Wenn das Paradies Dellen bekommt

Liebe S.,
schon wieder Ärger mit den Nachbarn. Ja, es ist nicht nett, wenn ich als Reaktion auf einen Schrieb an der allgemeinen Pinnwand , dass man die Trockenmaschine nicht in Standby haben soll in der Nacht! den Zettel wegnehme und stattdessen Ohrstöpsel hinhänge.
Das ist nicht nett. Aber es ist auch nicht nett, das uns nicht persönlich zu sagen, obwohl ich mehrmals darum gebeten habe, wenn etwas stört, dann mir das doch zu sagen. Ich kann das dann nachvollziehen oder meine Gründe nennen, warum es so ist(Schichtdienst, grosse Familie)  und darauf reagieren. Der Standby diente dazu, das das Ding erst morgens um acht losgeht, wenn ich in der Arbeit bin- dass er Nachts nicht laufen soll, der Trockner, verstehe ich ja. Es hing vor zwei Wochen schon mal so ein Wisch da und ich habe gesagt, bitte , Sagen Sie es mir doch persönlich! Sagen Sie es mir, wenn Sie etwas an uns stört! Und es wurde gelächelt und scheinheilig gegrinst und gesagt, selbstverständlich, wir sind erwachsene Leute, wir können ja reden! Und ich dachte, es sei gut, und war freundlich und habe denen den Schnee weggeschippt, weil ich nett bin und weil ich friedlich leben will.

Heute morgen steht dann Vermieterin vor der Tür, die Nachbarin hätte sie gestern eine Stunde volltelefoniert und die Ohrstöpsel gingen ja gar nicht, sie sei enttäuscht von mir,dass ich sowas mache, und der Keller, da würde alles mögliche rumstehen im Flur , und die Schuhschränke vor der Wohnungstür, das sei hässlich,…. und ob wir das nicht in den Keller räumen könnten.
Es geht niemand in diesem Hauseingang ein und aus ausser uns. Und ja, diese Nachbarn nebenan, die können durch die Kellertreppe hier raufkommen, und sich dann ärgern,das wir Schuhschränke vor der Wohnung haben.
Ich vermute , sie tun es. Ich vermute, sie beobachten jeden Schritt, den wir tun. Sie weisen uns darauf hin, das wir nicht sofort den Gehweg von Laub befreien. Sie ärgern sich,das wir auf der Wiese Löwenzahn wachsen lassen. Sie teilen mir mit, das meine Waschmaschine wohl nicht läuft , aber leuchtet. (Zeitvorwahl, gell, damit es nicht stört!).
Bei den Eigentümerversammlungen geht es nur um uns. Wir sind die Mieter in diesem Viererdoppelhausgespann. Alle anderen sind Eigentümer.

Ich bin traurig, Ich mag meine Wohnung. Ich mag die Wiese und meinen wilden Garten und die gemütlichen Zimmer und die Ruhe und den Wald hinter dem Haus. Es war mein Paradies, als ich hier einzog. Und jetzt, seit ich einen Wäschetrockner habe, und die Nachbarn ihre Waschmaschinen ein bisschen zur Seite rücken mussten, damit der Wäschetrockner Platz hat und ich nicht mehr unsere Wäsche im Keller trocknen brauche, seitdem ist Krieg.
Mein Paradies hat Dellen bekommen. Und ich überlege auszuziehen.

Es wäre schade. Es ist mein Zuhause. Aber was kann man tun, wenn man solche Nachbarn hat und man nicht in Ruhe leben kann? Wenn man lauscht, ob im Wäschekeller jemand ist, damit man dem nicht begegnet?

Ja, die Ohrstöpsel,… das war meine Wut. Denn ich bin mir sicher, meine Waschmaschine oder der Trockner machen in Zeitvorwahl keine Geräusche. Aber wenn man so fixiert darauf ist, das man etwas hören wird, dann hört man auch was. Vielleicht sollte ich ihr einen Beruhigungstee schenken.

Oder vielleicht brauch ich den selber….

Ich will in die Einsiedelei!

Weisst du nicht eine kuschelige Höhle für mich?

Liebe Grüsse Kat.

