Kurztripp in eine andere Welt

Bom dia liebe K.,

deine Jeansjacken Geschichte, lässt ja hoffen auf „normale“ Größen..ich bin gespannt wie sie aussieht.. manche tragen ja auch Lederjacken auf diese „rockige“ Art.. die lassen sich gar nicht erst schliessen vorne..aber wozu brauche ich dann eine Jacke ?  Jaaaaa. ich weiss.. weils cool aussieht…

Lissabon war echt sehr toll.. ich mag diesen morbiden Charme der engen Gässchen. In manchen konnte ich mit ausgestreckten Armen rechts und links gleichzeitig die Häuserwände berühren. Dann gibt es da auch noch richtig tolle Aussichtspunkte,Miradouros genannt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Miradouro

Unglaublich.. du kannst die ganze Stadt sehen, den Fluss Tejo und am Horizont den Atlantik.

Ich glaube, daß das auch das tolle Licht dort macht.. wieder zu Hause, kommt mir alles blasser vor und mit weniger Strahlkraft.

Am Fluss unten, mit dem weiten Blick zum Horizont, kann man schon nachvollziehen, daß sich die Seefahrer aufmachten zu neuen Ufern.. Indien, die Gewürze, die Lissabon damals zu grossen Reichtum verhalfen, weil alle Welt ihre vergammelten Speisen mit Gewürzen übertünchten. Nur die Portugiesen selber brauchten nicht so viele davon. Alles möglichst frisch, regional.

Aber auch der Einfluss der verschiedenen Kolonien von damals ist heute noch zu sehen.

Ach jaa seufz….  Treppe auf und ab sind wir gelaufen.. viele viele Stunden am Tag.. Es gab Galaō, Pasteis de Natas, portugiesische Croissants und einfache leckere Speisen.

Natürlich waren an den beliebten Plätzen auch viele Touristen, aber es ging noch gerade so.. im Sommer und bei 40 Grad stell ich mir das nicht mehr so toll vor, wenns auch noch voll ist.. und klar.. es wird ganz viel touristisches Zeugs verkauft.. von der Fado CD bis zu den blauen Kacheln ( Azulejos) , und dann auch 1001 Artikel aus dem Kork der Korkeichen. Ausserdem gibt es noch die ganzen Fischkonserven die auch sehr berühmt sind. Aber… man kann auch ganz schnell abseits der Touristenfade sein.. in Nebengässchen, die nicht so herausgeputzt sind.. und dann fällt es einem auch leichter sich an die Zeiten von Pest und auch an den grossen Brand und das Erdbeben zu erinnern.

Ausserdem mochte ich die Limonade seeehr.. Limette und Zitrone mit etwas Eis und Wasser… mmmh..

Und den Rest kannst du jetzt in Reiseführern nachlesen..Mein Tipp ist u.a. Polyglott : Lissabon zu Fuss entdecken.

Ach so .. und wer sich richtig unbeliebt machen will, probiert es mit spanisch.. das no go heisst grazias… statt obrigado oder obrigada…( je nach dem ob sich ein Mann oder eine Frau bedankt). portugiesisch ist sehr schwer zu lernen.. ich kann jetzt ein paar Brocken… aber verstehen, wenn ich weiss worum es geht.. vielleicht etwas.. unglaublich viele schschschs.. nuscheln, verschlucken der Silben usw.

Dafür kommt man mit englisch allermeisten gut zurecht..

uma boa semana

Deine S.

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Flug-Geschichte

Liebe S.,

wenn man verreist, oder wen ICH verreise, hab ich immer die Augen offen, und ich liebe, es Menschen zu beoabachten. Auf dem Rückflug von Bristol nach München war es sehr sehr interessant.

Das kleine Flugzeug war voll. 2 Stewardessen, die eine war bereits älter, so in unserem Alter schätze ich, mit einem SchildkrötenGesicht, die andere jünger, aber nicht wirklich gepflegt oder hübsch. Sonst sind die immer so hübsch, oder? Und so sehr dünn und meistens blond. Okay, aber wie immer freundliche Begrüssung: Good Evening!

