Morgengedanken

Liebe S., draussen stürmt und regnet es, ich sitze vor dem Taschenrechner und stelle entsetzt fest, wieviel weniger Gehalt mir bleibt, weil der Schichtdienst wegfällt und die Schichtzulage.
Wiegt weniger Geld ein geregelteres Leben auf? Ja, denke ich.

Ich wurde gestern gefragt, ob ich abgenommen habe, die Waage sagt NEIN, aber meine Körperhaltung vielleicht strahlt das aus, meine Energie, weil es Spass macht zu lernen, weil ich wie ein Schwamm bin , der all diese Informationen aus der Schulung aufsaugt,ich kann es zwar noch  nicht weitergeben, weil ich noch zu viel nicht kapiert habe(Von Checkpointinhibitoren und  Biomarkern), aber ich lasse es in mich hineinfliessen, und fülle mich damit.

Und hab beschlossen, dann macht weniger Geld vielleicht doch glücklich.

Keep calm and nurse on. Hahaha!
Dir einen schönen freien Tag!
Kat.

FrühlingsSehnen

Liebe S.,

*Saudade* musste ich suchmaschinen.
Dieses Wort kannte ich nicht.Nostalgie bedeutet es, Sehnsucht, Wehmut…ah ja… passt zum  Frühling,Frühlingssehnen. Als ich noch jung war,  hab ich immer so ein Ziehen gespürt, wenn der Frühling kam, so eine Unruhe, als würde bald etwas Grossartiges geschehen.
Heute war so ein Tag, so ein frühlingshafter, aber ich bin ja jetzt älter und abgeklärter, und hab dieses Sehnen heute nicht gespürt. Vielleicht auch, weil ich keuchend mit dem Fahrrad in die Arbeit gefahren bin, nach langer Zeit mal wieder, und mit Luftschnappen beschäftigt war.
Entweder brauch ich ein neues Fahrrad, es ist bestimmt 15 Jahre alt, oder ich sollte wieder öfter damit fahren , damit ich und das Fahrrad wieder geschmeidiger werden?
Auf dem Hinweg war es noch sehr sehr kalt, mein Thermometer hatte mich veräppelt, ich feilschte mit mir, wenn es 3 Grad minus sind, fahre ich mit dem Auto. Da zeigte das Thermometer 2,5 minus an.
Aber! Als ich mich dann angepäppelt hatte, mit Schal, warmer Strumpfhose, Fliesjacke und so weiter, da zeigte dieses Schuftthermometer minus 3,8 an!
Na gut, ich fuhr trotzdem und auf dem Heimweg am Nachmittag war es frühlingshaft warm. Es waren viele Leute unterwegs, mir schien,als seien sie alle aus ihren Winterhöhlen gekrochen.
Der Nachbarsjunge, der mir mit seiner Mutter spazierend entgegen kam(„Komm, du musst mal an die frische Luft!“) ist über den Winter zu einem schlaksigen Jüngling mutiert, mit Oberlippenflaum und langen Armen und Beinen und zu grossen Händen.
Vor dem Altersheim war einer alleine unterwegs, im Herbst noch ging er mit seiner Frau spazieren.
Am Spielplatz tobten die Kinder ausgelassen, als hätten sie Monate in der Stille verbringen müssen.

Naklar, ja, und vor der Eisdiele waren fast alle Stühle besetzt.
Nimmer lang, dann ist es auch am Morgen nicht mehr so kalt, obwohl, siehe Beitragsbild, der Weg hat sich gelohnt. Im Auto nämlich fahre ich an dieser Stelle nicht vorbei!

Mach weiter Saudade! Bis bald! Kat.

Vom Ausruhen und Weitermachen

Liebe S.,

wie war der Tag am Ufer, nachdem du weder mit noch gegen den Strom geschwommen bist?

Eine tolle Vorstellung:
Mir langts, ich hüpf raus, streck meinen Bauch in die Sonne und lass den lieben Gott oder wen auch immer einen guten Mann sein. Dann bin ich wieder fit, weiter gegen Ungerechtigkeiten, Pflegenotstand, wüste Arbeitsanfälle , unkollegiale Kollegen, doofe Politiker , Atomkraft, Kriege und die Flüchtlingsfrage zu kämpfen und jedem, der es verdient oder auch nicht, ein Lächeln oder ein freundliches Wort zu schenken.
Ich fand passend dazu heute einen Beitrag von Juck Plotz, der mich sehr sehr nachdenklich gemacht hat.

