Magische Kräfte

Liebe S.,

ja, es hat alles seinen Sinn, auch wenn man es manchmal gerne anders hätte. Ich hab nach diesem „meine Wünsche haben nicht geklappt“Traurigsein einen Text in einem Buch gefunden.
Das Buch von Luisa Francia: beschützt, bewahrt, geborgen Wie magischer Schutz wirklich funktioniert (ISBN 978-3-485-01104-4).

Sie schreibt darin von einer Mutter (Die Gänsemagd), die ihrer Tochter auf die Reise ein magisches Schutztuch mitgibt.
Und ich hab meiner SchönstenTochter ja auch magische Gegenstände mitgegeben, oho!
Aber dummerweise verliert die Tochter das Tuch und ist somit „schutzlos“der Umwelt ausgeliefert. Und Luisa Francia schreibt weiter, dass wir unsere Kinder nicht mit magischen Gegenständen schützen können, sondern indem wir ihnen Werkzeuge zum Schutz mitgeben können, die da sind: Selbstbewusstsein, Stärke, Kraft, Vertrauen (hat Ulli ja auch in einem Kommentar geschrieben, das Vertrauen und Liebe wichtig sind).

Und siehe da: Meine SchönsteTochter kam zurück, sehr verzweifelt, traurig, auch wütend, wie mit ihr da umgegangen wurde, sie hat geweint, klar, ich auch, wie ein Schlosshund, mein armes Kind, und dann sagt diese junge Frau einige Tage später zu mir:“Mama, eins hab ich gelernt! Ich muss nicht immer gefallen! Ich werde in Zukunft daran üben, dass die anderen nicht mehr denken :Ach die X…, so eine liebe! Die werden in Zukunft denken:OHO! Die X..! Was die da so von sich gibt“.
Und ich dachte : JA! Zeig denen, was du drauf hast! Beeindrucke sie! Sei stolz auf dich und das was du kannst, und zeig es ihnen!

Aber sie hat da selber drauf kommen müssen, ich hab zwar immer wieder gesagt, wie stolz ich auf das bin, was sie kann und tut, aber den Selbstwert, das auch zu erkennen für sich selber, das muss jeder für sich lernen. Schade ein bisschen, ich hätte es ihnen allen gerne erspart, meinen Kindern, diesen Lebenskampf, aber das kann ich nicht.
Das was meine magischen Kräfte sind, das ist Liebe und Vertrauen.

In diesem Sinne!

Ich bekämpfe jetzt mein Fahrradtrauma und stelle mich dem Leben und gehe ne Runde radeln! Mit Helm!

Kat.

 

Was sind Gesprächskiller?

Liebe S.!

Ich hab gestern am Fluss gesessen,es war so heiss, die Fischlein sprangen in die Luft, Libellen saussten übers Wasser,.. (das mich Mücken piesackten, erwähne ich nicht!) .
Ich wollte eigentlich meine Gedanken in den Fluss werfen und davon ziehen lassen. Aber der Fluss floss träge. Sommerträge, sommermüde, so wie meine Gedanken. Müde , so wie ich . Von dieser Weiterbildung hab ich jetzt 3/4 geschafft, und ich merke, wie es mir reicht. Mein Kopf denkt ununterbrochen: Onkologie, Krebs, Behandlungsmethoden, Schicksale, Menschen, Beratung, Chemotherapie, Strahlentherapie, Nebenwirkungsmanagement, Kommunikation….
Wir hatten eine Prüfung am Montag. Die 4. von 8!
PalliativCare und Kommunikation.

Kommunikation kann  ich, hab ich gedacht, und alles über Schmerztherapie am Lebensende gelernt.
Kam aber die Frage:Symptome des Ikterus?
Ich hab losgelegt: gelbe Hautverfärbung, gelbe Skleren, Durst,… Blackout!
Die eine Prüferin fing an , sich am Arm zu schubbern. Ha! hab ich gerufen! Juckreiz!
JA, haben sie sich gefreut, und dann hat die andere Prüferin ihren Kopf in die Arme gelegt und gegähnt. OH! Müde ist man da auch!
Oh man! Aber bestanden.
Dann Kommunikation: Was sind typische Gesprächskiller? Hab ich wieder losgelegt: Wenn man sich kratzt, wenn man gähnt… nein natürlich nicht, aber meinst du, mir ist das Wort Mimik eingefallen? Ich hab Grimassen gemacht und gesagt, wenn man sich abwendet, das Gesicht verzieht, so komisch guckt, und dann hab ich mein Gesicht verzogen, die Augen gerollt,…
Ach man, liebe S., ich hab völlig auf dem Schlauch gestanden, dabei WEISS ich doch, was wichtig ist und wie man sich verhält! Wenn man kommuniziert!

