Arm fällt ab…

Liebe S.,

ich hab unseren Blog aufgeräumt, ich habe aus 98 Kategorien 38 gemacht, puuuhhhh…..
Das war wie ein Regal aufräumen, in dem man Sachen findet, an die man gar nicht mehr gedacht hat.

Worüber wir uns schon alles geschrieben haben!

Ich hab eine Rubrik aufgemacht, für deine kurzen knappen Beiträge: Aufgeschnappt heisst sie. Passt das für dich?
Ich glaube nämlich, wenn wir unsere Beiträge in Kategorien tun, dann sieht man, das es zu dem Thema noch andere Beiträge gibt.
(Ich hätte lieber lernen sollen, grins, aber das hab ich schon gemacht heute früh!)

Jetzt werde du aber fix wieder gesund! Und gib acht auf Dich! Ich will in 6 Wochen eine gesunde S. umarmen, bei meinem Besuch in die alte Heimat!
Umarmung aus der Ferne!
Kat.

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Was politisches….

Liebe S.,

Wahlkampf in den Niederlanden, Rechtspopulist trifft auf gemässigten Anpasser. Soweit wie überall.

Gestern kam auf Arte eine Sendung über eine höllandische Politikerin Sylvana Simons, familiäre Wurzeln aus Afrika, jung, engagiert, weiblich, hübsch. Ich fand sie sehr sympathisch. Ihre Partei steht für Vielfalt, für gleiche Rechte für jeden, für Akzeptanz, … das was ich mir für die Zukunft von dieser Welt sehr wünsche.

Und dann , im Laufe der Sendung, war ich irritiert.
Einmal ging es darum, das sie/ihre Partei die Figur des „schwatte Piet“abschaffen will, das sind die Figuren, die den Nikolaus auf seinem Boot begleiten, und die sind angeblich schwarz, weil sie durch den Schornstein rutschen, wegen der Geschenke, die sie in den Häusern ablegen. (Im Norddeutschen gibt es den Kujees, Weihnachtsmann, der hat bei Klaus Groth auch einen schwarzen Begleiter, der auch den Schornstein runterrutscht, aber nicht aus Afrika kommt. Angeblich)

Hört Vielfalt und Akzeptanz irgendwo auf? Muss ich dann , weil es meine Ehre verletzt, gewachsene Traditionen abschaffen? Oder kann ich nicht auch darüber ins Gespräch kommen, und die Ansichten der anderen verstehen?
Später dann hielt sie einen „Vortrag“ in einem Viertel in Rotterdam, einer farbigen Glaubensgemeinsschaft, und dann sprachen sie über die Kolonialisierung ,über das  Leid , welches ihrem Volk angetan wurde . Sie riefen ihre Ahnen an, Sylvana zu unterstützen, und wieder gut zu machen,  was damals ihnen angetan wurde. Sie bildeten eine geschlossene Gemeinschaft, und fühlten sich gut,  sich, so mein Eindruck, an dem ihren Altvorderen angetanen Leid.
Ich dachte dann so: haben nicht ALLE Völker was scheussliches durchgemacht, im Laufe der Jahrhunderte? Da gab es hier die Ausbeutung der Leibeigenen Bauern durch die Junker und Adligen, da gab es die schrecklichen Kriege des letzten Jahrhunderts, es gab das Massentöten in Ruanda, es gibt das fürchterliche Kriegsgeschehen in Syrien,….
Aber Menschen, denen es in einem Land, in dem sie seit Generationen gut leben, müssen die denn immer noch klagen? Kann man nicht nach vorne gucken? Man soll nicht vergessen, was geschehen ist, damals…..( obwohl die Welt das ja ganz fix immer tut, wenn sie neue Kriege anzettelt)

Aber wichtig ist: Nach vorne gucken.

Ja, ich möchte Vielfalt, ich möchte Diversität, wie es so schön heisst, ich schaue nicht darauf, woher ein Mensch kommt, welches Geschlecht und welche Hautfarbe und welche Sprache er spricht, wenn er mir als MENSCH begegnet.

Ja, ich möchte auch verstehen und nicht vergessen, was geschah, ich möchte auch ,das es benannt wird.
Aber ich möchte nicht, dass mir das Tun meines „Volkes“ von vor hundert Jahren immer noch aufs Butterbrot geschmiert wird.
„Irgendwann muss gutsein jetzt“, hat mein Vater immer gesagt.

Und ich finde , es ist in dieser verrückten Zeit nötig, das dieser ganze Hass und diese ganzen alten , wieder ausgegrabenen Vorwürfe und begangenen Taten in den Geschichtsbüchern bleiben, damit wir nach vorne gucken können, für eine neue bunte lebendige Welt.

Liebe Grüsse Kat.

Und vielleicht hat jemand eine Idee, was ich anstelle von „Farbigen“, und „Volk“ hätte schreiben können?

wise and clever nursing with EBN ;)

Liebe S.,
Lerne  gerade, dass der alte Otto von Bismarck (der mit der Bisquitrolle) die Krankenversicherung erfunden hat. Der hat jeden dazu verpflichtet, einen Beitrag zu zahlen, damit er (der Arbeiter, nicht Otto) im Alter und in Krankheit versorgt ist. Der gute Otto, ohne den gäbe es das gar nicht. Im Mittelalter gab es bereits Knappschaften, die für ihre kranken Mitglieder gesorgt haben, tja, und Otto machte dann weiter. Sehr gut!