»Ich habe immer daran geglaubt, daß das Gegenteil von Liebe nicht Haß ist, sondern Gleichgültigkeit.

Das Gegenteil von Glaube ist nicht Überheblichkeit, sondern Gleichgültigkeit.

Das Gegenteil von Hoffnung ist nicht Verzweiflung, es ist Gleichgültigkeit.

Gleichgültigkeit ist nicht der Anfang eines Prozesses, es ist das Ende eines Prozesses.«

Elie Wiesel
Erinnerung als Gegenwart

Werden wir gleichgültig? Ich bin der Meinung, es ist fast gesund, wenn man manchmal „gleichgültig= Ohren zu und nichts mehr hören wollen “ ist, weil diese Gleichgültigkeit aus einer gewissen Erschöpfung resultiert. Diese Gleichgültigkeit aber ist nicht die , die man darunter versteht, die Gleichgültigkeit, die eine gewisse Wurschtigkeit ist, was ein schönes bayrisches Wort ist, und bedeutet : Mir ist das völlig egal alles, ich kann eh nichts ändern.LmaA.

Nein, dieses manchmal aus dem Strom hüpfen, die Wellen an einem vorbei fliessen lassen, um sich zu erholen, und dann gestärkt da wieder hineinspringen, in den Strom, nach dem Motto: Weiter gehts, Leute! Auf in den Kampf!

Das ist nötig, finde ich.
Elie Wiesel sagt einen schönen letzten Satz: „Gleichgültigkeit ist nicht der Anfang eines Prozesses, es ist das Ende eines Prozesses.“
Aber da das ganze Leben ein Prozess ist, wird es diese Form der Gleichgültigkeit selten geben. Denn dann hat sich der Mensch komplett aufgegeben.Für irgendwas wird er immer kämpfen. Und wenn es um  eine Flasche Bier ist.

Bin ich jetzt fies?

Liebe Grüsse Kat.

Montagsrichtungswechsel

Liebe K.

dieses tolle Foto bekam ich heute  von einem Freund zugeschickt. Ich glaube es ist vom WWF.

-Manchmal sollte man weder mit noch gegen den Strom schwimmen, sondern einfach mal aus dem Fluss klettern und eine Pause machen-

Das mache ich jetzt.

Sonnige Grüsse

S.

KatakombenKrimi, der Dritte

Liebe S.,
nachdem ich ja weder Rosa noch Jagna letzte Woche unten in den Katakomben getroffen habe, sondern nur ein paar bleiche Bauarbeiter, ist mir Rosa gestern im Flur vor meiner Station über den Weg gelaufen. Ich wollte sie herzlich begrüssen, denn ich hab mich echt gefreut sie zu sehen, aber sie telefonierte sehr hektisch. „Ach, ist er schon da? Ja, natürlich, ich komme gleich. Ja, unten , alles klar in unserem Hobbyraum! “
Ha, dachte ich, sie haben wieder was zumSezieren , meine beiden Hobbiepathologenfreundinnen! Ich bin sehr neugierig gewesen, und hab micdsc_1087h beeilt, VOR Rosa unten zu sein. Ich weiss, das sie es nicht mag, wenn ich mich da einmische, also hab ich mich in einem Schrank versteckt. Und nur einen kleinen Spalt aufgelassen,damit ich mitkriege, was die Zwei jetzt so treiben, da unten in der alten Frauenklinik in ihrem HobbieSezierRaum.

