Spiele II.

Liebe S.,

mir ging es wie dir, als ich Ullis Beitrag  gelesen habe, ich denke viel ans Spielen, und wie das für mich ist.

Kriminalfälle lösen, kennst du „KrimiDinner“?
Wir haben das 2 mal mit Freunden gespielt, man bekommt im Vorfeld eine Rolle und einen GeschichtenPlot, man kann sich ein bisschen darauf vorbereiten, aber man kennt die Geschichte nicht.
Die entwickelt der Erzähler beim Spielen und man muss darauf reagieren. Das erste Mal Krimidinner spielte in einem englischen Schloss, und ich war die alternde Ex-Geliebte eines Regisseurs, der ermordet wurde und man sollte rausfinden, wer der Mörder war. Seine junge Geliebte spielte eine Freundin von mir, und im Laufe des Spieles stellte sich heraus, dass wir beide Konkurrentinnen waren, und wir haben uns im Spiel so sehr angekeift und gefetzt , das beim Heimweg mein Freund sagte:“ Also,…die D. ist doch so nett, meinst du, ihr könntet Euch das nächste mal, wenn wir uns treffen, wieder vertragen? “ Ich hab grosse Augen gemacht und gesagt. „Also, nicht D. und ich haben uns gezankt, sondern Ladie Marybell und die Florinda, hast du das gar nicht bemerkt?“
Nein, hatte er nicht, obwohl er dabei war beim Mitspielen.
Als wir dieses Krimidinnerspiel ein weiteres Mal gespielt haben, war ich ein alternder Mafiaboss,oder Exknacki, ich weiss nicht mehr, oder-achja,  war ich ein Bruder des ermordeten Grossbauern, der das Erbe durchbringt.Das hat Spass gemacht! Man konnte  sich verkleiden und ich finde, meine Verkleidung war perfekt.

Ich fühlte mich sehr wohl als auf den Boden spuckender, ungehobelter, den Frauen hinterherpfeifender Pöbler.

Das ist Spiel, in eine Rolle schlüpfen, anders sein, entwickeln, eine Fantasie haben…. Naklar, es gibt ja auch das Spielen , welches  Wettbewerb ist, ich denke da an Mensch ärgere dich nicht und im Wohnzimmer umherfliegende Spielfiguren.
Ich denke an meine Kinder, welches jedes ein anderes Spielverständnis hat, der eine liebt Strategiespiele und bootet alle anderen aus,weil er der Monoploycrack ist, und die andere köpft Barbiemänner und wirft sie vom Hochbett runter und spielt „opfern“, weil sie in „Was ist Was-Büchern“etwas über die Inka und Azteken gelesen hat.
Und der nächste spielt versunken auf seiner Gitarre und verschwindet in der Musik.
Und wenn sie auftauchen aus ihren Spielen, dann sind sie wie aus einer anderen Welt.

Wochenthema Spielen? Was meinst?
Früher spielte ich gerne mit Puppen. Die auf dem Bild hiess übrigens genauso wie du. Vorausahnung?

Grüsserle Kat. (Ich geh jetzt mit meinen Katzen spielen 😉 )