Burgenmarathon

Liebe S.,
das mit dem Alleine-Reisen,das hat schon was, allerdings fehlt mir Austausch.
Oder so Kommunikation, dass ich meine Freude loswerde.
Heute also: Auf dem Plan stand: Burgenbesichtigen. Es gibt hier einige. Ich fahre also so lustig durch die Gegend heute, da winken mir 3 Burgen vom Berg hinunter zu.
Da will ich hin, denk ich, aber wie? Nirgends ein Schild, also Goggel gefragt. Sagt Goggel mir, wie die heissen, frag ich Goggel, wie komm ich da hin, sagt Goggel: Ich zeig dir den Weg!
Okay, erst ganz brav eine Strasse hinauf,dann links ab, da dachte ich schon, sieht komisch aus, kein Hinweisschild, dann wieder Links, ich dachte:
Das ist ein WANDERWEG!
Ich fahre weiter nach Anweisung und denk, kommt denn kein Parkplatz?
Kam kein Parkplatz, rechts von mir Anhöhe, steil, links von mir Abgrund, noch steiler. Ich denk, wie kehr ich jetzt um?
Ich hab geschwitzt, nicht nur vor Hitze, mir war echt flau! Gut dass ich mit mir alleine war, keiner der mosert: Was mascht da wieder? Muscht da nuff jetze unbedingt?
Nee, musste ich nicht, danuff, ich bin ich dann waghalsig gewendet, mir war echt übel!
Schlaglöcher, und das mit meinem Alten Auto mit den pinken Radkappen!
Hab ich gedacht, dann eben keine Burgen! Dann eben Stadtbesichtigung, is mir egal, Burgen paah, guck ich Game of thrones, hab ich auch welche.
In der Stadt also, Strassauf, Strassab, es gibt doch bestimmt eine Touristinformation?
In schönstem Französisch nach den Burgen gefragt, Plan bekommen, Instruktion, wo lang, Frage, wo ich herkomm und dann bin ich zum Parkplatz, um meine Wanderschuhe zu holen, und jubel so laut jauchzend vor mich hin, was für ein toller Tag und da schaut mich ein Franzosenmann sehr verwundert an.

Ich sag: Je suis tres heureux aujourdhui! und da lacht er.
Und dann bin ich auf die Burgen gestapft, und hab sie bezwungen.
Als ich von Burg 1 nach Burg 2 wollte, stand da ein Schild: Burg 2 facile.
Ich dachte, huuu, nee einen schwierigen Weg geh ich jetzt nicht, und der den ich dann ging, der war ziemlich kraxelig. Möchte nicht wissen, wie der facile Weg dann war 😉
Oben war ein älteres Ehepaar, ich dachte, aha! Gibts hier doch einen Parkplatz, und dann ging ich wieder zu Burg 1 und da war dieses Ehepaar bereits wieder da.
Ich kam mir vor wie bei dem Hasen und dem Igel.
Sie sagten , es gäbe einen einfachen Weg, ich habe den schwierigen genommen.
Da hab ich gelacht, und bin zu Burg 3 marschiert, und  hab dann, weil es so schön war, noch einen Extra-Umweg zum Dorf gemacht, und ich war so happy, und es war sehr schön.
Aber mit wem teile ich das, wenn ich alleine unterwegs bin?
Als ich oben auf der Burg 1 mein Handy rausholte, um Fotos zu machen, klingelte just in dem Moment mein Telefon.
Der JüngstLiebsteSohn, ich war überrascht, ich bin 4 Tage weg, und er wollte nur hören, wie es mir geht. Da hab ich dann ein bisschen weinen müssen, später, weil die Landschaft so atemberaubend war, weil ich ihn gern dabei gehabt hätte, weil ich alleine war, ich weiss nicht, ich war berührt. Vom Leben. Einfach so.

Morgen geht es wieder heim. Schade und schön doch.
Ich werde das üben. Immer mal wieder ein paar Tage für mich sein.