 

 

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Wollkarmas Zähmung

Liebe K.

noch eine Runde im Wollkarma.. auweia, magst du jetzt denken. Hört das denn nie auf mit der S. und ihrem Wollkarmagedöns ? 🙂

Ja, das frage ich mich doch selber !!!!  Es scheint allerdings so, als wäre es durchbrochen.. das „Wollkarma“ – Break on through the other Side-

Neee sicher nicht, ich kann immer noch keine Abzählmuster usw. das wird noch dauern, wenn überhaupt. Wahrscheinlich mache ich eher einen Nähkurs ( Nähmaschinen hassen mich ! Sie lauern nur darauf mich zu zwicken oder zu ärgern mit ihrem Unterfaden) als das ich Abzählmuster lerne. Aber wer weiss?!

Der erst kürzlich von mir entdeckte Wollladen scheint ein kleines Stück vom Wollparadies.

Ich war da um mir neue Wolle für einen Frühlingsschal zu holen. Die Frau war schon beim letzten Mal wirklich sehr nett und wir haben uns über Farbkombinationen unterhalten und über das Malen. Ich denke wohl eher in Bildkompositionen als daran was mir wirklich stehen könnte oder überhaupt mit einem Strickteil „erzählt“ werden kann. Das waren so meine Erkenntnisse.. und so stand ich also wieder in dem kleinen Laden und freute mich an den wolligen Knäulen und den schönen Farben.

Was hatte ich dir geschrieben ? Ich suche beerenfarbene Töne..und mitgenommen habe ich die da oben. Im Geschäft war gerade Stricktreffen und so wurde ich „beraten“ von den anderen Frauen. Hahahaha,normalerweise mag ich das nicht wenn mir was ungefragt geraten wird und ich in meinen Gedanken gestört werde. Diesmal wars o.k., die eine fand für mich ganz fremde Farbkombis super. Zumindest wars interessant, zumal die Besitzerin des Ladens ja auch noch da war und irgendwie auf mich aufpasste, bzw. ihre Kundinnen in Schach hielt.

Wir sprachen über beerenfarbene Töne und sie sagte sowas wie : “ man hätte doch jetzt auch sowas wie Rosahunger. Nach zarten Frühlingstönen und nicht nach Winterfarben“ Wie Recht sie hat !

Dann passierte das Unabwendbare! Die eine Kundin stand auf und kam auf mich zu .

„Sie wollen einen Schal stricken ? Ich zeig ihnen mal meinen .“ Alles was dann passierte war die xte Variante von dem Thema.

Sie zeigt mir ihren wunderschön gestrickten Schal in kompliziertem Muster. Tja, das sei ganz einfach- mmmh- doch schauen sie mal -grummel- nur so abheben, hintenrum eine Masche , gaaaaanz einfach zu zählen, muss man nur auf nem Extrazettel ankreuzen gaaaaanz einfach,habe ich schon gaaaaanz oft gemacht.

– Grummel- schön für dich dachte ich  – dann mach du doch das-    ich nicht. Ich will immer noch kein Muster stricken!

Als die entschlossene Strickerin näher und näher kam und ich sie schon verschwommen sah, weil sie zu nah neben mir stand und ich keine Brille aufhatte, wurde ich gerettet.

„Neeee, lass mal wir sind ungeduldig und stricken zur Entspannung “  Das -wir- war eigentlich komisch, aber es machte mir nichts aus in diesem Moment. Sie stand auf meiner Seite , die Ladenbesitzerin. Dafür bekommt sie 11 von 10 Punkten. Sie hat es mit sehr diplomatischer Art geschafft, dass die andere sich einfach wieder  hin setzte. Wow! Respekt! Danke!

Und nun stricke ich an einem Schal der blassrosa und blassaquamarinblau ist und irgendwo ein Highlight mit diesem supertollen Orangerot bekommt. Und ich freue mich schon darauf ihn dir zu zeigen. Soon….

Gutes Wochenende allerseits und herzliche Grüße

S.

 

 

 

Betrachtungen über Wartezeiten im Januar

Liebe K.,

hast du dich schon mal gefragt wieviele Minuten wir mit Warten verbringen ? Mit der Ungeduld auf eine nahe Zukunft in der der Zug kommt ? Man kann die Wartezeit „nutzen“ indem man Musik hört oder man starrt aufs smartphone , oder hüpft rum oder oder oder..

