Neuigkeiten

Liebe S.,

  • Neue Arbeit: Gut. Viel weniger stressig als Leben retten auf der Intensivstation. Was vielleicht auch daran liegt, das ich erst mal nur zuschaue und mitlaufe, bzw. mitsitze, es ist unglaublich viel Administrative Arbeit.(Hab mir gestern ein Diätbuch gekauft, damit ich nicht kugelig werde, wenn mein Grundumsatz sinkt)
  • Neue Kollegen: ein Team, das seit 20 Jahren in derselben Besetzung arbeitet. Sowas schon mal erlebt? Ich nicht. Alle so in unserem Alter. Wie fühle ich mich da? Hmm… werde ich noch feststellen, denn sonst hab ich ja überwiegend mit jüngeren Kolleg/innen gearbeitet.
  • Kleines, überschaubares Haus: Erinnert mich an meine Arbeitsanfangszeiten, jeder kennt jeden, jeder spricht mit jedem, sogar der Geruch erinnet mich an Anno Dunnemals…
  • Gestern ein Netzwerktreffen, zu dem die Teilnehmerinnen des Onkologiefachkurses eingeladen waren, auch was ganz Neues für mich.Ein Netzwerktreffen, wo man sich austauscht, bespricht, und das alles auf Arbeitszeitkosten. (Dauert aber nur eine Stunde, hurtig hurtig ging der Austausch!)
  • Montag beginnt dann der Fachkurs.Da bin ich mit Abstand die Jüngste( da war der Wunsch Vater des Gedanken!) die Älteste . Auch das wird wieder eine Herausforderung, lernen, nicht einschlafen während des Unterrichts, aufnehmen, umsetzen… aber ich bin ja langjährig berufserfahren.

Ich war übrigens vorgestern in der Apotheke, weil ich Gingko Tabletten kaufen wollte, denn ich denke, dass man damit sich  besser was merken kann.

Die Apothekerin schaut mich an und fragt: Wofür brauchen Sie das? Ich sag stolz: Ich muss wieder was lernen. Ihr Blick wird zweifelnder: Also, da bin ich mir nicht sicher, ob das was nützt. Das kann man oder man kann es nicht.Oh, dachte ich, seh ich unintelligent aus, das sie denkt, da nützt gar nichts mehr? Haha!
Aber Ginkgo soll auch gegen Tinnitus helfen, und das hat er JüngstliebsteSohn im Moment wieder, also hab ich die Tabletten für ihn gekauft.Die Apothekerin war recht zuversichtlich, dass diese Tabletten gegen Ohrgeräusche helfen können, und dann werde ich ihm vielleicht ab und zu mal eine stibitzen.

Jetzt lese ich in meinem Diätbuch und trinke Abendtee! Bussi!

Kat.

Alltagsfreuden/Altersfreuden- versöhnt mit der Fremde

Liebe S., Du gehst einen Tanzkurs machen? Toll!

Tanzen war ich gestern auch.Ich schrieb es bereits, Arabischer Tanz trifft Bayrisches Schuhplattln.

Es war toll, ich hab erkannt, im Grunde sind Volkstänze sich sehr ähnlich:
einfache Schritte und gemeinsames Tanzen.
Manchmal tanzen die Männer  gemeinsam , manchmal die Frauen gemeinsam, und manchmal alle zusammen.
Es waren viele Leute da, arabische Familien mit ihren Kindern, deutsche Ehepaare,fröhliche Studenten, junge Leute,die ihre Heimat im Arabischen Halbmond haben (hab ich auch gestern gelernt, das ist Syrien, der Libanon, Palästina), ältere Frauen (ooohh, bin ich böse ,wenn die mich an die Figur der Heike Broscher in „Willkommen bei den Hartmanns erinnert haben?).
Egal, es war ein wunderbarer Abend, und die Tanzvorführungen waren super. Und dann mussten wir alle selber tanzen. Ein Bayrischer Volkstanzlehrer hat vorgemacht und wir mussten mittanzen.

