VIII., geliehene Heimat

Hallo liebe K.,

du glaubst es nicht 🙂 , das ist das Tolle, wenn man sich so mit Themen beschĂ€ftigt und es aufschreibt……

Mir ist klar geworden.. ich habe keine eine… DIE  Heimat.. ich habe mehrere HeimĂ€ter( ja Heimat gibt es nur in Einzahl, also musste ich ein Wort erfinden)

Vielleicht liegt es daran, dass ich schon weit ĂŒber 20 Mal umgezogen bin.. Heimat, dass ist auch etwas in mir drin.. etwas das responded.. bei  und mit Menschen, Orten, GerĂŒchen,Landschaften..das habe ich nicht fĂŒr „nur“ einen Ort.. es ist mehr ein GefĂŒhl der Verbindung und Verbundenheit und mit mehreren HeimĂ€tern möglich.

Ich leihe mir -Heimat- und das HeimatgefĂŒhl auch gern mal aus.. und ĂŒbernehme es, wenn es mir gefĂ€llt und mache es zu meinem.

In der Schweiz wurde mir besonders deutlich, wie wenig ich ein HeimatgefĂŒhl oder DAS HeimatgefĂŒhl eigentlich kenne.. Nationalstolz sowieso schon mal gar nicht..

Tja.. all das haben aber die Schweizer und Innen.. jedenfalls mehr oder weniger.. aber ĂŒberhaupt vorhanden.

Der Nationalfeiertag am 1. August ist fĂŒr mich so ein Beispiel.. es gibt einen feinen Brunch irgendwo auf dem Land.Und es treten AlphornblĂ€ser auf, Fahnenschwinger und Jodler und Innen.. und irgendwo her erklingt das Schweizer Lied.. und egal wie cool sie waren.. irgendwie.. fanden das alle gut… und mit diesem GefĂŒhl konnte ich mich gut verbinden, mich da einklinken.. denn ich wohnte ja da.. viele Jahre.. das galt dann auch fĂŒr mich, als ich da war.. ich durfte teilnehmen, habe leise mitgesungen ( und auch laut) und war teil dieser Heimat und sehr ergriffen, wenn der Jodler Chor auftrat und sooooo schön gejodelt und gejuchzt hat… da war die Lebensfreude ĂŒber das schöne Land.. die guten KĂŒhe usw.. klar ist das kitschig…aber ich finde… das hat was… jedenfalls fĂŒr mich… und es ist echt und hat mich gepackt, ergriffen, zu TrĂ€nen gerĂŒhrt..

Und ansonsten habe ich die Nussgipfeli und e Schale ( Kaffee mit ganz viel Milch) in mein Herz geschlossen sowie so manchen Ausdruck, der mir geblieben ist.

So habe ich vor ein paar Wochen CafĂ© complet ( die aufgewertete Version mit Aufschnitt, KĂ€se, Obst, Salaten usw)  zu Hause eingefĂŒhrt… statt eines warmes Z’Nachtessen…

und wenn mein LebensgefĂ€hrte fragt… heute wĂ€r doch so ein Tag wo man dein CafĂ© complet machen könnte,  mit dem frischen Brot und dem Heringssalat und der Marmelade und allem… dann freut mich das.. und dann hĂ€lt ein StĂŒck „meiner“ Schweizer Heimat hier Einzug.. und es wird mir ganz heimelig zu Mute… fĂŒr den Moment.

Im Schweizer Pass gibt es ĂŒbrigens auch keinen Geburtsort sondern nur den Heimatort. Das ist der Ort wo die Familie herkommt… und wird ĂŒblicherweise vom Vater „geerbt“..

Dann wĂŒrde in meinem Fall und nach neusten Familienforschungen dort -England- stehen und damit ist auch meine GefĂŒhl der Verbundenheit zu England erklĂ€rt.

Wir sind verbunden mit allem und nicht Allein sondern all- eins

S. die WeltenbĂŒrgerin grĂŒsst di

 

 

3 Kommentare

  1. mickzwo · November 10, 2016

    Ein schweres, vielschichtiges Thema.

    GefÀllt 1 Person

  2. Unglaublich leicht · November 10, 2016

    Ein schöner Beitrag!! Alles Liebe und einen schönen Tag 🌟

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  3. Ulli · November 10, 2016

    „HeimĂ€ter“, darĂŒber schmunzel ich … und ja, es ist möglich sich an verschiedenen Orten heimatlich zu fĂŒhlen …
    liebe GrĂŒsse an dich/euch
    Ulli

    GefÀllt 1 Person

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