Glastonbury

Meine liebe Freundin K.

ich lieeeebe alles dort… auch  die Geschäfte in der Hauptstrasse .. dass das da noch sein kann und darf…. vor 2 Jahren war ich zuletzt da. Mein Lebengefährte war auch mit.. er fand das richtig too much… und aaaaarg… und Konsum und Geschäftemacherei..In einen Laden ist er mitgegangen.. ich hätte noch gern etwas hier oder da geschaut… aber mach das mal wenn dein „Liebling“ vor dem Geschäft steht und all das graaaaauuuenhaft findet.. ich kann das nicht und fand es dann selber nicht mehr gut. Du weisst schon Empathie im Endstadium.. 🙂 Galstonbury Abbey , die Ruinen und die alten Bäume hingegen, haben ihm sehr gefallen.. seufz… das besondere des Tor auch.. der Weg dorthin.. die Schafe vor dem Gatter nach „Avalon“…( wenn ich jemals wieder Internett und WLAN habe,kann ich auch endlich wieder meinen Compi benutzen und die Fotos zeigen..)

Und ich hätte mir so gern eine Brosche mit dem Chalice Well Symbol gekauft. aber es gab nur Anhänger in dem Laden unterhalb der Quelle…Das Symbol der grossen Göttin..und nochmal die Ladenstrasse … wär möglich gewesen.. aber dann nur 1 Geschäft wo es das dann auch sicher gegeben hätte.. seufz.

Ich vermute , dass du in der white chapel warst…

Wir könnten mal zusammen dahin fahren.. was meinst du ?

Sowas Tolles hab ich hier im Norden nicht zu bieten. Aber was Anderes ! Containerschiffe, portugiesische  Cafe´s ( die Tastatur hier macht nicht das e was ich will…) und auch 2 Eso Geschäfte mit blingploing zong Musik Geplättscher und natürlich meinen kleinen Garten vor dem Haus, den ich gezähmt habe. Mit tagelangem Gezuppel und Gegrabe..-Ackerschachtelhalm.. arrrg  und 700ltr. Rindenmulch und 2 neu angepflanzten Wildrosen .

Ich freu mich auf deinen Besuch.. auch, wenn er nur kurz sein kann. Besser als nix !

geniess deine Urlaubstage

herzlich deine S.

©

Liebe K.,

nach  einer ersten Sichtung der Fotos… und es war niemand ausser uns am Strand… Frau Mondin hat extra ihren Heiligenschein für mich getragen 🙂 und das am 21.6. um 22.30 Uhr..

Und soviel ich weiss, musst du gerade arbeiten… ich finde ja im Sommer sollte man gar nicht arbeiten müssen, sondern nur das machen wozu man Lust hat…:-))

Als Kind habe ich gedacht.. das mit dem Hitzefrei… das gilt… für immer !

Hier fliegen nach dem Regen gerade die Zitronenfalter.. und es ist sonnig.. krass wie sich alles verändert..

melancholische Grüsse an dich

S.

….aus dem Urlaub….(via whatts app)

Liebe K:,

heute bin ich zwei Wochen unterwegs… Dänemark ist toll…ich mag das einfach hier…offensiv und freundlich…

Lebensgefährte und ich vertragen uns gut.
Klingt alles boaring, oder?

Der Blick streift übers Meer, die Seele baumelt, die Schwalben schwatzen fröhlich.
Versteinerte Seeigel gefunden und noch 2 Lochsteine für Dich, dasss du sie aufhängen kannst im Bayrischen.


Midsommer wird hier am 23. gefeiert…da sind wir spätestens auf dem Heimweg.

Herzlich grüsst dich deine S.

Ach ja, das Foto ist von heute nachmittag. Der Blick aus dem WoMo Fenster.

Und danke , dass du das für mich in unserem Blog einträgst.

Es riecht nach mehr Meer !

Liebe K.,

noch 2 Tage arbeiten, dann gehts in den Urlaub.. juppiduppi !  2011 war ich zuletzt dort, bin gespannt wie es jetzt aussieht..

Rubjerg knude besuchen..  versteinerte Seeigel und Schwemmholz sammeln, fotografieren, spazieren gehen, ausruhen..

Ein Krimi zum Mitnehmen liegt schon bereit und mein Ferienprojekt, was da heisst Prilblumen häkeln.. 🙂

Zum Sommeranfang bin ich fast wieder zurück.

Allen eine gute Zeit. Was sind denn eure sommerlichen Projekte ?

liebe Grüsse

S.

Guten morgen schöner Tag!