Ohne so grosse Sehnsucht nach den LiebstenMenschen.
Einfach nur mit mir sein.

Liebe Grüsse ! Kat.

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Neue Wege gehen

Meine liebe Freundin K.,

gerade haben wir uns in einer Mail ausgetauscht wie es hier weitergehen könnte.

Wir beide schreiben uns täglich whatsapp’s und auch mal ne Mail. Wir sind in Kontakt. Was das hier anbelangt gehts irgendwie nicht weiter. Es scheint zu stagnieren, sich zu wiederholen. Mir fehlt an dieser Stelle tatsächlich Inspiration und auch die Lust etwas zu schreiben, weil es so anders ist als ich mir vorgestellt und gewünscht habe. Das ist o.k., da habe ich dieses Medium einfach falsch eingeschätzt. Einen Austausch über den „Gezeitenwechsel“ , also Frauen unserer Alters ( höhöhöhöhö).. ich sehe gerade den Film „Fluch der Mumie „vor meinem geistigen Auge  ;-), gabs nicht.

Dafür gabs viele nette Kommentare, Tipps und Anregungen usw. ich überlege gerade ob ich sowas wie S.s Fragestunde an die Runde der Leserschaft einrichten soll ?! Das könnte dann auch ein Austausch werden/sein ?! Eher pragmatisch, als schöne/skurile und gut erzählte Geschichten.

Wie wär das ?

Was sagt denn ihr , liebe Leserinnen und Leser dazu ?

uns allen wünsche ich einen schönen Sommertag

S.

 

O.K. meine liebe K. !🧡

© by S. das Foto !

 

Weil du es bist..😉  , tu ich so als wäre ich wieder “ auf dem Ast der Lebenden“ ( Zitat von old J. einem Freund von mir).

Wie die Seerosen, mit dem Füßen im Schlamm mit dem Kopf im Himmel..

Schreiben wir also weiter.. einzige Bedingung die ich hätte 🙂 keine Geschichten die ich schon kenne. Nichts Aufgewärmtes..zusammen etwas entwickeln.. da bin ich dabei ! Übers Schreibmedium etwas entwickeln, daß uns überrascht. Neue Ideen, neue Ansichten.. Deal ?

Ich wünsche Dir und unseren Leserinnen und Lesern einen schönen Feiertag.

 

liebe Grüße

Deine S.

Tigerbrötchen Erinnerungen

Liebe K.,

heute nach dem Frühdienst habe ich mich tatsächlich noch aufraffen können in die Stadt zu gehen und etwas PuschelWolle zu kaufen.. kicher.. für eine Art Schal oder so.. die Mütze wird wohl heute fertig….

Auf dem Weg zum Wolle Geschäft kam ich an einem Häuschen vorbei, in dem vor über 25 Jahren mal eine Arbeitskollegin wohnte.. ein kleines Häuschen an dem sich eine Glyzinie hochrankte damals… Die Arbeitskollegin wurde glaube ich  Josy genannt.. und einmal habe ich sie sogar besuchen dürfen… denn sie war viel beschäftigt und hatte so gar keine Lust überhaupt was mit uns anderen zu unternehmen. Sie hat damals studiert.. aber was… ? Philosophie ? Ich weiss es nicht mehr, aber bei uns hat sie nur „nebenbei“ gearbeitet…und es war so spannend, jemanden wie sie zu kennen, die ein so ganz anderes Leben hatte als man selber. Wir haben uns oft unterhalten und viel gelacht zusammen… unsere Wege trennten sich, als ich da wegging und sie ganztags studierte.

