Alltagsfreuden/Altersfreuden- versöhnt mit der Fremde

Liebe S., Du gehst einen Tanzkurs machen? Toll!

Tanzen war ich gestern auch.Ich schrieb es bereits, Arabischer Tanz trifft Bayrisches Schuhplattln.

Es war toll, ich hab erkannt, im Grunde sind Volkstänze sich sehr ähnlich:
einfache Schritte und gemeinsames Tanzen.
Manchmal tanzen die Männer  gemeinsam , manchmal die Frauen gemeinsam, und manchmal alle zusammen.
Es waren viele Leute da, arabische Familien mit ihren Kindern, deutsche Ehepaare,fröhliche Studenten, junge Leute,die ihre Heimat im Arabischen Halbmond haben (hab ich auch gestern gelernt, das ist Syrien, der Libanon, Palästina), ältere Frauen (ooohh, bin ich böse ,wenn die mich an die Figur der Heike Broscher in „Willkommen bei den Hartmanns erinnert haben?).
Egal, es war ein wunderbarer Abend, und die Tanzvorführungen waren super. Und dann mussten wir alle selber tanzen. Ein Bayrischer Volkstanzlehrer hat vorgemacht und wir mussten mittanzen.

Früher waren für mich diese Brauchttumstänze immer so patriotisch, so muffig, ich hab das in einem der Heimatbeiträge bereits geschrieben.
Aber gestern hat es gepasst. Der Tanzlehrer war nicht muffig, sondern fröhlich, aufgeschlossen, lebendig. Die Musikanten hatten Spass daran, ihre „Musi zu spuin“.Nix „oans zwoa gsuffa“, sondern „eins zwei drei holladirei holladiho holladihei..“.oder so, das mussten wir beim Tanzen singen.
Zwischendrin tanzten wir Dabke, wir fassten uns an die Hände, standen im Kreis und dann bewegten wir die Füsse nach einer bestimmten Art, aber das war schwierig, denn die Schritte sind ein bisschen kompliziert, also gingen wir im Takt der Musik miteinander im Rund. Die , die Dabke tanzen können, gingen in den Kreis und wirbelten ihre Füsse, sie juchzten, fast wie die Bayern,die jodeln beim Tanzen, und schwangen und wurden schneller und …Schön war es!

Ich hätte an diesem Abend gerne mein Dirndl getragen(ich passe aber nicht mehr rein, seufz, das Alter- in dem Fall keine Freude).

Ich bin versöhnt mit dem Bayrischen, hab ich gemerkt. Ich konnte mich da reinfühlen, ich war da drin. Ich war nicht mehr fremd.Vielleicht weil da andere Fremde auch dabei waren? Und wenn alle fremd sind, auch die Einheimischen, ist man sich dann nicht mehr fremd? Gehört man dann dazu, dahin,…?
Wo meine Gedanken beim Schreiben hinkommen, interessant…

Ja, das ist meine heutige AlltagAltersfreude: Ich bin versöhnt. Lang hats gedauert, aber gestern war es so. Ich war nicht mehr fremd. Hier in Bayern. Nach 30 Jahren.
Zeit wirds!

Grüsse in den Norden!

Kat.

 

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4 Kommentare

  1. Flowermaid · Dezember 4

    … so ist es… wenn sich alle fremd sind ist es eh wurscht… zum danzen brauchts kein Dirndl…

    Gefällt 2 Personen

  2. finbarsgift · Dezember 5

    Feines Yin-Yang-Bild übrigens!
    Wundervoll kosmisch…

    Gefällt 1 Person

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