Liebe K.,

ich habe zuerst gestutzt, als ich deinen Beitrag lass.. bin ich die Schöne ?Hahaha.. sicher nicht und nicht heute , denn ich sehe ziemlich verquollen aus nach einer Schnupfenröchelhusten Nacht, habe aber trotzem noch schöne hellgrüne Augen .-).. dann fiel mir ein, woher ich den Satz kenne.. ein Buchtitel..

Immer wieder eins unserer Themen.. gut zu sich sein.. freundlich.. nachsichtig.. bei nachsichtig denke ich sofort fiese Sachen..nachsichtig geht gar nicht. Das ist kurz vor Flodders… aber nur Kritik reicht ja noch nicht ! Es braucht noch Disziplin um mit sich klar zu kommen… uiuiui… was soll sowas  ? Da sind sie mal wieder zum 100.000sten die Glaubenssätze.

Der Mohn aus Wales hat sich wieder ausgebreitet.. kicher.. im Gegensatz zum orangen Mohn wird er höher und ist viel robuster… kicher.. ein ganzes Feld hier im Hinterhof…bis jetzt ca 1.40 hoch.. aber die Sonne kommt ja erst noch…

Sachen machen die anderen Wurscht sind, hast du geschrieben. Genau das trifft es, finde ich.. und dann vertritt das mal… nach aussen.. warum du sowas machst… allein schon.. dass man das vertreten muss.. börx..Man kann einfach nur sich selber sein, und damit ist man schon ausreichend beschäftigt, finde ich.. ohne sich im vorauseilenden Gehorsam anderen anzupassen und auch auf deren Meinung aktiv zu verzichten..schwer.. wir sehen uns oft mit den Augen der „Anderen“.

Und noch was ganz anderes… eine Film Doku die ich unbedingt sehen möchte

http://www.tomorrow-derfilm.de

einen schönen Tag dir, und all unseren followern!

herzlichst

S.

Ahlan Sadiqi!Von Falafel und Kartoffelsalat

Liebe S.,

Salaam! Ich war letzte Woche auf einem bairisch-arabischenAbendessen, initiiert von meiner SchönstenTochter und ihren engagierten Freunden. Ich halte es für eine tolle Idee, den verschiedenen Kulturen Raum für ein gemeinsames Miteinander zu geben. Es waren 15 arabische  Männer dabei, hauptsächlich aus Syrien, eine syrische Studentin , und leider nur 5 Deutsche. Ich muss die Werbetrommel rühren , wenn sie es wieder machen, denn es war ein richtig schöner Abend. Jeder hat etwas zu Essen mitgebracht. Meine SchönsteTochter brachte norddeutschen Kartoffelsalat mit, was zu einem DeutschArabischen Gespräch über Kartoffelsalat führte.F. und M. aus Damaskus haben bereits mehrere Varianten von Kartoffelsalat essen können, wenn sie bei Deutschen eingeladen waren, und waren erstaunt, das es regional so viele verschiedene Familienrezepte gibt. Ich hab einen Norddeutschen Butterkuchen gemacht, mit dem ich allerdings ne Revolution hätte anzetteln können, so hart war der.Und es gab ganz viel bairisch Creme.
Die arabischen Freunde haben viel gekocht. Falafel, Hoummus, Fatousch, das ist Salat mit Brot drin, dann so ein Stielgemüse mit Fleisch, Kartoffeln aus dem Ofen mit Knoblauchsosse…. , Linsensuppe….
Ich hatte den Eindruck, es waren Heimwehgerichte. Zu den Kartoffeln aus dem Ofen sagte S. aus Aleppo: „Das musst du probieren! Das ist von zu Hause. Aber syrische Frauen können es viel besser kochen. Ich habe mich bemüht. Aber es schmeckt nicht so wie von syrischen Frauen“-


Sie sprechen sehr gut deutsch, dafür, das sie teilweise erst ein Jahr hier sind. Sie erzählten was von Partizip 1, und ich konnte nichts dazu sagen! Der syrische F. hat mir erklärt, was Partizip 1 ist, nämlich wenn man aus einem Verb ein Adjektiv macht. Die butterkuchenbackende K. z. B. Wieder was gelernt!

