Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit

Guten morgen liebe K.,

und willkommen zurück ! Ich bin schon gespannt deine Berichte zu lesen. Ein bisschen habe ich schon Angst um dich gehabt…. auch wenn ich weiss, dass du klar kommst und mit deiner Tochter, die sich ja da gut auskennt, unterwegs warst..

Während du im “ Orient“ auf Abenteuerreise warst, beginnt hier das alljährliche Geburtstagsgrauen.. noch einen Monat… dann ist es wieder so weit.. niemand mag wirklich im Winter Geburtstag mit mir feiern… man kann nicht grillen, keine Gartenlaternen,nicht draussen feiern ..jaaaauuul ! O.K. aber das war ja schon immer so 🙂

In den letzten Jahren macht mir an diesem Tag dann besonders das Älterwerden Kopfzerbrechen… Vor 6 Jahren bin ich in der Nacht zu meinem Geburtstag aufgewacht… Albtraum….Hilfe ! Ich habe ja noch gar keinen Heimplatz !  Ohjee..  dabei fühle ich mich doch gar nicht so als bräuchte ich einen… aber da hat das Unterbewusstsein zugeschlagen..

In diesen Tagen denke ich auch besonders an meine Kindheit zurück…. manches von damals macht mir heute noch das Leben schwer… hat sich verselbständigt… behindert mich…und weil es nie zu spät für eine glückliche Kindheit ist, wie Erich Kästner sagt, befasse ich mich jetzt mit dem Inneren Kind.  Dem kann nur ich helfen… nicht meine Mutter ( auch ohne Quittengelee ).. denn sie ist sich all der Dinge ja gar nicht mehr bewusst und findet , dass alles gut war.. tja zwischen 10 und 12 Jahren setzt sich ganz viel fest und wird zu Glaubensmustern.. die man nicht unbedingt gebrauchen kann… manches kommt mir so vor, als wäre es gesetzt.. und das ist schwer, denn ich bin ja auch noch rebellisch und das Gegenteil von allem und will die alten Muster loswerden, denn sie passen nicht mehr zu mir, wie ein zu klein gewordenes Kleid lassen sich aber nicht ohne weiteres wegschicken.

Als denn, mal sehen ,was es hier in der Bücherei dazu gibt. Im März habe ich dann auch einen Termin bei einer, die sich mit diesen Themen befasst…und auch „walking in your shoes“ anbietet… soweit erstmal von mir

es grüsst dich bei -7 Grad

S.

 

 

Durchatmen!

Liebe liebe K.. vor mir aus auch K. wie Iiiiiiihgiittigittekelquitte  🙂

wow ! Deine Beitragsflut ist ja toll ! Fast möchte ich dir zurufen ! Ruhig Brauner.. ganz ruhig… es ist noch viel Zeit zu schreiben.. ! Ich kann gerade fast nicht mehr mithalten.. soll ich all deine Fragen wirklich beantworten oder sind sie retorisch ?!  Ich möchte sie gerne beantworten.. über Florence Nightingale bis therapeutic touch ( hab n Kurs in der Schweiz gemacht.. allerdings nicht für Menschen sondern für Tiere..)

Bei pieta fällt mir z.B. die von Michelangelo ein..usw usw. Wenn man uns beide testen würde heutzutage… beide wohl ADS  oder ADHS  ? Egal… is mir egal is mir egal… kicher..

Und dann noch Wechseljahre und sog. Pubertät rückwärts…da drehen die Gedankengänge Purzelbäume.

Also einmal tief durchatmen…

Meinen Vorsatz für dieses Jahr wolltest du ja auch noch wissen. Also.. weiterhin auf dem Weg sein , die zu werden die ich bin.Und ! Im eigenen Rhythmus sein, sich weniger von aussen beeinflussen lassen.

An Sylvester habe ich aus den Göttinnenkarten Morgan le Fay gezogen.

Wie passend !

Erhol dich gut vom Nachtdienst ! Mein Silvestertörn an Spätdienst ist auch um. Habe auch heute frei.. und ach was wäre es schön, wenn ich mit dir, liebe K. hier ein bisschen spazierengehen könnte. Der Norden zeigt sich heute von einer schönen Seite. Dünne Schneedecke und Sonne !

Deine S.

P.S.  das Strandfoto zeigt Pendine sands in Wales

Berühren

Liebe S.,

ich bin wieder Feuer und Flamme für etwas, was eigentlich selbstverständlich ist in der Pflege.
Ich hab heute Nacht in einer Fachzeitschrift gelesen. Einen Artikel über therapeutic touch.
Und weil  es etwas unrealisitisch ist, einen Geistheiler-Lehrgang in Mc Pomm zu machen, obwohl wir da ja ein Bauernhaus für 69.00o Euro kaufen könnten(hab ich auch gelesen,allerdings in einer anderen Zeitschrift und ich dachte, vielleicht wärest du ja bei diesem Projekt dabei?),  hab ich eben ein bisschen gegoogelt, ich will ja weiter lernen!