Es sind Lebensminuten die da verstreichen; ist uns das immer bewusst ?.Man könnte etwas Freundliches tun. Anstatt sich z.B. über die Verspätung zu ärgern.. z.B. jemandem zulächeln, oder jemanden kennenlernen der/die auch so dasteht und wartet.. in der Kälte des Januars bei fiesem Ostwind.. so wie ich heute..oder ist der Weg das Ziel ? Hahaha.. da stand ich . dachte Verschiedenes vor mich hin.. z.B. welcher Taschentyp ich bin.. und das ich keinen sogenannten Shopper möchte, weil die mir whs. zu schwer ist und an meiner ohnehin schon lädierten Schulter zieht ,aber Rucksack ist auch out.. oder ? Ewiges Öko…. wie kann ich meinen Milchkonsum einschränken, wenn ich Sojamilch nicht mag und Hafer und Mandelmilch zu süss finde ?

So stand ich also da mit all diesen „wichtigen“ Gedanken und ohne Kopfhörer mit Musik drauf.. nebenbei beobachtete ich 2 Frauen ca unserer Alters.. Yogamatten im übergrossen Shopper… … Ach was.. sagte die eine… von wegen der Weg ist das Ziel !  Weg!  ( sie sprach es wech aus…) ist das Ziel..“ ich musste lachen.. ich die Finderin hatte wieder einen Satz gefunden.. wie lustig… wech ist das Ziel.. die Duplizität der Ereignisse.. so kann man es auch sehen..

-Ihr Zug verspätete sich auf Weiteres-… unbekannt… Polizei und Rettungseinsatz am Hauptbahnhof… nah toll.. also weiter warten.. gleichmütig wie eine Kuh mit ihren 4 Mägen dastehen.. Gedankenfetzen verdauen.. welcher Taschentyp.. achgottchen das sind Problemchen.. Quarko käso.. wie einer meiner Exen immer sagte.. ein kurzer Gedanke an ihn.. wie es dem wohl geht… er wollte damals die Welt retten… seufz… lange30 Jahre ists her..

Zwei Teenies wecken meine Aufmerksamkeit.. “  man alder eeyyy.  PRANK !!!!! Hab ich schon 1000 mal gefeiert.. eeeey, bist du bekloppt ???oder was ? Kennst du nich ?????

WAAAAAASSSSS ? Wissu mich als bekloppt desinfizieren oder was ??? “

Ich muss lachen.. wie das wohl geht.. jemanden als bekloppt desinfizieren.. Kopfkino…

In der Bahn sitzt mir ein anderer Teenie gegenüber.. bebrillt.. cool.. Sennheiser Kopfhörer auf LAUT.. er starrt mich gelangweilt an und verdreht langsam die Augen zu einem Schielen.. kann ich auch.. er verdreht die Augen nach oben rechts ( doofe Alte) ich mache mein erprobtes Debilengesicht und fletsche die Zähne.. er lacht.. ich grinse.. mehr geht nicht.. es ist einfach zu kalt… dieser Ostwind.. und die Frage.. welcher Taschentyp bin ich denn nun.. ich warte auf meine Haltestelle um endlich aussteigen zu können..Januargrau… zu Hause erstmal Kerzen anmachen und Kakao kochen..

Deine S.

Kleine Fluchten

Liebe S.,
ich glaube man erwartet einfach immer zu viel, das man sich Ruhe gönnt, das alles vielleicht anders wird, das man etwas ändern kann, das man die Kraft, die man braucht, einfach irgendwoher kriegt….

Ich merke an mir,dass  ich mir schon wieder viel zuviel aufhalse buchstäblich, weil sich ja was geändert hat: der JüngstLiebsteSohn ist volljährig, selbstständig, fährt Auto, und ich merke, ich muss die Lücke füllen.
Da ist zum einen meine FachWeiterbildung, Schule beginnt wieder nächste Woche, dieses Jahr stehen dann Prüfungen an, ich möchte beim Ethikkommitee der Klinik mitmachen, mir ein riesengrosses Anliegen, Ethik in der Pflege, ich bin bei Projekten dabei, mache einen kleinen Vortrag Ende Januar, plage mich Powerpointpräsentation rum…. Warum? Warum muss ich so geschäftig sein? Warum kann ich nicht sitzen schauen Luftholen? Das kann ich nicht andauernd, so ein Mensch bin ich nicht , aber zum Alltag kommen ja noch die Alltagsanliegen, der Müde Mitbewohner, die Gasableser, die Freundin in Trennung,….

