Vergessen wir Maria nicht

Liebe S., da hast du jetzt was bei mir angestossen mit der PhosphorMaria, die auf dich aufpasst.
Ich bin der Meinung, wenn wir uns eine Schutzfigur erwählen, dann ist sie besonders. Dann hat sei einen ganz eigenen Zauber.
Maria,  finde ich, taugt wunderbar dazu. Maria ist eine Frau, und eine Mutter. In München, ich glaube im Landesmuseum, gibt es verschiedene Marienfiguren aus verschiedenen Epochen, früher hab ich dieses Museum oft besucht, um eine bestimmte Maria anzuschauen. Sie war uralt, aus einer sehr frühen Kunstepoche, die Figur fast stilisiert, und längst nicht so romantisch wie die Barocken Marienfiguren. Diese Maria war schnörkellos, und obwohl ihr Gesicht so einfach war, hat sie etwas ausgestrahlt. Würde, Stolz, Selbstbewusstsein. Das Kind in ihrem Schoss war irgendwie nebensächlich. SIE hat mich berührt. Als ich dann später selber Mutter wurde, war sie allgegenwärtig für mich, Maria war auch eine Mutter, sie hatte einen Sohn, der Dinge tat, die sie nicht verstand, der im Tempel rüpelhaft die Tische umstiess, der in Gefahr geriet, weil er so verrückte Gedanken hatte, aber sie hat niemals an ihm gezweifelt.
Als er dann starb,  was muss sie da durch gemacht haben? In dem Zusammenhang beeindrucken mich die Skulpturen der Pieta von Ernst Barlach oder Käthe Kollwitz.

Als ich dann hier nach Augsburg gezogen bin, bin ich oft in den Dom gegangen, dort unten in der Krypta steht eine romanische Madonna, die ein bisschen der aus dem Münchner Museum ähnelt.
In der Krypta ist es dämmerig, wenn ich Glück habe, bin ich alleine dort unten. Es ist still, keine Geräusche dringen durch die dicken Mauern.
Ich zünde eine Kerze an und stelle sie an diesen kleinen Altar. Ich setze mich auf die Bank davor und denke nach, bete. Ich spüre, das sie mich anschaut, das sie mir etwas sagt, diese Alte Maria. Ich schaue sie an . Und spüre wie mir leichter wird ums Herz, das so schwer war, manchmal, weshalb ich dorthin ging.

In mir drin ist ein Lachen.Die Maria hat mir zugezwinkert. Ich bin mir ganz ganz sicher.
ZwinkerMaria. Die mag ich sehr.
Liebe Grüsse Kat.

Was wäre wenn…IV.

…..ich ein Mann wäre…..

Liebe S.,
ich treibe gerade so in Fantasien, was wäre wenn.. und heute, während ich putzte,stellte ich mir vor, was wäre , wenn ich ein Mann wäre.
Ich hätte vielleicht kräftige Oberarme, würde regelmässig ins Fitnesstudio gehen, wegen Bodystyle und so, und würde Dialoge führen wie: (von dir belauscht im Fitnesstudio!)

„Mann, Bruder! (Handschlag, also rechte Hand oben und raufhau)
….hab isch geiles Rezept für Suppe!KürbisKarotteKurkuma, Tabasco muss auch sein wegen Wechselstoff!Alda, so geil, man, sag ich dir!…..
….Eiweiss? …..In Karotte nur Kohlehydrate? ÄCHT? Scheisse, man , Alda, das ist echt krass, nee, dann doch nicht abends, besser is das! Eiweiss nur abends!…..
…..Fett? Warte, Digger, muss rechnen…gesetzliche Fette 2 Prozent Zirka… …
(Da wärest du fast vom Crosstrainer gekippt!)

Okay, also so ein Mann wäre ich womöglich nicht. Aber vielleicht hätte ich einen Bart, so einen zurechtgestutzten dicken das komplette Untergesicht ausfüllenden Vollbart. Und wenn ich ein jüngerer Mann wäre, hätte ich vielleicht so ein Düttchen oben uffm Kopp, so ein HipsterBun. Nee, das gefällt mir nicht. Meistens haben Männer mit Vollvollbart eher oben auf dem Kopf auch keine Haare mehr. Darum vielleicht die derzeitige Mode des Vollbarts, weil es sonst so frisch ist auf dem Kopf?
Also, wenn ich ein Mann wäre, wäre es erst mal wurscht , wie ich aussehen würde, ich wäre ein Mann, der seine Frau versteht. (Weil ich ja weiss , was eine Frau sich wünscht).