Und während ich so las, dachte ich, aha, jetzt hat das ,was ich seit Jahren tue in meiner Arbeit,einen Namen! Und ist eine Wissenschaft! Wow! Vielleicht mach ich es nicht so proffessionel, das Berühren, vielleicht mach ich das intuitiv. Aber ich tue es. Und ich spüre, wenn sich am Patienten etwas verändert.Wenn er an der Bettkante sitzt, zusammen gesunken, und ich hinter ihm kniee und meine Hand auf seine Stirn lege und mit sanftem Druck ihn aufrichte, dann sitzt er gerade und schaut nach vorne. Wenn ich einem Patienten ,der nicht weiss wo er ist und was um Gottes willen da wieder aus dem Lüftungsschacht kriecht für  ein Viech, wenn ich ihm die Hand halte.  Und  sein Gesicht berühre und sanft zu mir drehe, dass er mich anguckt, damit er weiss das er nicht alleine ist. Brauchen wir denn immer und für alles einen Standart, eine Ausbildung, einen Namen? Scheinbar schon. An und für sich finde ich das Thema interessant und ich werde zwar nicht einen teuren Kurs dafür machen, ich mach jetzt erst mal meinen Palliativkurs in 2016, aber ich werde was darüber lesen und dann werde ich es bewusster wieder anwenden.
Weisst du, wie schön sich das anfühlt, wenn du lange unbeweglich auf dem Rücken liegen musst, und jemand kommt und zieht ganz sanft und leise deine Schultern ein bisschen gerade, und berührt deinen Nacken und deine Stirn? Sowas fällt auch unter Menschlichkeit, oder?
Also, ich mache therapeutic touch, Berührungen, werde mich belesen, aber KEINEN Kurs buchen, und werde mich immer wieder an die Nase fassen und daran denken, was alles möglich ist, ohne das ich ein Studium draus machen muss.

Yep.Guter Vorsatz.
Liebe Grüsse Schwester K.

P.S. :wusstest du das Florence Nightingale die letzten 30 Jahre ihres Lebens liegen musste? Weil das vom Arzt so verordnet war? Die Arme. Ob sie da jemand liebevoll berührt hat? Hm…

PSPS: ich würde so gerne auf deinen Quittenblog antworten, mir ist da sowas tolles eingefallen. Morgen! Umarmung!

Die Anderen

sind nicht so ganz bei sich… oder ganz bei sich..

Liebe K.,

gestern wars ziemlich anstrengend in der Welt da draussen. Obwohl ich keine leise Stimme habe und deutlich spreche, verstand man mich gestern oft nicht. X Mal Sätze wiederholt, und dann wurden sie immer noch nicht richtig verstanden.

Die Wintersonnenwende hätte was damit zu tun, sagte eine Freundin von mir.. vielleicht ist einfach die Zeit , die jetzt kommt, sehr speziell.. zwischen den Jahren wo im besten Fall alles ruht und man sich an das vergangene Jahr erinnern kann und es abschliessen . Aber davor kommt noch Weihnachten. Und jetzt stecken die meisten noch in den Vorbereitungen … und all das was im letzten Jahr nicht geklärt wurde , klopft auch wieder an. Wie wollen wir zusammen feiern ist bei uns hier ja geklärt… eigentlich…dachte ich… und nun kommen die üblichen Verdächtigen und klopfen an.. willst du den Kleinen nicht doch was schenken.. jaaaa.. sie haben alles .. aber irgendwas vom Tiger Laden.. die haben doch so Glitzerkram gaaaanz günstig… o.k.

Ich habe die Räuchermischungen hervorgeholt… und nun glimmt es im Flur schön vor sich hin.

Bei sich selbst bleiben ist heute mein Thema. Nicht so sehr schauen was die anderen alles brauchen und wie es ihnen geht und was ich tun könnte oder was ich lassen könnte. Einfach bei mir bleiben.

Herzlichst

Deine S.

Anderswelt

Liebe S.,

hier war der Tag nicht blau und sonnig, hier lag eine Hochnebeldecke über den westlichen Wäldern.
Nichtsdestotrotz war ich mit meinen Jungs 3 Stunden unterwegs im Wald, wir  waren so unbeschwert.

Ja, Allerheiligen , Allerseelen, diese Zeit, die manchem das Herz schwer macht und andere um Süsses oder Saures bitten lässt.
Zu Hause , als Kind, hab ich nie Halloween gefeiert, das war wohl zu amerikanisch, die Peanuts, auch das hat nicht zu meiner Kindheit gehört.
Wir sind evangelisch, Martin Luther, der Weltspartag am 30. Oktober, das waren meine Highlights in der Schulzeit, wobei Martin Luther kein Highlight war, nur der Schulfreie Reformationstag.
Am Weltspartag mussten wir die Sparbüchsen in die Sparkasse bringen, und dann wurde gelobt, wenn man besonders viel Geld drin hatte. Ich hatte nie viel drin, irgendwann konnte ich nämlich mit einer Pinzette selbst diese Spardose knacken. Und drum hab ich nie tolle Spargeschenke bekommen. So handhabe ich es noch heute. Geld muss im Fluss sein, und nicht in der Büchse.

Aber da ich schon immer gerne eine Neigung zu mystischer Spökenkiekerei hatte, die Rauhnächte, Wotan, der auf seiner Horde durch die Luft reitet, mein abergläubischer Vater, und dann an Allerseelen, wenn „der Vorhang so dünn wird, das man die andere Seite sehen kann“, sowas celebriere ich, darum  werde ich heute abend räuchern. Wenn alle weg sind,  auf ihren Halloweenpartys.

Ich werde Kerzen entzünden, auch im Garten, und schauen was ich sehe. Und heute werde ich mich nicht fürchten, denn letzes Jahr, da war mir so intensiv unheimlich zu Mute, als ich in den Garten schaute, im Dämmern , da hatte ich das Gefühl :jetzt kommen sie alle aus dem Gebüsch gesprungen, die Mir-Vorangegangenen. Und da bin ich schnell ins  Wohnzimmer gesaust und hab die Türen zu gemacht, das war mir dann doch irgendwie unheimlich.

In diesem Sinne! Happy Halloween!

Alles Liebe in den Norden…. K. wie Kürbis