Burgenmarathon

Liebe S.,
das mit dem Alleine-Reisen,das hat schon was, allerdings fehlt mir Austausch.
Oder so Kommunikation, dass ich meine Freude loswerde.
Heute also: Auf dem Plan stand: Burgenbesichtigen. Es gibt hier einige. Ich fahre also so lustig durch die Gegend heute, da winken mir 3 Burgen vom Berg hinunter zu.
Da will ich hin, denk ich, aber wie? Nirgends ein Schild, also Goggel gefragt. Sagt Goggel mir, wie die heissen, frag ich Goggel, wie komm ich da hin, sagt Goggel: Ich zeig dir den Weg!
Okay, erst ganz brav eine Strasse hinauf,dann links ab, da dachte ich schon, sieht komisch aus, kein Hinweisschild, dann wieder Links, ich dachte:
Das ist ein WANDERWEG!
Ich fahre weiter nach Anweisung und denk, kommt denn kein Parkplatz?
Kam kein Parkplatz, rechts von mir Anhöhe, steil, links von mir Abgrund, noch steiler. Ich denk, wie kehr ich jetzt um?
Ich hab geschwitzt, nicht nur vor Hitze, mir war echt flau! Gut dass ich mit mir alleine war, keiner der mosert: Was mascht da wieder? Muscht da nuff jetze unbedingt?
Nee, musste ich nicht, danuff, ich bin ich dann waghalsig gewendet, mir war echt übel!
Schlaglöcher, und das mit meinem Alten Auto mit den pinken Radkappen!
Hab ich gedacht, dann eben keine Burgen! Dann eben Stadtbesichtigung, is mir egal, Burgen paah, guck ich Game of thrones, hab ich auch welche.
In der Stadt also, Strassauf, Strassab, es gibt doch bestimmt eine Touristinformation?
In schönstem Französisch nach den Burgen gefragt, Plan bekommen, Instruktion, wo lang, Frage, wo ich herkomm und dann bin ich zum Parkplatz, um meine Wanderschuhe zu holen, und jubel so laut jauchzend vor mich hin, was für ein toller Tag und da schaut mich ein Franzosenmann sehr verwundert an.

Ich sag: Je suis tres heureux aujourdhui! und da lacht er.
Und dann bin ich auf die Burgen gestapft, und hab sie bezwungen.
Als ich von Burg 1 nach Burg 2 wollte, stand da ein Schild: Burg 2 facile.
Ich dachte, huuu, nee einen schwierigen Weg geh ich jetzt nicht, und der den ich dann ging, der war ziemlich kraxelig. Möchte nicht wissen, wie der facile Weg dann war 😉
Oben war ein älteres Ehepaar, ich dachte, aha! Gibts hier doch einen Parkplatz, und dann ging ich wieder zu Burg 1 und da war dieses Ehepaar bereits wieder da.
Ich kam mir vor wie bei dem Hasen und dem Igel.
Sie sagten , es gäbe einen einfachen Weg, ich habe den schwierigen genommen.
Da hab ich gelacht, und bin zu Burg 3 marschiert, und  hab dann, weil es so schön war, noch einen Extra-Umweg zum Dorf gemacht, und ich war so happy, und es war sehr schön.
Aber mit wem teile ich das, wenn ich alleine unterwegs bin?
Als ich oben auf der Burg 1 mein Handy rausholte, um Fotos zu machen, klingelte just in dem Moment mein Telefon.
Der JüngstLiebsteSohn, ich war überrascht, ich bin 4 Tage weg, und er wollte nur hören, wie es mir geht. Da hab ich dann ein bisschen weinen müssen, später, weil die Landschaft so atemberaubend war, weil ich ihn gern dabei gehabt hätte, weil ich alleine war, ich weiss nicht, ich war berührt. Vom Leben. Einfach so.

Morgen geht es wieder heim. Schade und schön doch.
Ich werde das üben. Immer mal wieder ein paar Tage für mich sein.

Ohne so grosse Sehnsucht nach den LiebstenMenschen.
Einfach nur mit mir sein.

Liebe Grüsse ! Kat.

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3 Kommentare

  1. Myriade · Juni 21

    Ein kleines Missverständnis, facile = einfach 🙂

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