Früher waren für mich diese Brauchttumstänze immer so patriotisch, so muffig, ich hab das in einem der Heimatbeiträge bereits geschrieben.
Aber gestern hat es gepasst. Der Tanzlehrer war nicht muffig, sondern fröhlich, aufgeschlossen, lebendig. Die Musikanten hatten Spass daran, ihre „Musi zu spuin“.Nix „oans zwoa gsuffa“, sondern „eins zwei drei holladirei holladiho holladihei..“.oder so, das mussten wir beim Tanzen singen.
Zwischendrin tanzten wir Dabke, wir fassten uns an die Hände, standen im Kreis und dann bewegten wir die Füsse nach einer bestimmten Art, aber das war schwierig, denn die Schritte sind ein bisschen kompliziert, also gingen wir im Takt der Musik miteinander im Rund. Die , die Dabke tanzen können, gingen in den Kreis und wirbelten ihre Füsse, sie juchzten, fast wie die Bayern,die jodeln beim Tanzen, und schwangen und wurden schneller und …Schön war es!

Ich hätte an diesem Abend gerne mein Dirndl getragen(ich passe aber nicht mehr rein, seufz, das Alter- in dem Fall keine Freude).

Ich bin versöhnt mit dem Bayrischen, hab ich gemerkt. Ich konnte mich da reinfühlen, ich war da drin. Ich war nicht mehr fremd.Vielleicht weil da andere Fremde auch dabei waren? Und wenn alle fremd sind, auch die Einheimischen, ist man sich dann nicht mehr fremd? Gehört man dann dazu, dahin,…?
Wo meine Gedanken beim Schreiben hinkommen, interessant…

Ja, das ist meine heutige AlltagAltersfreude: Ich bin versöhnt. Lang hats gedauert, aber gestern war es so. Ich war nicht mehr fremd. Hier in Bayern. Nach 30 Jahren.
Zeit wirds!

Grüsse in den Norden!

Kat.

 

Blogwoche:Alltagsfreuden-Altersfreuden I.

Liebe S.,
nachdem unsere letzten Themenwochen sehr melancholische Titel hatten (Sehnsucht und Heimat), dachte ich , wir schreiben mal über etwas, das uns bereits beim Schreiben die Stimmung hebt.
Und die Worte Altersfreuden und Alltagsfreuden hören sich, wenn man nuschelt, fast gleich an, also nehmen wir beide Worte zusammen, und schauen,was diese Woche draus wird!

Eine erste AltersAlltagsfreude ist ein Spruch, den ein Freund oft sagt: Du bemerkst, das du älter geworden bist, wenn du morgens aufstehst, und ALLES tut weh. Aber daran merkst du auch, das du noch nicht tot bist.

Eine zweite Alltagsfreude ist mir tatsächlich das Bloggen. Ich denke viel über das nach, was ich schreiben könnte, ich laufe mit offenen Augen durch die Welt, denn ich bin auf der Suche nach Fotos, die ich für einen Beitrag verwenden könnte, ich sehe einfach mehr. Ich nehme mehr wahr.

Gestern, bei meiner  Arbeit in dieser Intensivstation, war es wieder, das ich dankbar war darüber, wie es mir geht. Dass es mir gut geht, das gerade alles so rund und hoffnungsfroh ist. Wenn ich Patienten betreue, die sterbenskrank sind, und sie sind in meinem Geburtsjahr geboren, dann werde ich nachdenklich. Manchmal ist es sehr schlimm, und ich frage mich, wie wir Pflegenden das aushalten können. Dieses Leid, diese Schmerzen der anderen, diese Angst der Angehörigen.
Ich habe für mich herausgefunden, wie es geht, das auszuhalten und wieder Kraft zu tanken, um Hände zu halten und eine warme Stimme mit tröstenden Worten aus mir sprechen zu lassen.

Und das ist : Bewusst wahrnehmen,was auch Schönes gerade im Moment geschieht.

Gestern war es z.B. ein Arzt, der ein einfühlsames Angehörigengespräch geführt hat, ohne falsche Hoffungen zu wecken. Gestern waren es Kollegen, mit denen ich lachen konnte. Und es war eine Patientin , die mich trotz ihrer Verzweiflung angelächelt hat.
Und gestern war es auch noch der Blick aus dem Fenster, in diedsc_0664ses unglaubliche Abendrot , die Spuren der Flugzeuge und eine zarte Mondsichel am Himmel. Kannst du sie erkennen auf dem BeitragsFoto, zwischen den Flugzeugstreifen?
Und dann war da gestern auch noch dieser Kran, der um sich rum eine Lichterkette leuchten lässt am Abend. Ein Adventskran.

