Maria Knotenlöserin

Liebe S.,
diese Maria Knotenlöserin ist wohl eine spezielle Augsburger Mariengestalt.
Ich mach mir ja immer meine ganz  eigenen Gedanken zu diesen Heiligen SymbolFiguren, und bei Maria Knotenlöserin dachte ich beim ersten mal hören: Die löst diese Knoten auf, die wir in uns haben, denn in jedem von uns stecken Knoten, in der Seele oder in den Muskeln, oder im Herzen. (Wer  genaues wissen will, kann hier nachlesen).
Ich hab übrigens wieder etwas Neues über dich erfahren. Mit katholisch und so, das ist fein!
Mir ging es nämlich ähnlich, mit diesem evangelischen Glauben, dem ich auch angehöre, ich dachte früher, die Katholen, die haben es besser, die haben erst mal einige Feiertage mehr, und ausserdem haben sie die Maria in ihrem blauen Mantel und mit ihrer Umarmung.
Als ich dann in Bayern lebte und meine Kinder katholisch getauft wurden, bin ich zwangsläufig in die katholischen Gottesdienste gegangen, und ich sag dir, ich fühlte mich dort geborgen. Es gab diese Rituale, es gab diese Verse, die man spricht, es gab das wunderbare Osterfeuer, es gab die Speisenweihe an Ostern,… Später erst bemerkte ich, dass es hauptsächlich am Pfarrer lag, dass die Gemeinde, in der meine Kinder gross wurden, so aufgeschlossen und nach vorne gerichtet war. Nachdem ich nämlich umgezogen war, fand ich nie wieder diesen Anschluss an eine solche Gemeinde. Wenn meine evangelischen Eltern kamen, um bei Taufe oder Kommunion dabei zu sein, sagte meine Mutter immer, ich sei katholischer als der Papst, weil ich immer so voller Eifer und tiefem Glauben dabei war.

Wo ist der jetzt, mein Glauben? Vielleicht gibt es für Glauben und Religion eine Zeit im Leben und dann sucht man wieder was anderes? Oder findet es? Mir hat der Pfarrer damals sehr geholfen, in meiner schwärzesten Zeit, der , als ich zu ihm kam, mir zuhörte,  mich fragte, ob ich ein Ritual wolle, dieses Ritual ausführte, und mich getröstet entliess. Das kann Religion, das kann Glaube. Es ist sicher die Frage, ob wir Kirche oder Priester dazu brauchen, oder ob wir das auch aus uns  heraus schaffen, Rituale zu finden, die uns stärken und trösten.
Ich bin immer noch auf der Suche. Ich habe meine Göttinenbilder um mich herum aufgehängt, ich hab ein winzig kleines Triptichon vor mir stehen, ich bin vieles , ich glaube an vieles und manchmal an nichts.Ich höre in den Raunächten Wotans  Wilde Horden durch die Nacht reiten und fühle mich zu Hause. Ich gehe in die Krypta des Augsburger Domes und fühle mich geborgen. Ich schaue in den Himmel oder umarme Bäume und fühle mich dem Sein so nahe.
Das ist meine ganz eigene persönliche Freiheit des Glaubens.
Das ist mein Privileg. Dafür bin ich dankbar.

Schlaf gut mit Marias Segen. Umarmung. Kat.

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