In ihrer Nähe gab es eine Bäckerei die diese wunderbaren Tigerbrötchen ( tiger rolls in England) machten.. die waren damals sehr beliebt und als ich die Josy besuchte habe ich dort Tigerbrötchen gekauft.. und die andere Arbeitskollegin hatte Krabbensalat mitgebracht. Den „Guten“ aus dem Fischgeschäft in der Nähe. So sassen wir da im Garten des Häusschen und dachten noch es wäre schön sich öfter mal privat zu treffen, weil wir uns so gut verstanden haben.. Aber mehr als noch ein 2.Mal wurde es nicht. Die Tigerbrötchen gabs irgendwann auch in anderen Geschäften und auch den „Guten“ Krabbensalat gabs an verschiedenen Orten. Ich habe diese Kombination noch oft gegessen.. mit anderen Menschen und bei anderen Frühstücken.. aber heute habe ich mal wieder an die Josy gedacht und was wohl aus ihr geworden ist.Mir ist sogar eingefallen wie ihr Parfüm hiess.. Anais von Cacharel.. das gibts jetzt in jedem Drogerie Markt.. ich muss mal bei Gelegenheit daran riechen , vielleicht kann ich mich dann noch an den Sommer damals erinnern..

Tja. manchmal fallen einem solche Geschichten wieder ein. Das hat bestimmt etwas mit der Jahreszeit zu tun, wenn die Schleier der Erinnerungen sich lichten. Spannend und gar nicht spuky..

einen schönen Abend wünscht dir

deine Freundin

S.

Diese Idee mit den YouTube videos finde ich echt witzig. Muss ich mir mal ansehen..

Bescheidenheit ist eine Zier….

Liebe S.,
Es gibt ein gesellschaftliches Phänomen , welches mich ein bisschen irritiert.

Das sind die mega-lang-vorher-geplanten akribisch ausgearbeiteten minutiös durchgestylten superteuren HOCHZEITEN der jungen Frauen.

Heut hat eine Kollegin mit mir Dienst gehabt, die in 13 Monaten heiraten wird, oder 11, egal, aber bereits ihr Hochzeitskleid besitzt , für sie designt, fairtrade Stoffe, massgeschneidert, sie hat die „Location“, was für ein dämliches Wort, wir waren noch in einer WIRTSCHAFT!, also die Location passt zum Motto, welches heisst: Boho, Vintage…

Okay, Bohos sind , dachte ich, so bo-hemians ho-meless people,  aber gerade gesuchmaschint, das ist ein Modestil, na gut…..Vintage ist auch so möchte gerne alt, da passt die Grossmutter bestimmt supergut in ihre Location,  >: )
Naja, und da sie nicht die einzige ist, die viele viele Kollegen mit der Hochzeitsplanung nervt, stelle ich mir  vor, das ist ein Trend.

Ich hab damals!!!!!noch versucht, meine Hochzeit so günstig wie möglich zu gestalten, aus Geldmangel und weil mir anderes wichtiger war als das Brautkleid. Aber heute ist das anders.

Haben wir sonst keine wichtigen Rituale mehr? Fehlt unserer Gesellschaft was? Das wir alles so komisch celebrieren müssen? Die Hochzeit, Baby Welcome Partys(noch schwanger) ,Babypartys mit Baby,  der erste Kindergartentag, der erste Schultag- ich hab noch ne andere Kollegin, die ist schwanger, und sie kreischt täglich raus, wie sehr sie ihr Bauch nervt, wie viele Gläser sie da bereits drauf abstellen kann, was mich irritiert, es geschieht nicht leise und bescheiden, es wird ständig drüber geredet, herausgekreischt, Hochzeitsstoffe werden rumgereicht, Fotos gezeigt, Ultraschallbilder aufgehängt,….
Ich will diesen Fairtradestoff aber nicht fühlen! Ich will keine Fotos der Location sehen und der -hach, voll coolen-VintagestyleKirche!

Ich möchte einem Brautpaar ganz schlicht Glück und Liebe wünschen dürfen.
Wenn ein Kind seinen ersten Schultag hat, dann soll es sich darauf freuen,was es lernen wird, und nicht welche Geschenke es bekommt.
Einem neuem Kind, frisch geboren, hoffnungsvoll, möchte ich meinen Segen sprechen, ganz im Leisen und kraftvoll.