Ich wäre ein Mann, der seine Frau manchmal wie eine Prnzessin behandelt, ihr sagt, wie hübsch sie sei, ihr Blumen mitbringt, sie zum Essen einlädt. Ich würde mit ihr einkaufen gehen, und ihr immer sagen, wie toll sie aussieht in diesen Schuhen, in diesem Kleid.
Ich würde , wenn ich von der Arbeit komme, den Haushalt machen, damit sie,meine Frau, sich ausruhen kann.
Ich hätte vielleicht einen kleinen Bauch, Männer in einem gewissen Alter sehen einfach nicht mehr so aus wie die Typen, die abends nur Eiweiss essen, denn ich wäre ein Mann, der auch gerne mal ein Bier trinkt. Ach- ich weiss nicht, ob ich so ein FrauenversteherMann sein möchte.
Vielleicht bin ich ein Mann, der mit seinen Kumpels gerne einen hebt, oder ich wäre ein Mann, der seine wahre Herausforderung darin sieht, auf Fahrrädern durch die Bergwelt zu rasen?
Ich wäre als Mann ärgerlich, dass immer noch erwartet wird, das der Mann der Hauptverdiener ist. Klar hätte ich als Mann bessere Karrierechancen, kein Karriereknick wegen Familienplanung, und ich würde immer am Steuer sitzen, wenn wir einen Familienausflug machen. Ich hätte auch das Auto ausgesucht.So ein richtig fetter SUV, und wenn meine Frau damit die Kinder von der Schule abholt, dann bin ich froh, das ich nicht mit ansehen muss, wie sie damit fährt, denn sie kann kaum übers Lenkrad gucken.

Oh, jetzt bade ich in Klischees. Sorry….
Stelle gerade fest, dass ich froh bin, eine Frau zu sein. Ich möchte kein Mann sein. Ich bin froh, dass die Männer an meiner Seite, ob mit mir verwandtgeliebt oder nur geliebt, keines dieser Klischees erfüllen. Denn diese Männer sind liebevoll, gerecht, einfühlsam, selbstbestimmt und aufmerksam. Solche braucht es in der Welt!

Liebe Grüsse
Kat. (und bitte noch mehr Dialoge aus dem Kraftcenter,haha!)

Farben I.

Liebe K.,

eins unserer „auch“ Lieblingsthemen. Die letzten Wochen habe ich mich mit der Farbe Rot befasst. Sie kam so gar nicht mehr in meinem Schrank vor. brrrr.. als Kind dieses knallige Rot der 70ger, weil es den Eltern so gefiel, hatte ich echt ne Überdosis über Jahrzehnte…nix.. nicht mal rote Socken..nachdem das Thema Chakras bei uns aufkam, befasse ich mich jetzt seit 2 Wochen mit Rot.. und es ist immer noch ambivalent.. was Kleidung betrifft.. habe immer noch das Gefühl das das knallrot mich anschreit.. Kirsch und Karmesin geht.. bordeaux auch.. als Kleidung meine ich.. im Unterschied zu Deko und Accessoires… was für ein schönes Wort…( stooooppp beim Thema bleiben.. den roten Faden halten… hurra… hier passt er der rote Faden )

Vielleicht erinnert sich ja jetzt jemand hier… ich hab mal n Buch gelesen ( Titel vergessen…!!!!)  da beschrieb jemand Farbe in Temperatur und Himmelsrichtung.. also meine roten Socken z.B. 28 Grad (mind.) südsüdost… würde ich jetzt mal so sagen.

Und noch was liebe K.  , eine Erkenntnis diesen Sommers.. die Farben die ich schön finde, muss ich nicht unbedingt als Kleidung tragen; weil es mir nicht steht, oder/und als Farbe auf einem Bild gut aussieht, aber an mir nicht. Ha.. manchmal reicht dann einfach ein Lidschatten in Fliederfarben oder ein Lippenstift in orange..

So, das als Einstieg und nun kommst du..

Wir dürfen/müssen ja auch noch beide arbeiten an diesem WE.. zum Wohle derer, die unsere Arbeitsorte heimsuchen..

herzlichst liebes Grüssli von

S.

