Wir sind zwei

und nicht viele….. 😉

Liebe S.,

Ja, also….wegen dem Bloggen und dich rar machen, das ist okay. Ich schreibe aber hier keine Monologe, also HIER nicht. Ich hab soeben einen anderen Blog eingerichtet, nur für mich, wer möchte kann mir dort folgen. Würde mich sehr sehr freuen.

Als wir vor 2 Jahren diesen unseren GezeitenwechselBlog ins Leben gerufen haben, hatten wir vom Blogschreiben null Ahnung. Und ich glaube, im Blog gibt es auch keine Ratschläge für Brotbackmaschinen und Tipps fürs Überleben in der Wildnis oder wie ich meine Launen im Klimakterischen Wandel meistern kann…

Aber ich mag es. Ich mag es auch zu Lesen, was andere schreiben, manchmal ist es banal, manchmal ist es lustig, manchmal regt es mich zum nachdenken an, es gibt Bloggerinen, die würde ich so gerne auch mal in echt treffen.
Aber, S., das WWW ist fiktiv, wenn wir denjenigen treffen würden, dann wäre er doch ganz anders als wir uns ihn oder sie vorgestellt haben.

Und ja, niemand muss uns lesen. Und ja, vielleicht haben wir 200 Follower, fein, aber es IST NICHT WICHTIG WER UNS ALLES LIEST!
Ich benutze das Schreiben aus  mehreren Beweggründen heraus:

Es macht mir Spass und ich fühle mich kreativ dabei.
Ich reflektiere.
Ich werde Sachen los, die mich beschäftigen.
Manchmal bekomme ich gute Antworten, von Dir, oder von Kommentator/inn/en.

Ich lese Blogs, weil
es spannend ist, was andere schreiben. Wenn sie durch Japan pilgern oder über ihre Familie und ihr Leben schreiben, in kurzen Worten, oder in langen Artikeln, in lustiger Weise oder trauriger Weise.
Manchmal lese ich auch aus Langeweile.
Manchmal langweilt es mich, aber ich hab es selbst in der Hand, zu entscheiden, ob ich es weiter lesen will oder nicht.
Ich kommentiere auch gerne, aber ich will meine Kommentare nicht dazu benutzen, zu verletzen oder zu irritieren.
Bloggen soll Spass machen. Im Internet, in social media werden schon genug blöde Sachen geschrieben. Brauchen wir hier aber nicht.

Manche Sachen laufen sich auch müde, und vielleicht hat sich unser öffentliches Gespräch auch erschöpft jetzt. Das ist nicht schlimm. Wir hören nicht ganz auf, wir lassen das hier jetzt mal ruhen.

Ach ja, noch was: Viele meiner realen Freunde lesen uns und ich bekomme oft Feedbacks, was ihnen gefällt, das sie lachen mussten, das sie nachdenken mussten über das, was wir geschrieben haben. Ich wurde in der Zeit der letzten Grossen Stille gefagt, wo wir abgeblieben sind.
Mich freut sowas!

So, und wie geschrieben, Pause hier bei uns, solange du magst. Wer mich weiterlesen mag, dann auf wechsel-zeiten, da erscheinen dann ganz unnpprroffessionnell meine Monologe: über meine Weiterbildung, über 14 km im Stationsalltag joggen, über meine Gefühle zum Älterwerden, über vielleicht auch was ich koche, über alle möglichen Themen- keine Ahnung, was kommt!

Aber immer noch: Ich mag unseren Gezeiten-Brief-Wechsel.
Und ich mag unsere Freundschaft.
Kat.

Liebe K.,

genau, wir sind 2 verschiedene Frauen. Das haben nicht alle verstanden und vermischen das. Und dann bekommst du manchmal  Kommentare ab .. und bist die falsche Adressatin… das tut mir leid, deinetwegen.

Ob es in einem blog Tipps für div. Sachen.. z.B. auch Brotbackautomaten gibt hängt von der Leserschaft ab  und ist somit reiner Zufall .Ich bekam heute bei der Arbeit einen sehr guten Tipp.. über.. stell dir vor.. einen blog wo u.a. auch  genau über Backautomaten geschrieben wurde. Sehr nützlich. Beantwortet meine Fragen 100%ig, wie ich gerade festgestellt habe. surprise surprise.. 🙂

Absichtlich  verletzen oder provozieren will auch ich nicht. 

Bleibt mir noch dir alles Gute zu deinem neuen blog zu wünschen. Ich denke, dass ist die richtige Entscheidung für dich.

Ob und wenn ja was hier passiert sehen wir dann.

es grüsst dich

S.