Ich stand gestern auf dem Laufband, und obwohl ich meine Kopfhörer laut anhatte, hörte ich ein Gespräch mit von diesen Frauen, die sich im Fitnesstudio treffen und ratschen, du weisst, das ich das hasse, aber jeder so wie er mag.
Die eine dieser Frauen sah sehr müde aus, und sie sprach von ihrem Alltag, der sie auffrisst, der Mann, der soviel Überstunden macht, die Mutter, der ihr Telefon kaputt gegangen ist, die Schwiegermutter, die es nicht mehr schafft, ihren kranken Mann zu versorgen….“und an wem bleibt alles hängen? An mir!!!“ hat sie gesagt und ich dachte, dann sag NEIN.

So leicht ist Nein sagen aber nicht. Wir könnten es  lernen. Wir können uns rausnehmen aus der Überbelastung, eben mit dem Anschauen der Lavalampe, toll, das du das hast! Oder mit dem Ausmalen hübscher kleiner Bildchen in einem hübschen kleinen Büchlein,das ich mir gestern gekauft hab. Ich habe mir auch einen Füller gekauft mit einer breiten Spitze, zum Schönschreiben. Ich male in diesem Büchlein die Bildchen aus und schreibe ordentliche feine Worte hinein.
Vielleicht reichen manchmal zehn Minuten. Zehn Minuten ganz bei sich sein.
Am Sonntag waren wir in 3 Augsburger Kirchen,der LieblingsItaliener und ich. Nur so schauen zum Neujahr. Im St. Ullrich spielte die Orgel. Momente ganz für mich. Der Klang, der Hall, die Töne.20180105_121756

Heute gehe ich nach München in die Gabriele Münter Ausstellung mit der SchönstenTochter. Das ist auch ein Abstand nehmen vom Alltag.

Jemand nannte das mal „kleine Fluchten“. Schönes Wort. (Natürlich nicht im Zusammenhang mit Krieg und Elend)

Meine Fluchttasche ist immer gepackt. Wer weiss…..

Alles Liebe Deine Kat.

Zwischen den Zeiten

Liebe K.,

immer noch Rauhnächte… eigentlich sollte man die Zeit nutzen können inne zu halten.. zu schauen wie das neue Jahr daher kommt.Im Übergang das Alte abschliessen..denn irgendwie scheint sich das „Gezappel“ zu rächen… die Geschäftigkeit.. manches erscheint mir schwerer als sonst.. mühsamer der Alltag.. schwerfälliger… wenig geht einfach seinen Weg.. ich muss nachsetzten, nachdoppeln, hinterher sein.. aber so verlangt es der Alltag und auch die Arbeit.. und es braucht einen Ausgleich.. der u.a. Lavalampe heisst.s.o. Der schaue ich zu und der Alltag entfernt sich immer mehr.. der Lärm und die Geschäftigkeit bleiben draußen,und ich kann wenigstens etwas eintauchen in diese Übergangszeit und horchen… nach Innen , nach Aussen.. in den Wasserkocher, in das Ticken der Uhr.. sehr meditativ und erdend.. die Zeit scheint sich wieder etwas zu dehnen, der Atem wird länger und ruhiger…der Druck des Alltags fällt ab und es gibt wieder Platz für andere Dinge.

Unknown  das wär z.B. eins der Bücher die ich lesen möchte.. wenn es meine Bücherei nicht hat, werde ich es kaufen… und dir ausleihen, wenn du magst.. es soll sehr schön sein !

einen guten Abend

herzlich Deine

S.

Wer braucht Dinosaurier?

Liebe K.,

ich habe von Suska gelesen.. und das sie scheinbar unpassend im Zumba Kurs war..