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Eine Rolltrage wurde hereingeschoben. Ich hörte die Stimme von Rosas Mann, dem Beerdigungsunternehmer: „Rosa, bist du schon da? Ich hab hier was. Ich glaub nicht, das der hier an Altersschwäche gestorben ist, kannst du vielleicht mit Jagna mal reinschauen , ob du was findest, was die Todesursache sein könnte?“
Ich hörte die Stimme eines  Jungen: „Die Tochter von dem Herrn Müller behauptet ja auch, ich sei schuld, dass er tot ist!“
Jetzt hörte ich Jagnas Stimme: „Aha, das ist also Herr Müller, was ist denn passiert? Ich glaub, ich kenn Herrn Müller, das ist doch der Vater von unserer Oberärztin? Was hast du denn mit ihm angestellt?“ Währenddessen schien sie ein Messer zu wetzen. Die Stimme des Jungen zitterte, als er antwortete: „Ich pass manchmal auf Herrn Müller auf, weil seine Tochter arbeiten muss.“ Metall klirrte auf Metall. Jagnas Stimme dröhnte: “ Und warum sollst du Schuld sein? Weil du nicht gut auf ihn aufgepasst hast? Die Tochter von Herrn Müller, die Frau Doktor, ist doch auch schon kurz vor der Pensionierung, da wird er auch nicht mehr der Frrischeste gewesen sein, oder?“
„Er war nicht mehr frisch und sie gewiss auch nicht , zumindest in der Birne!“ hörte ich Rosa grummeln, während sie mit einem Messer Stoff zu zerschneiden schien. „Frau Doktor Vegan! Jedem hat sie erzählt, das man auf Tierische Produkte verzichten soll, damit man fit und frisch bleibt.Wenn ich geklagt hab, ich sei so müde von meinem 3Schichtdienst, hat sie gesagt: Dann musst du auf alles, was vom Tier kommt, verzichten, dann macht dir das gar nichts mehr aus! “
„Ja, „lachte Jagan dröhnend, „angeblich hat sie sogar ihren armen alten Vater auf VeganDiät gesetzt, weil das seine Demenz heilen sollte, und nachdem er 7 Wochen nur Gemüse essen musste, hat er sogar wieder angefangen zu sprechen, was er wohl vorher nicht tat!“
„Stimmt das!!!“ herrschte sie den Jungen an.
Eine Säge wurde angeworfen. Huu, was taten die da!

„Ähm, ja….“ zitterte die Stimme des Jungen, „er hat schon gesprochen, aber nur so Worte wie: Bratwurst, oder Frikadelle, und wenn er ganz aktiv war, dann brüllte er sogar :FLEISCH! Aber trotzdem hat er immer nur püriertes Gemüse bekommen.“
„Na, da würde ich auch wieder sprechen , wenn ich keine Wurst bekäme, ich würde mich total beschweren!“ hörte ich die Stimme von Rosas Mann, „Also, Mädels, dann viel Erfolg, ich verzieh mich hier aus diesen Kellern!“
Und ich hörte eine schwere Tür zu fallen. Zurück blieben der Junge, Rosa und Jagna, der tote Herr Müller und ich in meinem Schrank. Sehen konnte ich nichts, nur hören, und ich roch den Angstschweiss des Jungen.
„Bürschchen, komm her und halt fest,“ Jagna mit dieser lauten tiefen Stimme.“ halt den Kopf nach hinten von dem hier, und lass nicht los, ich schneide auf! “
Rosa schien mit einer blechernen Schere zu klappern, es gab ein hässliches Sägegeräusch, und einen Plumps.
„Ui, na, der hält ja gar nichts aus, „sagte Rosa, “ jetzt ist er um gefallen, der Knabe. Aber schau mal, Jagna, was sehn wir denn da? In der Lunge? Was ist das für ein Knochen?“
„Ja, wenn das kein Hühnerbein ist! “ Jagnas Stimme donnerte durch die gefliesten Räume „Und vom ganzen Hühnerschmaus hängt nur noch ein Bein heraus“, zitierte Rosa Wilhelm Busch. „Scheint mir, das Herr Müller an einem Hühnerbein erstickt ist!“
Der Junge stöhnte , als Rosa ihn zu schütteln schien“Hast du Herrn Müller ein Brathähnchen besorgt? Und dann ist er daran erstickt?Ha? Stimmt das?“
„Ja, “ wimmerte der Junge, „er hat so herzerweichend „Brathähnchen“ gekrächzt, wenn HeinisHühnerBude bei uns am Mittwoch immer durch die Strasse fuhr, da musst ich ihm doch eins kaufen!“
„Na, dann ist er wenigstens glücklich gestorben“ , murmelte Rosa, “ verdammt, ich will ihn wieder zunähen, wo ist der blöde Faden?“
„Die Hühnerreste schreddern wir in der Püriermaschine, da fällt dann bei der Exhumierung kein Verdacht auf unseren edlen Hühnerkäufer. Und das nächste mal, Bürscherl, tust du Knochen weg vom Huhn, denn wie du siehst: Knochenkauen kann mit dem Tode enden. Und jetzt verzieh dich, wir kümmern uns um den Rest!“

Wieder klappte eine Tür, und ich hörte Rosa und Jagna , die sich in die Hände klatschten, lachten und emsig anfingen, ihre Pathologiegeräte zu reinigen.

