Never change a running system ….

….auch wenn es noch so blöd läuft

Liebe S., ja , es ist schön das mein eigener alleiniger Blog gefällt, und ja, es gibt sicher Parallelen und es ist schön wenn du sie entdeckst, die Parallelen 😉
Aber ich freu mich sehr, wenn dieser unserer Briefwechsel Blog hier nicht einschläft, dazu hab ich ihn zu gerne!

Zu deinem letzten Beitrag:
Das mit der eingefahrenen Struktur,  dem Klagen und dem in der Höhle bleiben. Ich habe in den letzten Wochen meiner Fachweiterbildung ähnliche Erfahrungen gemacht. Ich war auf einer Station eingesetzt, wo ich im Frühdienst mehr als 14 km gewetzt, gerannt, geflitzt bin, nicht, weil  so furchtbar viel zu tun war, sondern weil z.B.Dinge, die ich für eine Sache gebraucht habe, an 4 verschiedenen Orten lagen, zu denen ich rennen musste, und wenn ich den Vorschlag gemacht habe, vielleicht an einem Ort zum Beispiel es einzurichten ,dass ich wenigstens für den NOTFALL alles beieinander habe(es ging darum ein Magensonde zu legen), da wurde ich angequakt: „das mach ma normalerweise NIE, so eine Magensonde legen, DES BRAUCH MA NET!!!!! “
Ich habe in den 3 Wochen dort aber 2mal eine Magensonde legen müssen.

Jetzt auf dieser weiteren Station gibt es Klagen über das, was die Stationsleitung in 2 Jahren verändert hat, um die Abläufe besser zu strukturieren, obwohl vorher wohl alles perfekt funktioniert hat- warum also wurde dann etwas verändert? Jetzt scheint dort alles mühsamer und chaotischer zu schaffen zu sein.

Veränderungen sind nötig, wenn Abläufe nicht stimmen und die Arbeitsanforderungen sich verändern. Dann muss ich auch kreativ sein, dann muss ich vielleicht auch altgewohnte Arbeiten abgeben können, damit ich mich mehr auf die neuen, anderen Aufgaben konzentrieren kann. Früher haben wir noch die Betten abgewaschen und die Nachtkästchen. Erinnerst du dich? Das machen die Reinigungskräfte jetzt. Es gibt Staionsassistentinnen, die die Visiten ausarbeiten. Es gibt eine Pflegehelferin, die die Zugänge aufnimmt und einweist. So bleibt uns auf der Station, wo ich zur Zeit bin, wirklich mehr Zeit (meistens ) für den Patienten.
Aber es gab Aufschreie ohne Ende: Was? Arzthelferinnen in der Pflege? Was?Ungelernte Bürohilfen im Stationsalltag? Was? Rettungssanitäter auf der IN-TEN-SIV-STATION???? NEIN!!!!
Und? Es funktioniert. Die Rettungssanitäter haben ihre klar zugeteilten Aufgaben, die MTAs auch, die Reinigung sowieso und jeder weiss, wo und was sein Job ist.
Es war damals, ich erinnere mich an die Zeit in München, wo es hiess, es werden Stationshelferinnen eingestellt, da wurde die Angst gross: Die nehmen mir den Job weg. Das, was ich 15 Jahre gemacht habe, macht jetzt jemand mit einer anderen Ausbildung, ich bin also überflüssig. Das sind die Ängste. Oder:
Jetzt kommt die von der FWB(Fachweiterbildung) und will mir erzählen , wie ich das besser machen soll, blöde Ziege, ich hab das schon immer so gemacht und so mach ich das jetzt weiter.
Und bei dir:Was?Extra Zeit aufwänden? Zum Vorschläge machen? Das will doch eh keiner hören, das wird doch eh nicht umgesetzt.

Aber , liebe Leute, wer nicht mit wählt, hat keine andere Wahl, als das anzunehmen,was ihm vorgesetzt wird am Schluss. Dann nützt das ganze Gemeckere nichts mehr, dann muss das angenommen werden, was euch vorgesetzt wird.
Und übrigens: Vorgesetzte haben ein bisschen Schiss vor kritischen, mündigen Arbeitnehmern, und nur so aber ereichen wir was!
Und Chefs haben auch ihre Schwächen.Mein Oberchef zum Beispiel, der fasst sich immer an die Nase, wenn er was wichtiges zu sagen hat. Dann denk ich: Der ist ja total nervös! Und schon schwimm ich gefühlsmässig oben und denke: der kann mir nichts tun!

Und dann bin ich in der Lage, ihm vernünftig meine Vorschläge zu unterbreiten. Manchmal klappt es, aber wir müssen auch was riskieren. Denn es geht um uns.

Viel Erfolg Euch! Make the Revolution!
Deine Kat.

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9 Kommentare

  1. gann uma · August 4

    Rollstühle fürs Pflegepersonal, oder gleich Laufbänder. Hüstel.

    Gefällt 1 Person

  2. juckplotz · August 6

    „Des hemmer scho emmer so gmacht“-„Worom soll des jetzt uff oimal andersch sei“ – „Moinet Sie vielleicht, dia dia vor Eahna do waredt, waret älle bled“

    Übersetzung:
    Das haben wir schon immer s gemacht
    Warum soll das jetzt auf einmal anders sein
    Meinen Sie vielleicht, diejeningen, die vor Ihnen da waren, sind alle blöd gewesen

    Ort:
    Eine nicht näher genannte Firma im Ostteil des schwäbischen Baden Württemberg
    Zeit:
    Die letzten fünfzehn Jahre fast täglich

    Gefällt 1 Person

    • kat+susann · August 6

      Ein Wunder, daß wir nicht mehr in der Höhle sitzen und aus Steinen feuerschlagen!😂irgendwie muss es doch Leute geben die was voranbringen! Hach, diese Sätze kannst du in jeder Sprache sagen, haha! Viele grüße Katrin

      Gefällt 1 Person

    • kat+susann · August 6

      😉

      Gefällt mir

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