 

Herzkissen

Liebe S.,

ja, das wäre schön, wieder mit dir bei Planten und Blomen heute auf einem Liegestuhl gelegen zu haben und „Göttinen altern nicht“ mit dir zu lesen. Ich bin bereits bei Kapitel 5 und sollte was dazu schreiben, aber erst mal muss ich jammern, denn kaum  bin ich zu Hause, geht der Stress los. Wäsche waschen, Kram für die Schule organisieren, dann ist der Laptop zu lahm, für Überweisungen brauch ich  jetzt eine Secur App, der LieblingsSyrer in Paris hat Sorgen, also skype ich mit ihm, einkaufen muss ich, der JüngstLiebsteSohn ist krank, der GrösstLiebsteSohn hat einen unverschuldeten Bumms mit  meinem Auto gemacht, der Nachbar schneidet die Hecke in unserem Gemeinschaftsgarten , und weil ich nicht will,das er Patient bei uns auf Intensivstation wird, helfe ich ihm, denn er schnauft zum Erbarmen. Und während ich das Geschriebene so lese, kann ich was zu diesem obengenannten Buch schreiben:

Gestern machte jemand, den ich lange kenne, und den ich aber lange nicht gesehen habe, eine fiese Bemerkung zu meiner Statur. (Ich sei ja mittlerweile ein ganz schöner Brummer geworden und deutete auf meinen Oberkörper). Fast jeder weiss, dass ich kämpfe wie blöd mit Sport und weniger und anders essen, um noch ein bisschen wie vor 10 Jahren auszusehen und diese Bemerkung hat mich verletzt. Dann sass ich im Zug heimwärts, immer noch genervt, gereizt, traurig, und las in diesem Buch, Kapitel 5 glaub ich, es geht um : die Weibliche Brust.

Wie Frauen sie wahrnehmen, dass sie nie zufrieden sind, das sie sie verändern möchten(grösser oder kleiner) , und wie wunderbar diese Brust doch ist, was sie kann, was sie bedeutet, und dann las ich das Wort: Herzkissen.
Und dann ging es mir wie ein Licht auf: Deshalb hab ich mittlerweile eine BH Grösse wie ein Pornostar(nein, das ist ein Witz!), meine Oberweite wurde im Laufe des Lebens immer grösser, weil mein Herz soviel mitgemacht hat. Weil es so viel liebt, und so viel gibt, und weil da so viele Menschen Platz drin haben, weil es vergibt, und weil es spürt, und mitfühlt,…und deshalb muss es geschützt werden, umsorgt und gepolstert. Das ist die geniale Erklärung dafür!
Ich hab das tatsächlich mehrmals gelesen, und es hat mich froh gemacht.Ich darf so sein wie ich bin. Und ich sollte lernen, das es mir gefällt.

Das Buch könnte dabei helfen.
Ich lese weiter.

Die Tage mit dir waren schön. Und der November kommt bestimmt fix und dann besuchen wir gemeinsam die Weihnachtsmärkte. Und lesen weitere kluge Bücher, am prasselnden Feuer. Okay?
Umarmung!!!

Kat.dsc_0122

Das wär schön..

Liebe K.,

beam dich doch einfach noch mal für heute her..Scotty beam her up !

Dann könnten wir da noch n bisschen sitzen, dem Plätschern zuhören, die Seerosen bestaunen , und Rhababerschorle von Fritz! trinken.. 🙂

Wir würden dann abwechselnd aus dem Göttinen Buch vorlesen, und uns darüber unterhalten..Wobei… ich ja noch nicht weiter bin als Karpitel 1. Das was du vorgelesen hast, als du hier warst… ich werde es heute nachholen.. bei Kapitel 3 bist du bestimmt schon, oder ?

Ach, dass wär schön… seufz.. und heute ist es auch nicht so warm wie am Donnerstag. Versprochen !

Dir wünsche ich einen ganz schönen freien Tag heute, bevor deine Woche morgen startet.

Und allen anderen einen herrlichen sommerlichen Tag.

herzlich Deine S.

Was meinst du ?

Liebe K.

was meinst du.. steht mir das ?  Ich überlege hin und her… also nicht als ganze Frisur.. aber einzelne … vielleicht 2.. rechts und links…kicher… als Zeichen nach aussen.. ich bin rebellisch… besser als piercing, oder ? 🙂

 

Am Mittwoch hab ich einen Friseurtermin, bei der netten Friseurmeisterin.. tönen, schneiden.. ich könnte sie fragen ob sie mir 2 filzt… oder jetzt übers Wochenende mal testen.. 2 rechts und links flechten…

Tja.. das sind Problemchen… Luxusproblemchen… aber ich nutze die Auszeit vom Alltag und hänge in meiner ureigenen Zeit herum, tue was ich will und erhole mich..

Muss auch mal sein… gell ?!  zwinker

War sehr schön dein Besuch hier… schnüff.. und wir sehen uns ja hoffentlich nochmal in diesem Jahr zu den Weihnachtsmärkten wenns klappt. Aber jetzt ist erstmal noch mal Hochsommer hier angesagt.. bis 32 Grad nächste Woche..puuuuh und das Leben will und soll ja Schritt für Schritt vorwärts gelebt werden.. insofern ist jetzt Jetzt dran.