Nur…wie würde ich hier wieder rauskommen? Denn als sie gingen, haben siedsc_1082 meine Tür zugeschmissen. „Wer hat denn hier wieder nicht aufgeräumt, “ hörte ich sie scheppernd lache, dann klappte die schwere Tür vor meiner Nase zu, und es ist seitdem total dunkel um  mich rum.
Und draussen scheint die Sonne.

Kat.

KatakombenKrimi Teil 2

Huhu, Liebe S.,

ich war heute wieder in den menschenleeren Katakomben der alten Frauenklinik unterwegs, und hab gedacht, ich treffe auf Rosa und Jagna.
Aber ausser ein paar Bauarbeitern ist mir dort niemand begegnet.
Unheimlich war es trotzdem, die haben so komisch gelacht, die Bauarbeiter, und waren so blass um die Nase. Wahrscheinlich, weil sie immer unten im Halbdunklen arbeiten müssen.

Ich bin so durch die Gänge gestreift, als ich auf einmal in einer Ecke ein Stöhnen vernahm. Am liebsten wäre ich weggelaufen. Ich bin stehen geblieben und hab genau hingehört. Es war eher ein Wimmern.
Es kam auch nicht direkt aus dem Raum, in dam ich mich befand(du weisst schon, gelbliche Fliesen und Spinnweben und abbröckelnder Putz), das Geräusch kam aus einer Ridsc_1071chtung hinter dem Fenster.
Hinter dem Fenster befanden sich alte Küchengeräte, wahrscheinlich war dieser Raum einmal die Klinikküche gewesen. Ich bin da ganz leise hingegangen und hab da reingelinst. Und da entdeckte ich hinter dem alten Herd, unter dem Waschbecken eine alte Krankenschwester,so in Tracht noch und mit Haube. Um den Hals baumelte ihre Ordenskette, naja, gebaumeldsc_1069t hat die nicht unbedingt um den Hals,  eher war sie verschlungen mit dem Abfluss von diesem alten verranzten Waschbecken. Du weisst, wie stark und fest diese Ketten sind, irgendwer hat sie dort rumgewickelt.
Die alte Ordensschwester bemerkte mich und krächzte: „Mach mich sofort los!“
„Würde ich ja gerne“, sagte ich, aber die Tür ist zu! Sie funkelte mich böse durch das Fenster an. „Sofort! Bei mir herrscht Zucht und Ordnung! Und du hast zu parieren!“
Ich war echt eingeschüchtert, und bin losgelaufen, denn ich dachte, diese weissgesichtigen Bauarbeiter haben vielleicht ein Stemmeisen oder so.
Naja, aber die hatten schon längst Feierabend. Da hab ich dann einen alten Bürostuhl genommen und die Scheibe eingeschmissen. Diese Krankenschwester hat mich sehr missbilligend angeguckt, als ich ihre Ordenskette vom Abflussrohr abgefummelt hab. Sie stand auf, ächzend, sie war ziemlich gross, aber dann sah ich, das ihre Haube verrutscht war und der Kittel voller Schmutz und Spinnweben war, und ich war nicht mehr so eingeschüchtert.
„Wie ist das passiert?“ hab ich mich getraut zu fragen.
„Ach,“schnaubte sie, “ das waren die Leute von der Oberverwaltung, die wollten ein Gespräch mit mir,weil ich mich für bessere Arbeitsbedingungén für meine Kolleginnen einsetze, und Wände beklebe mit Parolen und so!“img-20170204-wa0005
Sie deutete auf eine Schachtel mit Aufklebern.
„Denn so, wie es ist, geht es nicht weiter! Wir sind nicht mehr Florence Nightingale! Wir wollen eine bessere Anerkennung und besseres Gehalt, wir wollen familienfreundliche, sozialverträgliche Arbeitszeiten,  wir wollen mehr Zeit für die Patienten, einen geregelten Ausfallplan, wir wollen nicht mehr einspringen, wenn ein Kollege krank wird, wir wollen mehr Gehalt, und noch einiges mehr. Das hab ich denen verklickert, und da wurde der Obermanager so wütend, weil ich gedroht habe, das Gesundheitsministerium anzurufen, da hat er mich angesprungen, meine Kette gezwirbelt, mich auf den Boden geschmissen und die Kette da rum gewickelt. Aber da hab ich ihm einen Tritt verpasst, dass er unter den alten Ofen gerutscht ist und da liegt er nun, der Wicht und wimmert! “