Egal, ich hab es bestanden, ich bin noch weitere 5 Monate die Hilfsschwester auf verschiedenen Stationen, ich steh das durch, ich hab ja Zukunftsperspektiven!
Und so sass ich dann später am Fluss, und liess mich stechen und dachte so rum und hoffe, das ich irgendwann meinen Kopf wieder frei habe von dem ganzen Onkogedöns….. Seufz….
Jetzt geh ich arbeiten… Schönes Wochenende!

Kat.

 

 

 

501!!!!…mit dem Daumen gehäkelt

Liebe S.,
ob diese Dame , die Sitzpoufs mit der Hand häkelt, wohl ein Gangliom hat?
Und dass dein letzter Beitrag unser 500ster gewesen ist!!!Krass!
Haben wir soviel gesabbelt im WWW? Toll! Es gibt so Beiträge, die ich ins Herz geschlossen habe und auch immer wieder mal lese. Meine liebste Themenwoche war „Was wäre wenn“ und das mein liebster Beitrag, den ich geschrieben habe. Und der ist von dir mir das liebste.
So.
Und eben hab ich so sehr lachen müssen, denn der JüngstLiebsteSohn erzählte mir, wie er für Deutschschulaufgaben lernt! Er erzählte, dass sie einen Text in der Schule lesen mussten, von Artur Schnitzler, „irgendso ein Monolog, wo der Typ im Theater sitzt und denkt, immer mit Pünktchen dazwischen, hör mal ..“und er liest vor,..“meine Güte, das checkt doch niemand!  Zum Glück hab ich mir das heute morgen auf You tube noch reingezogen, in 5 Minuten!“
„WAS???“ fragt die Mutter mit grossen Augen, „das ganze Reclamheftchen?“
„Yoh,“ ist die Antwort, „das sind so Videos mit Playmobilfiguren…“
„WAAAASSSSS?“ fragt die Mutter wieder..
„Du kannst dir die ganzen Klassiker in Kurzfassung auf You tube reinziehen, alle mit Playmobilfiguren, da musst du nicht den ganzen Text lesen. „

S.!!! Und der macht bald Abitur! Na klar, er liest das schon, sagt er, aber wenn er mal keine Zeit hat, dann eben you tube, mit Playmobilfiguren.
Ich hab dann da reingeguckt, es ist sehr sehr lustig gemacht!
Da hatte einer eine wirklich super Idee!

Ich hab mich fast weggeworfen vor Lachen.
Ich stelle mir vor, wie Abiturienten vor der Schule auf ihren Smartfons Playmobilfiguren zugucken, die inhaltlich die Klassiker rüberbringen, damit das Abitur gut geschrieben werden kann!
Back to the roots! Ich erinnnere mich an wilde Playmobilschlachten im Kinderzimmer, und jetzt eben wird der olle Goethe und der Artur Schnitzler und wer auch immer per Playmobil der Jugend nahe gebracht!
Spieltrieb – das hört eben nie auf!
In diesem Sinne, …ich glaub, ich  stell die Ritterburg im Wohnzimmer auf…
Piratenschiff ahoi!
Kat.

 

Unterschleif, Abschreiben, Spicken..geschafft!

Liebe S.,
Geschafft! Diese schriftliche Basismodulprüfung ist erledigt. Mir geht zwar immer noch durch den Kopf, was ich alles vergessen habe und warum ich dieses vermaledeite Wort: Projektplan nicht aufgeschrieben habe(kein Projekt ohne Projektplan) oder hab ich es doch aufgeschrieben! Egal, egal, jetzt ist eh nix zu ändern.

Nach 4 Stunden auf diesen harten Stühlen im Hörsaal packte ich den dokumentensicheren Kugelschreiber ein, stand auf und Zack! Lumbago, Hexenschuss.

Ich bin nach Hause gekreucht, der LieblingsItaliener stellte die These auf: Druck weg, alles verschiebt sich, auch die Muskeln-naja. Heute ist besser.

