Bio und Entspannung

Liebe S.,

ich hab dein EinhornDuftGel  heute gesucht und nicht gefunden, und bin stattdessen in den hiesigen Bioladen marschiert.
Hab ich dir darĂŒber bereits mal geschrieben?
Es ist eine Bioladenkette, die VerkĂ€uferinnen darin sind aber so gechillt , da denk ich immer: Oh MĂ€dels, was flössen die euch ein? Ganz entspannt ziehen sie die Waren ĂŒber den Scanner, fragen fĂŒnfmal, ob du wirklich keinen Kassenbon möchtest und sicher keine Punktesammelkarte hast?
Sie fragen so freundlich, dass die alte Dame vor mir ihre Geldbörse ausleert, und alle ihre Karten zeigt, weil sie der Kassiererin mit ihrer Punktekarte eine Freude machen möchte. Leider hat die alte Dame wirklich keine Punktekarte, und dann wird aufgeklÀrt, was das mit der Punktekarte auf sich hat.
Die alte Dame entscheidet sich aber trotz der Freundlichkeit der Kassiererin gegen das AusfĂŒllen des Antrages zum  Besitz und Gebrauch einer Punktekarte.
Ich atme auf.
Es geht weiter!Ganz entspannt und ruhig werden die Waren der nĂ€chsten Kundin ĂŒber den Scanner gezogen. Das GemĂŒse wird eingetippt. Wieder zurĂŒckgeholt. „Vielmals Entschuldigung, die Kasse hat das GemĂŒse nicht erkannt, muss ich erneut drĂŒber ziehen!“ Aha, das liegt an der nicht-genormten EU-kompatiblen Gurke.
Fertig, alle Waren eingetippt. Die Kundin zahlt bar. Ohweh, das Kleingeld reicht nicht. Der Ehemann der Kundin kramt ebenfalls in seiner Jackenjacke. Da, er hat die 12 Cent, die fehlen, ich bin sehr froh.
Ich bin die nĂ€chste. „Ich möchte keinen Kassenzettel und ich habe keine Punktekarte, “ sage ich. Die Kassiererin lĂ€chelt. „Gerne, “ sagt sie. „Das macht 65, 78. haben Sie eine Punktekarte?“
„Nein!“ mache ich.
„Gut, “ sagt sie, „das sind 5,22 RĂŒckgeld. Brauchen Sie einen Kassenzettel?“

OOHMMM, Shantishanti,…. ich möchte auch das haben, was sie morgens in ihren Tee bekommt! Ich möchte auch diese Geduld und dieses LĂ€cheln haben!

Ich stelle mir vor, wie der Filialleiter morgens seinen Angestellten ein TÀsschen Tee verabreicht. In chilliger entspannter AtmosphÀre mit sanfter Beleuchtung bespricht das Team die tÀgliche Aufgabenverteilung.
Lisa ĂŒbernimmt heute den Brotshop, Jens kĂŒmmert sich um den Tofu und Rosalinde macht heute die Kasse.
Der Duft von   RĂ€ucherkerzen durchwabert den Verkaufsraum.
Dann schlĂŒpfen sie in ihre grĂŒngelben Verkaufskittel, wĂ€hrend der Verkaufsleiter ruft: „Stellt euch einfach vor, das ist ein Sari! Und ihr tragt Espadrillos und der Boden ist warmer wunderbarer Strandsand! Unter den imaginĂ€ren Palmen liegen wunderbare KokosnĂŒsse, das StĂŒck 2,25 und die Kartoffeln aus heimischem Anbau sind Papayas!“
Rosalinde tupft sich noch schnell einen Tropfen Patschouliöl aus der Markeneigenen Duftkollektion hinters Ohr und der Tag kann beginnen.

Haha, so lÀuft das da. Garantiert.

Manchmal begegne ich der Kassierin Rosalinde ĂŒbrigens in meinem Damenfitness, da drischt sie verzweifelt und zornig auf den Boxsack ein.
GOA!

Deine Kat.

 

 

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4 Kommentare

  1. peter bachstein · Mai 4

    das ist aber ’ne tolle story, echt klasse. hat mir spaß gemacht zu lesen…
    best
    p.

    GefÀllt 1 Person

  2. Pingback: „Lebenslust ist zeitlos“- stimmt… | Gezeitenwechsel

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