Später haben sie Trommeln geholt, und musiziert. Lieder vom Wind und von der Sonne, sagte meine Schönste Tochter, die arabisch spricht.
Und dann wollten sie, das wir deutsche Lieder singen, aber es fiel uns nichts ein. Ausser Helene Fischer. Wie haben wir uns dargestellt? Als völlig steifer Haufen, der harten Kuchen bäckt und keine Lieder kennt? Nächste Mal wird anders!
Noch viel mehr lustiger und fröhlicher! Und dann kommen mehr Deutsche und mehr arabische Frauen! Und dann wissen wir ,das A. aus Aleppo kommt, und gucken nicht mehr betreten , wenn er uns das erzählt, weil wir dann diese Bilder im Kopf haben von der Zerstörung und die Vorstellung , was er alles erlebt haben muss, und warum sein Blick so traurig ist. Dann wissen wir es und sind vielleicht ein bisschen unbefangener.
Der nächste Plan des arabisch-bairischen Freundes ist übrigens Kulturübergeifender Tant. Schuhplattln meets Dabke. DanceFusion sozusagen.
Ob ich mich da traue? Ich werde es probieren.

Liebe Grüsse! K.

 

Erinnern

Liebe S.,
Letztes Jahr im Oktober hab ich meine alte Tante in meiner Heimat besucht. Sie ist 83.Sie hat immer viel erzählt , und ich wollte auch immer viel von ihr wissen, nur leider, wie das mit erzählten Erinnerungen so ist, hab ich vergessen oder durcheinander gebracht, was sie mir alles erzählte. Dieses Mal hab ich mir ein Aufnahmegerät mit genommen, ich wollte diese Geschichten, die sie zu erzählen hat, und die zu meiner Identität gehörenm, die wollte ich wissen und bewahren.Wir sassen 2 Abende in ihrer kleinen Küche, mit Blick auf denSee, an dem sie wohnt,  wir assen geräucherten Aal, wir tranken ein wenig Bier, ab und zu rauchte sie eine Zigarette. Die Schatten der Bäume wurden länger. Die Kormorane zogen über das Wasser.Ein Fischerboot schlug Wellen.
Und sie erzählte ihre Geschichten.
Es sind dann 4 einhalb Stunden verwertbarer Text geworden. Einen Auszug schreibe ich hier, denn ich bin auf das Projekt „Gegen das Vergessen“ hier im Blog aufmerksam geworden, über Juck Plotz Beitrag, hier ist es noch mal extra erläutert. (Ich weiss nicht , ob ich das jetzt richtig verlinke, aber ich mach das jetzt mal so.)

Meine VaterFamilie-meine Tante ist die Schwester meines Vaters- ist gebürtig aus Mecklenburg, sie stammen aus „einfachen“ Verhältnissen, mein Grossvater war Maurer, meine UrGrossmutter Dienstmagd bei Hochwohlgeboren.Das folgende ist ein Auszug aus ihren Erzählungen:

Die Nazi-Zeit

….-Opa musste nicht in den Krieg, weil er zu alt war.
Er hat ja den ersten Weltkrieg mitgemacht, aber dafür war er im Volkssturm(1945,) er war Volkssturm Erster, und da hat er und A.P…, der hatte schon einen Arm verloren, im Krieg, mit dem ist er an der Eldebrücke gewesen.Die sollte gesprengt werden.Die Soldaten hatten da Sprengstoff gelegt, kurz vor Schluss, vor dem 3.Mai. Das hat Opa durch geschnitten, damit die Brücke nicht gesprengt wird.
Leider steht da nicht sein Name , an der Brücke,aber da steht:
Plauer Bürger haben das gemacht.

Ja. Irgendwie war Opa doch ein Held. War er, ja….
Ja,und in der Gewerkschaft war er.Er hatte eine Urkunde, 25 Jahre Gewerkschaft, im Zimmer hing die, nachher war sie weg. Und da stand drauf:
Einer für alle, Alle für einen.
So ist der Spruch gewesen.
Während der Nazi-Zeit konnte er in der Gewerkschaft bleiben, das hat keinen gekümmert.Das musste er nicht verstecken,
Obwohl P(der Ort) voll war von Nationalsozialisten. Aber die haben sich zurück gehalten- …..

….-Der Alltag

Wir haben so gut es ging , Musik gemacht miteinander. 1945 hatten wir ja keinen Strom abends, dann kamen noch mehr Freunde aus dem Ort und der Strasse zu uns, M… ist dir vielleicht ein Begriff, Hans M….l. Und dann haben wir Blockflöte und Mandoline gespielt, und die Eltern haben dabei gesessen. Dann stand ne Kerze auf dem Tisch, selbstgedrehte Kerzen, meine Mutter hat dann aus dem Wachs auch Bohner gemacht, für den Fussboden(Bohnerwachs) und mein Vater hat die Zeitung gelesen, Pfeife geraucht, Mutti hat gestopft, oder gestrickt, oder irgendwas, und dann haben wir uns Geschichten erzählt.Unser Vater konnte tolle Geschichten erzählen.Spökenkiekerei.Und der hatte für alles irgendeinen Spruch.Das fand ich immer so toll.Aber ich kann mich leider gar nicht mehr an diese Geschichten erinnern.

