Zeitfenster heute

Liebe K.,

ich mag Hildes Geschichte…. sie passt auch in diesen Sommer…

Bin seit gestern Abend im Noch-Zu Hause- und packe die nächste Fuhre, die mein Lebensgefährte am Samstag ins -Neue – zu Hause – fährt und dort mit Hilfe von Freunden auspackt.

Ein kleiner Stopp.. jetzt gerade.. Rhabarberschorle trinken… atmen… den Schwalben zuhören  bevor es weitergeht… ist es bei dir auch so drückend warm ? Scheußlich ist das heute hier.. mein Hals kratzt von der ewigen Zugluft…

Uff….

Ich hänge gerade so n bisschen durch… morgen wieder arbeiten bis Montag… und am 23. ist dann der Restumzug… dann sollte es geschafft sein und alles wird schön ? Tja.. ..wie ich gerade erfuhr nicht so richtig… weder fertig noch schön..es wird September  werden… frag nicht warum…🙁

Aber keine Bange, wenn du mich besuchen kommst, sollte alles o.k. sein.. und wenn nicht.. auch egal.. du besuchst ja mich und nicht die Wohnung.

Und da ich Aufmunterungen und Belohnungen in Form von Konsum manchmal brauche, wollte ich mir heute den Nagellack kaufen, den die Fusspflegerin aufgetragen hatte.. einen rosé Ton.. hatten sie aber nicht mehr.. und deshalb habe ich ihn bestellt.. 4 Wochen Lieferzeit.. egal..

Das wars erstmal für heute…

Grüssli

Deine S.

Vom Meer und den Wellen

Liebe S.,

Erinnerst du dich an Hilde? Aus meinem Beitrag Vom Weggehen ?
Ich hab heute überlegt,was wohl aus ihr geworden ist? Vielleicht ist sie tatsächlich in Paris angekommen und hat sich am Gare de L`Ést  im Intercontihotel ein Zimmer genommen. Um eine kleine heimelige Pension zu suchen, reichen ihre Französischkenntnisse nicht aus.Sie hat sich 3 Tage durch die Stadt treiben lassen, mit dem Taxi konnte sie sich immer wieder ins Intercontihotel bringen lassen, das ist nicht schwer auszusprechen und jeder Pariser Taxifahrer kennt es. Aber nach 3 Tagen hat ihr der  Trubel der Grossstadt gereicht. Sie ist zum Bahnhof an den Reisebüroschalter gegangen.Irgendwie hatte sie Sehnsucht nach dem Meer.
Am Schalter sass ein junge Frau. Hilde fragte zaghaft: „Sprechen Sie ein bisschen Deutsch?“
Die junge Frau begann zu strahlen und sagte: „Ja, gerne, ich hab in der Schule Deutsch gelernt, wie kann ich Ihnen helfen? “
„Ich möchte ans Meer“, sagte Hilde.
„Davon haben wir hier genug“, antwortete die junge Frau und nach ein bisschen plaudern buchte Hilde eine Zugfahrt nach Nantes, ein kleines Mobilhome auf einem Campingplatz in der Nähe am Atlantik und einen kleinen Leihwagen. In 3 Stunden ging der Zug.Hilde kam sich sehr abenteuerlustig vor und überlegte, ob sie kurz zu Hause anrufen sollte. Ihr Handy hatte schon längst den Geist aufgegeben, sie hatte schliesslich kein Ladekabel dabei in ihrer Handtasche. „Was für ein Glück eigentlich“, dachte sie, „sonst hätten sie mich mit SMS bombardiert, und ich wäre sicher umgekehrt. Aber so mache ich mir ein paar schöne Tage am Meer.“
Der Campingplatz am Atlantik war ziemlich gross und es dauerte eine Weile, bis Hilde ihr Mobiles Heim für die nächsten 10 Tage gefunden hatte. Es lag in einem Pinienwäldchen, der Duft der Piniennadeln in der Abendsonne umfing Hilde. Dieser Geruch erinnerte sie an ihr Wohfühlölbad, aber jetzt in der Natur war er viel intensiver.Der Boden war weich und ihre Schritte federten leicht. In der Nähe hörte sie das Meer rauschen.
Sie ordnete ihre wenigen Kleidungsstücke, die sie sich in Paris gekauft hatte, in das kleine Regal hinter dem schmalen Bett, nahm ihr Handtuch und machte sich auf den Weg zum Meer.
Sie war überwältigt von der Weite des Strandes, der Weite des Himmels und des Wassers.