Und du hast das selfie von uns Beiden..das auf der Fähre von den Landungsbrücken nach Neumühlen / Övelgönne…wenn du magst… stell es hier ein..

Gruss zum Wochenende, und viel Spass beim Geburtstagsfeiern in der Familie 😉

deine S.

 

S. Wie Sischmopp?Unbedingt! Besser als Piercing denn der Wischmopp wächst wieder raus! Ich antworte vom Handy. Ja. Rastazöpfe…mach. War schön mit dir und wenn ich daheim bin wieder,  dann antworte ich richtig.  Ich lese nämlich das Buch „Göttinen altern nicht“ und darüber muss ich schreiben. Und jetzt fahr ich Schwesterngeburtstag feiern Umarmung

Kat.

 

Spirits im Spiegel

Liebe S.,

ich bin wieder daheim von meinem Englandausflug, und ich habe gerade deinen letzten Beitrag noch einmal gelesen.
Zuerst zum Thema Ganzkörperspiegel:Wer hat sich sowas ausgedacht? In unserer Unterkunft in England gab es im Bad 3 Spiegel, einer davon Ganzkörper und zwar in der Dusche. Ehrlich, ich hab blind geduscht, sowas hängt man nicht auf in der Dusche , es sei denn, man ist dünn und blind wie die Vermieterin der Unterkunft. Oder man duscht so heiss, das vor Dampf sowieso alles beschlägt.
Dann zum Thema Schuhe: Ja, Jesuslatschen hatte ich auch, und ich fühlte mich so frei damit und wild und verwegen. Ich konnte mit denen überall rumlaufen und sie waren wasserfest und ich konnte damit Flüsse durchqueren, über Felsen klettern, durch Dornen laufen. In Griechenland gab es solche auf jedem Markt zu kaufen. Die hielten Jahre.
In England war ich im Kaufrausch, dem Brexit sei dank war auch alles nicht so irre teuer. Ich hab mir Sandalen gekauft, wie die GriechenlandJesusLatschen- aber in blau. Ich hätte deinen Beitrag vorher lesen sollen, diese Sandalen sind flach, zwar gepolstert, aber der Rücken rumpelte erst einmal bei jedem Schritt, und der Kopf dröhnte. Doch zum Glück ging das vorbei, ich hab mich an die Dinger gewöhnt, und hübsch sind sie auch, finde ich.
England ist wunderschön, du weisst es, du warst ja auch bereits ein paarmal dort.
Ein Muss ist es für meine Freundin(die dort lebt) und mich, nach Glastonbury zu fahren. Ich hab ein bisschen gemosert, ob des Kitsches dort, der an manchen Ecken anzutreffen ist, aber sie hat mich zu Recht zurechtgewiesen, dass es doch toll ist, das es in unserer Zeit einen Ort gibt, an dem kleine Geschäfte überleben können. Und es gibt dort viele Geschäfte mit vielen verschiedenen Dingen, unabhängige Buchläden, Edelsteinläden, Schmuckgeschäfte, Dies und Das,Trolle, Elfen, Totenköpfe, Zauberbücher, Kartenlegedecks….
Ich hab mir die Karten legen lassen, ich wollte das, und es war gut. Die Kartenlegerin war sehr sympathisch, sie hat aber nicht wirklich was neues erzählt.Vielleicht erzählen sie einem auch , weil sie einen geschickten Psychologischen Blick haben, was du hören möchtest. Ich werde geliebt,sagte sie, und hinter mir sehe sie viele Spirits. Und als ich verriet, das ich Krankenschwester bin, sagte sie, deshalb seien es so viele, die hinter mir stünden, sie wären alle da, um zu sagen, dass sie dankbar seien für das, was ich ihnen getan hätte.Huuuuh! Als ich fertig war, wollte ich ganz schnell raus da, und meine Freundin wollte die Tür fix schliessen, damit sie nicht alle hinterkommen, wenn wir auf den Glastonbury Tor gehen.Aber denkste, Puppe, die Tür blieb auf, und so gingen wir mit den ganzen Spirits auf den Berg , um gute Schwingungen zu sammeln, wie die Readerin empfohlen hatte. Ich bin gerne da oben.
Vorher hatten wir noch eine Quelle entdeckt, in einer Höhle. Die geübten Glastonbury Besucher wissen sicher, wie die heisst, ich hab es vergessen. In der Höhle war ein gemauertes Becken mit klarem Wasser und überall Teelichter und Kerzen und eine wunderbare kühle frische Luft. Menschen haben gebetet.Das war sehr schön dort.

