apropos Zaun, in unserem Nebengrundstück wurde der Zaun erhöht, auf 2.50 oder so, aber mit einem grünen Maschendrahtzaun, damit unsere Katze nicht mehr drüber steigt. (Hat sie NIE! getan) und um die Gartentür wurde Stacheldraht gewickelt. Damit sie nicht auf die Idee kommt, da womöglich drüber zu klettern.
Warum brauchen Menschen solche Grenzen? Und warum verfallen Häuser und verlieren sich dann auch die Geschichten, die darin passiert sind? Und warum vergesse ich sofort, wenn was neues dort steht, wie das alte aussah?

Bin irgendwie sehr in Gedanken gerade, Zäune,… hmm……
Liebe Grüsse
Kat.

Neue Wege gehen

Meine liebe Freundin K.,

gerade haben wir uns in einer Mail ausgetauscht wie es hier weitergehen könnte.

Wir beide schreiben uns täglich whatsapp’s und auch mal ne Mail. Wir sind in Kontakt. Was das hier anbelangt gehts irgendwie nicht weiter. Es scheint zu stagnieren, sich zu wiederholen. Mir fehlt an dieser Stelle tatsächlich Inspiration und auch die Lust etwas zu schreiben, weil es so anders ist als ich mir vorgestellt und gewünscht habe. Das ist o.k., da habe ich dieses Medium einfach falsch eingeschätzt. Einen Austausch über den „Gezeitenwechsel“ , also Frauen unserer Alters ( höhöhöhöhö).. ich sehe gerade den Film „Fluch der Mumie „vor meinem geistigen Auge  ;-), gabs nicht.

Dafür gabs viele nette Kommentare, Tipps und Anregungen usw. ich überlege gerade ob ich sowas wie S.s Fragestunde an die Runde der Leserschaft einrichten soll ?! Das könnte dann auch ein Austausch werden/sein ?! Eher pragmatisch, als schöne/skurile und gut erzählte Geschichten.

Wie wär das ?

Was sagt denn ihr , liebe Leserinnen und Leser dazu ?

uns allen wünsche ich einen schönen Sommertag

S.

 

Von Blumen und Blüten: das Gänseblümchen

Liebe S., wenn ich Gnsblmchn schriebe, ohne Vokale, könnte man das auch erkennen worum es geht, oder? Ist eine neue Art WhattsAppNachrichten zu schicken, ohne Vokale. Aber das nur nebenbei. ( vrstndn? Nee klappt nicht? )

Also, das Gänseblümchen.

Kindheitserinnerungen: Die Wiese vor dem Haus voll davon, kleine Sträusschen für die Mutter gepflückt, als Vase diente ein Schnapsglas.
Geschickte Nachbarsmädchen bastelten Haarkränze aus Gänseblümchen.  Sie schlitzten den Stiel auf und schoben die nächste ganz nah an der Blüte der anderen hinein. Manchmal , wenn die Stängel lang genung waren, wurden die Kränze auch geflochten. Meine Kränze waren sehr mager. Ich hatte wenig Geduld, so viele Blümchen zu pflücken, und ich hatte kein Geschick, die Stiele so fein aufzuschlitzen, das die Blüte a) nicht abfiel, b) der zweite Stängel da genauestens durchpasste.
Und flechten konnte ich auch nicht. Manchmal half mir ein Nachbarsmädchen, einen langen Gräserstengel um den Kranz zu wickeln, damit er hielt.
Ich erinnere mich, dass ich im Sommer auf der Wiese lag, inmitten Gänseblümchen, und in den Himmel schaute.
Gänseblümchen und Marienkäfer gehören für mich zusammen.
Ich habe noch nie ein Gänseblümchen verpflanzt. Sie wachsen da, wo es ihnen gefällt. Da lass ich sie auch. Diese gekauften, die grossgezüchteten, die mit dem Rosarand am Blütenblatt, die gehören auf Festtagstische im Blumengesteck bei Kommunionen oder runden Geburtstagen.
Gänseblümchen tut man heutzutage in den Salat.
Das ist nicht so meins. Ich mag keinen Salat. 😉

Liebste Grüsse Kat.