Von der Freiheit, sich ein bisschen Freiheit zu nehmen

Liebe S.,

wie ich mitgekriegt hab, musstest du auf Grund von Überstunden und mangelnder Mitfahrgelegenheit dich diesem Konflikt nicht stellen, den du in deinem letzten Beitrag beschrieben hast.
Ich hatte ein gutes Wochenende auf diesem Messertreffen mit dem Lieblingsitaliener-mit bärtigen Männern, die auf der grünen Wiese mit selbstgebauten(durchaus tollen Messern!) vor meiner Nase rumgefuchtelt haben. Ich hab viel gelernt über Niolox, Kaidex, über Schleifpapier und Tantoklingen. Kapiert hab ich allerdings nichts davon, und deshalb hab ich mich auf Wanderschaft durch die Rhön gemacht.
Dort ist Deutschland, wie ein Fremder es sich wünscht! Vorgärten mit wunderbar blühenden Blumen. Gartenzwerge, umbaut mit kleinen Häuschen, Vogeltränken und Windmühlen. Gartenstühle, auf die die Namen der Besitzer geschrieben sind. Eine Pension, wo der Gastraum „Zur Futterkrippe“ heisst. Frotteebettwäsche, orangefarbene grossgeblümte Tapeten.Freundliche Menschen,die den Weg zur nächsten Eisdiele oder zum Parkplatz erklären.Sanfte bewaldete Hügel, goldene Weizenfelder, junge Mädchen mit Handys in der Hand, die sich „leider nicht mit den Wanderwegen hier auskennen“.
Egal, hab ich eben einen Umweg gemacht, die Richtung ungefähr wusste ich. Und stiess nach 4 km Falschwandern wieder auf den markierten Weg. Fein, da war ich stolz auf mich.Hab ich also doch Orientierungssinn, auch wenn der den Frauen damals in der Höhle abhanden gekommen ist, wie mir mal ein Kerl weismachen wollte.(Das nagt immer noch!).
Allein wandern ist schön. Ich hatte meine eigenes Tempo, musste mich nicht streiten, ob derWeg ,den ich einschlagen will, der richtige ist(war er ja dann auch nicht, aber wurscht), ich konnte den Rufen der Greifvögel lauschen , den sonntäglichen Dorfgeräuschen, und hing meinen Gedanken nach. Ich hatte das Gefühl, ich hätte mich irgendwie frei gemacht. Ich weiss nicht , ob ich viel gedacht hab. Oder ob ich bloss geschaut hab. Ich hab einen winzigen winzigen goldenen Käfer gefunden in den Schottersteinen des Weges.

Und ich hab die Burgruine gefunden,die mein Ziel war,  ich war dort ganz allein, und hab mich auf eine alte Steinmauer gelegt und den Wolken beim Ziehen zugesehen.

Das war gute Zeit für mich. Ich werde das öfter machen, hab ich beschlossen.
Und es war eine Form von Freiheit, das zu tun, was ich möchte, denn man muss ja nicht immer das tun,was die anderen sich wünschen,dass man tut, man kann auch was für sich alleine tun, denn dann ist wieder Energie da für die anderen. Verstehst? Denk ich so.

Also, wandern wir einfach denkend oder nicht-denkend vor uns dahin! Und nehmen uns die Freiheit raus, das zu tun.

Fröhlich pfeifend… Kat.

P.S.: Was dem einen sein Gartenzwerg, ist dem andern sein Buddha im Garten, oder? Ich hab Buddhas rum stehen. Also, jedem seine Freiheit! 😉

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6 Kommentare

  1. Arabella · August 8

    Jedem seine Freiheit – Klasse!

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  2. peter bachstein · August 8

    immer wieder trifft man alte bekannte. in diesem falle das kopfbild deines artikels. so ein pärchen steht bei uns hinterm haus auf der wiese…

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    • kat+susann · August 8

      So stelle ich mir den „Lebensabend“ vor. Sie sind ein bisschen kitschig aber doch auch so zufrieden und fröhlich. Sie habem mir gefallen da in dem Garten. Grüsse Kat.🌸

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  3. Flowermaid · August 8

    … Wandern eignet sich hervorragend um Ballast abzuwerfen… und ich ‚oute‘ mich jetzt mal als Zwergen und Buddha Beherbergerin. Karl Zwerglein war ein Geschenk an meine Tochter und durfte 10 Jahre ihre Fensterbank mit Elfenvolk regieren. Irgend wann hatte sie ein einsehen und entliess ihn in die Natur… 😉

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