Die nächsten  Tage verliefen in einer Gleichmässigkeit und einer Ruhe, die Hilde so lange schon vermisst hatte. Morgens verzehrte sie im kleinen Campingplatzbistro ein Croissant und einen Milchcafe. Dann ging sie zum Meer.Sie ging den Strand entlang , erst eine Stunde die Unendlichkeit des Meeres zu ihrer Linken, dann eine Stunde zu ihrer Rechten. Sie beobachtete die Surfer in den Wellen, von denen sie zuerst gedacht hatte, es seien Pinguine, denn sie erkannte nur schwarze kleine Gestalten, die auf den Wellen tanzten.
Sie beobachtete die Familien, die unter Strandmuscheln lagen, sich sonnten, die Väter die  mit ihren Kindern Strandburgen bauten, die Mütter lagen in der Sonne, manche lasen.Sie beobachtete junge Leute, mit ihren Surfbrettern, die Bier tranken und lachten.
Ein kleiner blonder Junge stand im Wasser und spielte selbstvergessen mit einer Kokosnusschale, die auf den Wellen auf und ab tanzte.
„Wie einfach das Leben ist“, dachte Hilde.
Mittags ging Hilde in ein kleines Strandrestaurant und ass ein Baguette oder einen Teller Nudeln, dann ging sie zurück zum Campingplatz. Dort nahm sie den Duft der Pinien in sich auf, während sie in einem Liegestuhl lag und den Himmel und die Bäume betrachtete.

Am Abend machte sie sich erneut auf den Weg zum Meer.


Wenn sie glaubte, allein am Strand zu sein, stiess sie Schreie aus, gegen den Wind. Sie, die Hilde aus A., die immer leise und still alles ertragen hatte, schrie gegen den Wind.Wetterte und schimpfte.Jauchzte, sang und jubelte.  Erfand böse Wörter für alles, was sie geärgert und verletzt hatte. Dann lachte sie über sich selber. Und bückte sich nach Muscheln und Steinen und warf sie voller Kraft zurück ins Meer.
Von den Spaziergängen wurde ihre Haltung aufrechter, ihre Beine kräftiger und  ihr Herz weitete sich.
Sie liebte es, die Wellen zu beobachten, das ewige Auf und ab, das rhythmische Hin und Her.
Hilde spürte diesen Rhythmus in sich.
Sie spürte eine grosse Ruhe in sich und eine Kraft wuchs in ihr.

Hilde machte Pläne. Sie wusste jetzt, wie sie ihr Leben weiter leben würde.
Nach 10 Tagen war Hilde bereit, nach Hause zurückzukehren.

Kat.