Wer bitte klettert da rauf und bastelt eine Lichterkette da ran?Oder hab ich nur wieder zuviel Fantasie? Bei der Vorstellung, wie die da rumturnen und die Glühbirnen da ranfummeln, wird mir ganz schwummrig!
Und noch ne Alltagsfreude: Heute abend gibts ArabischBayrischesCrossoverTanzen :Dabkemeets Schuhplattl.

Ich bin gespannt und werde berichten!

Yallah und Servus! Kat.

Neue Wege

Liebe S.,
eigentlich wollen wir ja unsere wöchentliche Themenreihe machen, aber jetzt mach ich was ausser der Reihe. Es war etwas schweigsam in unserem Blog die letzten Tage, manchmal ist im Leben landunter, dann sind andere Dinge wichtiger.

Ich bin seit Freitag auf Wolke sonstwo. Am Freitag gab es die PalliativZertifikate, und die Kursleitung hatte alle Chefs zum Festakt eingeladen . Ich wollte das erst nicht, ich dachte, der nimmt mich doch sonst auch nicht wahr! Aber dann kam Herr Chef, gab mir die Hand, brachte mir eine Flasche Wein(leider war die nimmer gut, wörx, egal, die Geste zählte) und fragte mich, ob ich mir vorstellen könnte, in einer Weiterbildung für andere Kollegen Stunden zu geben zum PalliativThema . Klar, logisch gerne! Und dann fragt er mich, ob ich woanders arbeiten möchte, Onkologischer Schwerpunkt und die Weiterbildung zur Onkologie Fachkraft machen will. Hei, ich bin 52! Die Ausbildung dauert 2 Jahre! Aber der Arbeitsplatz danach wäre dann ohne Nachtdienst, ich wäre weg von der Intensivstation. In der neuen Arbeit wäre der Schwerpunkt Patientenbetreuung und Medizin, und ach, alles so Gutes Sach, was ich nie dachte, das ich dafür mich qualifizieren würde! Als ich ihn fragte, ob er wüsste, das ich 2031 in Rente dann ginge, sagt er: Alte Pferde schickt man nicht immer gleich zum Metzger. 😉

Es tun sich neue Wege auf, S., ich bin so glücklich. Erst mal durch die Wertschätzung, die mir entgegen gebracht wird, er sagte, jemand der sich so einsetzt, diesen Palliativkurs durchzuboxen,der ist in seinen Augen sehr gut befähigt, die Arbeit in der Onkologie zu machen.
Dieses Schreckgespenst: Nachtdienst und 3 Schichten bis zur Rente machen müssen, ist weg, die Sorge, wie schaffe ich es mit 60 Jahren 150 Kilo schwere Menschen zu lagern und zu pflegen, wie halte ich die Situation mit der Ethik in der Intensivmedizin noch 15 Jahre lang aus, ohne abzustumpfen, oder zu zerbrechen- all das ist gelöst.

Es gibt Wege raus aus diesen Sorgen. Wir beide stellen uns ja seit 2 Jahren die Frage, wie geht es beruflich mit uns weiter, wie lange können wir das so noch machen? Bei mir hat sich ne Tür geöffnet, unverhofft….Und niemand hat mir bis jetzt abgeraten, selbst Kollegen, die ich sehr vermissen werde, denn wir sind ein Supertolles Team, sagen: Mach das, das ist deine Chance, wenn nicht du wer dann?
Und weil ich da so beschwingt war, konnte ich auch Gehaltsvorschläge machen, da ich mich ja auf Grund der fehlenden Schichtzulagen finanziell eher verschlechtern werde, und Herr Chef hat gesagt: Okay, er schlägt es der Personalabteilung so vor. Schaun mer amoi….ob das so klappt…
Ich hoffe, ich werde jetzt nicht grössenwahnsinnig, haha!

