Wenn das Paradies Dellen bekommt

Liebe S.,
schon wieder Ärger mit den Nachbarn. Ja, es ist nicht nett, wenn ich als Reaktion auf einen Schrieb an der allgemeinen Pinnwand , dass man die Trockenmaschine nicht in Standby haben soll in der Nacht! den Zettel wegnehme und stattdessen Ohrstöpsel hinhänge.
Das ist nicht nett. Aber es ist auch nicht nett, das uns nicht persönlich zu sagen, obwohl ich mehrmals darum gebeten habe, wenn etwas stört, dann mir das doch zu sagen. Ich kann das dann nachvollziehen oder meine Gründe nennen, warum es so ist(Schichtdienst, grosse Familie)  und darauf reagieren. Der Standby diente dazu, das das Ding erst morgens um acht losgeht, wenn ich in der Arbeit bin- dass er Nachts nicht laufen soll, der Trockner, verstehe ich ja. Es hing vor zwei Wochen schon mal so ein Wisch da und ich habe gesagt, bitte , Sagen Sie es mir doch persönlich! Sagen Sie es mir, wenn Sie etwas an uns stört! Und es wurde gelächelt und scheinheilig gegrinst und gesagt, selbstverständlich, wir sind erwachsene Leute, wir können ja reden! Und ich dachte, es sei gut, und war freundlich und habe denen den Schnee weggeschippt, weil ich nett bin und weil ich friedlich leben will.

Heute morgen steht dann Vermieterin vor der Tür, die Nachbarin hätte sie gestern eine Stunde volltelefoniert und die Ohrstöpsel gingen ja gar nicht, sie sei enttäuscht von mir,dass ich sowas mache, und der Keller, da würde alles mögliche rumstehen im Flur , und die Schuhschränke vor der Wohnungstür, das sei hässlich,…. und ob wir das nicht in den Keller räumen könnten.
Es geht niemand in diesem Hauseingang ein und aus ausser uns. Und ja, diese Nachbarn nebenan, die können durch die Kellertreppe hier raufkommen, und sich dann ärgern,das wir Schuhschränke vor der Wohnung haben.
Ich vermute , sie tun es. Ich vermute, sie beobachten jeden Schritt, den wir tun. Sie weisen uns darauf hin, das wir nicht sofort den Gehweg von Laub befreien. Sie ärgern sich,das wir auf der Wiese Löwenzahn wachsen lassen. Sie teilen mir mit, das meine Waschmaschine wohl nicht läuft , aber leuchtet. (Zeitvorwahl, gell, damit es nicht stört!).
Bei den Eigentümerversammlungen geht es nur um uns. Wir sind die Mieter in diesem Viererdoppelhausgespann. Alle anderen sind Eigentümer.

Ich bin traurig, Ich mag meine Wohnung. Ich mag die Wiese und meinen wilden Garten und die gemütlichen Zimmer und die Ruhe und den Wald hinter dem Haus. Es war mein Paradies, als ich hier einzog. Und jetzt, seit ich einen Wäschetrockner habe, und die Nachbarn ihre Waschmaschinen ein bisschen zur Seite rücken mussten, damit der Wäschetrockner Platz hat und ich nicht mehr unsere Wäsche im Keller trocknen brauche, seitdem ist Krieg.
Mein Paradies hat Dellen bekommen. Und ich überlege auszuziehen.

Es wäre schade. Es ist mein Zuhause. Aber was kann man tun, wenn man solche Nachbarn hat und man nicht in Ruhe leben kann? Wenn man lauscht, ob im Wäschekeller jemand ist, damit man dem nicht begegnet?

Ja, die Ohrstöpsel,… das war meine Wut. Denn ich bin mir sicher, meine Waschmaschine oder der Trockner machen in Zeitvorwahl keine Geräusche. Aber wenn man so fixiert darauf ist, das man etwas hören wird, dann hört man auch was. Vielleicht sollte ich ihr einen Beruhigungstee schenken.

Oder vielleicht brauch ich den selber….

Ich will in die Einsiedelei!

Weisst du nicht eine kuschelige Höhle für mich?

Liebe Grüsse Kat.

 

 

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16 Kommentare

  1. Ulli · Februar 20

    Liebe Kat, Nachbarn können einem wirklich das Leben zur Hölle machen, wie unschön für dich/euch! Manchmal muss dann eben weiterziehen, wenn es sich nicht anders regeln lässt, ich drücke dir die Daumen, dass sich das Ganze wieder einrenkt.
    herzliche Grüsse, Ulli

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  2. Sigrid🔆aktiv60plus · Februar 20

