Gorilla Priscillas Lebensbalance

Liebe S.,
als ich deinen Beitrag  von heute früh eben las, dachte ich spontan „Totentanz auf der Gesellenfamilienfeier“.
Und du als gröhlender, singender Gorilla zwischendrin. Warum eigentlich nicht? Wenn das dein ICH ist? Wenn es authentisch ist? Dann sei Priscilla, die Gorillafrau mit dem singenden Krumseltört,(für alle die nicht wissen, worum es geht: Es ist eine Folge aus dem Tatortreiniger.), und brumsel alle dort auf der Feier laut an.
Ich kenne diesen Zorn, ja, ich kenne auch diese Unmöglichkeit dagegen anzugehen, weil es ja Mitmenschen sind, die uns gewisse Dinge aufdrücken, die uns dann zornig machen, weil wir ja nett sein wollen, weil wir wissen, dass es ihnen wichtig ist, wenn wir uns so verhalten wie sie uns gerne wollen. Aber wo fängt das sich verbiegen an? Bei diesem Thema :Lebensgefährte, Ex-Frau, Familienstrukturen,.. da ist es noch mal schwieriger als bei der eigenen Herkunftsfamilie.Die eigene Familie kennt mich und weiss wie ich ticke und mag mich so oder eben dann auch nicht. Bei der Exfamilie des „neuen“ Partners möchten wir womöglich gefallen, möchten, das sich der Liebste wohlfühlt, möchten auch womöglich dazugehören und dann sind diese Bande der anderen miteinander so stark, das wir uns ausgeschlossen fühlen.(Warum schreibe ich jetzt vom wir? Ich kenne diese Situation so gar nicht, ich weiss nur ,das sich mein LieblingsItaliener manchmal ausgeschlossen fühlt, wenn meine Kinder und ich so „exclusiv “ miteinander sind, wie eine Freundin das nannte.Also verzeih das „wir“, ich kann nicht DU schrieben, weil ich nicht weiss wie du dich fühlst).
Ich überlege, warum du dann da unbedingt hin musst. Ob es nicht ehrlicher wäre, daheim zu bleiben, dem Jungen zu sagen: „Weisst du,ich fühl mich nicht wohl in dem Haufen da und dann brüll ich womöglich rum wie ein Gorilla und spreng damit die ganze Totengräberparty.Oder willst du das? Dann komm ich.Gerne.“
Deinem MitbewohnerLebensgefährten kannst du das ja auch so sagen. Dass er schliesslich weiss, dass du voll schlechte Laune kriegst, wenn die Sojalattefraktion da rumpolitisiert und das sowieso nach einem Frühdienst- das geht gar nicht.“Das verstehst du doch, Liebling??????!!!!!“
Aber wenn du dir das zugestehst,dass du da schlechte Laune haben darfst OHNE schlechtes Gewissen!, dann bist du authentisch.Und dann, Mensch , liebste Freundin, die können dich doch alle mal mit ihrem Stock im Allerwertesten, du weisst doch, was du wert bist und das du deren Theater nicht mitspielen musst!
Am liebsten wäre mir, du würdest dir so eine Gorillamaske aufsetzen, wenn du da hingehst, und ich würde so sehr gerne dann die Gesichter von denen sehen!
Und Pulsmeditation, meine Güte, vielleicht hilft es, aber wahrscheinlich nicht, denn wir sind Menschen mit Gefühlen, und dazu gehört eben auch der Zorn. Den brauchst du nicht verstecken.
Das Beitragsbild hast du mir zum Geburtstag geschenkt. Ich mag es sehr. Ist von einer dänischen Künstlerin, hast du geschrieben.
Allerdings fällt mir gerade auf: Zur Balance im Leben gehören auch negative Gefühle. Denn dann können wir die schönen Gefühle(Wieder wir! nein Ich!), dann kann ich zumindest die schönen Gefühle auch wieder so richtig wahr nehmen.
Drum: Zornbinkel  ausleben, damit du hinterher drüber lachen kannst.
Oder? Ich bin heute postnachtdienst-gechillt. Mich regt nicht auf, das wir immer noch nicht Richtung Fulda losgefahren sind, mich regt nicht auf, das der Nachbar Rasen mäht,und ich bin gelassen, obwohl die Mücken um mich rum fliegen und es entsetzlich schwül ist.In mir das grosse OOOHHMM!
Ich mag dich sehr, Gorillafrau!
Deine K.

 

Meine liebe liebe liebe liebe…… Freundin K.. Danke herzlich für diesen Beitrag… ich hatte mir ja auch eine Postkarte mitgenommen.. Balance des Lebens.. sie ist noch irgendwo im Karton und soll dann in meinem Zimmer aufgehängt werden.

Diesmal wars oder ists sogar o.k. wenn du wir statt ich geschrieben hast. Ich fühle mich voll verstanden.. sogar mein Zorn ist weniger .. weil jemand ( also du) der/die mir wichtig ist, einfach gesagt hat.. ist o.k.  das darf sein…

Ich werd da nicht hingehen.. nicht alle Herausforderungen im Leben muss man annehmen , oder ?

einen guten Abend dir.. ob ihr wohl morgen nach Fulda fahrt ?  Und schön, dass du das entspannt verfolgen kannst

ich drücke dich ganz fest. bist die Schwarte kracht

Deine S.  , sehr berührt.. schnüff…

 

 

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3 Kommentare

  1. Flowermaid · August 4

    … das war berührend!!! :herz:

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  2. franhunne4u · August 4

    Die Menschen, die es wert wären, dorthin zu gehen, werden verstehen, warum du nicht gehst (kommst) – und die anderen können sehen wo sie bleiben.
    Denn in einem hat K recht: Man darf, man MUSS sogar manchmal negative Gefühle haben. Wie sollen wir Freude noch als schön wahrnehmen, wenn wir nichts anderes mehr kennen? Wie sollen wir noch Erleichterung verspüren, wenn wir vorher keine Angst erlebt haben? Es braucht Yin und Yang (und ich bin nicht fernöstlich filoso-Fisch angehaucht).

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  3. hex'nhais'l · August 5

    Ohne Nein geht’s im Leben ebenso wenig wie ohne Ja. Bloß Nein zu sagen, ist oft sehr viel schwerer.

    Der Weg liegt in der Mitte. Ja und Nein tarieren uns aus, werden zum Kompaß oder Steuerrad. Irgendwie schräg die Vorstellung, uns – bei etwas das wir gar nicht wollen, wohl zu fühlen, ja zu sagen, wo alles in uns nein meint. Wie sollten wir da finden und ankommen, wo wir hin möchten, wobei wir uns wohl fühlen, wobei es uns gut geht. Wie sollten andere uns kennen lernen, mögen, schätzen, lieben, wenn wir immer nur lächeln obwohl wir wütend/zornig sind? Es braucht von allem beides, und von beidem aushalten. Bei uns und bei den anderen.

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