Vom Kleinmachen und Grosswerden

Liebe S.,
Friseur tut gut. Hast du richtig gemacht, erst das Handy kaufen und dann zum Selbstverschönern, und dann noch Glitzerstaub, schön. Ich hab mir das heute auch gegönnt.Wieder bei der Naturfriseurin, bei der ich letztes Jahr doch schon mal war, und ich erst ein wenig voreingenommen gewesen bin oder skreptisch, was die mit mir anstellt, erinnerst du dich? Aber weil das Endprodukt damals so überwältigend war, hab ich das wieder gemacht, wieder auch mit Farbe. Und ich bin fluffig und schwungvoll und hab ne gesunde normale neue Haarfarbe. Und nebenbei gab es Seelenmassage.
Mein Lieblingsitaliener ist zwar der Meinung, das die schon wissen, welche Floskeln sie verwenden müssen, damit meine Seele gestreichelt wird, aber ich war jetzt 3 mal dort, und dreimal hat sie was anderes gesagt, und  jedesmal hat es zu meiner derzeitigen Lebenssituation gepasst.
Dieses mal meinte sie, ich hätte mich auf den Weg gemacht, um etwas zu verändern und ich dürfe mir durchaus was zutrauen und müsse mich nicht klein machen.
Und das stimmt.
Ich dachte da spontan an meinen PalliativKurs und wie mich selbst das Schreiben meiner „Fach“Arbeit ein ganzes Stück im Denken und meiner Einstellung weiter gebracht hat. Dann dachte ich an manche Situationen in der Arbeit, wo ich in der letzten Zeit das Gefühl gehabt hatte, das ich ja wohl gar nichts kann und alles falsch mache(was ja nicht stimmt).
Aber da hab ich mich klein gefühlt und klein gemacht.

Die Naturfriseurin hat irgendwie gesagt, das System erfüllt das, was du dir denkst.

Klar,wenn ich mich klein fühle dann strahle ich das auch aus. Wenn ich selbstbewusst und erhobenen Kopfes vortrete, gibt es ganz andere Reaktionen.
Letzte Woche gab es eine Situation in der Arbeit, die so zu dem passte  was ich mag.
Eine Patientin durfte sterben. Der Oberarzt stand vor dem Zimmer und fragte: Wer von Euch ist denn hier in dem Zimmer? Ach, Kat., Sie? Das ist aber schön.
Und dann haben wir dem Sterben in dem Zimmer einen richtig guten Rahmen gegeben, ich hatte Zeit für die Angehörigen, ich hab die Fassungslosigkeit lenken können, die Angst, bis es zu einem Frieden kam bei allen.
So ein Tag erfüllt mich, denn ich denke, so soll es sein. Das ist das, was ich gut kann und gut tun möchte.
Und weiter tun werde.
Das Leben ist schön, besonders mit einem fluffeligen Kopf!
Kat.

Wechseljahre

Jetzt gibts mal einen Beitrag an die Allgemeinheit, vornehmlich Frauen, oder sind die Wechseljahre für Männer auch ein Thema? Höchstens wenn „die Alte wieder austickt, weil sie in Wallung kommt“.So gehört damals von meinen Onkels, denn in meiner bewussten Erwachsenwerdenzeit waren meine Tanten um die 40, 50 und hatten ihre „Phasen“.Die Frauen haben untereinander darüber gewispert, ich bekam mit, das sie über das Ausbleiben ihrer „Zeit“ sprachen, das das andere -wisper-wisper- jetzt endlich ein Ende hat,“jetzt musst du ja nicht mehr, Trudi, jetzt ist die Zeit auch rum, ne, jetzt kann der Alte gucken wo er bleibt“.
Naja, so schlimm vielleicht war es vielleicht nicht, aber die Wallungen, das war damals oft Thema unter den Freundinnen meiner Mutter.

Übel ist es, wie heute früh im Blog von franhunne4u inhannover beschrieben, wenn die Schwitzattacken kommentiert werden. Wie bei einem von mir wirklich sehr geschätzten Arbeitskollegen, der jedes mal in Lachen ausbrach, wenn ich zur Arbeit kam, wohlgemerkt, ich war 7 km hingeradelt! und meine Schwitzrinnsale kommentierte: Tja, jetzt ist es  auch bei dir soweit, ich nenne dich jetzt nur noch K-K.(Klimakterium-Kat) Er tat es.Witzbold. Bis ich gesagt hab: ich gebe dir auch keinen komischen Namen,also lass das bitte! Dann war es vorbei. Geärgert hats mich trotzdem.
Denn zu dem Spott kommt ja noch, dass Frau sich verändert, dass sie an Gewicht zunimmt, dass sie Launen hat, dass sie ihr Leben überdenkt, ob es das jetzt war, ob noch was kommt. Dann die Haarproblematik: Soll sie grau werden oder überfärben? Naturhaarfarbe deckt entgegen der Packungsversprechen nämlich nicht ALLE grauen Haare ab.

