Wieder einen Tag näher an der Rente….

Liebe S., diesen Spruch hab ich auch immer wieder gehört , und ich fand den schon immer ein bisschen gruselig.
Mir ist es in letzter Zeit öfter passiert, das mir Mitmenschen, durchaus wohlwollend, folgendes Nahe gelegt haben: ich möchte doch jetzt bitte an die Rente zu denken, es sei schliesslich nicht mehr allzulange hin. Das letzte mal, vor zwei Wochen, war es ein ehemaliger Kollege, der mit 61 in Rente gegangen ist, nach jahrlanger Teilzeitarbeit mit sehr gut verdienender Ehefrau , die weiter arbeitet. Klar, oder?
Heute erzählte eine Arbeitskollegin davon, dass ihr Mann so einen Stress zu Hause habe, er habe dieses Jahr gar keine Ferien gehabtobwohl er seit Januar in Rente sei.(Er war Lehrer). Dann guckt sie mich an und sagt: Das ist bei uns ja auch bald soweit.
Ich sag: Hallo? Das dauert bei mir noch ne Weile!
Naja, so 10 Jahre sind es bei dir noch, meint sie, die sind schnell um.

Tja, um mein volles Rentengeld zu kriegen, sind es noch 14 Jahre, ich hab keinen Lehrer geehelicht. Ich muss gucken, dass ich über Runden komme, ich hab auch Teilzeit gearbeitet, Kinderbedingt, sowas gibts, und ausserdem, man mag es kaum glauben, mir macht meine Arbeit Spass! Ich arbeite gerne! Und die Vorstellung, dann nicht mehr irgendwohin zu müssen, ein bisschen graust mir davor.
Keine Aufgabe mehr zu haben, nichts  mehr bewirken zu können, den Fokus auf meinen Rasen zu richten, (wie mein Nachbar, für den jeder krummwachsende Grashalm den Dieselmotorbetriebene Rasenmäher auf den Plan ruft, besonders, wenn ich mich in den letzten Sonnenstrahlen des Sommers nach anstrengender Arbeit auf der Terasse entspannen möchte, dann stechen diese Grashalme ihm besonders ins Auge!).
Ich denke, ich hab doch meine Berufserfahrung, es wäre schade, wenn die dann mit Eintritt in die Rente flöten geht!

Und ausserdem, ich hab ja dann noch weniger vom Leben vor mir , wenn ich 67 bin! Ich möchte noch lange gesund in die Arbeit gehen und an die Rente noch überhaupt nicht denken!
Ich hab noch Pläne und Ziele, berufsbedingt, und auch so,….und hoffe es ist noch lange nicht vorbei! Oder? Was meinst du?

Bin sehr in Rage gerade! Deine Kat.

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8 Kommentare

  1. Gudrun Lochte · September 4

    Liebe Kat,
    wie ich gelesen habe, dauert es bei dir noch eine Weile. Das ist doch schön. Ich habe mir vorgenommen, nächstes Jahr in Rente zu gehen. Dann bin ich 63 und habe 45 Jahre gearbeitet. Mein Arbeitgeber ist schon informiert. Es ist zwar ein komisches Gefühl, wenn ich daran denke, aber ich denke nicht oft daran :)) Ich habe noch so viel vor. Ich möchte mehr Zeit für meinen Blog haben und mehr schreiben. Ich habe angefangen ein Buch zu schreiben. Ob es jemals auf den Markt kommt, ist doch egal. Ich schreibe auch für mich. Ich gebe Lachyoga-Stunden in der Lachschule in Braunschweig und möchte im nächsten Jahr vielleicht noch Lachyoga für Kinder und Senioren anbieten. Ich möchte endlich außerhalb der Schulferien Urlaub machen (ich bin Schulsekretärin) und auch mal spontan verreisen. Die Tage bis zu den Sommerferien genieße ich und zähle auch nicht die Tage, aber ich weiß jetzt schon, dass dieser Tag sehr emotional sein wird. Die Kinder und meine netten Kolleginnen und Kollegen werden mir fehlen. Vielleicht werde ich mich noch als Lesepatin bei uns in der Schule engagieren. Wer weiß, wer weiß. Ich weiß aber, dass es das Richtige ist. Jedenfalls können bei mir die Grashalme wachsen so lang sie wollen, das schert mich überhaupt nicht. Ich habe viele andere Dinge im Kopf. Vielleicht kannst du ja deine Berufserfahrung nach dem Berufsleben noch anderweitig einsetzen. Das wünsche ich dir von Herzen. Du sollst dich ja nicht in deinen 4 Wänden vergraben.
    Für heute herzliche Grüße
    Gudrun

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    • kat+susann · September 4

      Liebe Gudrun, genau das mein ich! Nicht aufhören was zu tun. Sondern trotz oder wegen Rente weiter machen. Was mich erschreckt,ist diese Resignation oder auch die Wut auf den Arbeitgeber, dass er sie solange „ausgebeutet“ hat. Und dass er sie mal kann, wenn angefragt wird, wie bei meinem Kollegen, ob er nicht Fortbildungen geben möchte, da er sich auf seinem Gebiet doch so gut auskennt. Und er dann sagt: die können mich mal. Ich frag mich dann: hat er denn 40 Jahre für das falsche gearbeitet? Und ich lebe doch im jetzt, ich brauche Ziele. Ob im.moment oder später, aber ich will nicht stehen bleiben. Und deine Pläne, die klingen toll. Das zu tun was dir Spaß macht. Ich wünsche dir von Herzen viel Erfolg! Liebe grüße Kat

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  2. Flowermaid · September 4

    Rentenresignation war Gestern…

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  3. Belana Hermine · September 4

    Dieses Warten auf die Rente, um von der Arbeit „befreit“ zu sein, finde ich auch sehr gruselig. Und viele schaffen dann den abrupten Wechsel von 100% auf 0% auch nicht. Ein langsamer Ausstieg wäre irgendwie gut. Ansonsten braucht man – so wie Ihr das geschrieben habt und es im Kommentar schon angeklungen ist – wirklich gute neue Vorhaben, um sich sinnvoll zu fühlen. Möge uns das allen in angemessener Weise gelingen.

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    • kat+susann · September 4

      Früher gab es altersteilzeit. Ab 60 bissl mehr in die rentenkasse zahlen und ab z.B. 64 dann teilzeit bei voller Rente oder -nee -vollem Gehalt? Arbeiten, damit der Übergang nicht von 100 auf 0 ist. Das hat ne Kollegin gemacht, und hat es genossen. Langsam rauszugleiten aus dem Arbeitsleben. Es gibt viele Möglichkeiten. 🤗L.G. Katrin

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  4. franhunne4u · September 4

    Dieses von 100 auf Null ist nicht gesund – jedenfalls nicht für Alleinstehende. Wenn man Haus und Familie hat, dann ist man auch weiterhin beschäftigt, aber Singles in einer Mietwohnung wie ich, die sind gefährdet …

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