So geht es doch auch „uns“ oft… denen die über 50 sind.. die die scheinbar in kein Schema passen… Alles ist möglich, wenn man nur will.. das von mir vielzitierte Motto unsere Generation. Aber stimmt das denn.. noch ? Nein , würde ich sagen.. diese Geschichten von Gegenangehen, trotzdem seinen Weg gehen, sich Mut zu sprechen weil man nicht ins Schema passt und trotzdem liebenswert und toll ist ..  sie sind wichtig und machen mir auch Mut.. und ich habe es auch satt.. das das überhaupt Thema sein muss ..

Vielleicht sollte z.B. die Suska aus deiner Geschichte, sich einfach nicht mehr solchen Situationen aussetzen… vielleicht sollten Frauen unserer Generation überhaupt aufhören  soviel Kraft darauf zu verwenden gegen an zu gehen, ein mutiges Trotzdem auf ihre Fahnen zu schreiben und sich immer und immer im Vergleich mit anderen zu sehen. Vielleicht sind wir ja mal eine Kategorie für sich? Auf jeden Fall !  Wir die sog. Babyboomgeneratien !Individualisierbar heisst es doch überall bei allen „Produkten“ der heutigen Zeit. Warum nicht auch bei uns ? Tatsachen schaffen, sich nicht mehr rechtfertigen müssen, einfach Sein , so wie wir sind. Indem sollten wir eine stille Übereinkunft finden und das irgendwann nicht mehr kommentieren sondern vorwärts gehen und zwar dahin wohin wir wollen ! Das Annehmen was ist, und sich nicht verrückt machen lassen..

Wer braucht Dinosaurier ? Keiner, sie sind ausgestorben. Aber sich an den Biss der Säbelzahnkatze erinnern, wär vielleicht ein Anfang ? 😉

herzlichst aus dem nieseligen Norden der Republik

dein

S.

Nachbarn…oder was ist wichtig im Leben?

Liebe S.,

Ich hatte gerade eine unterirdische Begegnung mit dem Nachbarn from under the roof(im weiteren Text Nachbar f-u-t-r genannt). Der ist Wohnungseigentümer, genau wie der Rasenmähernachbar, der in der Doppelhaushälfte nebenan wohnt. Wir teilen uns den Keller. Ich bin bloss Mieterin, und mein Vermieter ist froh, das ich die Miete  zahle, und zufrieden bin. Jetzt sagte der Nachbar from under the roof, das der Rasenmähermann sich aufregt, das wir

a) soviel Fahrräder im Fahrradkeller abstellen. Der stellt seine Fahrräder im Gartenhäuschen ab und im ehemaligen Ölkeller, in dem wir

b) soviel „Gerümpel“ abgestellt haben, was wir, weil wir keine Rentner sind und Vollzeit-plus arbeiten, einfach nicht schaffen zu entsorgen, Flohmarkt ist der Plan, oder Sperrmüll…., und ausserdem stört ihn, dass ich

c)  meine Wäsche unter der Kellertreppe zum Trocknen aufhänge, weil wir eine nicht sehr grosse Wohnung haben und keinen Wäschetrockner. Aber ich kaufe einen Wäschetrockner, bis jetzt hatte ich kein Geld übrig für eine Anschaffung ebensolchen Gerätes. Aber Freitag!!! Und ausserdem

d) stören meine gelben Plastikmüllsäcke , die ich im StinkyExÖlkeller aufbewahre bis zur Müllabfuhr, das Wohlbefinden seiner Regale und Fahrräder, die er in ebendiesem lagert.

Boah! Warum sagt der Rasenmähermann mir das nicht selber? Der Nachbar f-u-t-r und der Rasenmähermann können sich nicht riechen, die haben immer Streit, das erzählt mir der Nachbar f-u-t-r seit ich da wohne. Es ist mir piepegal, ich will bloss in Ruhe leben. Und der Rasenmähermann, lebt der denn im Keller? Das ihn das alles so stört? Muss das alles immer pikobello sein?

Was ist wichtig im Leben? Leere Keller? Gut, ich könnte echt alles entrümpeln, entsorgen, aber ich leb hier ja nicht allein. Ich könnte jede einzelne ekelhafte Katzenfuttertüte abwaschen, bevor ich sie in den gelben Sack tue, das würde nur Unmengen an Wasser verbrauchen. Nachbar f-u-t-r sellt seinen Katzenfutterdosen in die Spülmaschine, das finde ich aber KRANK!