Und ich lerne, das die gute alte Florence Nachtigall das Evidence Based Nursing praktiziert hat. Nur nannte man das damals nicht so.Das bedeutet, das sie angefangen hat, aufzuzeichnen und zu protokollieren,wann wie welcher Wundbrand im Krimkrieg mit welcher Salbe am besten in den Griff zu kriegen ist.

Heutzutage bedeutet EBN:  Moment, ich muss das noch mal nachschauen:
Die Integration der derzeit besten wissenschaftlichen Belege in der Pflege.

So, jetzt weisste das auch.
Eine Dozentin hat den klugen Satz gesagt:

Mit Intuition und Gefühl können wir in der Pflege nicht mehr beeindrucken.
Nur wenn wir was wissenschaftlich belegen können, nimmt man uns ernst.

Das stimmt. Es kann passieren(und jetzt werde ich makaber), wenn ich mit einem Arzt ein Krankenzimmer betrete und sehe den Patienten und sag:“ Oh, ich hab das Gefühl, der ist verstorben!“(weil ich das erkenne, wenn es so ist!), kann es sein, dass der Doktor sagt: „Ihr immer mit eurem Gefühl! Ich will Beweise!“
Dann kann ich ihm sagen :
„Es ist wissenschaftlich erwiesen, das jemand, der keinen Puls hat, nicht mehr atmet und dessen Gliedmassen ich nicht mehr bewegen kann, verstorben ist! Das steht in meiner fachlich-wisssenschaftlich fundierten Pflegezeitschrift: Wise and clever Nursing   unter „Tod im Krankenbett“!„und dann halte ich ihm den Artikel unter die Nase und er ist schwer beeindruckt und hört in Zukunft auf mich.
Das ist mein Ziel mit dieser Lernerei von Dingen, von denen ich immer dachte:

Denn Kram braucht kein Mensch! Ich kann Pflege!
Hahahaha, jetzt siehst du rot! Schlimmes Deutsch, schlimmer Spruch, sorry!

Aber  ich berichte dir weiter, was ich alles in mein Hirn stopfe, damit ich diese Weiterbildung gut mache!

2019 will ich dann so einen Hut haben! Das ist mein Ziel!

Schönen Abend!
Kat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Trotzdem meine liebe Freundin ! Trotzdem !

Meine liebe K.,

ich bin auch etwas blog-müde.. aber vielleicht ist das Frühjahrsmüdigkeit ?  Der Kommentar war merkwürdig.. ich weiss was du meinst.. wenn man jemanden kennt kann man das so schreiben.. der/die weiss dann, wie man das meint.. das mit der Auster.. aber so.. .. ich sage dazu  :    sich selbst ins Abseits stellen ( in meiner Welt sage ich das !) so what..

Ich persönlich möchte auch nicht anders scheinen als sein.

Und wie heisst es… “ jeder macht es sich selber schön !“ come on, liebe Revoluzzerfreundin !  Wir lassen uns doch nicht in die Suppe spucken ! Wir haben Spasz ! Mit sz  genauso wie ich es hier schreibe… das ist die Hauptsache.. Wir zeigen doch hier nur einen kleinen Teil von uns.. und der der das schrieb, hat whs. ein noch kleineres Teil.. ääähm…  ja.. so bin ich auch.. plump… und zwar gern ! Muhahahaha… wenn es dich aufmuntert, kann ich noch plumper sein. Hauptsache ist, dass du da drüber lachen kannst.

Ich finds schön, sich mit den Menschen da draussen auszutauschen.. die müssen mich nicht mögen und umgekehrt auch nicht.. Sympathie wär o.k.  wenn ich unterhalten kann, freut mich das… wenn ich jemanden auf einen neuen Gedanken bringen kann oder etwas aufmuntern.. auch. Wenn ich ein schönes Foto, einen song, eine tolle Idee , einen Gedankenfetzen oder einen guten Witz bei anderen finde, freut mich das auch.

All das…

Aber die Hauptsache für mich ist, daß wir beide uns hier schreiben und das es uns gefällt !

 

Und ansonsten gilt : „zusammen sind wir unausstehlich , wenn wir wollen !“

Bussi,ich hab dich sehr gern, so wie du bist

Deine Che  S.                                                 roter-stern_DLF52986

Baustellen-kulturfrei-

Liebe S.,

Ich bin platt. Der 2MonatigeSchulblock nähert sich dem Ende. Ich habe kiloweise Skripte bekommen und sollte sie jetzt eigentlich sortieren, statt Blog zu schreiben.
Ich sollte lernen.
Ich sollte guten Mutes sein, den nächsten Monaten gefasst entgegen sehen , wenn mir der Wechsel auf verschiedene Stationen bevorsteht.
2 Jahre lang alle paar Wochen muss ich wechseln, die verschiedenen Disziplinen, die verschiedenen Stationen, muss mich alle paar Wochen an neue Kollegen gewöhnen, an neue Patienten, an neue Routinen.Mir graust, und fast hätte ich heute geheult.