So stelle ich mir die Welt vor.

Was meinst du dazu?
Kat., vielleicht schon im  Vintagemodus….

Altersplattitüden

Liebe K,

schau, das war heute im Briefkasten.. mit dieser netten Postkarte

 

Foto am 04.09.17 um 17.54

 

auf der es hiess, dass das Kissen da oben ein Schutzschild sei gegen den Schrecken dieser Welt.. und es sei mit Zedernholz und Rosenblättern gefüllt.. und es sei für mich

 

💗   danke liebe K. !

Und zumindest gedanklich leihe ich es dir jetzt aus.. weil du doch so in rage bist wegen dieser Kommentare der Kolleginnen..

Solche gibt es bei uns auch.. sie haben definitiv nichts mit uns zu tun. Sie leben in einer Parallelwelt.. verstehst ???

P r a l e l l w e l t… alles klar ?! Keinerlei Berührungspunkte zu unserer Welt !

Ich hatte heute den 1. Tag einer 5 tägigen  Fortbildung. Grundkurs Kinesethetics.. hatte ich bereits Anfang der 90er in der Schweiz und dachte… boooah.. aber ich bin ja auch neugierig und lasse mich dann doch einfangen und mache mit und lasse mich von mir selber überraschen.So wars heute kurzweilig und spannend und ich habe mehrere facts gelernt die mir so nicht bewusst waren. Z.B. wenn man wache Patienten auf eine bestimmte Art dreht ( nämlich über ihr gestricktes Bein wie wir es annodunnemal lernten) dann  bekommen die oft Angst das sie aus dem Bett fallen.. ich dachte immmmmer .. man reiss dich zusammen.. du fällst nicht es steht ja jemand davor.. und ich sagte bis gestern auch.. kann nix passieren.. wir passen doch auf.

Aber…

wir müssen in diesem Kurs forschen.. und zwar am eigenen Laib.. was soll ich dir sagen.. auf dem Boden auf einer Matte liegend sich selbständig langsam gedreht… es gibt tatsächlich diesen Punkt.. ein kurzer Moment.. wo man meinen könnte man „fällt“ ins Leere…

Oder.. wie bewege ich ein Bein ohne das der Kraftaufwand so gross ist, dass es einem gleich in den Rücken zieht..

Warum ist Hauruck und 1-2-3 schädlich für alle ?? Es geht um Grundanspannung,, unsere , die sich dann auf den Patienten überträgt und dann gibts Gegendruck.. zwangsläufig… Menschen responden einfach so.. krass, oder ?

Das war mir so nicht bewusst… oder der Unterschied ob du sagst: beweg deinen Zeigefinder, oder ob du darauf zeigst oder ob du ihn berührst und gleichzeitig sagst er soll bewegt werden.. Einiges fiel mir natürlich auch wieder ein.. und ich bin froh ,es aus dem Untergrund wieder ans Licht geholt zu haben..

Ganz am Anfang des Tages hat sich die Trainerin auf den Boden gelegt und gesagt wir sollen ihr, immer zu 3. aufhelfen.. kinästhetisch natürlich oder so schonend wie möglich.. ich musste mich echt aufraffen.. meine 1. Reaktion war nämlich.. ach neee Scheisse man.. steh einfach auf.. das stört mich jetzt.. ich hol einfach 2 kräftige Männer, die helfen dir auf.. nicht schon wieder ich.. und wieso überhaupt ich jetzt.. mannoooo das nervt einfach nur.. und am Ende des Tages war ich ruhiger.. und es hätte mich nicht mehr gestört.. Natürlich konnte ich das am Anfang des Tages dann doch regeln und ihr aufhelfen.. mit Überwindung und Gebrummel innerlich.. und am Ende des Tages genauso gut.. da hab ich nichts Neues gelernt.. aber in meiner Einstellung..

ho.. das wird ja jetzt spannend…

herzliche Grüße

S.