Ach, es ist nicht wichtig, worum es geht, es ist wichtig, was am Ende dabei rauskommt, und ich will Frieden, auch wenn ich manchmal überlege, wie es wäre, wenn ich seinen Rasenmäher zum Explodieren bringen könnte….

Ich räum jetzt mal wieder ein bisschen auf, mach unter der Treppe das Gerümpel weg,kaufe einen Wäschetrockner, und grüsse alle höflich, und denke mir für sie schlimme Wörter aus. Die ich aber nicht sage.
Und schicke dem Universum den Wunsch nach einem eigenen Haus, in dem ich soviel Gerümpel abstellen kann wie ich will!
Vielleicht klappt es.
Aber ehrlich…..soviel Kram ist das gar nicht, was da rum steht. Ist alles relativ.

Weiss nicht jemand ein günstiges Haus für mich? Seufz….

Kat.

Tigerbrötchen Erinnerungen

Liebe K.,

heute nach dem Frühdienst habe ich mich tatsächlich noch aufraffen können in die Stadt zu gehen und etwas PuschelWolle zu kaufen.. kicher.. für eine Art Schal oder so.. die Mütze wird wohl heute fertig….

Auf dem Weg zum Wolle Geschäft kam ich an einem Häuschen vorbei, in dem vor über 25 Jahren mal eine Arbeitskollegin wohnte.. ein kleines Häuschen an dem sich eine Glyzinie hochrankte damals… Die Arbeitskollegin wurde glaube ich  Josy genannt.. und einmal habe ich sie sogar besuchen dürfen… denn sie war viel beschäftigt und hatte so gar keine Lust überhaupt was mit uns anderen zu unternehmen. Sie hat damals studiert.. aber was… ? Philosophie ? Ich weiss es nicht mehr, aber bei uns hat sie nur „nebenbei“ gearbeitet…und es war so spannend, jemanden wie sie zu kennen, die ein so ganz anderes Leben hatte als man selber. Wir haben uns oft unterhalten und viel gelacht zusammen… unsere Wege trennten sich, als ich da wegging und sie ganztags studierte.

In ihrer Nähe gab es eine Bäckerei die diese wunderbaren Tigerbrötchen ( tiger rolls in England) machten.. die waren damals sehr beliebt und als ich die Josy besuchte habe ich dort Tigerbrötchen gekauft.. und die andere Arbeitskollegin hatte Krabbensalat mitgebracht. Den „Guten“ aus dem Fischgeschäft in der Nähe. So sassen wir da im Garten des Häusschen und dachten noch es wäre schön sich öfter mal privat zu treffen, weil wir uns so gut verstanden haben.. Aber mehr als noch ein 2.Mal wurde es nicht. Die Tigerbrötchen gabs irgendwann auch in anderen Geschäften und auch den „Guten“ Krabbensalat gabs an verschiedenen Orten. Ich habe diese Kombination noch oft gegessen.. mit anderen Menschen und bei anderen Frühstücken.. aber heute habe ich mal wieder an die Josy gedacht und was wohl aus ihr geworden ist.Mir ist sogar eingefallen wie ihr Parfüm hiess.. Anais von Cacharel.. das gibts jetzt in jedem Drogerie Markt.. ich muss mal bei Gelegenheit daran riechen , vielleicht kann ich mich dann noch an den Sommer damals erinnern..

Tja. manchmal fallen einem solche Geschichten wieder ein. Das hat bestimmt etwas mit der Jahreszeit zu tun, wenn die Schleier der Erinnerungen sich lichten. Spannend und gar nicht spuky..

einen schönen Abend wünscht dir

deine Freundin

S.

Diese Idee mit den YouTube videos finde ich echt witzig. Muss ich mir mal ansehen..

