Diäten, Essen und Schichtarbeit

Liebe S.,

letzte Woche hab ich mir ein Buch gekauft, „Die Hormonformel“, von dem LowCarbGuru Dr. Pape. Was ich lass, klang alles einleuchtend. Laut Test bin ich eine Östrogenmutti. Ich esse gerne Kohlehydrate, JAA! Kartoffeln, Nudeln , Kekse, Brot, lecker!Darf ich auch, aber nur Morgens. Mittags sollte ich gemischt essen, Kohlehydrate mit Eiweiss und Abends nur Eiweiss.Schwierig, da ich seit dem armen Schwein am Spiess kein Fleisch mehr esse.Nebenbei hab ich mich auch noch- mal wieder- bei Weight Watchers angemeldet, und dann merkte ich, das geht nicht zusammen. Diese Pape`schen Gemüsegerichte sprengen mein WeightWatcherPunkte Guthaben.
Nun, in der ersten Woche, in der ja auch der JüngstLiebsteSohn weg war, klappte das ganz gut. Fleischlos, punktebewusst, eiweisshaltig am Abend.5 Stunden Pause eingehalten, nun , auch das funktionierte , weil: Frühdienst.
Bedeutete: morgens um 5.00 erste Mahlzeit. Dann zur Pause in der Arbeit um 10.00 meine Mischkost, und dann hätte ich um 15.00 meine letzte Mahlzeit zu mir nehmen sollen. Ach , aber das war schwer! Nix mehr essen bis zum nächsten Morgen! Hat aber 3 Tage geklappt. auf der Wunderwaage 1,5 kilo weniger. Dann Spätdienst: 9.00 Frühstück, soweit okay.
5 Stunden später wäre es Dienstbeginn, aber da kann ich nicht futtern, da muss ich arbeiten. Magen hängt. Hätte ich früher aufstehen sollen, um mein Frühstück eher zu verspeisen, oder hätte ich gar nicht frühstücken sollen, oder erst um 11.00 oder was? Also, mittlere Tagesmahlzeit findet wegen Pausenzeit erst um 17.30 statt. Das sind 8,5 Stunden ohne Nahrung. Ist das gut für den Insulinspiegel? Dann müsste ich also, wenn ich um 22.00 Feierabend habe, daheim um 23.00 meine Eiweissmahlzeit zu mir nehmen. Ach herrje, zu viel Gedöns, echt. Hab ich dann ein Bier getrunken, um 23.00 , war eh egal, der Magen war verwirrt. Jetzt kommt der Nachtdienst: Nehme ich mir dann 2 Eiweissmahlzeiten mit? Wann ess ich meine letzte Mahlzeit, wann meine Erste? Was sagt dann die WeihtwatcherApp, wenn ich für heute 2 mal Kartoffelsalat mit Falafel eingebe, weil ich jetzt um 18.00 einen gegessen hab und um Mitternacht wieder, denn 10 Stunden arbeiten ohne Essen ist doch auch nicht gesund, oder? Vielleicht sollte ich die ganze Nacht Magerquark mümmeln, der staubt so schön.
Weisst du, ich hab in meinem Leben so viele Diätratgeber gelesen , aber keiner von denen hatte Tipps, wie man das machen sollte im Schichtdienst. In der Weightwatcher Community sagen sie dann: „Nimm dir ein bisschen Obst mit, oder Gemüse(ich hasse trockene Karotten, besonders im Nachtdienst, da brauch ich verwertbare Kohlehydrate!), oder iss ein bisschen Quarkspeise,…“
UUUuhhaaaa! NEIN!