 

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Acherwindenwürger und vom Gl(Un)glück dieser Tage

Ach meine liebe Freundin K.,

die Ackerwinde sagt mir was anderes als Rüdiger- Krankheit als Weg- Dahlke. Sie sagt mir: hey die K. hat viele Ackerwindenwürger.. böses Zeugs..

Wieso solltest du auf einmal unfit sein.. du die auf dieser letzten dämlichen Station laut Schrittzähler 14km in einer  der beschissenen Schichten gelaufen ist.

Da ist es wieder.. diese böse dunkle Stimme, die sagt, frau habe selber schuld.. oder es liege an ihr, wenn was nicht gut ist. Maaannnnnnoooooo .. platte Reifen. Alter… ! Das merkst du doch wenn du über die Bürgersteigkanten fährst…   Ja klar.. mag man denken.. aber wenn man ersteinmal auf dieser „liegt es an mir“ Seite steht, dann passiert das.

Und noch was.. mir fällt auch nichts wirklich Wichtiges, Gutes und Wahres hier ein. Diese 200 VerfolgerInnen.. so n Quatsch.. wieviele lesen das hier wirklich von denen.. weniger als die Hälfte der Hälfte der Hälfte.. maximal.. Als ich aus dem Urlaub wiederkam und die von uns abonierten blogs lass… dachte ich bei den meisten.. boah ey.. nix verpasst.. alles wie immer.. Friedefreudeeierkuchen Einerlei.. —–“ Ich drück dir ganz fest die Daumen, dass es besser wird.“—  „Es gibt auch viel Positives auf dieser Welt und es tut doch auch gut den Blick auf die Sonnenseite zu lenken“  “ Ach.. da weiss ich auch ein ganz tolles Kuchenrezept.. von meiner Oma.. „usw..sorry nennt gemeint ist eben nicht immer nett.. und dafür habe ich keine Zeit mehr. Die Welt wartet auf mich: Revolution usw. comprende ?

Das mit dem Brotbackautomat war mein letzter Versuch hier irgendwas wirklich Sinnvolles  rauszuholen.. so what ?!

Den einzig wirklich wirklich nützlichen Hinweis bekam ich eh aus dem privaten Umfeld.. per whattsapp.. von einer gewissen Dame aus Grossbritannien.Danke dahin !!!

Du musst also verstehen, meine liebe Freundin K., dass ich mich jetzt hier  rar mache. Was in keinster Weise gegen dich geht und so wie du mich kennst auch nicht unverrückbar in Stein gemeisselt so bleibt. Aber erstmal ist es so.

Bussi

deine Freundin S.

Bremsen Brot und Bloggen

Liebe S.,

hast du gesehen: wir haben 200 Follower im WordPress. Schön!

Im Moment fühle ich mich blogmässig eher etwas gebremst, mir fällt nichts ein. Es gibt öfter Dinge im Leben, die bremsen, das kennst du auch, oder?

Eben war ich im Garten, den ich zur Zeit sträflich vernachlässige, und überall machte sich die vermaledeite Ackerwinde breit, sie schlang sich um den Sommerflieder, sie erwürgte die Kletterrosen und erstickte die Blüten meiner Bauernrosen.
Was würgt mich gerade, dachte ich, das ich so antriebsarm bin? Was kann ich rausreissen-so, wie ich die Ackerwinde rauszerre-damit ich wieder bunt atmen kann?

Manchmal braucht es auch bloss einen anderen Blickwinkel, um zu erkennen, was bremst.

Ich fahre viel Fahrrad, in letzter Zeit ist es mir zunehmend schwerer gefallen. Ich schnaufte, es war unglaublich anstrengend. Ich hab , wenn ich drauf sass, immer einen Blick auf die Reifen geworfen, ob sie vielleicht platt sind? Ich hab aber nichts gesehen, und wenn ich mit dem Daumen drauf gedrückt hab, waren sie fest. Zu Hause seufzte ich : „Ich fürchte , ich brauche bald ein ElektroRad, verflixt, ich werde alt!“
Der LieblingsItaliener fing sofort an zu suchmaschinen, welches für mich in Frage käme,Männer eben.Das WWW hat für alles eine Antwort.

Ich hab geschimpft:“ Ich will aber keins, hör sofort auf, zu suchmaschinen, ich will
NI E M A L S ein Ebike, ich will normal radeln, zur Not trainiere ich jetzt ganz dolle, damit es nicht mehr so schwer ist.“

Dann fuhr ich letzten Samstag mit dem JüngstLiebstenSohn zu einem Gartenfest, und schnaufte und stöhnte beim Radeln, hochroter Kopf…

„Mama, wir können tauschen, mein Rad fährt leichter, bevor du da runter kippst!“
„Nein,“, schimpfte ich, „ich schaff das!!!“
Dann lachte der Sohn und sagte:“Wenn wir heimkommen, pump ich deine Reifen auf, da ist kaum Luft drin!“

Tja, weil er einen anderen Blickwinkel hatte, konnte er sehen, das die Reifen platt sind!