Als wir auf dem Tor waren, war es dann nicht mehr ganz so heilig, es gab viele laute lärmende Besucher. Aber trotzdem mag ich es da oben. Man sieht so weit in die Landschaft hinein, der Wind weht und ich kann schweifen lassen, Blick und Gedanken.

Am nächsten Tag sind wir dann ans Meer gefahren, um zu wandern. Noch einmal Wind um die Nase wehen lassen, Kopf durchpusten lassen, von anderen Wanderern überholt werden, egal, auf dem Golden Cap stehen , stolz sein auf den Weg , den wir zurück gelegt haben. Fotos später anschauen, die die Freundin von mir gemacht hat, ich mit Rucksack, schwitzend, den Berg hinauf kämpfend. Bitte löschen, hab ich gesagt. Warum? Ich war glücklich, nur nicht vorteilhaft, von der Perspektive her. (Ach Mama, hat die SchönsteTochter später gesagt, wenn ich wandere mit Rucksack, sehe ich auch aus wie Lara Croft! Da musste ich lachen. Eine in die Jahre gekommene Lara Croft bin ich!)

Das hat gut getan. Alles. Der Wind, das Meer, das Gehen, das Denken,
Ja, und natürlich Gespräche mit der Freundin, Gespräche, die den Blickwinkel ändern, das hat auch gut getan.(Danke noch mal, liebe F., wenn du das liest)

Mal sehen was wir, du und ich, zu bereden haben, wenn ich Dienstag komme! Und was sich danach dann verändert hat im Kopf.

Bis spätestens dann! Kat.

 

Damit fing es an..

Liebe K.

ich finde da hat GetrudTrenkelbach was Wahres geschrieben. Abschied nehmen.. von einem selbstgemachten Bild vielleicht.. das man so nicht mehr erfüllen kann/will/ muss..

Als ich so darüber nachdachte fiel mir meine Schultüte ein. Ich durfte mir eine aussuchen und wusste gar nicht so recht welche.. und hab dann für eine grüne mit Mickey mouse entschieden, weil die irgendwie auch samtig war.. aber.. sie war neutral.. nicht mädchenmässig und auch nicht jungenmässig.. Bei meiner Einschulung trug ich ein Kleid mit weissem Schürzchen… kurze Haare.. fröhlich sehe ich nicht aus.. eher schüchtern.. kein Mädchen.. denn die hatten alle rosa und Blümchen usw und Spangen im Haar. bei mir musste alles praktisch sein, weil meiner Mutter das besser gefiel.. praktisch war immer das Stichwort.. und robust. wie ich selber sein wollte, wusste ich nicht.. ich war einfach irgendwie.. aber auf gar keinen Fall mädchenhaft . Das war irgendwie strengstens verpönt.. obwohl ich auch mit Puppen gespielt habe.. Und woran sich orientieren ? Meine beste Freundin damals war etwas mädchenhafter.. und wurde verächtlich von meiner Mutter betrachtet, wenn sie mal krank war… also… war das nix.  Die Sehnsucht danach ist mir geblieben.. das Thema hat sich irgendwie durchgezogen… wie möchte ich nach aussen hin sein.. was ist mein statement würde man heute sagen… tja…

Habe ich weibliche Vorbilder ?  neee.. das haben Revoluzzerinnen nicht. 🙂 und doch ist da diese Sehnsucht ein zartes Wesen im geblümten Kleid mit Ballerinas und grosser Sonnenbrille dazustellen. ( Audrey Hepburn z.B.  arrrg)

Und von all diesen Bildern und der Jugend Abschied nehmen fällt schwer. Das was heute ist, pflegen und liebevoll behandeln..aber was wird aus den nichtgelebten Sachen ? Vergessen .. vorwärts schauen ? Ich brauche dafür glaube ich eine Übergangsphase..

So wie ich diese Entspannungsbücher voll male… zur Zeit ein Buch nur mit flower power 70ger Prilblumen 🙂  und weisst du was, vielleicht braucht dieses Ganze einen Ort wo es sich doch noch entfalten kann.. einen Rahmen wo es passt.. vielleicht fällt uns ja was ein, wenn du mich besuchst..

Schlager move war allerdings schon.. wobei ich das zunehmed befremdlich finde.. aber vielleicht auch nur, weil ich davon zu viele in der ZNA gesehen habe.. 🙂

liebste Grüsse und guten Flug morgen

deine S.

