Heimat V.

Hallo, liebe S.,
über die Creme in der blauen Dose hab ich gelernt, dass man die bloss nicht in der Pflege verwenden soll, weil sie zu viel Wasser enthält und man sich womöglich im Winter die Hände damit erfriert. So sprach einst SchulSchwester B. zu uns. Und verbannte die blaue Dose vom Nachtkästchen. Grins.
Tja, weiter gehts mit Heimat. Ich denk viel über unser Thema nach-es ist interessant und führt mich auch ein bisschen zu mir selber.

Kleidung ist auch Heimat. Ich denke da ganz besonders an die Dirndl, die im süddeutschen Raum getragen werden.
Vor 20 Jahren wollte mir die Schwiegerfamilie eine Freude bereiten, und die UrOma nähte ein Dirndl für mich. Es ist wunderschön, ich habe den Stoff aussuchen dürfen und die Knöpfe, die Uroma nähte gemeinsam mit meiner Schwiegermutter das Dirndl auf ihrer alten Tretnähmaschine-es ist etwas ganz besonderes. Allerdings als es fertig war, und ich es anziehen wollte, fühlte es sich komisch an.Es gehörte nicht zu mir, oder ich gehörte da nicht rein. Wenn ich drinsteckte, war ich nicht ich. Ich war fremd.
Ich vermute, ich gehöre in Gummistiefel und den gelben Ostfriesennnerz, weil ich im Grunde meines Herzens den Stürmen trotze-ein liebliches Dirndl passt nicht zu mir.
Diese Trachten, wozu ein Dirndl ja gehört, zeigen anderen Menschen aus anderen Orten: da komm ich her, da gehör ich hin, da wo man sowas trägt.
In München , zu Beginn des Okroberfestes, gibt es den bekannten Trachtenumzug. Da zeigt jeder,voller stolz, welchem Trachtenverein er angehört.

Ich weiss, das es in Schlweswig-Holstein oder in Mecklenburg auch Trachten gibt, aber so offen getragen wurden die nie.Oder? Ich hab das zumindest nie so bewusst wahrgenommen.

Auch in anderen Ländern gibt es Kleidung die zur Heimat gehört.
Ganz besonders beeindruckt hat mich im Januar der Besuch im Dar Zahran Heritage Building in Ramallah. Ich dachte immer, im Nahen Osten ist es gang und gäbe, verschleiert zu sein, und die Männer tragen diese karierten Tücher. (klingt bisschen einfach jetzt, aber ich hatte mir nie Gedanken gemacht, ob es auch dort eine Art Tracht gibt).
Dar Zahran hat aus einem Haus, in dem seine Familie lebte, ein Museum gemacht, in dem er die Kultur und die Lebensweise der Menschen in der Westbank , bevor sie die Westbank wurde, dokumentiert. Es ist sozusagen ein HeimatMuseum.549209_278688845597148_381345869_n

Und dieses Bild hab ich mir jetzt von seiner Seite ausgeliehen, denn ich war beeindruckt von der Art und Weise , wie die Frauen auf den Fotos ihre Landestracht tragen.(Bisschen Werbung mach ich jetzt auch, also sollte mal jemand nach Ramallah kommen, unbedingt in dieses Museum gehen! Es gibt ein Tässchen KardamonKaffee, man setzt sich auf das Sofa und plaudert mit Dar Zahran, der bereitwillig und voller Begeisterung alles erklärt).

Vielleicht macht Tracht tragen auch stolz, denn es gibt ja auch Fotos von anderen Menschen in ihrer Heimattracht, die stolz und hocherhobenen Hauptes in die Kameras geschaut haben. Vielleicht aber auch wegen des Kopfputzes, der zwangsläufig dazu gehört? Wenn Frau da den Kopf senkt, fällt der Kopfputz runter.

Aropos Kopfputz: Der Bayrische Mann trägt auf seinem Hut so ein Puschel, ist das ein Gamsbart? Je grösser desto…., genauso wie der Scharivari,220px-charivari_bavaria_late_20-century das ist so ein Gürtel, den sie um die Lederhose tragen, je voller , desto….Direkt vorm Latz.
Hm,….hat Tracht tragen was mit Macht haben zu tun?
Mit Reviermarkieren?
Uuuuhh, jetzt muss ich aufhören, sonst hab ich komische Halluzinationen Assoziationen.

Liebe Grüsse , ich glaub als Kopfputz will ich nen Südwester!

Kat.

 

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5 Kommentare

  1. Flowermaid · November 7

    All diese versteckten Liebesbotschaften in einer Tracht… ein Südwester kann auch keck getragen werden… nur nicht im Sturm *kicher*

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    • kat+susann · November 8

      Also.. mein Südwesten hat n Kinnband.. Kordel und die kann man zuziehen.. hält super.. sogar in Irland auf dem Fahrrad bei Sturm und Regen 🙂
      S.

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      • Flowermaid · November 8

        … so sehen Weggefährten aus… Leuchtend, schützend und willkommen… 😉

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  2. kat+susann · November 8

    Herrlich… neues update und er machte noch immer… lach.. „er“ hat ein Eigenleben und ist nicht gewillt sich im Hintergrund zu halten.. nein nein.. dieses merkwürdigen Wörter die ich schreibe -müssen -korrigiert- werden.

    Nun mein liebes lapischlappitoppi . es heisst S ü d w e s t e r .. und dabei bleibt es Freundchen comprende ?
    😈

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  3. Pingback: Alltagsfreuden/Altersfreuden- versöhnt mit der Fremde | Gezeitenwechsel

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