Es ist wie damals , als ich erwachsen wurde. Ich mochte mich nicht leiden. Ich mag mich manchmal immer noch nicht leiden.So vom Körperbild her. Wegen schlaff und faltig.Nur daran arbeite ich ja. Fitnessstudio. Sport soll auch Wechseljahressymptome lindern.

Und Vorteile hat es auch. Freundin zu Besuch. „Wisperwisper…hast du zufällig OBs da? “ Nö, haha, brauch ich nicht mehr, aus die Maus!
„Ach, da hast du das aber gut, mir geht es dann immer so schlecht, ich hab dann ne Blasenentzündung, mein Bauch tut weh,ich kann nicht schlafen.Ach, da freu ich mich auf die Wechseljahre!“

Ich bin jetzt fast 52. Ich sass vor einem halben Jahr in Mutters Wohnzimmer und wir sprachen darüber, wie es ihr damals ging, mit den Hitzewallungen und  wie sie damit umgegangen ist.Meine Mutter ist jetzt 80.
Ich sagte dann so im Nebensatz,:“ich glaub bei mir war es das schon, mit dem Klimakterium, das ist eigentlich gar nicht so schlimm gewesen irgendwie, kurze Wallungen paar Monate und dann war es wieder gut.“
„Was?“ macht meine Mutter. „Datt glövst du doch woll selber nicht, datt dat bi di schon um is! Ich sitz da immer noch mit an“.*
Na dann, prost Mahlzeit! Das kann noch heiter werden!

Schönen Abend! Grinsend in  der lauen Sommerluft s(chw)itzend

Kat.

 

*Für die, die diese Mundart nicht verstanden haben:“das glaubst du doch wohl selber nicht, dass das bei dir schon vorbei ist! Ich hab da immer noch mit zu tun!“

Von der eigenen Timeline

Liebe S.,

ich hab überlegt, ob das Thema, über das ich jetzt schrieben will, im Sommer überhaupt angesagt ist, eigentlich ist es ja ein Novemberthema. Es geht ums Sterben. Meine Facharbeit für den Palliativkurs ist fertig, und meine SchönsteTochter hat mir den Schlusssatz gegeben: Sterben und Tod ist immer noch nicht Teil unserer Gesellschaft. Vorgestern haben wir uns darüber unterhalten. Sehr interessante Thesen hat meine Lieblingssoziologin SchönsteTochter. Sie sagt zum Beispiel, das andere Kulturkreise viel selbstverständlicher mit dem Tod umgehen. In anderen Kulturen wird der Tod zelebriert, es gibt Klageweiber, es wird gerufen und laut geweint. Bei uns steht eine leise Todesanzeige in der Zeitung, auf Beerdigungen ist man bedrückt, erschrocken über sein eigenes mögliches Ende.
Woran liegt das?
Die SchönsteTochter sagte: Weil uns die Spiritualität fehlt, die Hoffnung, die Vorstellung, dass nach dem Tod etwas weiter geht.
Früher glaubte man an eine Belohnung. „Den Seligen ist das Himmelreich“.Oder?Sagt man so? Früher, als die Lebensumstände schlecht waren, als Krieg , Not und Hunger herrschten, da brauchten die Menschen Hoffnung, einen Glauben an das danach, damit sie das alles überstehen konnten, das Leben. Heute , wo es uns gut geht, wo wir keinen Hunger haben und kein Krieg am Horizont aufzieht, und wenn,dann betrifft der uns nicht, heute haben wir keinen wirklichen Bezug zum Sterben. Da erschrickt er uns, weil es jemanden in der Nachbarschaft traf, und kurz befassen wir uns damit selber, mit unserer eigenen Endlichkeit, aber nur kurz.
Früher hatte ich keine Angst. Da war ich mir sicher, das die , die gestorben sind, nicht weg sind.Früher dachte ich, wenn ich tot bin, dann bin ich ein Lichtfunkeln in einem nie-endenden Feuerwerk.
Jetzt fürchte ich mich davor. Ich möchte noch lange leben.Möchte niemals aufhören, den Tag zu begrüssen, meineSchönsteTochter in den Arm zu nehmen, meinem JüngstLiebstenSohn die Haare zu verwuscheln, möchte singen mit dem GrösstLiebstenSohn, möchte noch tanzen und reisen und leben.