Meine Mutter rief mich an, das war so süss!
„Wann bist du denn fertig mit der Ausbildung?“
„Nächstes Jahr sind noch mal 4 Prüfungen und dann Ende 2018 bin ich fertig“
„Dann bist du 55!“ sagt sie.
„Waaaas?“ mache ich. „Oh Gott!“
„Nee“, lacht sie, „noch nicht ganz, aber das ist doch egal, du hast dann doch noch ein paar Jahre zu arbeiten!Und guck mich an, ich bin 81, und fit wie ein Turnschuh!
Wie lief denn die Prüfung?“
„Ach, “ sag ich, „ging so…“
„Papperlapapp,“ , sagt sie „Du hast dir doch schon immer alles so gut merken können in der Schule! “
„ICH???? Ich bin gerade immer so durchgeflutscht notenmässig, bei einer 3 war ich immer glücklich!“
„Ja, “ sagt sie,“ aber ich erinnere mich, das die immer zu dir gekommen sind und angerufen haben, ob du ihnen helfen kannst und das sie hast abschreiben lassen!“

Ach, ich war damals schon so sozial drauf!
Und dann fiel mir ein, dass es MIR nix genützt hat, denn die, denen ich geholfen hab  die hatten am Ende immer die besseren Noten!

Fazit: Abschreiben, Spicken, Unterschleif sollte man lassen!

Grüsse in die Nachbarwelt!

Kat.

Reisefertig

Liebe S.,

damit die Zeit im Zug morgen auf der Reise zu Dir nicht ungenutzt vergeht, hab ich meine Karteikärtchen zur Wissensfestigung heute reisefertig gemacht.

Und stell dir vor: meine Farbstifte sind leer. Das ist mir noch nie passiert, meistens sind sie ausgetrocknet, aber das ich sie geleert habe, das hatte ich so noch nie! Nun weiss ich also, das ich äusserst fleissig war und es hat Spass gemacht, alles bunt zu markieren und farbig zu unterstreichen. Ob es auch den Weg in mein Hirn findet? All das nutzvolle Wissen, was ich am 22. Mai abrufen muss? Vieleicht ist es schon drin, aber noch nicht bereit,sich abrufen zu lassen?

Jedenfalls sind meine Handgelenke taub, mein rechter Mittelfinger hat Schreibschwielen, und ich freu mich wie verrückt, dass ich eine kleine Reise unternehme, um dich und andere liebe Menschen zu sehen!
Wenn Leerlauf ist, hole ich den kleinen Karteikartenordner raus und lese ein bisschen über Qualitätsmanagement, Pflegeforschung,Alkoholentzugssymptome, Krisenintervention, Krankenhausfinanzierung, Assessments,Burnout und Gewalt in der Pflege.
Und wenn kein Leerlauf ist, hab ich den kleinen Ordner auf alle Fälle dabei gehabt, und brauch kein schlechtes Gewissen haben, dass ich nix getan hab im Urlaub!
Wie nennt man sowas? Sich selbst was vormachen?Grins…
Morgen mittag sitz ich im Zug, ich fahre Erste Klasse, denn das bin ich mir wert! 😉
Servus! Bis morgen abend, meine liebe Freundin! Und ich hab ne Überraschung für dich! Freu mich auf dein Gesicht!

Kat.

Vom Alters-Starr-Sinn und Verbündeten

Wuhuuu!

Liebe S., heute ist Freitag! Du hast Urlaub und ich freies Wochenende, haha!
Seit einigen Tagen bin ich ja auf meiner neuen Arbeitstelle, und ich sag dir, es ist kein Leichtes, wieder von vorn anzufangen, wenn man eigentlich ein alter Hase ist!
Ich fühlte mich auf meiner vorigen Station so sicher und kompetent, und jetzt muss ich nachfragen und mit grossen Augen zugewandt den Erklärungen der alteingesessenen Kolleginnen lauschen.
Und mach mir so meine Gedanken, ob dort alles so gut und fortschrittlich ist, wie das eigentlich sein sollte. Auf dieser Station ist man seit 30 Jahren untereinander bekannt, hat gemeinsam das Examen gemacht, arbeitet seit Jahrzehnten miteinander, und ist so richtig schön eingespielt.