Ich sass am Notausgang, links neben mir der Platz für Menschen mit langen Beinen, rechts neben mir nahm eine sehr viel ältere Dame als wir sind Platz . Sie hielt ihre Jacke fest, ihr Rucksack, miniklein, schwarz-glänzend, stand auf dem Boden. „Das brauch ich alles!!!“ hat sie gedroht. Dann kam der Gang und da sassen 2 Damen unseres Alters, ich glaub , das war eine Gruppe, die kannten sich alle, auch die Leute hinter mir. Ein kleiner Junge raste aufgeregt den Flur entlang und rempelte die eine Frau an. „Pass doch auf, Bua ! Ras halte neda so!“hat sie ihn angeschnauzt. Zum Glück hat es den Jungen nicht interessiert,was sie da so rum gebollert hat.Der war halt einfach aufgeregt. Dann gingen die Flugbegleiterinnen durch, und prompt wurden wir darauf aufmerksam gemacht, das wir keine Taschen auf dem Boden legen sollen, wegen Notausgang. Die Dame neben mir hat gemault: „Mich hat keiner gefragt, ob ich hier sitzen will. “ Sie packte ihren Rucksack und hielt ihn fest. Die Flugbegleiterin , die ältere, (sie erinnerte mich stark an eine Schwester Oberin!) erklärte auf Englisch, das die Dame den Rucksack jederzeit während des Fluges aus der Klappe oben holen könne. Sie verstand natürlich nichts , hielt ihren Rucksack fest, während von hinten jemand erklärte und übersetzte. Sie wiederholte: „Man hat mich nicht gefragt, ob ich hier sitzen will!“ Die Flugbegleiterin griff nach dem Rucksack. Die Dame hielt ihn fest:“ Den kriegen Sie nicht, ich brauch das ,was da drin ist!“Es gab ein kleines Gerangel, aber letztendlich siegte die Sicherheit, und der Rucksack landete im Kofferhalter oben über den Sitzen. Die ältere Dame war etwas grantig. Und als dann auch noch die Erklärungen anfingen, speziell für die Leute die neben dem Notausgang sitzen, da gibt es nämlich extra Verhaltensmassnahmen, z.B. wie man das Fenster öffnet, und wie man den Weg frei macht, da hat die Dame dann demonstrativ zur Seite geguckt, und wurde von der Flugbegleiterin mit dem Schildkrötengesicht mehrmals angestupst, dass sie doch bitte zu gucken soll: „Man hat mich NICHT gefragt, ob ich hier sitzen will!“. Die Frau, die den Jungen so angebranftlt hat, sagte, „is doch eh wurscht, wenn wir abstürzen, stürzen wir halt ab, sind wir dann eh alle tot!““Jawoi!“ hat die alte Dame gesagt,“ so is des . Also kannt i mein Rucksack a  festhalten!“
Uiuiui, hab ich gedacht, warum redet ihr so? Ist es immer aussichtlos, wenn man gewisse Sicherheitsvorkehrungen lernen soll?
Achso, rechts neben mir sass ein recht schmucker Mann mit langen Beinen, als der einstieg, und zu mir „HEI! „sagte, „da sitz ich“, haben die Damen, die so gemosert haben, Stielaugen gekriegt. Haha, hab ich gedacht, der sitzt neben MIR! Leider nagte er die ganze Zeit an einer Tüte Nüsse, was das gute Gefühl minderte. Er schrappte so laut mit dem Kiefer, und mahlte und knurpste.
Da hab ich dann meine Musik eingestöpselt und hab mich auf zu Hause gefreut und meinen stillen Garten.

So ist das mit dem Reisen. (Vielleicht kommt nächste Woche eine Zug-Geschichte, wenn ich in den Norden fahre, haha!)
Viele Grüsse Kat.