Dreikönigstag=Tannenbaumblues

Lieber K.,

vorhin sah ich sie auf meiner Walkingrunde am Wegesrand.. sie lagen in Haufen.. und warten darauf , dass sie am Montag abgeholt werden.. so sad.. sie standen mind. 10 Tage in der guten Stube.. was sie wohl alles gesehen haben…es machte mich ganz sentimental… Kinder die sich über Geschenke freuen, ein erstes gemeinsames Weihnachten, Streit unterm Baum.. die Vorfreude auf ein gelungenes Fest… Mit und ohne mit Krone.. Bienenwachskerzen oder Lichterkette.. Katzen die auf den Weihnachtsbaum klettern..Lametta.. ja genau viel Lametta ..Glitzer.. Kugeln die glänzen..

manche sahen ganz abgefressen aus.. fast schon ohne Nadeln.. andere braun und seehehr trocken.. aber die meisten sahen noch gut aus..seufz….

Als Kind habe ich Tannenbaumverkauf gespielt.. immer in den Tagen bevor sie abholt wurden.. wir sassen oben auf den grossen Müllanlagen vom Hochhaus und haben sie alle begutachtet .. und dann angepriesen und „verkauft“.. stundenlang.. und ich hatte das Gefühl, dass sie nochmal alle die Beachtung bekamen die sie mindestens verdient hatten.. Traurig war ich trotzdem davon.. irgendwie.. bis es dann endlich die Bäume mit Ballen gab.. von da an mussten die gekauft werden .. immer ! Meine Eltern und dann die jeweiligen Lebenspartner mussten immer nach Weihnachten mit mir einen Platz suchen für den „lieben“Baum und  mir dabei helfen ihn einzugraben… natürlich wurde der Baum auch immer mal wieder besucht.. ob er es „geschafft“ hatte.. Ich erinnere mich an 2 die es wirklich „geschafft“ haben.. einer stand dann neben dem Balkon meiner Eltern und es gab irgendwann Ärger mit dem Hauseigentümern.. 🙂 und der andere stand im Wald.. zwischen anderen.. an ihn denke ich immer wieder an Weihnachten.. schnüff…

Inzwischen habe ich einen Ersatz für diese Bäume gefunden.. d.h. ersetzen kann man das ja eigentlich nicht.. aber ich habe einen Schwemmholzast umgewandelt und bemalt.Der hängt dann im Fenster mit Kugeln usw.. und wurde soeben von mir wieder verpackt fürs nächste Weihnachtsfest..

 

Das Foto oben bekam ich heute zugeschickt und habe es gleich verwendet.. wenn wen das stört lösche ich es sofort!

 

einen schönen Dreikönigstag euch und Dir

Deine

S.

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5 Kommentare

  1. piri ulbrich · Januar 6, 2018

    Einen Schwemmholzast ins Fenster hängen – das finde ich schön!

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  2. kat. · Januar 6, 2018

    Bei mir tut es der Ficus Benjamin, wenn Weihnachten keinen Baum braucht. Als Kind hatte ich eine Geschichte gehört, von einem Tannenbaum, der sich danach sehnt, so schön herausgeputzt zu werden wie die anderen grossen Tannenbäume, und als er dann endlich gross genug ist, wird er geholt, und dann stirbt er, naklar,…als Kind dachte ich. Bitte, bleib doch im Wald,da ist es so schön! tja….. Heute am Dreikönigstag werden sie rausgetan, aber eigentlich ist das in Bayern erst an Lichtmess,glaub ich, das ist der 2. Februar, aber dann nadelt es sich richtig! Alles Liebe, Weihnachstbaumretterin! Kat.

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    • christahartwig · Januar 10, 2018

      Ich hörte unlängst im Radio, immer mehr – besonders junge – Leute entschieden sich bewusst gegen einen Weihnachtsbaum. Dafür gibt es natürlich gute Gründe – nicht nur Mitleid mit dem jeweiligen Baum, der sich gewiss nicht darauf freut „fromm und lichterheilig“ zu werden, sondern auch Vermeidung der nicht unbeträchtlichen Monokulturen von Fichten, Nordmanntannen usw., die nur zu dem Zweck gepflanzt werden, zu Weihnachten in unseren Wohnstuben zu landen. Vor meinem Fenster steht übrigens eine Fichte, für die selbst der Pariser Platz sich nicht schämen müsste – von unserer Hauswirtin gezogen aus einem Winzling von Baum im Topf. – Mehrmals schon habe ich Advent und Weihnachten in einem Aufwasch mit jeweils einem weihnachtlichen Ikebana-Gesteck gefeiert. Das ist natürlich fast so multikulti wie tiefgefrorene Chop-Suey-Pizza, aber schön waren diese Gestecke doch immer und dienten (dann ohne Kerze) noch bis in den Februar als winterlicher Schmuck auf dem Couchtisch.

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  3. franhunne4u · Januar 6, 2018

    Bei mir gibt es jedes Jahr eine Tanne. Meine Katze freuts (bin froh, dass sie kein Hund ist, der sich sonst über „indoor plumbing“ freuen könnte, meine Schwester freuts, mich freuts (Erinnerungen an Kinderzeiten, an jährliche Rituale, wenn Opa wieder versuchte, mit 5 DM einen Baum zu kaufen, den wir anderen Familienmitglieder dann irgendwie annehmbar herrichten mussten – was eine Herausforderung war) – und den Tannenbaumverkäufer (der so vor Weihnachten einen Job hat) und den Tannenbaum-Waldbewirtschafter (der einerseits Bäume anbaut – und andererseits jedes Jahr ein sicheres Geschäft hat) freuts.

    Diese Bäume sind ja nicht „durch Zufall“ irgendwo gehackt worden, die sind in Plantagen angepflanzt für den einen Zweck: Zu Weihnachten Freude zu spenden. In der dunklen, grauen Jahreszeit einen grünen Mittelpunkt zu setzen, der verspricht, dass auch dieser kalte, dunkle Winter vorbei geht.

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