Es wird spannend. Und wir zählen noch laaang nicht zum Alten Eisen! Das freut mich besonders!

Liebe Grüsse
Kat. auf dem Höhenflug

Wie es sein sollte und was es jetzt ist

Liebe S.,

ja- es sollte ein Blog über Wechseljahre, Klimakterium, Umorientierung , Leben mit Hitzewallungen oder ähnliches werden. Ich finde, das ist es auch geworden. Und ich bin tatsächlich auf Blogs mit ähnlichen Themen gestossen(Haben wir eigentlich eine Blogroll, wo die Leser sehen, wem wir folgen? )

Ich hab mich in diesen 12 Monaten mit diesem WechseljahreThema sehr beschäftigt, nicht nur hier im wordpress, sondern ganz viel auch im Real life. Ich hab Frauen  gefragt, wie es ihnen geht oder ging  in dieser Zeit. Ich hab Bücher über dieses Thema gelesen, manche haben mich weitergebracht, andere eher nicht.Ich hab mich mit mir selber  ganz viel beschäftigt.

Ich bin meiner Mutter so nahe gekommen wie noch nie zuvor, weil ich sie gefragt habe, wie es ihr gegangen ist, und sie war so unglaublich ehrlich zu mir. Ich habe gedacht, was für ein Glück, das ich in dieser heutigen Zeit lebe und darüber sprechen kann, wie es mir geht. Und das ich nicht verlacht werde, wenn ich erzähle, das ich noch Träume habe, und das ich gerne wieder manchmal jünger wäre, und das ich in so schweren schwarzen Traurigkeitslöchern bin, und nicht rauskomme, weil alles so ist wie es ist und ich bin, wie ich bin. Ich muss nicht einsam durch den Wald laufen und mich traurig ans Wasser stellen,weil niemand da ist, dem ich das erzählen kann.Meine Mutter war damals allein. Mit sich, ihren Gefühlen, ihren Sorgen. Eine einzige Freundin hatte sie, hat sie mir erzählt, mit der konnte sie reden. (Ich fand diese Freundin damals schrecklich, unheimlich fast, weil meine Mutter  entspannt war, wenn sie sie besucht hatte, so gelöst.Diese Frau war dubios für mich).
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In unserem Blog ist viel passiert.
Lösungsvorschläge gab es nicht, muss es auch nicht geben. Und die Themen geben wir vor. Es gibt sehr unterhaltsame, spannende Beiträge von dir wegen Arbeitswechsel,  Arbeitsamt

Arbeitmässig hat sich nichts geändert , aber du bist umgezogen, und das ist auch schon ganz schön mutig. In deinem Alter. >:)
(Zu mir hat letzes Jahr mal ne Kollegin gesagt, während  wir Immobilienanzeigen anguckten: „Du brauchst doch in deinem Alter  kein Haus mehr kaufen!“  IyFB!)
Tja, und du ziehst um!Respekt!
Eine andere Freundin macht eine Ausbildung über 3 Jahre und schliesst die erfolgreich ab mit 54! Respekt!
Eine weitere Freundin eröffnet mit 49 eine eigene ArztPraxis! Respekt!
Ich mach nen Palliativkurs und lerne was dazu und hab andere Perspektiven. Respekt!
Und wir machen einen Blog und der ist ein bisschen bekannt und wird noch bekannter und wir werden berühmt und reich damit, wer weiss! Respekt!

Höhöhö-Hauptsache aber ist, das es Spass macht, alles was wir tun.

Wir lassen uns einfach nicht ausbremsen! Denn mittlerweile wissen wir, wo es langgeht!

Grüsse Kat.

Motivierungsschreiben oder „sei einfach mal Königin“

Liebe S.,
(für alle Leser: Wir schreiben auch noch Emails, in denen sehr sehr persönliche Dinge stehen, es scheint so, als hätten wir sonst gar nichts zu tun, grins…)

So, heute kam ein langes Email von dir, und was ich daraus  lese ist, dass der Alltag auffrisst, das alles zu nahe kommt, das keine Zeit bleibt, das abgrenzen, ausruhen, auftanken so schwierig ist. Kenn ich. Kenn ich. Seufz….Ich lebe zwar nicht auf einer halben Baustelle, aber ich kenn diese Situationen, wo ich nur noch für mich sein möchte. Wo ich mich danach sehne, dass niemand an mir zerrt, niemand etwas will,niemand mit mir spricht,… endlose Liste.

