Warten-die nächste

Liebe S.,
sehr interessant ,deine Gedanken zum „Warten“. Eben hab ich ungeduldig gewartet, dass dieser lahme Laptop hochfährt, damit ich endlich schreiben kann, was mir zum „Warten“ eingefallen ist. Dann hab ich darauf gewartet, das dieses LAHME INTERNET endlich checkt, das ich online sein will.

Früher hab ich darauf gewartet, dass mein neugeborenes Baby mich endlich anlächelt, weil es mich erkennt. Das dauert vier Wochen oder sechs, bis sie auf Gesichter reagieren. Ich habe darauf gewartet, dass sie endlich laufen können, dass sie endlich aufs Klo gehen allein,dass sie endlich sprechen können,dass sie endlich in den Kindergarten, die Schule gehen…Ich habe GEWUSST, dass ich die Zeit mit ihnen JETZT nur einmal erlebe. Dass ich dann nie wieder(hoffentlich)ihre vollgeschieterten Windeln wechseln muss, dass die Zeit JETZT unwiederbringlich ist,…. trotzdem…hab ich gewartet.

Und jetzt warte ich im Moment nicht mehr. Ich hab eher das Gefühl die Zeit rennt mir davon.
Und ich werde so stinkewütend, wenn ich im Aufzug in der Klinik zum Beispiel von einer etwa gleichaltrigen Kollegin angesprochen werde: Mei, die Jungen, die haben noch mindestens 30 mal Sylvesterdienst vor sich, aber wir haben nur noch wenige Dienste an Sylvester, gell? Is bald vorbei, dann gehen wir in Rente!
Und ich denke:ALTE! Worauf wartest du? Leben ist JETZT! ICH HAB NOCH !$ JAHRE!
Und das , echt, passiert mir so oft! Dass sie über die Rente sprechen, und MICH mit einbeziehen, und sagen, gell, is nimmer lang, dann können wir hier die Segel streichen….Es ist nicht so, das ich mich darüber ärgere, weil ich denke, ui! Jetzt seh ich scheinbar echt Alt aus.
Es stellt sich mir eher die Frage: Wenn ich auf die Rente warte, kann ich mir die Zeit dann jetzt noch schön machen?
Oder  sitze ich jeden Tag ab, und schneide Stückchen vom Massband, damit ich sehe, wie oft noch? Und werde darüber alt und grau, eher noch gräuer, und versäume dabei mein Leben, mit Warten?
Nix da! Und wenn ich warten muss,auf Bahn und Zug, dann schau ich und nehme auf, und erlebe, so wie du, ich sehe die Menschen und dann hab ich Geschichten im Kopf, aber wenigstens war dann diese Zeit nicht unnütz zerwartet….

Ach doch,klar warte ich. Ich warte auf längere Tage und kürzere Nächte, denn mir geht in diesem Ort, wo ich lebe, und das ist ein TAL! diese Dunkelheit auf die Nerven.Von 16.00 bis 7.00 ist es „Dusterklabuster- im Keller hockt der Schuster….“, ich möchte , das es hell ist. Aber- wird scho, sagt der Bayer.

In diesem Sinne!
Warten als Chance!
Ich geh schlafen. Gute Nacht dir!
Kat.

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5 Kommentare

  1. Ritaki · Januar 13

    Spontan, wegen dem Rententhema, ist mir der Spruch: “Ein Tag mehr ist ein Tag weniger“ eingefallen. Aber ich glaube der baut jetzt auch nicht wirklich auf, oder?😂😂😂

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    • Den sagen sie auch. Oder nach Dienstschluss: wieder ein Tag näher an der Rente. Aber wenn ich das Gefühl habe,sie meine das ernst, dann denk ich, wenn ich nur noch Stunden absitze, und so gar keine Freude mehr am Tun habe, ist das dann noch Leben? Für mich wäre das jedenfalls nix. Grüße! Kat.

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  2. Anna-Lena · Januar 14

    Das Leben ist doch kein Wartesaal! Wer so intensiv auf die Rente wartet, erlebt sie vielleicht gar nicht mehr?!

    Liebe Grüße zum Sonntag,
    Anna-Lena

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    • Auch das kann passieren. Wie bei einem von mir sehr geschätzten Arbeitskollegen. Deshalb ist fur mich wichtig, dass zu tun was mit freude macht und wenn ich halt einen job habe, der nicht so ganz okay ist, was mach ich dann? Es gibt sicher viele Menschen die in einem Beruf gefangen sind, der sie anstrengt, und die sich auf die Rente freuen. Aber zehn Jahre zu warten, dass der Zustand in dem man sich befindet, aufhört? Gibt es da denn nicht Möglichkeiten , trotzdem was gutes an der Arbeit zu finden? Schwierig. Dir auch einen schönen Sonntag! Kat.

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      • Anna-Lena · Januar 14

        Sich auf die Rente zu freuen, ist legitim. Wenn ich einen unbefriedigenden Job habe, ist es sicher schwer, etwas anderes und passendes zu finden, doch ich denke, es hängt auch mit den eigenen Ansprüchen zusammen. Weniger Geld und mehr Freude wäre für mich durchaus immer eine Option gewesen.
        Ich bin nun im Vorruhestand und darf mich auf meine Rente freuen, habe aber trotzdem so ein erfülltes und arbeitsreiches Leben auch jetzt, dass ich zufrieden bin.

        Auch dir einen schönen Sonntag und liebe Grüße,
        Anna-Lena

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