 

Diäten, Essen und Schichtarbeit

Liebe S.,

letzte Woche hab ich mir ein Buch gekauft, „Die Hormonformel“, von dem LowCarbGuru Dr. Pape. Was ich lass, klang alles einleuchtend. Laut Test bin ich eine Östrogenmutti. Ich esse gerne Kohlehydrate, JAA! Kartoffeln, Nudeln , Kekse, Brot, lecker!Darf ich auch, aber nur Morgens. Mittags sollte ich gemischt essen, Kohlehydrate mit Eiweiss und Abends nur Eiweiss.Schwierig, da ich seit dem armen Schwein am Spiess kein Fleisch mehr esse.Nebenbei hab ich mich auch noch- mal wieder- bei Weight Watchers angemeldet, und dann merkte ich, das geht nicht zusammen. Diese Pape`schen Gemüsegerichte sprengen mein WeightWatcherPunkte Guthaben.
Nun, in der ersten Woche, in der ja auch der JüngstLiebsteSohn weg war, klappte das ganz gut. Fleischlos, punktebewusst, eiweisshaltig am Abend.5 Stunden Pause eingehalten, nun , auch das funktionierte , weil: Frühdienst.
Bedeutete: morgens um 5.00 erste Mahlzeit. Dann zur Pause in der Arbeit um 10.00 meine Mischkost, und dann hätte ich um 15.00 meine letzte Mahlzeit zu mir nehmen sollen. Ach , aber das war schwer! Nix mehr essen bis zum nächsten Morgen! Hat aber 3 Tage geklappt. auf der Wunderwaage 1,5 kilo weniger. Dann Spätdienst: 9.00 Frühstück, soweit okay.
5 Stunden später wäre es Dienstbeginn, aber da kann ich nicht futtern, da muss ich arbeiten. Magen hängt. Hätte ich früher aufstehen sollen, um mein Frühstück eher zu verspeisen, oder hätte ich gar nicht frühstücken sollen, oder erst um 11.00 oder was? Also, mittlere Tagesmahlzeit findet wegen Pausenzeit erst um 17.30 statt. Das sind 8,5 Stunden ohne Nahrung. Ist das gut für den Insulinspiegel? Dann müsste ich also, wenn ich um 22.00 Feierabend habe, daheim um 23.00 meine Eiweissmahlzeit zu mir nehmen. Ach herrje, zu viel Gedöns, echt. Hab ich dann ein Bier getrunken, um 23.00 , war eh egal, der Magen war verwirrt. Jetzt kommt der Nachtdienst: Nehme ich mir dann 2 Eiweissmahlzeiten mit? Wann ess ich meine letzte Mahlzeit, wann meine Erste? Was sagt dann die WeihtwatcherApp, wenn ich für heute 2 mal Kartoffelsalat mit Falafel eingebe, weil ich jetzt um 18.00 einen gegessen hab und um Mitternacht wieder, denn 10 Stunden arbeiten ohne Essen ist doch auch nicht gesund, oder? Vielleicht sollte ich die ganze Nacht Magerquark mümmeln, der staubt so schön.
Weisst du, ich hab in meinem Leben so viele Diätratgeber gelesen , aber keiner von denen hatte Tipps, wie man das machen sollte im Schichtdienst. In der Weightwatcher Community sagen sie dann: „Nimm dir ein bisschen Obst mit, oder Gemüse(ich hasse trockene Karotten, besonders im Nachtdienst, da brauch ich verwertbare Kohlehydrate!), oder iss ein bisschen Quarkspeise,…“
UUUuhhaaaa! NEIN!

Ich bin am Anfang meiner Diätenphase immer so motiviert, finde diese neuen Ideen und Vorschläge immer so klasse, aber ich bemerke, wie so ein Diätprojekt meinen Alltag bestimmt, mein ganzes Denken.Zumal es noch NIEMALS  wirklich etwas auf Dauer genützt hat, denn ich lebe gesund , was ich so für mich feststelle.(Vollkorn, wenig Zucker, viel Obst und Gemüse und kein Fleisch, wenig  Käse, nur Wasser trink ich, keine Säfte oder gar Cola, kein Fastfood, alles immer frisch gekocht, aarrgghh)Ich seh nun mal so aus, verflixt, und wenn so eine dürre magere Ärztin auf der Reha letztes Jahr in ihren Arztbericht schreibt: die adipöse Patientin, unjd mich damit meint,und meinen BMI mit 29,5 angibt, was ja ZUVIEL ist, dann könnte ich heulen. Und ich will nicht immer ans NichtEssenDürfen denken, ich will doch auch das Leben feiern, und ich mag ein Glas Rotwein am Abend oder ein kleines leckeres Bierchen, ich ess ja schon seit Jahren keine Chips mehr dazu! Und trotzdem, es ist das Östrogen was zuschlägt, und ansetzt, ach…Seufz,… ich geb dem Schichtdienst die Schuld, okay?