Ich hätte Intensivstation  weiter machen können, weil ich mich da auskenne. Aber ich wollte das ja nicht mehr.
Also muss ich das hier jetzt weiter machen.

Ein bisschen fühle ich mich wie auf einer Baustelle. Ich kann mir vorstellen, wie es dann, 2019 , sein wird, wenn ich mich Onkologische Fachkraft nennen darf. Aber jetzt ist das alles noch lang nicht fertig. Noch stehen noch ziemlich viele Kräne und Betonmischer um mich rum.
Meine Güte! Und das auf meine alten Tage!
Ich könnte faul in einer Hängematte liegen, und unter dem Himmel schaukeln, aber nein,….
Hängematte muss warten.

Ich sortier jetzt.
Blätter, Schriften, Schlagwörter.

Grüssele Kat.

P.S.: Was der Kran da übrigens durch die Lüfte schweben lässt, war eine Treppe. Die Treppe in den Himmel, aufstrebend. Ich seh das jetzt mal positiv.

Culture beats vs beads ?!

Guten Abend liebe K.,

im Bastelgeschäft gabs diese  Tüte für meine gekauften Perlen..die sind für ne Baumwollmütze (upgrading) , wie ich sie aus den uralten videos von

„culture beat“ kenne… und da wären wir wieder bei  dem song“ Mr. Vain “

Reicht das an Kultur für heute ? 🙂

Zombienachwachgrüsse

S.

Litera-Kul-tur

Steppe

Einer war,
der sang in den Abend. Draußen
schwer die Ebene,
baumlos, um niedres Gewächs
brennend der Sand –
da hielten die Wolken dunkel,
und ein Mond hing herab.
An dem Wasserloch falb
die Herde. Einer, braunbärtig,
kam, er trieb die Rinder
fort. Im Fenster der andere sang.

Dörfer
wie will ich leben
noch? In der Ferne weiß ich
endlos rinnender Himmel
Glanz. Den Jungen, der sang,
und den Hüter mit hellen
Augen hörte ich reden
an der Straße, ich stand,
im Rücken das Dorf.

Liebe S.,
Kultur ist für mich auch Sprache, Worte, Gedichte, Geschichten,….
Und heute morgen kam mir , ich weiss nicht warum, diese Gedicht von Johannes Brobowski in den Sinn, welches ich vor Jahren mir immer vorgesagt und aufgeschrieben hatte. Dieses Gedicht macht mir immer noch eine Gänsehaut, es berührt mich und weckt Sehnsucht in mir.(Ich wusste es noch auswendig!)

Leider fand ich niemanden, der dieses Gedicht auch so schön fand wie ich, ich wollte es damals teilen, diese Sehnsucht, die ich dabei empfinde, aber leider traf es den Nerv des Anderen nicht. Der machte nur: „Hm, ja und? Bisschen komisch, oder? “

Aber ich sehe  diese Männer da sitzen,in der Steppe, ich sehe die Herde am Wasserloch, ich spüre den brennenden Sand, ich höre , wie er singt.  Ich sehe wie er weggehen will, im Rücken das Dorf….Ich spüre die Sehnsucht.
Tja, so is datt mit die Kultür, nej, de Kultür is nich för jedermann, so is datt, min Deern!

Leeve Grööt  Kat.

Kultur 3 – FremdKultur

Liebe S.,

das mit dem Kulturbeutel ist auch so ein Ding. Wie heisst das in anderen Sprachen?

Kommt das daher, das man kultiviert ist, wenn man sich die Zähne putzt, einparfümiert, duscht und seine eigenen Duftmarken in seinem Kulturbeutel an alle fremden Orten dieser Welt mitschleppt?

Weil wir nicht ausprobieren wollen, was es für Düfte woanders gibt?

Oder haben wir Sorge, wir könnten was falsches kaufen im fremden Land, weil wir nicht verstehen, was es ist,das Zeug in der Tube?
So wie damals, als ich in Frankreich Zahnpasta brauchte, und mit meinem spärlichen Französisch nicht genau wusste ,was auf der kleinen Tube stand, (ich brauchte nur ne kleine Tube,  der Urlaub war fast vorbei).
Aber das Wort „adhesive“, das kannte ich. Deshalb hab ich diese süsse kleine Tube mit den Kräutern drauf und dem Wort Menthe auch gekauft.

Und weisst du,  was drin  war? In der Tube?

Es war HAFTCREME! Adhesive  bedeutet „klebend“, ich stand da im CampingplatzWaschsalon und schmirgelte meine Zähne mit Haftcreme, scheusslich!
Das sind die kulturellen Fallstricke!

Hihi, dir einen ruhigen Nachtdienst!

Ich hab übrigens heute Vorträge über „Fehlerkultur“ gehört. Wo man das Wort Kultur überall dranhängen kann! Da schrieb ich dann morgen drüber!
Servus! Kat.