……-Der Krieg
Opa versteckt die Mädchen. 1945

Eingemauert hat er uns.Wenn du so willst. Am Ende vom Hof, vom Garten war ja so eine kleine Mauer und dahinter floss die Elde.
Er hat hinter dem Garten zwischen dem Schwienstall an der Stadtmauer einen Verschlag gemacht, alles zugestellt mit Holz,und da war Stroh drin, in dem Raum.Und dann hat er ein Loch geschlagen in die Mauer,das wir da durch konnten, und da wurde so ein Schrank vorgeschoben.
Und G…. , also dein Vater, und R…waren mit einer alten Frau im Haus im Wohnzimmer, und die Russen haben immer gefragt: Wo Frau, Wo Frau? Die konnten sich das nicht erklären, dass wir nicht mehr da waren, und wo wir waren.Wir waren , glaub ich, über 20 Frauen drin.
Die suchten alle Schutz bei meinem Vater.
Wenn die Russen dahinter gekommen wären, ich glaub , die hätten meinen Vater auch erschossen.Wir haben das gemerkt, das die Russen da waren, wir waren so still, du hättest da wirklich die berühmte Nadel im Stroh fallen hören.So leise ist das gewesen. Und G… und R… , die waren draussen.Mit dieser alten Frau.Der haben die Russen wohl nix getan. Die war wohl selbst für die Russen zu alt. Die sei schon faul, haben die Russen gesagt.Furchtbar.
Und nach ner Weile haben wir dann gemerkt, wie die Russen auf dem Hof waren und mit der Taschenlampe durch das Holz, weisst du, wenn da so Ritzen sind, wie die da durch geleuchtet haben.Und da kam dann der Schein da rein, aber die konnten das (uns)nicht sehen.Die sind denn wieder abgehauen.Aber weisst du, ich hab in meinem ganzen Leben noch nicht so gezittert und auch nie wieder solche Angst gehabt.
Und denn war das ja Sommer, und es war so warm und die Schafe die blökten, und die Kühe haben Lärm gemacht und mussten gemolken werden, und die Schweine, und dieses Geblöke und so, das hör ich immer noch, das war schlimm.Ja, das war keine schöne Zeit, aber irgendwie haben wir die dann doch noch als schön empfunden.

…Geschwister…
G… ist ja nur ein Jahr jünger als ich. Aber ich hab die Verantwortung für meine jüngeren Geschwister übernehmen müssen.Und weisst du, ich seh dieses Bild immer noch… wir hatten ja auch nichts zu essen,E…(Älteste Schwester)brachte zwar immer Brotmarken mit,wir mussten ja Marken kleben, aber das hat nie gereicht  und ich stand am Küchenschrank und die drei Kleinen neben mir, und hatten Hunger.Und da war nichts drin.ImSchrank.
Das geht mir nicht aus dem Kopf.Das war schlimm.20150927_154954.jpg

Und du weisst ja, ich hab W…(Schwester) immer um mich rum gehabt.Zu Hause immer.Und nachher in Rostock haben wir in einem Betrieb gearbeitet,auch hier, in E…,und das ist mir schon ganz schön schwer geworden, als sie gestorben ist(2014).

Daher kommt auch dieser ganz starke Geschwisterverbund, wenn man so schlimme Zeiten miteinander durchgemacht hat.Und trotzdem haben wir aus allem was gemacht. W… kam nachher ins Internat, auf die Oberschule, ich war in der Schule keine grosse Leuchte.

….denn wir haben ja im Krieg und auch nach dem Krieg kaum Schule gehabt.
Wir haben uns dann alles selber anlernen müssen.

Aber wir haben ja trotz allem ne schöne Jugend gehabt, wir hatten ja einen grossen Hof, und das gute war ja, das wir ein eigenes Haus hatten.
Wir haben da Höhlen gebaut, und wenn Gewitter war, dann hatten wir so eine Leiter hingelegt, Säcke rauf und da sind wir dann unter gekrochen.Wir waren immer zu dritt, oder nee, zu viert…nein, also ich war vielleicht immer manchmal bisschen böse mit den Gören, aber wenn man da erzieht , dann muss man manchmal bisschen streng sein.Aber das, denk ich, haben sie mir auch nicht so übel genommen.Die sind ja immer noch zu mir gekommen.