Heute bin ich mit 3,2 Atü -oder wie das heisst- in beiden Reifen zum Briefkasten geflogen!

Vielleicht muss man manches puschen, oder wieder flott machen, damit es wieder fliegt, wenn wir erkannt haben, in welche Richtung wir schauen müssen, um zu erkennen, woran es liegt? Ha! Klug geschwätzt, nichts gesagt , grins!

Noch eine kleine Info zur Brotmaschine: wir hätten eine geschenkt bekommen können(von der Mutter vom LieblingsItaliener). „Oh ja!“ sagte ich.
„Nix da!“ sagte der Lieblingsitaliener, „das Brot wird klitschig, der Teig nicht richtig durchgerührt, die Portion waren zu klein und es hat ein Loch in der mutter Mitte!
Wieder so ein Trumm, was rumsteht, wie der Entsafter(aus der SaftDiätPhase), der Donoughtmaker, der Elektrogrill, der Kontaktgrill (okay, den benutzt der JüngstLiebsteSohn), dDSC_2458er Spiralschneider (aus der LowcarbAbnehmphase) und noch so Geraffel. “
Tja, so kaufe ich meine Brot eben weiterhin beim Bäcker, ich hab eh so viel zu tun und gar keine Zeit zu backen!

Liebe Grüsse Kat.

Brotkonsum, alles Verbrotung ?

Wer hat Erfahrung mit Brotautomaten ? Und wenn ja welche ?

Ich überlege noch liebe K. google und Warentest sagen nix über den realen Alltag mit einem Brotautomat aus. Ein Freund von mir ist sehr zufrieden mit dem Brotautomat. Morgens frisches Brot alle paar Tage..Sogar mit Kruste..

Es gibt billige B.s und echt teure ;über 200 Takken..  ein wahrer Dschungel..

manche geben als Zusatzfunktion.. Marmelademachen ein..  Hä ?!   was soll das ?

Frische Brioche hingegen maaaaag ich.. das wär ne Superfunktion.  Die Sache ,das die Brote immer gleich aussehen in ihrer Form.. finde ich nicht so schlimm.. mit und ohne mit Löchern… tja.. da gibts nur einen Anbieter der derzeit den Markt dominiert.. und n halbes Loch ist trotzdem auch bei dem am unteren Rand des Brotes zu sehen.

Also meine Lieben.. schreibt mir über euren Alltag mit dem Brotautomaten. Jeder Beitrag wird mir sicher irgendwie weiterhelfen können. Auch wenn euch das Ding geärgert hat und ihr es unnütz findet.. weil…

Alles klar soweit ?!

Dienstagsgruss in die weite Welt

 

S.

Vom Retten der Welt..und K.s Frage an mich..

Liebe K.

du hast mich gefragt, was ich dazu meine, dass du meinst die Welt und Alles retten zu müssen..bzw.  du kannst doch nicht alle und alles retten, hast du geschrieben..

Nein kannst du auch nicht. Definiere Welt retten  für mich, bzw. was du darunter verstehst.

Aus meiner Sicht gibt es nichts zu retten. Die Natur ist weder gut noch böse, sondern sie ist einfach.. Vermehrung , Arterhaltung .. das ganze Programm. Das Problem der Erde sind wir. Sie hat Mensch, wie bereits schon mehrfach erwähnt.

Das Wahre, das Gute, das Schöne.. wie einst Platon sagte.. waren mal Grundwerte an die man sich erinnern könnte, in dieser Welt in der viele Menschen nur um sich selber kreisen.

Der sogenannte Fortschritt.. ist ein Problem, der das allgemeine Retten ( wen vor was und überhaupt) erschwert.

ein Beispiel :

vor 1000 Jahren waren die Menschen noch langsamer unterwegs. Heute sind sie viel schneller … unterwegs von hier nach da.  Der Mensch ist schneller geworden ? Fehler ! miiiiiiiiep  nicht der Mensch ist schneller geworden, der hat immer noch 2 Beine und keine Flügel oder Flossen oder ne Rakete im Arsch eingebaut. Die Technik… der Fortschritt.. hat mehr Möglichkeiten gebracht.