Dann kam mir noch etwas in den Sinn: Dass wir älter werden, dass wir, die schon älter geworden sind, oft hadern mit dem Alter , und nicht akzeptieren wollen, das das Fleisch faltig wird, die Augen schwächer, die Spannung nachlässt und die Gelenkigkeit, können wir es nicht akzeptieren, weil da der Tod um die Ecke guckt? Und uns angrinst, und sagt: „Naaaa?Nimmer lang, gell“, und in hässliches Gelächter ausbricht?
Letzte Woche fand ich in einer Zeitschrift ein Bild von Madonna, sie ist 57 , wenn ich nicht irre, und dieses Bild mit der Kleidung, die sie da trug, war einfach nur scheusslich. 20160621_103600

Ich hab es gesehen und gedacht: warum macht sie das? Verleugnet sie ihr Älterwerden? Darf eine Frau so rumlaufen? (Klar, dachte ich dann, soll sie, wenn es ihr gefällt,aber ich finde es nicht hübsch.) Sicher kann man darüber diskutieren. Egal. Diese ganzen Promis in fortgeschrittenerem Alter betreiben Körperkult und stählen ihre Straffheit.

EmmaNormalFrau hat für sowas keine Zeit.EmmaNormalFrau muss akzeptieren , das sie nicht mehr knackig ist,  selbst wenn sie immer noch in die Klamotten ihrer pubertierenden Tochter passt. Wenn man sie von hinten sieht, dann kann man vielleicht denken :Wow! Wenn sie sich umdreht, sieht man ihr Alter. Von hinten Lyzeum, von vorne Museum, hat mal jemand gesagt.

Zu sich stehen, sich seiner Timeline bewusst sein, wie mein Lieblingsitaliener gerade sagt, das ist eine Kunst. Sich mögen mit all den Falten und den einfach nicht verschwinden-wollenden Speckrollen, so sehr frau sich auch anstrengt, die bleiben einfach da! Der eigenen Vergänglichkeit ins Auge blicken, seine eigene Spirtualität finden, seine eigenen Hoffnungen finden und  Möglichkeiten, und wenn der Tod dann mal wieder um die Ecke luurt und grinst und fies kichert, dann mach ich ihm ne lange Nase! Dann mach ich einen Purzelbaum und tanz ihm davon.

Nicht wahr? Das machen wir! Und fürchten ihn nicht.

Grüsse Kat.

Was mir zu grau einfällt

„Ein freundliches Steingrau“ (Loriot: Ödipussi)

Dr. K: „… Und Herr Blöhmann, Ihre Lieblingsfarbe?“
Hr. Blöhmann: „Grau … aber nicht so grau … mehr grüngrau … ins Bräunliche. Eine Art Braungrau … mit Grün … ein Braungrüngrau …“
Dr. K: (notiert) „Braungrüngrau …“
Hr. Blöhmann: „Es schadet auch nichts, wenn es ein bißchen ins Bläuliche hinüberspielt, Hauptsache, es ist grau …“
Dr. K: (notierend) „Danke…“
Hr. Blöhmann: „… Braungrau …“
Dr. K: „Vielen Dank, Herr Blöhmann …“
Hr. Blöhmann: „Etwas Rot könnte auch anklingen …“
Dr. K: „Das genügt, Herr Blöhmann!“
Hr. Blöhmann: „Ein Braunrot … im ganzen Grau …“
Dr. K: „Jaja …“
Hr. Blöhmann: „Also ein grünlich-blaues … Rot-braun-Grau“

und wenn ich mir vorstelle , dass wir beide aaaaaalt und grau sind… dann sind wir nicht grau sondern weisshaarig mit Silberfäden und tragen halblange oder lange Haare. Aber ganz bestimmt keinen praktischen Kurzhaarschnitt 🙂 ..und  wir sind braungebrannt wie alte Indianerinnen und sitzen irgendwo in einem Garten und fertigen craft jewels an.. kichern und gackern und murmeln vor uns hin…

Hier regent es heute alles grau in grau… mit Abstufungen

Viel Spasz heute !

