You made me smile :)

Liebe liebe S.,

so ein Quokka, das wäre schön, wenn mir so einer auf meinem Tisch gegenüber sitzen würde, und mich immer so angrinsen würde.

Heute ist die 2. Schulwoche um.(Fachweiterbildung Onkologie)
Am Anfang hab ich noch jeden Abend meine Unterlagen gesichtet, geordnet, auf Karteikarten geschrieben, was ich für „prüfungsrelevant“ hielt.
Am Montag kaufte ich mir grössere Karteikarten, weil ich beschloss, das noch besser zu machen, noch ordentlicher. Das tat ich bis Mittwoch. Gestern, am Donnerstag ,dachte ich. das mach ich morgen, den Stoff von heute aufzusortieren. Heute dachte ich, ach, Sonntag geht das auch noch!
So schnell schleicht sich der Schlendrian ein!
Aber ich bin so platt von allem, ich kann heute echt nichts mehr tun. Den ganzen Tag habe ich wichtige Dinge über Schmerz gehört, mit einem Affentempo haben die Referenten ihre Vorträge gehalten, vieles ist mir bekannt gewesen, einiges klarer geworden, aber jetzt brummt es in meinem Hirn.

Und ich kann beim besten Willen NICHTS mehr in meine grünen Ordner sortieren. Grüne Ordner für die Fachweiterbildung hab ich besorgt, grün beruhigt und verspricht Erfolg!

Lernen ist immer noch schön, interessant und spannend.Warum habe ich nicht schon früher so etwas gemacht?
Ich habe eine Kollegin, mit der ich so viel lachen muss, und auch die anderen FWB-Teilnehmer sind besonders. Jedenfalls die von der Onkologie, grins, denn die von Intensiv/Anästhesie, die kenn ich ja kaum. Manchmal haben wir Unterrichtsstunden gemeinsam, manchmal nicht, und ausserdem wirken die IntensivLeute soviel ernsthafter als wir.
Oder gewissenhafter, aber ich finde, lachen muss sein. Oder? Was meinst du?
Ich musste jedenfalls sehr lachen, als ich dieses KissenBettenchaos(siehe Beitragsbild) in einem Flur der Pflegeakademie entdeckte, ich dachte:Das ist ein Sinnbild für den Deutschen Pflegenotstand!
So, ich lege mich jetzt in mein gemütlicheres Bett, gute Nacht!

Kat.

Lernen…..

Liebe S.,
du hast sehr schöne Beiträge geschrieben die letzeten Tage.
Während ich im Hörsaal sass und mein Gehirn fütterte mit neuen interessanten wissenwerten Dingen. Und am Abend, damit der ganze Stoff nicht gleich wieder flöten geht, ganz brav an meinem Schreibtisch gesessen bin und das wichtigste auf Karteikärtchen geschrieben habe.
Vielleicht wird die erste Euphorie bald verfliegen, aber noch ist es spannend, und ich bin wissbegierig und schaue den Stundenplan für nächste Woche an und denke: Wow, toll: Umgang mit gefährlichen Stoffen, Einführung in die Onkologie, Schmerztherapie, ….alles alles her zu mir! Rein in meinen Kopf, bitte!

Psychoonkologie: Resilienz: Definition lernen(Widerstandskraft von Individuen angesichts belastender Lebensereinisse) . Copingstrategien, was für ein Wort! Der JüngstLiebsteSohn entwickelt Eselsbrücken für mich: „Coping ist die Vorstufe vom Doping“. Aha! Coping ist Bewältigung, wenn ich es nicht schaffe, dann muss ich mich dopen. SuperEselsbrücke!
Gemerkt!
Vor ein paar Jahren besuchte eine Veranstaltung  bei meiner SchönstenTochter in der Uni, weil sie einen Abend gestaltet hatte zum Thema Zivilklausel, und ich sass da im Hörsaal, lauschte dem Vortrag eines Professors aus Bremen und dachte: Schade, dass meine Zeit um ist, ich hätte gerne studiert.
Aber meine Zeit war nicht um. Ich mach das jetzt.
Ich bin übrigens NICHT die ganz älteste, eine Kollegin toppt mich um ein Jahr und 3 sind um die 40, der Rest ist jung, aber die meisten sind so symphatisch, und …ach, ich finde es einfach spannend.