Ich bin ja mit dem „Göttinnen altern nicht“ Buch ein bisschen weiter gekommen,fast 2/3 hab ich geschafft, und ich sage dir: Lies es. Nimm dir Zeit dazu. img-20161004-wa0003Es ist zwar nicht esoterisch, und bezieht sich nicht auf Göttinnen unbedingt, aber was die Autorin immer wieder, manchmal auf eine sehr grossmütterliche Art sagt, ist:
Sei du. Sei so glücklich mit dir, weil du gut und perfekt bist, wie du bist. Vergib dir.Akzeptiere, dass du nicht so bist, wie es andere von dir erwarten. Nimm dir deine Rechte, nimm dir das Recht, nein zu sagen, nimm dir das Recht, Dinge zu machen, auf die DU Lust hast. Die dir gut tun.
Hei, wir sind klasse! Ja, und wir dürfen grummeln, wir dürfen meckern, wir dürfen Ansprüche haben, wir dürfen uns nur nicht verbiegen. Denn wenn wir nicht mehr wir selbst sind, und nicht in Wahrheit zu dem stehen, was wir wollen, dann merkt das Gegenüber sofort, dass wir dann in dem Moment angreifbar sind. Verletzbar. Ich stelle mir in solchen Momenten vor, ich hab ne Krone auf dem Chakra  Kopf (zuviel ChakraGedöns gelesen, aber das hilft mir auch gerade mich zu erden!), und mit ner Krone muss ich ja erhobenen Hauptes gehen, oder? Sonst rutscht die mir vor die Augen, wie doof sieht das dann aus! Mit ner runtergerutschten Krone nimmt niemand die Königin mehr ernst. Also, erheb dein Haupt und sag:
*****Nein! Jetzt drehe ich mich mal um mich selber.
Ich bin jetzt das Zentrum allen Seins. ****

Ohhmmmm mal wieder.
Versuchs mal. Und schreib, ob das funktioniert!

Kraftspendende Umarmung!

Kat.

NeissaDeissaSleissa

Hallo, liebe Freundin!
Dult ist wieder, dieser bayrische Haushaltsmarkt, wo man alles alles für den Haushalt bekommt. Messer, Lappen, Töpfe, Bürsten, Haushaltskittel, Tischdecken,… ich hab letztes Jahr davon schon geschrieben.

Es ist sehr schön, Leute anzuschauen auf diesem Markt, da gehen nämlich der und die hin, die normal sind, rote Haare, graue Haare, grüne Haare,  lang und dünn und klein und rund, Grossväter, Mütter und Väter, Grossmütter, die mit ihren Enkeln elektrisch betriebene Fellknäuel angucken, die auf einem Teller rollen, junge Paare, die Pfannen kaufen wollen, eine 94 jährige, die schon “ laang koa Dampfnudel mehr g`macht hot, mei , wer sollt denn dös essan? und an Dopf brauchts a nimmer, an neuen….“
Schade,sagt der PfannenVerkäufer, er tät scho kommen zu ihr, wenns eahm sogt, wans welche mochan tat.

Sehr schön!

