„… was wird aus den nicht-gelebten Sachen…“-oder: nie mehr Prinzessin

Liebe S.,

„was wird aus den nicht-gelebten Sachen?“-ich weiss es nicht.
Manche Träume kann ich weiter tragen und weiter leben, weil ja immer noch Zeit bleibt. Ich träume zum Beispiel davon, Kanada zu bereisen, den Osten, Toronto, Ontario. Ich träume davon, an einem dieser grossen Seen zu sitzen, auf das Wasser zu schauen, dann kommt einer mit dem Kanu und lädt mich ein, mitzufahren, durch das Wasser zu gleiten, an den Inseln vorbei, vorbei an alten mystischen Stätten,…(der Hüter der Trommel)
Zu meinem 40. Geburtstag schenkten mir meine Kinder einen Reiseführer: Kanada, der Osten.Und eine Karte mit einem Ahornblatt, selbstgemalt. Für deinen Traum, liebe Mama.

Was ist aber, wenn dieser Traum real wird? Ist Kanada danach dann immer noch so verheissungsvoll? Oder hat es seinen Reiz verloren?
Manche Träume frisst sicher die Zeit auf, wie den Traum nach einer Familie, den Traum nach einer intakten Partnerschaft, nach einem eigenen Häuschen, nach einer Führungsposition im Beruf. Oder nach einem elfenhaften Dasein.

Manche Träume aber kann ich weiter träumen und vielleicht werden sie real. Irgendwann.

Audrey Hepburn, ja, so wäre ich auch gerne gewesen.Oder Sophie Marceau, oder die Amelie aus diesen französischen Filmen. Was reizt mich daran, so sein zu wollen? Ich bin doch gerne ich, bodenständig, kraftvoll, zupackend, und so bist du doch auch. Dass sie dich nicht liessen, oder das du so nicht sein wolltest,…rosazart, hmmm….Stecken in uns zwei Frau-sein-Möglichkeiten? Müssen wir in unserer heutigen Zeit so doppelbildig sein? Auf der einen Seite zart, anschmiegsam, hilflos, auf der anderen Seite zupackend, initiative-ergreifend, im leben stehend, … ich weiss es nicht.

Bei den Spielen im Wald mit meiner jüngeren Schwester war ich immer der Prinz, der sie gerettet hat. Ich wäre so gern auch mal die Prinzessin gewesen, aber dazu war sie, die Schwester, zu zart und zu schmal und ich zu kräftig. Also hab ich sie gerettet.
Und wurde so zu der, die ich bin, unter anderem.
Ach ja, und als im Kindergarten des JüngstliebstenSohns ein Theaterspiel der Eltern für die Kinder anstand, es hiess „Der Waldmensch“, wurde die Rolle des verwilderten Waldmenschen, der der Prinz war, na rate mal-wem zugeschoben? MIR! Ich hab das Video letztens wieder angesehen, und so schlecht war ich nicht in der Rolle des grollenden brummenden Waldmenschen.

Und noch was: ich hatte eine kurze Zeit in meinem Leben einen Partner , für den ich die Prinzessin war, und ich sage dir: Es hat mich kolossal genervt!DSC_0070

Lieber Rebellin als Prinzessin!
Morgen gehts nach England, ich hab den Koffer schon gepackt, mit ganz viel Senfgläsern drin für die englische Freundin. Und für dich bring ich was Schönes aus Glastonbury mit.

Bis in 2 Wochen! Kat.

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4 Kommentare

  1. Belana Hermine · August 25, 2016

    Wären wir glücklich(er), wenn wir anders wären? Und warum sich nicht jetzt in der Stärke und Kraft auch mal Schwäche und Kuscheln zugestehen – muss ja nicht gleich ein ganzer Charakterwandel sein, nein, nur ein bisschen dazu, so als Würze 😉

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    • kat+susann · August 26, 2016

      Ja.. gute Frage… das Gras ist grüner auf der anderen Seite der Wiese… wenn man es ausprobieren könnte wie es wäre gaaanz anders zu sein.. oder so wie man es sich vielleicht immer gewünscht hat.. tja..das wär toll.. dann wüsste man ob es passt oder nicht. Das Hadern mit den Eltern habe ich so gut wie aufgegeben… aber es gibt Momente wo ich denke.. nah… seufz..Allerdings zwinge ich mir auch nicht mehr Kraft und Stärke ab, wenn ich es nicht kann oder will.. das wird zunehmend erstaunlicher für mein Umfeld.. ist aber gut auszuhalten für mich…
      Gruss !

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      • Belana Hermine · August 26, 2016

        Hört sich nach einem guten Weg an. WIR sind jetzt die, die bestimmen, wo/wie es mit uns langgeht.
        Wünsche Dir ausreichend Kraft und Ausdauer dafür.

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      • kat+susann · August 26, 2016

        Danke.. 🙂

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