Im Fitnessstudio heute aber, da waren im Rückentraining viele auch ältere Frauen. Es gab sehr sehr dünne, sehr braungebrannte, sportliche, aber weisst du was ich fand? Ich fand, die sahen so vertrocknet aus, so faltig und am liebsten hätte ich sie mit einer Kochsalzinfusion aufgefüllt. Die runderen Frauen, die mehr auf den Rippen hatten, die sahen saftig aus, und lebendig. Und sie lachten auch tatsächlich weicher und machten lustigere Witze. Das Lachen der vertrockneten braungebrannten Frauen klang heiser und staubig. Denn so, liebe S., möchte ich nämlich niemals lachen! Also, ich werde weiter auf meine Ernährung achten, aber ich lasse mein Leben nicht davon bestimmen! Und wenn die Kollegen heute im Nachtdienst Pizza bestellen, dann teile ich mir mit jemandem eine und lass den Trockenquark stehen.

In diesem Sinne, saftige Grüsse

Östrogenmutti Kat. 😉

to stalk: belauern, pirschen, belästigen

Liebe S.,

es gibt seit Samstag ein neues Gesetz, ein Stalking-Gesetz.
Wird es etwas nützen? Gerade letzte Woche hat sich die Situation einer meiner jüngeren Bekanntinnen so zugespitzt, dass sie aus eben diesem Grund, gestalkt zu sein, ihre Lebensumstände ändern musste.
Es war so:
V., Mitte 20, ist vor 2 Monaten in eine neue kleine Wohnung gezogen. Alle Mieter der Wohnanlage schwärmen vom Hausmeister, ca 60 Jahre,er sei so hilfsbereit, man müsse ihm nur mal einen Kaffee hinstellen, dann würde er helfen, Regale anzubauen und Kabel anzuschliessen.
Er wohnt auf dem gleichen Flur wie V., direkt in der Wohnung nebenan. Wenn sie ihm begegnet, begrüsst sie ihn freundlich, wenn er sie was fragt, antwortet sie. Eines Tages stehen Blumen vor der Tür: „Ein lieber Gruss vom Hausmeister“.
Noch alles normal , oder? Sie freut sich vielleicht ein bisschen, denkt wie nett , und bedankt sich.
In der nächsten Woche, sie hat ihre Wohnungstür kurz aufgelassen, steht er  plötzlich in ihrer Küche und sagt: Hübsch hast du das hier, so richtig schön. Sie erinnert sich, dass die anderen Mieter zu ihr gesagt haben, er freut sich immer über einen Kaffee, aber sie hat keine Zeit, sie muss zur Arbeit und sagt ihm das auch.
Ja klar, sagt er und geht raus. Eine Woche später wieder Blumen vor der Tür, Rosen diesmal.Lieber Gruss vom Hausmeister für die hübsche V.. Jetzt findet sie das komisch. Sie sagt ihm, das sie das nicht möchte. Aber ich mag dich doch so gerne, sagt er. Sie fühlt sich peinlich berührt, er ist über 30 Jahre älter als sie,was will er von ihr?
Am Samstag trifft sie ihn auf dem Weg zum Sportstudio. Er sagt: Ich mache auch Sport. Hättest du nicht mal Lust mit mir zu laufen? Wir könnten joggen gehen.
Nein, sagt sie, ich mache Sport im Fitnesscenter X., das reicht mir.Ach, das kenne ich,sagt er, da könnte ich mich auch mal anmelden, dann könnten wir gemeinsam hingehen.
Sie fühlt sich wieder bedrängt, sie möchte das nicht. (Kann Frau das dann so sagen? Oder ist sie dann verkrampft und stellt sich an?)
Einige Tage später begegnet sie ihm im Hausflur, er fragt sie, wie es ihr geht, ob sie nicht mal einen  Kaffee trinken gehen möchte mit ihm oder zu ihm auf ein Bier kommen möchte.Sie sagt:NEIN.
Er schaut sie überrascht an  und sagt: Weisst du, ich kann mir selber nicht erklären, warum ich immer, wenn ich dich sehe, so Gefühle kriege, ich hab dann immer so wilde Gedanken, ich kann da gar nichts gegen machen.
Sie dreht sich um und geht schnell in ihre Wohnung und schliesst die Tür zweimal ab. Sie meint, ihn draussen atmen zu hören.Sie ist jetzt jedesmal ganz leise, wenn sie ihre Wohnung verlässt oder heimkommt, sie hat fast Angst ihm zu begegnen. Ihren Eltern erzählt sie davon- die sagen, ach, wird schon nicht so schlimm sein, er ist halt der Hausmeister.Sie spricht mit ihrem Freund darüber. Der geht eines Abends zur Wohnung des  Hausmeister, klingelt und sagt: Ich möchte nicht, dass sie meine Freundin weiter belästigen. Der Hausmeister wird laut, beleidigt den Freund, schreit durchs Haus, er weiss doch ganz genau das V. nebenan einen Puff aufgemacht hat, und er sei ein Freier und niemals ihr Freund!
An diesem Abend muss V. zur Arbeit in die Klinik. Als sie aus ihrem Parkplatz fahren will, steht der Hausmeister vor ihrem Auto und schreit und beschimpft sie als Schlampe und ihren Freund als W..xx.., und geht ihr nicht aus dem Weg.
V. hat Angst. Sie kurbelt das Autofenster ein wenig runter und sagt: Bitte, ich muss zur Arbeit. Da geht er aus dem Weg , aber schreit weiter „Du Schlampe“ hinter ihr her, und andere schlimme Wörter.
Es war Freitag. Wir hatten zusammen Dienst und sie hat uns ihre Geschichte erzählt.
Sie wollte am Montag bei der Hausverwaltung anrufen, um davon zu berichten. Aber es kam anders. Am Samstag wurde er wieder so ausfällig, das sie die Polizei rief, und zu ihrer Unterstützung eine Freundin und ihren Freund. Es dauerte bis die Polizei da war.Sie blieb in der Wohnung und ihre Freunde sagten dem Hausmeister, dass er aufhören solle, V. zu belästigen.Der Hausmeister schrie und tobte und sprach weiter von ihr als Schlampe, und dass er jetzt die Hausverwaltung anrufen würde und sagen würde, das sie einen Puff betreibe und ihn verleumden würde.
Als die Polizei kam, hat er wohl noch weiter getobt, aber irgendwann war er dann still.Andere Bewohner der Wohnanlage waren entsetzt, dass sie die Polizei geholt hat: Er ist schliesslich unser Hausmeister, der tut doch nichts! Der Polizist sprach mit V. und als sie ihm erzählte, das er einfach in ihre Wohnug kommt,wenn die Tür kurz auf ist, sagte der wohl: Warum lassen Sie auch die Tür auf, wenn Sie wissen, dass der so ist?