Chakra Lüftung

Liebe K.,

der Rote Bete Salat sieht sooo lecker aus.. ich werde es ausprobieren.. allerdings lieber mit vorgekochter Roter Bete.. wegen der „Lüftung“  🙂

Ich stricke weiter an meiner Mütze und wie es aussieht wird sie bald fertig sein.. so in 2 Tagen.. vielleicht zeige ich sie hier.. mal schauen.. Mir fiel gerade ein, an was mich das Häkeln mit dicker Wolle und grossen Nadeln erinnert hat; an einen Bericht von einer Frau aus Berlin, die dicke Wolle mit den Fingern verhäkelt… ohne Häkelhaken.  sie macht Sitzkissen glaube ich.. tja.. dazu muss man erst einmal Zeit haben.. hier gibts gleich Frühstück im Wintergarten und dann.. trotz arbeitsfreiem Sonntag …Arbeit.. Unglaublich Profanes .. wie Bad putzen und Schreibtisch aufräumen.. und falls es danach immer noch nicht regnet.. Spazieren gehen.. Kaffee trinken, den Sonntag geniessen..

Und dazu gehört auch ein super Tee der die Aura reinigt und unterstützt, er schmeckt sogar ganz gut.. aus dem Allgäu kommt der Tee.. mmmh..

Und an der Packung hing ein Gedicht für einen Zauberspruch.. vielleicht probiere ich das auch noch..lies selbst :

Zauberspruch zum Schweben

Nimm Entenfeder,

Löwenzahn

und einen Löffel

Lebertran

Sprich Hunke-Munke-Mops

dabei

und mische

einen dicken Brei

Schmier Dir

die Nasenspitze ein

Und stell dich in den

Mondenschein

Und schwebst du nun

Nicht in die Nacht

Dann hast du was

verkehrt gemacht

Max Kruse

 

in diesem und anderem Sinne wünsche ich dir einen schönen

hunke-munke mops Sonntag

Deine

S.

Chakranahrung und Wolllust

Liebe S.,
im Herbst packt einen die Wolllust, scheint mir. Ich hab am Wochenende in Hannover, als ich meine Schwester besucht habe, die gerade auch fleissig Mützen strickt, ebenfalls Wolle gekauft.
Ich häkel Taschen. Aus fetter Wolle, Stärke acht. Ich bin mit der ersten Tasche fix fertig gewesen, zwischen Hannover und Augsburg, unter den erstaunten Blicken der Mitreisenden wuchs die Tasche und war kurz vor München fertig. Siehste mal. Zum Glück gibt es die gleiche Wollkette , wo ich in Hannover die Wolle gekauft habe, auch in Augsburg, und so stiefelte ich dahin,  (ein feines Wort! Hinstiefeln!) und erstand gleich für zwei weitere Taschen die passende Wolle. Du weisst, was ich dir zu Weihnachten schenke, hahaha!
Und da waren sie sehr freundlich. In dem Wollladen. Sie runzelten zwar ein wenig die Stirn: ich hatte mein fertiges Taschenexemplar dabei, und es ist echt sehr simpel zu häkeln, und beide Damen trugen selbstgestrickte Pullover mit Löchern, also absichtlichen Löchern, und waren fleissig am Stricken, aber sie wollten mich nicht bekehren.
So trug ich dann die neue Wolle zum Auto und gönnte mir einen Abstecher in den Esoterikladen. Ich brauchte ein Geschenk für die Liebste des GrösstLiebstenSohnes.
Es hatte sich da verändert. Es war nicht mehr so vollgestopft mit Kram, es war da irgendwie klar, geordnet, und es war wenig schnickschnackig .
Es gab da Traumfänger in Chakrafarben. Haben mir sehr gefallen, und dann ist mir ja unsere Chakrazeit wieder eingefallen und ich dachte an mein Wurzelchakra, und das ich das vernachlässigt habe, und so machte ich mir heute eine Wurzelchakraspeise:
Achtung, das ist ein Rezept: Rote Beete raspeln, Orangenöl, Orangensaft, Meerettich, Balsamicoessig vermischen, Walnüsse hacken, Granatapfel auslösen, SalzPfeffer und so, und dann : Mahlzeit!
Der JüngsLiebsteSohn fand den Salat „übelst strange, voll grinch, wie kann man sowas essen, voll bitter!“ aber der ist ja auch noch jung, der braucht Futter für andere Chakren.
In diesem Sinne!
Beleben wir unsere wolllustigen Energien und häkeln doch einfach drauflos !

Deine Kat.