Tatsächlich, da hörte ich es, es wimmerte immer noch. Und ganz unten, unter dem alten Ofen, guckte ein schwarzglänzender Managerschuh raus. Und zappelte ein bisschen.
„Ich glaub, der hat sich total verkeilt, der Typ!“ triumphierte die alte Schwester, zuppelte ihre Haube gerade und sagte:“ Komm, der schafft es vielleicht alleine da rauszukrabbeln oder auch nicht. Dann haben wir ein Problem weniger!“

Und durch die langen, langen Flure gingen wir zum Ausgang…..aber unterwegs hab ich sie irgendwo verloren.dsc_1063

An irgendwen erinnert die mich, diese Kollegin 😉

Alles Liebe Kat.

 

R 53

Liebe K.,

das ist der ICD code für Überarbeitung und Ermüdung.

Da bin ich kurz davor. Deshalb Pause. Alles gelesen-stop- Recht du hast-stop-

seufz-stop.

Bussi

S.

Vom Schwester-sein und so…Teil I.(vielleicht)

Guten Abend, meine liebe FreundinKrankenschwester S.,

wie war der Dienst?

Was ich in dieser Fachweiterbildung lerne, ist, das es Sinn macht, dem Ganzen mehr Bedeutung zu geben, Pflegewissenschaften , Pflegemanagement, Pflegeforschung zu betreiben, damit eben nicht dieses „in der Pflege-arbeiten“ als Selbstverständlichkeit  gesehen wird von der Politik, oder von vielleicht anderen Menschen, die sich nicht so gut damit auskennen.(Wie den Managern, für die ein Krankenhaus ein Wirtschaftsunternehmen ist).

Uns neu positionieren, ja. Dazu gehört aber auch, das wir das nicht mehr so machen können wie unter Schwester Rotkreuz- Hildegard, das man kurz bei der Übergabe miteinander geredet hat, oder wenn man nicht weiter wusste, auch probiert hat, wie man einen durchgelegen Rücken behandeln kann. Eis und Fön? Oder dieses fiese rote Zeug, Mercurocrom.
Ich habe es sehr geliebt, denn es machte heile!
Ist aber mittlerweile als gefährlich eingestuft, schade.Wenn meine Hände rot waren davon nach der Arbeit, war sichtbar, dass ich gearbeitet hatte. Handschuhe waren damals nämlich echt noch ein Kostenproblem.
Wir brauchen Dokumentationen, damit klar wird, WAS wir tun. Wir brauchen Richtlinien, und Standards, wiederhole ich mich? Ja. Sorry.

Und auch wenn Nicht-Pflegekräfte eingesetzt werden, muss klar sein, was deren Aufgabe ist. Und was unsere. Es muss klar sein, dass sie auch für die Notdurft der Patienten zuständig sind, oder eben nicht, aber dann sind vielleicht am falschen Platz.Dann muss überlegt werden, worin ihre Aufgaben bestehen, und das muss aber nicht von Dir kommen, sondern von denen, die sie in den Stellenplan einsetzen. Aufgaben klar definieren.
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Ja, haha, da musste ich lachen wir haben eklige Sachen erzählt in der Kneipe, wenn kein Stuhl frei war, und -schwupps- hatten wir einen.Im Tabernakel, so hiess die Spelunke.

Mir fiel dazu ein, dass der LieblingsItaliener, als er noch neu in unserer Familie war, es überhaupt nicht ertrug, wenn sich beim Essen Gespräche um meine Krankenhausdinge drehten. Er hat die Kinder gefragt:“ Warum  bleibt ihr so ruhig dabei, wenn eure Mutter so Zeugs erzählt  von nicht heilenden Operationswunden, aufgeplatzten Köpfen und mit dem Messer um sich fuchtelnden Männer ohne Hose, die auf Eure Mutter losgehen?“
Da hat der GrösstLiebsteSohn gelacht, sich sein veganes Würstel in den Mund geschoben und gesagt :“ Wir…sind damit aufgewachsen. Es gab IMMER Gespräche über so was beim Essen, das eben war noch harmlos!“
Auch eine Form der Abhärtung, grins…
Mit einem freundlichen Lächeln um die Lippen grüsse ich alle.

Schlafen Sie gut, Schwester S.!

Schwester K.