Und da geht bei mir die Hutschnur hoch, sie musste sich noch verteidigen, das sie ihm die Möglichkeit gibt, sie zu belästigen, weil sie sich falsch verhält! Wie oft lasse ich meine Tür auf, weil ich Einkäufe hochtrage oder Wäsche oder kurz mal in den Keller gehe! Du musst dich als Frau in solchen Fällen noch entschuldigen, dass du blond und womöglich jung  und hübsch bist: kein Wunder, das der auf komische Gedanken kommt!

Sie ist an diesem Wochenende nicht mehr in ihre Wohnung gegangen. Am Montag hat sie bei der Hausverwaltung angerufen. Die Hausverwaltungsdame sagte zu ihr, dass sie schliesslich den Hausmeister nicht so einfach entlassen können, aber sie , V., könne ohne Problem und ohne Kündigungsfrist aus dem Mietvertrag raus bis Ende des Monats.
Sie kann bei ihrem Freund wohnen. Es wird ein bisschen eng und sie wollte vielleicht noch nicht mit ihm zusammen leben, aber sie ist froh, das diese beängstigende Situation vorbei ist. Traurig ist sie, weil sie sich als Opfer fühlt und nicht ernstgenommen wird. Und das der , der sie sozusagen dazu gebracht hat, ihr Leben zu verändern, ungeschoren davon kommt.Sie weiss nicht, wo und ob sie Hilfe bekommen kann. Obwohl es ein neues Gesetz gibt, aber wann und wie wird das umgesetzt werden können?

Es gibt bestimmt schlimmere StalkingFälle, Anrufe, Briefe,körperliche Gewalt, aber allein die Situation, dass es dir als Frau unangenehm ist und du kannst nichts daran ändern, sondern die „Gesellschaft“, in dem Fall die anderen Mieter und der Polizist,oder auch die Hausverwaltung , die nicht zu deinen Gunsten handeln möchte,  geben dir einen Teil der Schuld daran, dass die Situation so gekommen ist, das macht mich wütend.Und hilflos.

Lang geschrieben wieder. Uff. Hast du auch so was ähnliches erlebt mal? Ich schon, seufz, vielleicht war ich deshalb so betroffen.
Danke fürs Lesen. 1093 Wörter, sagt WordPress.

Kat.

#stalking