S.

Lass wachsen , das Grau, auf dass es walle…

Liebe S.,

ich musste ziemlich grinsen über deine WhattsappNachricht , in der du schriebst,dass du in einem Gespräch mit einem männlichen Erdbewohner  erfahren hast,  eine Frau mit grauem Haar möchte ihres doch bitte kurz tragen! Flotter Kurzhaarschnitt in grau, super!

Ich hab es bereits öfter erlebt, das  Männer darüber laut nachdenken, wie eine Frau doch ihr Haar tragen sollte. Bei manchen gehen graue Haare gar nicht. (An einer Frau). Andere wiederum mögen kurze Haare an Frauen nicht.
Dann gibt es welche, die wollen eine Frau mit blondem Haar. Oder besonders gerne dunkel. (Mach doch mal, steht dir bestimmt!)
Ich hab mich gefragt, was stellt er sich dann darunter vor? Was verbindet er damit? Bei blonden Frauen , klar, da verbinden alle: Blondine= süss und naiv.
Eine Frau mit roten Haaren verkörpert natürlich im Klischee das Mysteriöse, das Geheimnissvolle, das Machtvolle, Unabhängige.
Eine Brünette,… gut dazu fällt mir gar nichts ein, vielleicht ist braunhaarig einfach nur normal? Strassenköterblond, aschblond, braun halt…
Und dann natürlich graue Haare. Graue Haare bedeuten gelebtes Leben,Lebensalter, Weisheit. Und dann noch lange graue Haare! Das ist ja noch einschüchternder als lange rote Haare!
Eine Frau mit langem wallendem grauem Haar, toll!
Ich stellte mir spontan eine Frau vor, die am Feuer sitzt, das Feuer hütet, ihren WeissagungsKnochensack schüttelt, Beschwörungsworte murmelt, denn in ihren langen grauen Haaren stecken Macht und Weisheit und Erfahrung.
Allerdings ich selber bin gerade blondgesträhnt und recht kurzhaarig, was bedeutet das? Noch nicht reif fürs Weise Alter? Hab ich ja noch Zeit,laut neuesten Rentenberechnungen muss ich noch 20 Jahre arbeiten.

Übrigens kam mir heute auf der Strasse ein Auto entgegen, so ein kugeliger Fiat in Fliederfarben, und in ihm sass eine grosse Grauhaarige Frau. Und ich musste spontan lächeln, denn das sah so toll aus, so harmonisch, sie hat mir so gefallen, denn ihre schulterlangen grauen Haare wirkten ganz springlebendig, wie die ganze Frau da in dem Auto.Ich hab  gedacht, fliederfarben und graue Haare , wunderbar, und freute mich die ganze Heimfahrt über dieses Bild.
Ich finde, Wallemähne geht in jedem Alter, mit jeder Farbe.

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Oder ist jemand anderer Meinung?

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Kurz geht auch. Haha! Mach mich selbst zum Clown!

Also, let´s grow  grey! (Ist das richtiges Englisch?Egal!)
Liebe Grüsse und einen sonnigen Abend! Kat.

Danke an 95 Follower!