Und dann kommt Kat. da an, und denkt: Ich  kenn das anders. Ich würde das anders machen.
Aber Kat. hält erst einmal noch brav die  Klappe, und passt sich (vorläufig) an.
Bis heute eine andere Kollegin sagte: Wenn du dann nächstes Jahr ganz kommst, dann machen wir das anders!

Ich bin dann ja erst mal wieder ein paar Monate weg, zum Lernen, und wenn ich dann zurückkomme, werde ich sanft und vorsichtig schauen, ob ich nicht doch was ändern kann. Mit dieser anderen Kollegin.

Vorsichtig weil: wenn man 15 Jahre lang Formulare zurechtgeschnippelt, überklebt und ausgemalt hat, dann möchte man nicht , das da eine kommt und sagt: Du , da kann man im Computer was runterladen. Soll ich dir zeigen, wie? Und dann wird gegrummelt und geklebt und gemurmelt: Des ham ma allerwei scho so gmacht!
Nun gut, denkt sich die Fortschrittliche, gut Ding will Weile….
Und diskutiert dann auch nicht lang, wenn die Meinung herrscht: Das Medikament L. macht SÜCHTIG! (Was ist Sucht? denkt sich Kat., wenn du nach Absetzen des Medikamentes Herzrasen, Depressionen, Schwitzanfälle bekommst, ja, dann war das ein Suchtmittel. Aber wenn der Pat. sagt: das hat mir so geholfen, die Schmerzen waren weg, ich möchte das bitte wieder,… ist das dann auch Sucht? Hm….)
Kat. schweigt.
War ja nur eine Diskussion. Und noch kein schmerzgeplagter Patient.

Aber schön ist: Weil in dieser meiner neuen  Abteilung alle! um die 50 plus sind, begegnen mir Frauen, die auf dem Gang hinter ihrem Arbeitswagen sich  mit  einem Handtuch den Hals und den Kopf abwischen und lachend sagen: Depperte  Hitzn!Wanns bloss bald um war!
Und mich verschwörerisch anlächeln, und ich sag: Irgendwann ist das auch rum!
Und dann lachen wir alle.
Klimakterische Grüsse

Kat.

Baustellen-kulturfrei-

Liebe S.,

Ich bin platt. Der 2MonatigeSchulblock nähert sich dem Ende. Ich habe kiloweise Skripte bekommen und sollte sie jetzt eigentlich sortieren, statt Blog zu schreiben.
Ich sollte lernen.
Ich sollte guten Mutes sein, den nächsten Monaten gefasst entgegen sehen , wenn mir der Wechsel auf verschiedene Stationen bevorsteht.
2 Jahre lang alle paar Wochen muss ich wechseln, die verschiedenen Disziplinen, die verschiedenen Stationen, muss mich alle paar Wochen an neue Kollegen gewöhnen, an neue Patienten, an neue Routinen.Mir graust, und fast hätte ich heute geheult.

Ich hätte Intensivstation  weiter machen können, weil ich mich da auskenne. Aber ich wollte das ja nicht mehr.
Also muss ich das hier jetzt weiter machen.

Ein bisschen fühle ich mich wie auf einer Baustelle. Ich kann mir vorstellen, wie es dann, 2019 , sein wird, wenn ich mich Onkologische Fachkraft nennen darf. Aber jetzt ist das alles noch lang nicht fertig. Noch stehen noch ziemlich viele Kräne und Betonmischer um mich rum.
Meine Güte! Und das auf meine alten Tage!
Ich könnte faul in einer Hängematte liegen, und unter dem Himmel schaukeln, aber nein,….
Hängematte muss warten.

Ich sortier jetzt.
Blätter, Schriften, Schlagwörter.

Grüssele Kat.

P.S.: Was der Kran da übrigens durch die Lüfte schweben lässt, war eine Treppe. Die Treppe in den Himmel, aufstrebend. Ich seh das jetzt mal positiv.

Irres Verhalten- bin ich jetzt irre?

Liebe S.,
ich hab jetzt kurz gesuchmaschint, was „irre“ bedeutet. Wiki sagt: es bedeutet unteranderem „geisteskrank, verrückt“, oder „verstört“.
Ich bin gerade in dem Sinne irre von verstört.
Ich mach ja noch immer meine Weiterbildung. In einem Trakt, in dem es 2 Hörsäle gibt, fand in den letzten 2 Tagen der Unterricht statt. Wir waren in einem fensterlosen, schlecht belüfteten Raum untergebracht, der grössere Hörsaal war für eine Ärztefortbildung gebucht. Für die ganze Woche.
Gestern, als wir kamen, standen Kaffeetassen und Getränke auf Tischen im Flur, meine Kollegen freuten sich, und fragten, ob sie Kaffee haben dürfen.