Kapitalisums, Imperialismus, Konsumterror, Grössenwahn

Philosophie bleibt auf der Strecke.. no good

Sophia fehlt mir etwas im Alltag.. -die göttliche Weisheit-. und Gespräche , Austausch , Diskussionen jenseits der eigenen Kokon s in dem man so lebt. Raus aus dem eigenen Dunstkreis..

Rückkehr zur Einfachheit zu dem Essentiellen zu dem was notwendig ist, also die Not wendet.. Weg von einlullendem BlödsinnTV und weg davon ein dankbar gemolkenes Opfer des Kapitalismus zu sein.

Hin zur Weiterentwicklung und Verantwortlichkeit.

Das als Beitrag zum : muss ich die Welt retten , von dir. Ja musst du.. aber nicht damit , dass du nicht an solche Urlaubsorte fährst. Das ist zu kurz gedacht !

 

Danke fürs Lesen

ich geh jetzt Eisdiele.. Einhornpuuhstreusel obendrauf..

Bussi, deine wie immer im Herzen

Che- S.

 

Vom Meer so blau…

Liebe S.,
der Alltag beutelt mich seit 4 Wochen wieder , heute hab ich geschafft, meine Fotos vom Urlaub zu sichten. Wir waren eine Woche auf Zypern, in der Nähe von Paphos.
Paphos ist Kulturhauptstadt 2017, das wusste ich vorher gar nicht.

Eigentlich hat es mir widerstrebt, dort Urlaub zu machen, am Mittelmeer, auf dem Menschen in wackeligen Booten zu Tausenden ihren nicht mehr aushaltbaren Lebensumständen entfliehen und ertrinken. Und ich stehe an diesem Meer und halte meine Füsse rein und entspanne mich. Aber ich kann nicht die ganze Welt meiden, nur weil überall schreckliche Dinge passieren oder passiert sind.

Am ersten Abend hab mich unter einen Felsen gestellt,  auf die Wellen geschaut und an diese Dinge gedacht und hab ganz viele Kraftgedanken geschickt. Manch einer nennt das vielleicht auch beten.

Am nächsten Tag fuhren wir nach Paphos und entdeckten an der Strandpromenade diese von verschiedenen Künstlern bemalte Idol von Pomos , die auch auf dem zyprischen Euro drauf ist.
Und das hat mich sehr bewegt. Es wurde auf diesen Figuren soviel thematisiert, und das am häufigsten benannte Thema war Frieden. Diese Figuren wurden nicht nur von anerkannten Künstlern gestaltet, sondern auch von „normalen „Leuten, Schulklassen vielleicht- ich war echt begeistert. Und im Hintergrund dieses blaue unschuldig wirkende Meer, auf dem soviele Kämpfe gekämpft wurden, in grossen Booten, auf Schlachtschiffen, in Schwimmwesten.

Ach, S., ich kann doch die Welt nicht retten, aber ich kann ein bisschen was verteilen vom Friedensgedanken und wenn dann da solche 100 oder weiss ich wieviele Idole da stehen und ich spüre die Kraft dieser Wünsche, die da visualisiert wurden, dann bin ich froh, das es andere auch gibt, die ebenso so denken.

Was meinst du dazu? Liebe Grüsse Kat.

Schreibeinladung, abc-etüden

Schreibeinladung zu den Wortetüden, ich hab gerade Zeit, liebe S., was fällt dir dazu ein?

die Wortspende kommt von Ulli.

Buddelkiste
schwadronieren
Tanzbein

Haha, ich sehe vor mir:

Wie der alte Seebär in seiner Buddelkiste kramt, um ne Flasche feinen Rum zu finden.
Der Papagei  auf seiner Schulter singt krächzend Shantys, während der Kumpel vom alten Seebär, der Pirat Rotbart, bereits hackedicht über die alten Kaperfahrten schwadroniert.
„Ach Rotbart,“ grummelt Seebär, “ die alten Zeiten sind doch schon lang um“ und klappert mit seinem Holzbein auf die Schiffsplanken.
“ Damals hab ich dieses Bein noch im Tanze mit den Huren von der Spelunke zur alten Unke geschwungen, sie waren begeistert von diesem flotten Tanzbein! Bis der Pirat Raffzahn unsere Old Mary überfallen hat und ich ins Wasser fiel und dieser vermaledeite Hai mir das wunderbare Tanzbein abbiss! Da war es vorbei mit der Tanzerei!“ seufzte Seebär und mit einem Plopp öffnete er die Flasche Rum, die er endlich gefunden hatte und schenkte sich grosszügig das goldbraune Gesöff in einen grossen Kristallbecher.

Draussen an Deck knarzten die Tampen.Nebel zog über das Meer .