 

 

Wieder einen Tag näher an der Rente….

Liebe S., diesen Spruch hab ich auch immer wieder gehört , und ich fand den schon immer ein bisschen gruselig.
Mir ist es in letzter Zeit öfter passiert, das mir Mitmenschen, durchaus wohlwollend, folgendes Nahe gelegt haben: ich möchte doch jetzt bitte an die Rente zu denken, es sei schliesslich nicht mehr allzulange hin. Das letzte mal, vor zwei Wochen, war es ein ehemaliger Kollege, der mit 61 in Rente gegangen ist, nach jahrlanger Teilzeitarbeit mit sehr gut verdienender Ehefrau , die weiter arbeitet. Klar, oder?
Heute erzählte eine Arbeitskollegin davon, dass ihr Mann so einen Stress zu Hause habe, er habe dieses Jahr gar keine Ferien gehabtobwohl er seit Januar in Rente sei.(Er war Lehrer). Dann guckt sie mich an und sagt: Das ist bei uns ja auch bald soweit.
Ich sag: Hallo? Das dauert bei mir noch ne Weile!
Naja, so 10 Jahre sind es bei dir noch, meint sie, die sind schnell um.

Tja, um mein volles Rentengeld zu kriegen, sind es noch 14 Jahre, ich hab keinen Lehrer geehelicht. Ich muss gucken, dass ich über Runden komme, ich hab auch Teilzeit gearbeitet, Kinderbedingt, sowas gibts, und ausserdem, man mag es kaum glauben, mir macht meine Arbeit Spass! Ich arbeite gerne! Und die Vorstellung, dann nicht mehr irgendwohin zu müssen, ein bisschen graust mir davor.
Keine Aufgabe mehr zu haben, nichts  mehr bewirken zu können, den Fokus auf meinen Rasen zu richten, (wie mein Nachbar, für den jeder krummwachsende Grashalm den Dieselmotorbetriebene Rasenmäher auf den Plan ruft, besonders, wenn ich mich in den letzten Sonnenstrahlen des Sommers nach anstrengender Arbeit auf der Terasse entspannen möchte, dann stechen diese Grashalme ihm besonders ins Auge!).
Ich denke, ich hab doch meine Berufserfahrung, es wäre schade, wenn die dann mit Eintritt in die Rente flöten geht!

Und ausserdem, ich hab ja dann noch weniger vom Leben vor mir , wenn ich 67 bin! Ich möchte noch lange gesund in die Arbeit gehen und an die Rente noch überhaupt nicht denken!
Ich hab noch Pläne und Ziele, berufsbedingt, und auch so,….und hoffe es ist noch lange nicht vorbei! Oder? Was meinst du?

Bin sehr in Rage gerade! Deine Kat.

Sehnsuchtsorte

Liebe S., ja England, da haben wir beide unsere Sehnsüchte. Ich war öfter da, und das schönste war die Cornwallwanderung mit dem JüngstLiebstenSohn vor 3 Jahren. (Siehe Fotos).
Und das erste Mal Cream Tea hab ich gegessen, als die LiebsteEnglischeFreundin in einem alten Bauernhaus Namens „Red Lands“ lebte.
Diese englischen Häuser haben immer Namen,das find ich toll, sie lebten auch mal in einem Fertighaus, das hiess „The Box“.
Also,  vor 20 Jahren, wir machten einen Ausflug und sassen in einem Ausflugscafe  und ich wollte CreamTea essen und danach war mir aber leider übel. Hefeklumpen und gebutterte Sahne. Das beste war der Tee. Verzeih mir, aber das war nicht das wahre für mich.
Das war eben wie gesagt vor genau 20 Jahren, Farmerhaus Redlands, und da klingelte das Telefon bei meiner LiebstenEnglischenFreundin und sie stiess einen Schrei aus: „What happened?Di is dead?“
Und dann sassen wir die ganzen nächsten Tage vor dem Fernseher und ich lernte , was die Wörter funeral bedeuten und mourning.
Später reisten wir dann weiter und übernachteten in Königstreuen Bed and Breakfast Unterkünften und ich war erstaunt über plüschiges Ambiente, dicke Teppichböden und Keramiktassenmit dem Konterfei der Queen und Bilder der Queen und Prince Philipp an allen Regalen, Schränken und Wänden.
Ich besuche sie , meine Freundin, dann fast alle 2 Jahre wieder und ich liebe diese Gegend, in Somerset, und diese alten Orte. Vielleicht gründen wir da in 20 Jahren unsere OldLadiesWohngemeinschaft? Was meinst du?
Und ich mag es auch,wenn es dort regnet und kalt wird. Aber das wird es hier ja jetzt auch. Liebe Grüsse und mach dir nachher, wenn du von der Arbeit kommst, einen schönen warmen Tee! Deine Kat.