Und ich hab wieder erfolgreich mich überreden lassen, etwas zu kaufen, was ich unbedingt brauche! Eigentlich wollten wir einen Topf kaufen, eine Kasserole, damit der Milchreis nicht immer anbrennt.Und blieben vor dem Stand einer SuperGemüseHobel-Anpreiserin stehen. Schrappschrapp, schnippelte sie die Zwiebeln, den Lauch, die Karotten, wechselte in einer Affengeschwindigkeit den Aufsatz und begann, Kraut zu hobeln, wuschwusch, flogen die Krautspäne auf die Platte. Und dann der nächste Hobelaufsatz, 3 Gurkenscheiben in einem Wischwisch, zack, war die Gurke niedergemetzelt.Huuuh, der LieblingsItaliener und ich sahen uns an. Brauchen wir unbedingt! sagten unsere Blicke. Der nächste Aufsatz, winzigkleine Möhrenstückchen in Sekundenschnelle abgeraspelt!
Und dann der Preis! Eigentlich, bei den Verkaufsfernsehkanälen kostet das Ding nur 29.90, bei ihr schon ein wenig mehr, aber dafür!!! Achtung!!Gibt es ALLE AUFSÄTZE umsonst dazu ! UUUND!!! Einen Schäler, rattenscharf, obendrauf!
Okay, also keine Kasserolle, dafür einen Multi-Sleissa! (Multislicer ausgeschrieben)
Zu Hause, tja, was soll ich sagen? Was so einfach aussah am Gemüsehobelstand, erfordert doch Übung. Die Karotte wurde nicht so schnell so klein, die Zwiebel brannte trotzdem in den Augen und die Gurke wurde hauchzart abgehobelt, am Druck muss ich noch arbeiten. und meine Finger rechtzeitig aus dem Gehobel rausnehmen, denn sonst gibts NichtVegetarischesGemüse.

Aber blogschreiben geht noch, grins!

Schönen Sonntag Kat.

Ruhe

Liebe S.,
ja, danke das du auf diesen letzen Beitrag von mir geantwortet hast, wir können nicht die ganze Welt retten und müssen das auch nicht.
Wenn mein LieblingsSyrer in Not ist, kriegt er was, spenden tu ich an Organisationen, bei denen ich überzeugt bin, das mein Geld gut ankommt, die meisten Mitmenschen bekommen ein Lächeln, für meine Patienten kämpfe ich, aber für mich muss ich auch was tun, um den Fluss am überlaufen zu halten.
Das war Thema im letzten PalliativKurs, wie kann ich Kraft schöpfen? Und das Bild, von dem Kelch voller Liebe(oder was immer du willst), den man füllen muss, damit er überlaufen kann, und somit die Liebe(oder was immer du willst) woanders hinfliessen kann, weiter fliessen kann.Wie fülle ich den Kelch?
Ich hab gerade Zeit für mich, der Haushalt ist blitzblank, ich bin allein daheim und kann schalten und walten wie ich will. Ich bin heute früh in den Wald geradelt, weil das Licht so schön war. Ich hab mir einen kleinen Göttinenaltar gebaut, hab eine Kerze an und meine Lochsteine aus England aufgefädelt, drüber gehängt und schaue die Karten an, die wir uns gekauft haben, von denen eine meinen letzten Beitrag ziert.
Kleine Freuden in Stille, damit tanke ich auf. Ich kann nicht erwarten,dass der ganze Tag so ist, aber Momente, die so sind, die muss ich ganz tief in mich reintun, damit ich sie in Stressmomenten wieder abrufen kann. Und dabei hilft mir, wenn ich etwas zum Sehen habe, wie mein kleines Regal, das ich meine „Altar “ nenne.
Ich war vorgestern wieder bei meiner Naturfriseurin, ich bin nach 3 Stunden rausgegangen und war glücklich, entspannt, beschwingt, geklärt. Energetische Bürstenmassage(ich weiss, du magst es nicht, wenn man an deinen Haaren fummelt, aber ich finde es so schön!), Gespräche, ohne viel Hokus Pokus, ein neuer Haarschnitt, die alten giftigen, weil chemisch gefärbten ,  Haare ab, schöne neue Farbe drauf, die nach Kaffee roch und Erde und Blättern. Ich fühlte mich wie neu.  Für mich. Und so kann  auch meinen Kelch füllen.

Jetzt lese ich mein Göttinen-altern-nicht-Buch weiter und dann mach ich Sport.
Und dann können weitere Herausforderungen kommen!
Alles Liebe für heute Kat.

Junge Alte, alte Junge..

Liebe K.,

von mir bekommst du niemals so n Laken an die Hauswand.. never ever nicht.. !

Auch keine Geburtstagskarte mit : bleib so wie du bist.. denn .. Leben ist Veränderung nicht stillstand..

Auch nicht : Lebe deine Träume, carpe diem  und all dieses abgedroschene Zeugs wäääh.. neee   neee

Mehr so : sei wild und gefährlich.. sei unberechenbar und so wie du gerade bist oder sein möchtest..