Natürlich nicht! Wo kommen wir denn dahin!

Die 2 Aufseherinnen der Kulinarik beobachteten , was  wir assen und tranken, eine Kollegin wurde gefragt, wo sie ihren Kaffee herhätte, doch wohl nicht vom Büffet!
Nein, sie hatte den ganz brav aus der Kantine geholt und bezahlt.

Heute wurden unsere Limoflaschen beäugt, wir warfen scheue Blicke auf das Büffet, es gab Thunfischsalat, belegte Lachssemmeln, Nudelsalat, Suppen, Pizzas, Nachspeisen in kleinen Gläsern. Die beiden Aufseherinnen und der AufseherMann mampften vor der Büffeteröffnung bereits die Pizzen und warfen uns wieder argwöhnische Blicke zu.
( By the way, diese Aufpasserinnen sind Klinikangestellte, die auch mal als Krankenschwester gearbeitet haben, aber jetzt in der Öffentlichkeitsarbeit tätig sind, und NIEMALS dem niederen Volk ein freundliches Lächeln zuwerfen. Schon deshalb mag ich sie nicht!)
Jemand unserer Kollegen besass die Dreistigkeit , beim Anblick des reichgedeckten Tisches dem AufseherMann zu sagen: Das sieht ja köstlich aus alles, während der Aufsehermann den Hauseigenen Apfelsaft schlürfte und mit vollem Mund antwortete: Ich schick euch gerne ein Foto!
Als wir Mittagspause hatten, schlichen wir uns verstohlen an den Trauben der fortbildungswilligen Ärzte vorbei, die über das Büffet herfielen, wir huschten in die Kantinte und bezahlten brav unser Mittagessen. Als wir zurück kamen, war das Büffet halb abgefressen, es gab trotzdem noch sehr viele Reste. Wir waren aber satt, wir brauchten nichts.
Ich hörte, wie die eine Aufseherin zur anderen sagte: JETZT gönnen wir uns eine schöne Johannisbeerschorle!
Und dann.-du glaubst es nicht!- holte sie aus ihrer Tasche 2 oder 3 Tupperschüsseln und füllte die! Mit Thunfischsalat, Nudelsalat, Brötchen,….
Ich frag mich: wo bleibt da der Anstand? Hätte sie nicht wenigstens warten können, bis ihre Hassobjekte(wir) wieder in unserem Hörsaal waren?
Und dann, als wir am Nachmittag fertig waren, thronte sie auf ihrem Sessel und stopfte Kuchen in sich hinein.
Ich frag mich,warum ich mich so ärgere? Worüber ärgere ich mich?
Weil ich das Gefühl hatte, da regiert eine 2 KlassenGesellschaft, so wie du in dem letzten Beitrag geschrieben hast?
Weil es immer welche gibt, die meinen sie seien was besseres?
Es verstört mich.
Sicher  haben sie ihre Instruktionen, das sie ausser den 150 Ärzten nicht auch noch 30 Krankenpflegekräfte verköstigen dürfen, und wenn einer einen Kaffee bekommt, dann wollen die anderen auch. Aber kann man denn nicht ein bisschen freundlicher sein? Kann man nicht erklären, tut mir leid, ich würde ja gerne? Muss man wie ein Aasgeier mit irrem, Blick über seiner Beute lauern, dass ja niemand was wegnimmt?

Ich hoffe  von Herzen, dass der Thunfischsalat , weil er 3 Stunden in dem warmen Flur stand, schlecht geworden ist, und sie diarrhoetische Attacken bekommt, und das dann ihr Klo verstopft, und das Klopapier ausgeht, und das sie morgen bleich und zerschlagen und mit Übelkeit das morgige Büffet bewachen muss und sich wünscht, sie müsste das nie mehr wieder tun! Essen bewachen, ha!
Auch eine Form von irrsein, so zu denken? EGAL!

Bussi, deine rachegelüstige K.

 

Lernen…..

