Litera-Kul-tur

Steppe

Einer war,
der sang in den Abend. Draußen
schwer die Ebene,
baumlos, um niedres Gewächs
brennend der Sand –
da hielten die Wolken dunkel,
und ein Mond hing herab.
An dem Wasserloch falb
die Herde. Einer, braunbärtig,
kam, er trieb die Rinder
fort. Im Fenster der andere sang.

Dörfer
wie will ich leben
noch? In der Ferne weiß ich
endlos rinnender Himmel
Glanz. Den Jungen, der sang,
und den Hüter mit hellen
Augen hörte ich reden
an der Straße, ich stand,
im Rücken das Dorf.

Liebe S.,
Kultur ist für mich auch Sprache, Worte, Gedichte, Geschichten,….
Und heute morgen kam mir , ich weiss nicht warum, diese Gedicht von Johannes Brobowski in den Sinn, welches ich vor Jahren mir immer vorgesagt und aufgeschrieben hatte. Dieses Gedicht macht mir immer noch eine Gänsehaut, es berührt mich und weckt Sehnsucht in mir.(Ich wusste es noch auswendig!)

Leider fand ich niemanden, der dieses Gedicht auch so schön fand wie ich, ich wollte es damals teilen, diese Sehnsucht, die ich dabei empfinde, aber leider traf es den Nerv des Anderen nicht. Der machte nur: „Hm, ja und? Bisschen komisch, oder? “

Aber ich sehe  diese Männer da sitzen,in der Steppe, ich sehe die Herde am Wasserloch, ich spüre den brennenden Sand, ich höre , wie er singt.  Ich sehe wie er weggehen will, im Rücken das Dorf….Ich spüre die Sehnsucht.
Tja, so is datt mit die Kultür, nej, de Kultür is nich för jedermann, so is datt, min Deern!

Leeve Grööt  Kat.