 

Bremsen Brot und Bloggen

Liebe S.,

hast du gesehen: wir haben 200 Follower im WordPress. Schön!

Im Moment fühle ich mich blogmässig eher etwas gebremst, mir fällt nichts ein. Es gibt öfter Dinge im Leben, die bremsen, das kennst du auch, oder?

Eben war ich im Garten, den ich zur Zeit sträflich vernachlässige, und überall machte sich die vermaledeite Ackerwinde breit, sie schlang sich um den Sommerflieder, sie erwürgte die Kletterrosen und erstickte die Blüten meiner Bauernrosen.
Was würgt mich gerade, dachte ich, das ich so antriebsarm bin? Was kann ich rausreissen-so, wie ich die Ackerwinde rauszerre-damit ich wieder bunt atmen kann?

Manchmal braucht es auch bloss einen anderen Blickwinkel, um zu erkennen, was bremst.

Ich fahre viel Fahrrad, in letzter Zeit ist es mir zunehmend schwerer gefallen. Ich schnaufte, es war unglaublich anstrengend. Ich hab , wenn ich drauf sass, immer einen Blick auf die Reifen geworfen, ob sie vielleicht platt sind? Ich hab aber nichts gesehen, und wenn ich mit dem Daumen drauf gedrückt hab, waren sie fest. Zu Hause seufzte ich : „Ich fürchte , ich brauche bald ein ElektroRad, verflixt, ich werde alt!“
Der LieblingsItaliener fing sofort an zu suchmaschinen, welches für mich in Frage käme,Männer eben.Das WWW hat für alles eine Antwort.

Ich hab geschimpft:“ Ich will aber keins, hör sofort auf, zu suchmaschinen, ich will
NI E M A L S ein Ebike, ich will normal radeln, zur Not trainiere ich jetzt ganz dolle, damit es nicht mehr so schwer ist.“

Dann fuhr ich letzten Samstag mit dem JüngstLiebstenSohn zu einem Gartenfest, und schnaufte und stöhnte beim Radeln, hochroter Kopf…

„Mama, wir können tauschen, mein Rad fährt leichter, bevor du da runter kippst!“
„Nein,“, schimpfte ich, „ich schaff das!!!“
Dann lachte der Sohn und sagte:“Wenn wir heimkommen, pump ich deine Reifen auf, da ist kaum Luft drin!“

Tja, weil er einen anderen Blickwinkel hatte, konnte er sehen, das die Reifen platt sind!

Heute bin ich mit 3,2 Atü -oder wie das heisst- in beiden Reifen zum Briefkasten geflogen!

Vielleicht muss man manches puschen, oder wieder flott machen, damit es wieder fliegt, wenn wir erkannt haben, in welche Richtung wir schauen müssen, um zu erkennen, woran es liegt? Ha! Klug geschwätzt, nichts gesagt , grins!