Liebe S.,
du hast sehr schöne Beiträge geschrieben die letzeten Tage.
Während ich im Hörsaal sass und mein Gehirn fütterte mit neuen interessanten wissenwerten Dingen. Und am Abend, damit der ganze Stoff nicht gleich wieder flöten geht, ganz brav an meinem Schreibtisch gesessen bin und das wichtigste auf Karteikärtchen geschrieben habe.
Vielleicht wird die erste Euphorie bald verfliegen, aber noch ist es spannend, und ich bin wissbegierig und schaue den Stundenplan für nächste Woche an und denke: Wow, toll: Umgang mit gefährlichen Stoffen, Einführung in die Onkologie, Schmerztherapie, ….alles alles her zu mir! Rein in meinen Kopf, bitte!

Psychoonkologie: Resilienz: Definition lernen(Widerstandskraft von Individuen angesichts belastender Lebensereinisse) . Copingstrategien, was für ein Wort! Der JüngstLiebsteSohn entwickelt Eselsbrücken für mich: „Coping ist die Vorstufe vom Doping“. Aha! Coping ist Bewältigung, wenn ich es nicht schaffe, dann muss ich mich dopen. SuperEselsbrücke!
Gemerkt!
Vor ein paar Jahren besuchte eine Veranstaltung  bei meiner SchönstenTochter in der Uni, weil sie einen Abend gestaltet hatte zum Thema Zivilklausel, und ich sass da im Hörsaal, lauschte dem Vortrag eines Professors aus Bremen und dachte: Schade, dass meine Zeit um ist, ich hätte gerne studiert.
Aber meine Zeit war nicht um. Ich mach das jetzt.
Ich bin übrigens NICHT die ganz älteste, eine Kollegin toppt mich um ein Jahr und 3 sind um die 40, der Rest ist jung, aber die meisten sind so symphatisch, und …ach, ich finde es einfach spannend.

Werde weiter berichten!
Kat.

Schneekugel Überraschung

Liebe K.,

am Samstag habe ich bei meiner Mutter nach laaanger Zeit mal wieder die Brockhaus Enzyklopädie konsultiert.Ich mag es einfach mal wieder die Reihen durchzugehen und unter dem gesuchten Begriff zu schauen. Maria… und da konnte ich von der heiligen Maria bis zu den Wallfahrtsorten , Marienblumen und Marienverehrung , Prosa und Querverweisen alles finden.

Für die Suchmaschinen im Netz brauchst du die richtige Frage.. alles zum gesuchten Begriff hängt einfach davon ab was du suchst.. ob es andere auch interessant fanden (dann gibt es ne Menge dazu), ob es gerade aktuell ist usw..

Unter heiliger Maria und blauer Mantel kamen immer Katalogbilder  von blauen Mänteln oder die Schauspielerin Maria Furtwängler im blauen Mantel… hahahaha..

Mein Lebensgefährte meinte.. ja… o.k.  aber guck mal m Brockhaus unter smartphone.. he he he…. Alles klar Brockhaus Ausgabe 1997.. klar..Es geht ja auch nicht darum das eine gegen das andere einzutauschen.. ich mag es einfach in einem richtigen Buch nachzuschauen, auch wenn da nicht alles zu finden ist. Das sei aber nicht das Neueste.. und Stiftung Warentest, Vergleiche von Produkten usw  sei da ja wohl nicht zu finden,sagte dann meine Mutter… nah und ?!  Das www kann ich ja immer noch befragen..

im Brockhaus fand ich auch unter Maria,die Basilika Maria Zell und !!! den Erfinder der Schneekugel. Ein Erwin Perzy aus Wien ( Werkzeugmacher), der ein winziges Modell der Basilika von Mariazell in eine Kugel tat und Grieß als Schnee hinzufügte.

Diese Kugel schenkte er einem Freund, der einen Andenkenstand hatte und so wurde die Schneekugel verbreitet… im Schneeballsystem 😂

Also.. Begriffe sammeln und mal wieder in der Bücherei in der Brockhaus Reihe nachschauen ( oder bei meiner Mutter, wenn ich sie besuche).

Ich hoffe du, liebe K. kommst heute an deinem ersten Schultag ohne Brockhaus aus.

Viel Spass und nette Mitschülerinnen! Ich bin schon gespannt was du berichtest.

herzliche Grüße

S.