Werde weiter berichten!
Kat.

Neue Wege

Liebe S.,
eigentlich wollen wir ja unsere wöchentliche Themenreihe machen, aber jetzt mach ich was ausser der Reihe. Es war etwas schweigsam in unserem Blog die letzten Tage, manchmal ist im Leben landunter, dann sind andere Dinge wichtiger.

Ich bin seit Freitag auf Wolke sonstwo. Am Freitag gab es die PalliativZertifikate, und die Kursleitung hatte alle Chefs zum Festakt eingeladen . Ich wollte das erst nicht, ich dachte, der nimmt mich doch sonst auch nicht wahr! Aber dann kam Herr Chef, gab mir die Hand, brachte mir eine Flasche Wein(leider war die nimmer gut, wörx, egal, die Geste zählte) und fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte, in einer Weiterbildung für andere Kollegen Stunden zu geben zum PalliativThema . Klar, logisch gerne! Und dann fragt er mich, ob ich woanders arbeiten möchte, Onkologischer Schwerpunkt und die Weiterbildung zur Onkologie Fachkraft machen will. Hei, ich bin 52! Die Ausbildung dauert 2 Jahre! Aber der Arbeitsplatz danach wäre dann ohne Nachtdienst, ich wäre weg von der Intensivstation. In der neuen Arbeit wäre der Schwerpunkt Patientenbetreuung und Medizin, und ach, alles so Gutes Sach, was ich nie dachte, das ich dafür mich qualifizieren würde! Als ich ihn fragte, ob er wüsste, das ich 2031 in Rente dann ginge, sagt er: Alte Pferde schickt man nicht immer gleich zum Metzger. 😉

Es tun sich neue Wege auf, S., ich bin so glücklich. Erst mal durch die Wertschätzung, die mir entgegen gebracht wird, er sagte, jemand der sich so einsetzt, diesen Palliativkurs durchzuboxen,der ist in seinen Augen sehr gut befähigt, die Arbeit in der Onkologie zu machen.
Dieses Schreckgespenst: Nachtdienst und 3 Schichten bis zur Rente machen müssen, ist weg, die Sorge, wie schaffe ich es mit 60 Jahren 150 Kilo schwere Menschen zu lagern und zu pflegen, wie halte ich die Situation mit der Ethik in der Intensivmedizin noch 15 Jahre lang aus, ohne abzustumpfen, oder zu zerbrechen- all das ist gelöst.

Es gibt Wege raus aus diesen Sorgen. Wir beide stellen uns ja seit 2 Jahren die Frage, wie geht es beruflich mit uns weiter, wie lange können wir das so noch machen? Bei mir hat sich ne Tür geöffnet, unverhofft….Und niemand hat mir bis jetzt abgeraten, selbst Kollegen, die ich sehr vermissen werde, denn wir sind ein Supertolles Team, sagen: Mach das, das ist deine Chance, wenn nicht du wer dann?
Und weil ich da so beschwingt war, konnte ich auch Gehaltsvorschläge machen, da ich mich ja auf Grund der fehlenden Schichtzulagen finanziell eher verschlechtern werde, und Herr Chef hat gesagt: Okay, er schlägt es der Personalabteilung so vor. Schaun mer amoi….ob das so klappt…
Ich hoffe, ich werde jetzt nicht grössenwahnsinnig, haha!

Es wird spannend. Und wir zählen noch laaang nicht zum Alten Eisen! Das freut mich besonders!

Liebe Grüsse
Kat. auf dem Höhenflug