Noch eine kleine Info zur Brotmaschine: wir hätten eine geschenkt bekommen können(von der Mutter vom LieblingsItaliener). „Oh ja!“ sagte ich.
„Nix da!“ sagte der Lieblingsitaliener, „das Brot wird klitschig, der Teig nicht richtig durchgerührt, die Portion waren zu klein und es hat ein Loch in der mutter Mitte!
Wieder so ein Trumm, was rumsteht, wie der Entsafter(aus der SaftDiätPhase), der Donoughtmaker, der Elektrogrill, der Kontaktgrill (okay, den benutzt der JüngstLiebsteSohn), dDSC_2458er Spiralschneider (aus der LowcarbAbnehmphase) und noch so Geraffel. “
Tja, so kaufe ich meine Brot eben weiterhin beim Bäcker, ich hab eh so viel zu tun und gar keine Zeit zu backen!

Liebe Grüsse Kat.

Fremde Gärten

Liebe S.,

ich bin geradelt heute früh. Weil mir nämlich der JüngstLiebsteSohn, der SportAdditum macht in der Schule, erklärt hat, dass es nichts bringt, wenn man nur Krafttraining macht, sondern Ausdauertraining sei wichtig.  Besonders mit zunehmendem Alter, wenn die Pfunde purzeln sollen.
Und so gehe ich seit 3 Wochen im Fitnesstudio eisern auf den Crosstrainer, und zwar 40 Minuten, Herzfrequenz 140, schnaufschnaufschwitz…. und mach dann ein wenig Muskelstärkung. Oder, wenn es die Zeit erlaubt, fahre ich mit dem Radel zu meinem Nebenjob. Dank meiner Supercoolen Fahrrad- App weiss ich jetzt auch , wieviel Kilometer es sind (6,9 einfach), welche Steigung (121 meter) wieviel Zeit (Hinweg 32 Minuten weil Steigung hinauf, Rückweg 21 Minuten weil Steigung hinab) und wieviel Kalorien ich dabei verbrauche (egal!).

Es ist ein wunderschöner Weg dorthin, durch die Dörfer, über die Wiesen, an einem Bächlein entlang. Ich schaue beim Fahrradfahren in die Gärten. Wie verschieden Gärten sein können!

Manche sind sehr klar und strukturiert, mit weissen Kieseln ausgelegt, schnurgerade Wege, ein einsamer Buddha auf einer Betonplatte.
Andere zeigen, dass sie vor Jahren mit Planung angelegt wurden, mittlerweile verwildern und verwuchern sie. Vermooste Betontreppen, überwachsene Gartenwege. In einem steht ein Pavillon, erinnert an eine Weinlaube aus den 70er Jahren, der Garten ist winzig, aber die Weinlaube findet ihren Platz.

Dann gibt es die Gärten der neugebauten Häuser, mit niegelnagelneuen Schaukeln drin, und Sandmuscheln. Für die neue junge Familie.

Ich male mir dann aus, wer wohl in den Häusern zu diesen Gärten wohnt, was sind das für Menschen und welche Geschichten haben sie?
Im Moment blüht so viel, es wuchert, ich liebe die Kletterosen an den Mauern der alten Häuser, ich liebe den Phlox, der in den alten Gärten überbordend blüht.
Nach 8 Jahren in Schwaben hab ich bereits Erinnerungen an Häuser, die einst an Stellen standen, zu denen ich fuhr im Pflegedienst, und die alten Leute versorgte, die dort drin wohnten, mit Holzofen und fliessend kalt Wasser.

Diese Häuser mussten neuen weichen, mit eben  kleinen Gärten aus geraden Steinplatten und mit Metallzäunen.
Schade, denk ich dann, und denk an den alten Mann, der mit 86 sein Holz zum Heizen reinschleppte trotz wehem Fuss und dessen Sprache ich kaum verstand, weil er ein Hiesiger war, und ich nicht, aber gelacht miteinander haben wir trotzdem.

Was für schweifende Gedanken!

Ich radel weiter durch die Gärten, denn auf dem Crosstrainer denk ich nicht so schöne Gedanken!

Liebe Grüsse

Kat.

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