Heute morgen haben wir die 95 vollgemacht! Vielen Dank an alle die uns lesen, kommentieren oder ein „gefällt“ da lassen…

Und auch danke an die, denen wir folgen, ich hätte nie gedacht, dass die Blog-Welt so bunt und anspruchsvoll ist. Morgens zum Frühstück klapp ich mein Tablet auf und gucke, was so los ist im WordPressUniversum.
Vieles lässt mich lachen, schmunzeln, manches macht mich nachdenklich, einiges lässt mich denken und erinnern, zeigt mir Parallelen auf, ich staune über manche literarischen Worte und Sätze, bei denen ich einfach nur denke: Wie schön! Und die Fotoblogs find ich ja auch Klasse!
Die WordPressfollower kennen wir nicht persönlich, aber wir sind auch auf Facebook, Gezeitenwechselblog, da folgen uns 13 Menschen, die ich alle kenne. Und von denen , und unseren Emailfollowern hab ich auch ein persönliches Feedback bekommen:
Dass es schön ist, uns zu lesen, das sie gelacht haben über den einen oder anderen Artikel, dass sie nachgedacht haben über das, worüber wir geschrieben haben, dass es sie berührt hat.
Darüber freue ich mich. Sehr sogar.
Heute dachte ich darüber nach, warum wir eigentlich diesen Blog gestartet haben? Weil wir in unserem Lebensumbruch „Wechseljahre“ auf der Suche waren nach Menschen, denen es ähnlich geht. Weil wir wissen wollten, ob es uns alleine so geht, dass wir Angst haben vor dem Älter werden, dass sich Veränderungen ergeben, wie wir damit umgehen können, wie andere damit umgehen.
Es hat funktioniert! Jedenfalls für mich. Wir haben einen Austausch mit Frauen und Menschen, die nicht mehr unbedingt 2o sind, die etwas wissen vom Leben, die uns über dieses Leben berichten, was uns wieder zeigt, das wir nicht alleine sind mit unseren Gedanken. Und das man trotz Älter werden neugierig sein darf, und das man bzw Frau neugierig bleiben kann und lebendig, und das es einfach Spass macht, zu leben, zu schreiben und zu denken. Wobei wir erst denken sollten vor dem Schreiben. Aber zum Glück gibt es die Korrekturtaste!

Und ich ; Kat. hab nämlich allen Lesern ein Blumensträuschen gepflückt, so als kleines Dankeschön.Siehe Titelbild.

Die Hundert naht!Grüsse Kat. ❤

Von nassen Rittern, Regen und Spelunkenwirtinnen

Hallo, na, liebe S.? Wie war der Friseurbesuch? Hat es dich sehr geärgert, das Haareschneiden? Aber es war ja nur Farbe.
Die Zeit rast, 9 Wochen ist es her, das du zuletzt dort warst und wir diese Blogs  (oder sagt man Beiträge?)geschrieben haben über Haareschneiden und Besuche aus dem Jenseits.
Ich war gestern auf einem Rittermarkt, ich liebe es ja, dieses Eintauchen in eine Zeit, die wohl doch ein bisschen anders war als auf diesen Märkten. Es wird damals keine Thüringer Bratwurst gegeben haben und auch kein Schmalzgebäck in Rosenform. Aber egal. Seit Jahren liebäugel ich ja damit, mir mal so ein mittelalterliches Kleid zu kaufen, aber ich werde damit aussehen wie eine Spelunkenwirtin. 20160516_155424Weisst du, diese alten Weiber in diesem Mittelalterschinken, oder bei Game of Thrones, die in zerfetzen Kleidern zahnlos den schmutzigen Reitern der wilden Horden das Bier auf den Tisch knallen. Und denen eine scheuern, wenn sie anzüglich werden. Ich glaub , mir gefallen solche Frauen, denn die machen sich keine Gedanken mehr ums Gefallen müssen, wie diese hübschen Prinzessinnen -die alten Zahnlosen Weiber dürfen hässlich sein. Auf Dauer will ich das natürlich nicht, aber manchmal wäre es sehr praktisch. Was meinst du?
Jedenfalls hat es sehr geregnet, am Sonntag auf dem Markt, und beim Lagerleben sassen sie da, die Ritter mit ihrem Gefolge, ihre Schafspelzumhänge sogen sich voll mit Wasser, der Regen rann die Zeltwände hinab,in die Zelte hinein,  und ich freute mich über meine Gummistiefel IMG-20160516-WA0002und dass ich mit einem warmen Auto gleich heim in meine warme Wohnung fahren kann.
Und nicht auf einem nassen lahmen Pferd in eine zugige kalte Burg zurück oder, wenn ich eine Spelunkenwirtin bin, mit l20160516_162107öchrigen Schuhen durch den Matsch in meine verräucherte Kneipe vom Markt heimschlurfen müsste.Die hiesse übrigens „Zum zugigen Eck“.
Es hat Vorteile im 21. Jahrhundert zu leben! Auch wenn es keine Prinzen gibt, die eine vor dem Drachen retten können.