….Menschlichkeit
Und einmal musste mein Vater wo arbeiten, in  Rostock, das war im Krieg oder kurz davor, und da wurde er bewacht von den Nazis, und da war so ein alter Jude, den liessen die Nazis immer mit einem Stein in der Hand auf und ab springen.Und wenn der stolperte, haben sie ihn geschlagen. Der war wohl schon so alt und gebrechlich und Opa konnte das nicht mit ansehen. Der hat zu den Nazis gessagt,das das unwürdig ist,was die da machen und da haben die mit dem Gewehr auf meinen Vater gezielt und gesagt, wenn du noch einmal das Maul aufmachst, geht es dir genauso!
♥      ♥     ♥
Es gibt noch mehr Geschichten, ich habe sie eben alle noch mal gelesen, und bin wieder sehr berührt davon. Sie hat an den Abenden da gesessen und immer wieder gesagt,“ Ach Mensch, Kat… die Menschen sind doch immer noch nicht schlauer geworden, die machen denselben Sch… doch immer noch, hört das denn gar nicht auf?“
Sie hat immer wieder betont, dass sie ein gutes Leben hatte, wie wichtig ihr die Geschwister waren, die Familie, aber „den Krieg,…nee, datt hätt nicht sin möt“.
1950 bis 1960 sind sie und ein Teil ihrer Geschwister in den Westen geflüchtet, teilweise unter abenteuerlichen Umständen.

Und deshalb werde ich immer wütend, wenn ich die Stimmen gegen Flüchtlinge höre, wenn ich von Mauern höre, die gebaut werden sollen, wenn ich diese Diskussion über Familienzusammenführung höre… ich weiss wie das ist, wenn man einen Teil seiner Familie nicht sehen kann. Ich weiss wie das ist, wenn jemand seine Heimat verloren hat.
Und noch ein Nachsatz zu ihrer Bezeichnung: „Die Russen“. Das bedeutet nicht, das alle Russen böse Menschen sind. Es bedeutet, das es in jedem Krieg Menschen gibt, die die Achtung und den Respekt vor anderen „fremden “ Menschen verloren haben. Mittlerweile, denke ich, ist das sogar im Frieden der Fall.

Sehr nachdenkliche Grüsse

Kat.
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Strassenkunst

Meine liebe Hamburger Freundin S.!
hier im WordPress war ja was los heute(ich kriege alle Benachrichtungen auf mein Smartphone, ich bin bereits  so fortschrittlich, haha! ).
Und nachdem ich die letzten 6 Tage durchgearbeitet habe, abends todmüde ins Bett fiel und sonst zu nichts mehr fähig war, konnte ich nur mitlesen. Habe mich aber sehr amüsiert.

Nein, diese Monstaz kenn ich nicht. Standen die so rum? Oder waren die auf Fotos drauf?
Hier in Augsburg gab es vor ein paar Jahren auch so ein Phänomen, an vielen Stellen wuchsen Graffitti Blumen. indexUnd sie waren so schön, das ich mich, wenn ich sie gesehn habe, einfach nur gefreut habe. Sie waren an besonders tristen Stellen auf einmal da.
Ein bisschen hab ich die Geschichte verfolgt. Zuerst wurde gerätselt, wer so etwas macht. Dann begannen viele Leute, sich darüber zu freuen. Diese Blume ist wirklich freundlich.

Dann irgendwann haben sie den Sprayer erwischt,leider.

Das wars dann mit der Augsburgblume.blume 2

Und dann tauchten irgendwann in einem Laden Tshirts auf mit der Blume als Motiv und ich glaube, das war dazu da, um dem kreativen Sprayer die Gerichtskosten zu finanzieren.

So etwas macht Städte lebendig. Und zeigt, was für Menschen dort leben.
Mein GrosserSohn hat mir mal ein Graffitto geschickt aus Leipzig, mit dem Text: “ OMI, ich hab dich doch lieb!“

Bilder verzieren Mauern, die hässlich sind, Mauern die Angst ,machen. Um die Angst sichtbar zu machen . Oder die Wut. Um zu zeigen: Es gibt hier Menschen!

Und dann hab ich noch diese Mauer gefunden, auf einer Brücke über den Lech. 20160124_135923Es gibt ja diese (Un)sitte, wenn man sich lieb hat, dass man Vorhängeschlösser an Brückengeländer kettet. Ich finde den Brauch zweifelhaft, ich möchte meine Liebe nicht anketten. Aber das find ich schön. In einigen Herzen stehen bereits Namen.Leider hat nicht jedes Liebespaar einen Edding in der Tasche.

Ich wünsche Dir einen schönen Abend  und pflege dich gut!
Deine K.