 

Schönen Sonntag!
Kat.

 

 

 

52 ist nicht 20 ;)

Liebe S., es wird mal wieder Zeit für ein Blögchen….

Der Urlaub ist bereits wieder in weite Ferne gerückt- schade, dass der Alltag einen immer sofort wieder in seine Klauen nimmt.

Ich bin ja zur Zeit in meiner Fachweiterbildung, und muss dementsprechend auf verschiedenen Stationen in unserer Klinik arbeiten. Die Wechselintervalle sind ziemlich kurz, meinen erster Einsatz dauerte 2 Monate, für die nächsten bin ich jeweils 4-wöchig eingeteilt.

Ich sag dir, es fällt mir schwer. Ich bin es nicht gewöhnt, mich nicht auszukennen.
6 Jahre habe ich auf der Intensivstation gearbeitet, wo ich mich auskannte, wo ich wusste, mit welchem Kollegen ich wie umgehen muss, damit der Tag gut wird, und jetzt komme ich an neue Kollegen, die ich nicht kenne, in Teams, denen es schwer fällt, anzuleiten, einzulernen, mich ins Team aufzunehmen.“Du bist ja eh nur so kurz da!“.

Sie beäugen mich kritisch, bellen mir Befehle zu, die ich ausführen muss, ich bin den halben Tag damit beschäftigt, mich zurecht zu finden, öffne Schränke , Schubladen, suche Dinge, sammel Sachen ein, die für  mich an unlogischen,ineffizienten Stellen stehen, und renne mir die Hacken ab. 14 km waren es vorgestern. Gestern ein halber weniger, grins, spare ich mir das Sportprogramm.

Der erste Einsatz war ganz anders, da hatte ich 8 Wochen Einarbeitung, aber auch das fiel mir schwer, denn das war eine Intensivstation und da kannte ich mich immerhin etwas aus! Aber ich muss sagen, ich hab dort sehr viel gelernt über Knochenmarkstransplantationen. Und jetzt auf der Normalstation fühle ich mich als Hilfskraft.

Woran liegt das? Es ist der Personalmangel, es ist die chronische Unterbesetzung, die Überlastung der Kollegen, es ist die Routine. Ich sehe Dinge in diesen Routineabläufen, die ich selber ändern würde.Aber ich kann nichts sagen, ich bin ja „nur so kurz da“.

Schwierig. Ich hab tatsächlich überlegt, ob ich aufhöre, und wieder in meinen gewohnten Trott arbeiten gehe, aber das, was als Ziel winkt, ist es hoffentlich wert, das durchzustehen! Und dann dachte ich so: in der Ausbildung haben wir das anders weggesteckt, oder? Da haben wir Hilfsarbeiten übernommen und gelernt indem wir etwas taten.
Es ist schon anders, mit 52 ne „Ausbildung “ zu machen als mit 20. Vielleicht ist es auch für die Kollegen komisch, so ner „Ollen“ zu erklären, wie sie was machen soll, zumal wenn die „Olle“ dann noch ihren Senf dazugibt und sagt: „Ich kenn das so und so, wäre das auch was für Euch, es so anders zu machen?“ Dann gibt es ein Gekreische und ein „Des ham ma aba allerweil scho so gmacht!!!“
Und ich seufze, schweige und denke: „Noch 10 mal hier sein und ein Viertel der Ausbildung hab ich auch schon hinter mir. Zähne zusammen beissen und  durch!“

Und dann erzähle davon zu Hause, wie mich eine polnische Kollegin anfährt mit den Worten: „Waaas maaaakst du daaaa? “ und der LieblingsItaliener lacht und sagt: „Antworte das nächste mal einfach: Ich weiss es auch nicht!“
Und ich schreib  dir und meiner lieben Kurskollegin J. kleine Whattsapp- Nachrichten mit Teufelchen und dem kleinen Kackhaufen und erzähle, worüber ich mich ärgere und lache über eure Antworten. Mistkrücken, alle! Inklusive Gesundheitsministerium!
Nieder mit dem Pflegenotstand!

Und wenn es ganz schlimm ist und die Füsse Schmerzen und der Rücken und alles weh tut, dann geh ich in meinen Garten und schaue den Mohn an. Dann bist du nämlich nicht weit weg, denn der Mohn ist von dir, erinnerst du dich, du hast mir vor 2 Jahren Mohnkapseln geschickt, und dieses Jahr blüht er prächtig!

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Ein Stück von Dir in meinem Garten ist wie als würde ich mit dir Tee trinken, liebe Freundin!

Jetzt muss ich los, mir die Hacken abrennen! Bussi! Kat.