All diese Geburtstage… mein 30ster… uuuuuuh..mein Vater lebte noch… herzlichen Glückwunsch liebe S. wusstest du eigentlich, dass ich mir immer einen Sohn gewünscht habe.. und auch wenn du einen fetten A… hast.. ich hab dich trotzdem lieb ( tja.. er war halt alt und böse und ich hatte ihn trotzdem lieb)

Mein 40ster.. MagenDarmvirus

Mein 50ster war o.k.  ich hab sogar gefeiert und das war nett… Und mein 1. Freund hat gekocht und mein jetziger Freund hat den Service gemacht..das war Klasse..alle so zusammen zu sehen.. auch wenn 2 leider nicht dabei sein konnten ( eine gewisse K. und ein gewisser Freund aus der Schweiz).

Ich glaube, wir haben uns beide auf den Weg gemacht, die zu werden die wir sind. Bestmöglich. Und das meine liebe Freundin, das finde ich richtig Klasse !

Bussi ! Deine S.

Herzkissen

Liebe S.,

ja, das wäre schön, wieder mit dir bei Planten und Blomen heute auf einem Liegestuhl gelegen zu haben und „Göttinen altern nicht“ mit dir zu lesen. Ich bin bereits bei Kapitel 5 und sollte was dazu schreiben, aber erst mal muss ich jammern, denn kaum  bin ich zu Hause, geht der Stress los. Wäsche waschen, Kram für die Schule organisieren, dann ist der Laptop zu lahm, für Überweisungen brauch ich  jetzt eine Secur App, der LieblingsSyrer in Paris hat Sorgen, also skype ich mit ihm, einkaufen muss ich, der JüngstLiebsteSohn ist krank, der GrösstLiebsteSohn hat einen unverschuldeten Bumms mit  meinem Auto gemacht, der Nachbar schneidet die Hecke in unserem Gemeinschaftsgarten , und weil ich nicht will,das er Patient bei uns auf Intensivstation wird, helfe ich ihm, denn er schnauft zum Erbarmen. Und während ich das Geschriebene so lese, kann ich was zu diesem obengenannten Buch schreiben:

Gestern machte jemand, den ich lange kenne, und den ich aber lange nicht gesehen habe, eine fiese Bemerkung zu meiner Statur. (Ich sei ja mittlerweile ein ganz schöner Brummer geworden und deutete auf meinen Oberkörper). Fast jeder weiss, dass ich kämpfe wie blöd mit Sport und weniger und anders essen, um noch ein bisschen wie vor 10 Jahren auszusehen und diese Bemerkung hat mich verletzt. Dann sass ich im Zug heimwärts, immer noch genervt, gereizt, traurig, und las in diesem Buch, Kapitel 5 glaub ich, es geht um : die Weibliche Brust.

Wie Frauen sie wahrnehmen, dass sie nie zufrieden sind, das sie sie verändern möchten(grösser oder kleiner) , und wie wunderbar diese Brust doch ist, was sie kann, was sie bedeutet, und dann las ich das Wort: Herzkissen.
Und dann ging es mir wie ein Licht auf: Deshalb hab ich mittlerweile eine BH Grösse wie ein Pornostar(nein, das ist ein Witz!), meine Oberweite wurde im Laufe des Lebens immer grösser, weil mein Herz soviel mitgemacht hat. Weil es so viel liebt, und so viel gibt, und weil da so viele Menschen Platz drin haben, weil es vergibt, und weil es spürt, und mitfühlt,…und deshalb muss es geschützt werden, umsorgt und gepolstert. Das ist die geniale Erklärung dafür!
Ich hab das tatsächlich mehrmals gelesen, und es hat mich froh gemacht.Ich darf so sein wie ich bin. Und ich sollte lernen, das es mir gefällt.

Das Buch könnte dabei helfen.
Ich lese weiter.

Die Tage mit dir waren schön. Und der November kommt bestimmt fix und dann besuchen wir gemeinsam die Weihnachtsmärkte. Und lesen weitere kluge Bücher, am prasselnden Feuer. Okay?
Umarmung!!!

Kat.dsc_0122