Blogwoche:Alltagsfreuden-Altersfreuden I.

Liebe S.,
nachdem unsere letzten Themenwochen sehr melancholische Titel hatten (Sehnsucht und Heimat), dachte ich , wir schreiben mal über etwas, das uns bereits beim Schreiben die Stimmung hebt.
Und die Worte Altersfreuden und Alltagsfreuden hören sich, wenn man nuschelt, fast gleich an, also nehmen wir beide Worte zusammen, und schauen,was diese Woche draus wird!

Eine erste AltersAlltagsfreude ist ein Spruch, den ein Freund oft sagt: Du bemerkst, das du älter geworden bist, wenn du morgens aufstehst, und ALLES tut weh. Aber daran merkst du auch, das du noch nicht tot bist.

Eine zweite Alltagsfreude ist mir tatsächlich das Bloggen. Ich denke viel über das nach, was ich schreiben könnte, ich laufe mit offenen Augen durch die Welt, denn ich bin auf der Suche nach Fotos, die ich für einen Beitrag verwenden könnte, ich sehe einfach mehr. Ich nehme mehr wahr.

Gestern, bei meiner  Arbeit in dieser Intensivstation, war es wieder, das ich dankbar war darüber, wie es mir geht. Dass es mir gut geht, das gerade alles so rund und hoffnungsfroh ist. Wenn ich Patienten betreue, die sterbenskrank sind, und sie sind in meinem Geburtsjahr geboren, dann werde ich nachdenklich. Manchmal ist es sehr schlimm, und ich frage mich, wie wir Pflegenden das aushalten können. Dieses Leid, diese Schmerzen der anderen, diese Angst der Angehörigen.
Ich habe für mich herausgefunden, wie es geht, das auszuhalten und wieder Kraft zu tanken, um Hände zu halten und eine warme Stimme mit tröstenden Worten aus mir sprechen zu lassen.

Und das ist : Bewusst wahrnehmen,was auch Schönes gerade im Moment geschieht.

Gestern war es z.B. ein Arzt, der ein einfühlsames Angehörigengespräch geführt hat, ohne falsche Hoffungen zu wecken. Gestern waren es Kollegen, mit denen ich lachen konnte. Und es war eine Patientin , die mich trotz ihrer Verzweiflung angelächelt hat.
Und gestern war es auch noch der Blick aus dem Fenster, in diedsc_0664ses unglaubliche Abendrot , die Spuren der Flugzeuge und eine zarte Mondsichel am Himmel. Kannst du sie erkennen auf dem BeitragsFoto, zwischen den Flugzeugstreifen?
Und dann war da gestern auch noch dieser Kran, der um sich rum eine Lichterkette leuchten lässt am Abend. Ein Adventskran.

Wer bitte klettert da rauf und bastelt eine Lichterkette da ran?Oder hab ich nur wieder zuviel Fantasie? Bei der Vorstellung, wie die da rumturnen und die Glühbirnen da ranfummeln, wird mir ganz schwummrig!
Und noch ne Alltagsfreude: Heute abend gibts ArabischBayrischesCrossoverTanzen :Dabkemeets Schuhplattl.

Ich bin gespannt und werde berichten!

Yallah und Servus! Kat.

Geschenke

Liebe S……

Nach dem Lesen deines letzten Mailbeitrages geht mir, wie immer , wenn ich von Dir gelesen habe, ganz viel durch den Kopf.
Zum Thema Schenken und Geschenke. Jetzt und früher, mir fällt ja immer viel von früher ein. Als ich klein war, haben meine Eltern tatsächlich meine Puppe, die ich über alles liebte (und dann fiel mir auf, das die so hiess wie du!!), diese Puppe wurde im Advent in die Puppenklinik gebracht, und als sie wieder kam, hatte sie neue Kleider, oder wieder reparierte Arme… das war dann mein Weihnachtsgeschenk. Es gab praktische Sachen, Mützen Schals, Handschuhe…. Und trotzdem die Aufregung vor dem Weihnachtsmann und die Stille vorher, und das Essen danach, die gemeinsame Familienzeit, ach ich schweife ja wieder ab.

Geschenke gibt es ja nicht nur zu Weihnachten.

Zum Beispiel hatte ich gestern ein Päckchen im Postkasten mit einer Plätzchenform. 🙂  Oder dieses Duschgel in lila, welches die Aura stärken soll, das hast du mir im Frühjahr geschickt,  und das ist was ganz Besonderes. Und bewirkt, das ich oft an dich denke, wenn ich diese Dinge in die Hand nehme.

Meine Gedanken wanderten weiter, zu Geschenken, die ich bekam, oder Geschenken,  die ich gemacht habe und gesehen habe , das der oder die Beschenkte sich FREUTEN! Meine Schwester, die sich am Wochenende so richtig  über den Buddha von mir zum Geburtstag gefreut hat.
Die Geschenke der Kinder, wenn sie da heimlich sitzen und malen und basteln… auch wenn es dann irgendwann in der Kiste landet, egal, wichtig ist für mich die Vorstellung, dass sie sich Zeit genommen haben, etwas zu tun, und sich Gedanken gemacht haben. Und das mit Freude.

Meine Tochter hat mir igendwann mal einen Gutschein geschenkt.

„Ein Beautyverwöhntag mit Marokkanischen Köstlichkeiten.“
Mit einem Bild von einem  Kamel vor einer Tasse Tee.(Von dem ich fand, das es aussah wie ich)  Ich erinnere mich noch an die Honigquarkmaske, wie sehr die geklebt hat, ich weiss nicht mehr, was es an Köstlichkeiten aus Marokko gab, aber ich weiss  dieses Gefühl noch, dass ich mich so besonders gefühlt habe, weil sie sich ZEIT genommen hatte, für uns. Kostbare gemeinsame Zeit.

Und ich glaube , dass ist es, was mich so freut an Geschenken, das der  oder diejenige sich die Zeit genommen hat, an mich zu denken und sich etwas für mich zu überlegen.

Und deshalb mach ich das dieses Jahr auch. Zeit schenken.

 

Alles Liebe K.