Ich bin am Anfang meiner Diätenphase immer so motiviert, finde diese neuen Ideen und Vorschläge immer so klasse, aber ich bemerke, wie so ein Diätprojekt meinen Alltag bestimmt, mein ganzes Denken.Zumal es noch NIEMALS  wirklich etwas auf Dauer genützt hat, denn ich lebe gesund , was ich so für mich feststelle.(Vollkorn, wenig Zucker, viel Obst und Gemüse und kein Fleisch, wenig  Käse, nur Wasser trink ich, keine Säfte oder gar Cola, kein Fastfood, alles immer frisch gekocht, aarrgghh)Ich seh nun mal so aus, verflixt, und wenn so eine dürre magere Ärztin auf der Reha letztes Jahr in ihren Arztbericht schreibt: die adipöse Patientin, unjd mich damit meint,und meinen BMI mit 29,5 angibt, was ja ZUVIEL ist, dann könnte ich heulen. Und ich will nicht immer ans NichtEssenDürfen denken, ich will doch auch das Leben feiern, und ich mag ein Glas Rotwein am Abend oder ein kleines leckeres Bierchen, ich ess ja schon seit Jahren keine Chips mehr dazu! Und trotzdem, es ist das Östrogen was zuschlägt, und ansetzt, ach…Seufz,… ich geb dem Schichtdienst die Schuld, okay?

Im Fitnessstudio heute aber, da waren im Rückentraining viele auch ältere Frauen. Es gab sehr sehr dünne, sehr braungebrannte, sportliche, aber weisst du was ich fand? Ich fand, die sahen so vertrocknet aus, so faltig und am liebsten hätte ich sie mit einer Kochsalzinfusion aufgefüllt. Die runderen Frauen, die mehr auf den Rippen hatten, die sahen saftig aus, und lebendig. Und sie lachten auch tatsächlich weicher und machten lustigere Witze. Das Lachen der vertrockneten braungebrannten Frauen klang heiser und staubig. Denn so, liebe S., möchte ich nämlich niemals lachen! Also, ich werde weiter auf meine Ernährung achten, aber ich lasse mein Leben nicht davon bestimmen! Und wenn die Kollegen heute im Nachtdienst Pizza bestellen, dann teile ich mir mit jemandem eine und lass den Trockenquark stehen.

In diesem Sinne, saftige Grüsse

Östrogenmutti Kat. 😉

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6 Kommentare

  1. franhunne4u · August 22, 2016

    Auf Ernährung achten ist sinnvoll – schließlich brauchen wir ausgewogene Ernährung um gesund zu bleiben. Aber ob wir wirklich besser dran sind, ständig unserem Körper dieses Jojo zuzumuten, da sind die Gelehrten geteilter Meinung.

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  2. Flowermaid · August 22, 2016

    … Sport hat unter anderem den Vorteil den Stoffwechsel positiv zu beeinflussen genau wie eine Esskultur, die individuell auf den einen Menschen zugeschnitten ist. Wenn unser Essenverhalten von der Stange ist und du der Norm nicht entsprichst, musst du doch zwangsläufig Gesundheitsprobleme bekommen… Abendgruß mit ganz viel Herz vom Blumenmädchen 😉

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  3. gertrudtrenkelbach · August 22, 2016

    Bin für mich zu einer ähnlichen Entscheidung gelangt. Achtsamkeit…..Ein ungefähres Ess- Raster das zu meinem Leben passt…Und genießen nicht vergessen!

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  4. hex'nhais'l · August 23, 2016

    Gute Idee – Diäten taugen nicht’s, egal was versprochen wird.
    Für den Spätdienst, wenn’s Dich packt, probier’s mal mit einem Buttermilch, die hilft immer, macht nicht schlapp aber satt.

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  5. hex'nhais'l · August 23, 2016

    …und ich vergaß, meine ganz persönlich beste „Diät“ ist: genau das zu essen, worauf ich wirklich Lust habe;) und nichts anderes statt dessen, weil…

    Bei mit gibt’s richtig Butter, Zucker, Schoki, ich verzichte auf Nichts von dem, was andernorts als gefährliche Kalorienbombe klassifiziert wird. Ich halte mich an keine Ernährungsratschläge, ich mach an der Stelle genau das was ich will.
    Bei mir gibt’s alles was mir schmeckt, und seit ich es so mache, nach Gusto essen, hat sich die Sache mit dem Gewicht selbständig geregelt. Keine Gewichtszunahmen mehr, das Essen ist bunt, und manchmal mag ich auch nur einen Becher Buttermilch, weil mir genau danach ist.
    So finde ich, kann man sich den ganzen Aufwand rund um und mit Diäten sparen. Früher war das mal anders, als ich noch meinte an die Wirkung von Diäten glauben zu müssen – und medial verordnete;) Ernährungsratschläge…

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  6. Pingback: Mittwoch, den 24. August 2016 | Kulturnews

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