Selber Drachen sein ist die Devise.

Bussi! K.

Frage zum Wochenende

Liebe K.,

das Thema mit den Grössen hatten wir ja schon mal hier… die size zero Frauen aus dem Laden mit den schönen bunten Klamotten hier  z.B. da ist jetzt ne Neue.. auch max 48kg bei 170  und in unserem Alter… ich glaube das ist da Einstellungsvoraussetzung.. können se ja machen.. ismiregal  geh ich nimma hin.

Es gab gestern ne echt schöne Jacke.. das war fies.. sehr fies, dass die nicht passte.. in L untenrum problemlos zugegangen.. obenrum nicht. Die Verkäuferin war 185 seeehr dünn.. vielleicht war sie auch mal ein junger Mann.. Körbchengrösse 0 würde ich sagen.. die guckte ganz bedröppelt.. sie war nämlich nett und bemüht.. tja.. diese Jacken wären kleiner geschnitten.. ein schwedischer neuer Designer.. der in Asien nähen lässt ? Nein.. bedröppelt die Zweite..

Richtig nett wars beim Trekking Ausrüster.. da bin ich dann in meiner Verzweiflung gelandet.. alles Männer im Laden.. jüngere und auch welche in unserem Alter..

Jacke an.. passte obenrum nicht… 2 haben geguckt… mmmh.. aber L müsste ihnen doch passen! Sie sind doch nicht dick !  Neee ihnen passt die.. weil sie ein Mann sind.. nix Busento  habe ich gesagt.. stell dir vor.. das ist gar nicht meine Art sonst.. ich hatte mittlerweile auch Hunger und Durst.. und war natürlich grummelig..

Der hat dann gesagt.. er wolle auch keinen Busen haben.. hahaha.. aber nicht wegen der Jacke.. sondern weil ihm lieber wäre ,wenn man von aussen eindeutig sehen kann ob Männlein oder Weiblein… das war lustig und auf trockene Art norddeutsch..

Und der andere Verkäufer, ein sehr netter junger Mann sagte, macht doch nix.. dann informieren sie sich heute einfach nur mal über das Angebot und hat mir erklärt das die Marke Mufflon aus Bremen kommt und nachhaltig herstellt.. nah das ist doch mal was.. ich will zwar gerade nicht eine wollig/kratzige Mufflonjacke.. aber die Info war nützlich .-)

Und alle 5 inkl. der an der Kasse haben -Tschüss- und -bis morgen gesagt- und gelacht und einer hat sogar gewunken..

Wahrscheinlich kaufe ich mir heute den Trenchcoat, den ich bei P&C gesehen habe. Hausmarke.. unter 100 Takken..

Ach liebe K.  besser keinen Teppichklopfer für mich.. ich hab da nicht so gute Erinnerungen dran…( bei uns wurde ich damit geklopft und weniger die Teppiche)

Die Frage bleibt… wo kaufen ganz normale Frauen ein ? Frauen wie wir ? Nähen die sich alles selber ? Oder quetschen sie sich in Sachen von H&M  oder tragen Cecil und streetone und sehen alle gleich aus ? Oder sind Marken sowieso egal ? Ha.. bei soviel Markenwerbung kommt hier noch eine… -Nile- aus der Schweiz… love it ! Summa summarum  : muss ich wohl bald mal wieder in die Schweiz fahren !

Bussi deine

S.