Sehnsüchte VII.-Rebellion

Liebe S.,

jetzt hast du diese Woche ganz viel geschrieben und ich habe mir so meine Gedanken dazugemacht. Da ich Anfang der Woche schlecht schlief, dachte ich, das Thema: Sehnsucht nach Schlaf, das wäre was, wenn ich so da  liege, und das Gedankenkarussel so rumarbeitet, und das Herz rast, und ich hochschrecke, weil mir irgendwas einfälllt, was mir Angst macht-dann sehne ich mich nach Morpheus Umarmung.

Aber da ich so müde war, konnte ich das nicht schreiben. Grins, mittlerweile schlafe ich wieder besser.

Worüber ich heute aber schreiben möchte, bezieht sich auf unser kleines WhattsApp Gespräch von gestern. Da erinnerten wir uns an den Spruch:“Schwerter zu Pfugscharen“, du erinnertest dich daran , dass ich an meinem Parka einen Button trug  mit dieser Aufschrift, dass es auf der Klassenfahrt in Berlin zu einer Diskussion mit einem Kneipenwirt kam, (du wusstest sogar noch den Namen der Kneipe!), dass wir ihn überzeugen konnten, das Frieden wichtiger ist als alles andere, und dann hat er uns Likör spendiert, sagst du. Während ich das las, fiel mir auch vieles wieder ein.
Dieses Gefühl, das ich damals hatte, die Sehnsucht, die Welt zu verändern, die Sehnsucht nach Rebellion, nach Revolution, den Zorn den ich hatte, und , obwohl ich nicht viel Ahnung hatte vom Weltgeschehen, es war mehr so ein Gefühl,das was schief läuft, konnte ich überzeugen und diskutieren.
Und heute? Heute sehe ich die Menschen, die ebenfalls wütend sind, die eine Änderung möchten, aber irgendwie geht das in eine komische Richtung. Früher war die Stimmung von Aufbruch geprägt, von etwas Ändern wollen, und heute sind wir nur noch müde und wütend. Ich sehne mich nach diesem Gefühl, das ich damals hatte. Jung und ohne Ahnung und unbedarft, aber voller Energie,und voller Wissen, das ich es kann-etwas verändern. Ich hab mir vertraut, ich hab es mir zugetraut.

Manchmal hab ich dieses Gefühl noch, diesen Zorn. Dann kann ich erklären, warum Menschen fliehen und wie es ihnen dabei geht, und dass wir keinen Grund haben, ihnen den Zutritt in unser Land zu verbieten, oder ich verteidige Menschen in Gesprächen mit anderen, weil ich versuche zu verstehen, warum manche Menschen so sind wie sie sind und warum es dadurch zu Konflikten kommt. Ich predige: Verständnis, Langmut, Geduld.
Dann bin ich in diesem Gefühl von damals drin.

Aber es fehlt mir, ganz oft, und das ist schon schade , finde ich, oder?
Letzens dachte ich, ich würde gerne die Zeit zurück drehen. Ich würde dieses Gefühl einsammeln, was ich damals hatte, mir konservieren, ich würde diese Momente, die gut waren , noch mal ganz fest und ganz bewusst LEBEN, und mitnehmen ins JETZT. Manchmal bin ich traurig , dass wir in unserem Jungsein so nachlässig lebten. So, als hätten wir alle Zeit der Welt. Als ginge Zeit niemals vorbei. Aber das ist Jugend, oder? img-20161120-wa0013

Ich muss jetzt aufhören, dass macht mich ja ganz sentimental, dieses drüber nachdenken. Klar, ich leb im JETZT „und das ist gut und das ist fein, und alles ist wunderbar, grübel doch nicht über so einen Quatsch, kannst es eh nicht ändern…..“
Weiss ich. Aber traurig macht es mich doch.

Blöder November.

Viva la Revolution! RIP, Fidel Castro! Jetzt triffste den guten alten Che im Himmel, macht es euch cool da oben und raucht ne dicke Havanna zusammen!

Yo! Wie findste den Friedenstaubenkeks? Hat die SchönsteTochter gebacken, auch ne Form von Revolution, oder?

Peace Forever! Kat.

 

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7 Kommentare

  1. Ulli · November 26, 2016

    jetzt bin ich auch ganz sentimental …
    Herzensgrüsse an dich
    Ulli

    Gefällt mir

  2. 🔆Sigrid🔆aktiv60plus🔆 · November 26, 2016

    Peace – ja das war damals tatsächlich eine Lebensphilosophie und „Make Love Not War“ – heute wird überall ein Krieg angezettelt, kleine Kriege zwischen Nachbarn, Bandenkriege, Kriege im Nahen Osten, Syrien, Krieg der Worte aus der Türkei ……. Ich find’s langsam nicht mehr schön und bedauere sehr, dass vieles, was wir erkämpft und uns gewünscht haben verloren geht. LG

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    • kat+susann · November 26, 2016

      Vielleicht müssten wir es einfach immer wieder uns ins Gedächtnis holen? Und diese altem Ideale wieder ins Jetzt transportieren, vielleicht hilft es im.bisschen gegen diese Ohnmacht. Liebe grüße Kat.

      Gefällt 1 Person

  3. Vetch · November 27, 2016

    Der Keks! 💙 💙 💙 💙 💙

    Gefällt 1 Person

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