    Wie traurig, aber leider überhaupt kein Einzelfall! Obwohl – wir sind hier im August eingezogen in ein von Eigentümern bewohntes 6-Familienhaus und – toi, toi, toi – hier kann man fast alles tun und lassen, was man will und alle sind „friedlich gestimmt“. Da haben wir unglaubliches Glück gehabt – wir als Mieter – 😉
    Wenn es nicht anders geht, dann hilft nur ausziehen. U.a. ist das, was du da erlebst mit ein Grund, weshalb wir davon abgesehen haben, uns eine ETW zu kaufen, denn im Vorfeld weißt du nie auf welche Leute du in einem Haus triffst. Hier wäre es wohl sinnvoll gewesen, aber z.Zt. sind die Preise ja sowieso überirdisch – hier im Südwesten sowieso – Also bleiben wir Mieter und kürzlich habe ich alle Frauen des Hauses (5 Stück) zum Kaffeeklatsch eingeladen und einem Gläschen Sekt hinterher. Manchmal hilft ja sowas, um die Stimmung zu heben. Allerdings hilft manchmal auch überhaupt nichts, wenn es den „bösen Nachbarn“ gefällt andere zu ärgern. So eine hatten wir 25 Jahre und damals wohnten wir noch im eigenen Haus. Selbst da ist es schlimm, wenn man unerträgliche Nachbarn hat.
    Alles Gute für dich und hoffentlich friedliche Lösungen! LG, Sigrid

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    • Danke! Ja. Am besten ist es,sowenig Angriffsfläche wie möglich zu bieten. Seufz…

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      • franhunne4u · Februar 20

        Nein, das sehe ich anders. Sowenig Angriffsfläche wie möglich – dann suchen sie nur was anderes. Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt. Und diese Nachbarin hat eindeutig angefangen.

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      • Sigrid🔆aktiv60plus · Februar 20

        Deine Rechte solltest du kennen und wir programmieren unsre Waschmaschine auch vor und das geht ja niemand was an. Würde ich auch ich auch klipp und klar so denNachbarn sagen.
        Mitgliedschaft beim MieterVerein empfehlenswert. LG

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  3. Red Skies Over Paradise · Februar 20

    Red skies over paradise. Mein Albtraum. Wenn der Impuls ist, zu handeln, dann besser nicht handeln. Die Ohstöpsel waren witzig aber kontraproduktiv. Ich würde mir eine Rechtsberatung einholen: wo liegen die Grenzen. Und dann nur noch formalrechtlich handeln, im Rahmen der Rechtsvorschriften und des Mietvertrages. Auszug nur als ultima ratio. Denn den deutschen Michel, diese Gartenzwerge gibt es leider überall. Liebe Grüße, Bernd

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  4. peter bachstein · Februar 21

    ich hab meist glück gehabt mit den nachbarn und das waren einige denn ich bin häufig umgezogen. einmal gab es aber auf der gleichen etage einen echten stinkstiefel. da war grade meine tochter geboren und der regte sich tierisch über das kind auf und über kinder im allgemeinen. war schon eine harte nummer mit dem. glücklicherweise ist er dann selber ausgezogen. auf eine solche lösung kannst du bei eigentümern natürlich eher nicht warten. da musst du dann woll tatsächlich selber die flucht ergreifen. jahrelanger streit bringt wohl auch kaum was, das ist nur blöder stress. ist schon traurig sowas…

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  5. Ach liebe K., es kann der frömmste nicht in Frieden leben, wenn der Nachbar es nicht will.. oder so..

    Mir fallen dazu nur Wörter ein, die man alle -wegpiepsen- müsste.. alle F Wörter ..
    Bist du zu laut sind sie zu alt..
    Du hattest mir ja schon ein paar mal von denen erzählt..
    DENEn IST ES EINFACH LANGWEILIG. RENTNER im Vorzimmer zum Tod. Alt in Kopf und Herz, spiessig , scheinheilig, ängstlich, ätzend !!!! weil ihr so lebt wie ihr lebt.

    Ich kenne das Problem leider auch.. und kann dir aus eigener Erfahrung sagen : such dir was anderes.
    Du hast sie direkt angesprochen und sie können das nicht so. Mutti soll es richten. n diesem Fall die Vermieterin.
    Wie in der Politik Mutti Merkel soll es richten und die ist mittlerweile auch schon fast zu alt und müde… tja..
    Shit..

    Aber machbar Frau Nachbar muhahahahaha..
    Energieverschwendung die Ollen, die wollen keine Mieter.. damals 1818 waren die Miter noch netter, da haben wir noch Cognac auf der Terrasse getrunken und unsere Kinder haben zusammen gespielt..

    Damals war einfach noch mehr Lametta.. mehr gibt nicht zu sagen..

    Bussi
    Deine S.

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  6. hex'nhais'l · Februar 21

    Ich hatte einen ähnlichen Nachbarn, der in der Wohnung unter mir wohnte.
    Da ging nichts. Zermürbend wie anstrengend.
    Es wurde zu einer Kaskade der Unannehmlichkeiten. Er fand immer etwas, das nicht paßte, wo sich mäkeln ließ.
    Reden – schwierig, weil sehr viel unter: wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht das Selbe lief.
    Für mich wurde es erst besser, als ich den innerlichen Stinkefinger zog, ihn ignorierte, egal wo.
    Als er dann endlich auszog schlug ich mehr als drei Kreuze und betete, dass der neue Wohnungseigentümer nicht so sein möge, oder gar schlimmer…
    Seit knapp zwei Jahren, ist nun Ruhe und er nicht mehr da.
    Was ein Unterschied!
    Als Mieter, hätte ich mir aber eine andere Wohnung gesucht.
    Ich drück Dir die Daumen, dass sich für Deine Situation eine gute Auflösung ergibt, egal wie die aussehen mag.

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