Vom Meer und den Wellen

Liebe S.,

Erinnerst du dich an Hilde? Aus meinem Beitrag Vom Weggehen ?
Ich hab heute überlegt,was wohl aus ihr geworden ist? Vielleicht ist sie tatsächlich in Paris angekommen und hat sich am Gare de L`Ést  im Intercontihotel ein Zimmer genommen. Um eine kleine heimelige Pension zu suchen, reichen ihre Französischkenntnisse nicht aus.Sie hat sich 3 Tage durch die Stadt treiben lassen, mit dem Taxi konnte sie sich immer wieder ins Intercontihotel bringen lassen, das ist nicht schwer auszusprechen und jeder Pariser Taxifahrer kennt es. Aber nach 3 Tagen hat ihr der  Trubel der Grossstadt gereicht. Sie ist zum Bahnhof an den Reisebüroschalter gegangen.Irgendwie hatte sie Sehnsucht nach dem Meer.
Am Schalter sass ein junge Frau. Hilde fragte zaghaft: „Sprechen Sie ein bisschen Deutsch?“
Die junge Frau begann zu strahlen und sagte: „Ja, gerne, ich hab in der Schule Deutsch gelernt, wie kann ich Ihnen helfen? “
„Ich möchte ans Meer“, sagte Hilde.
„Davon haben wir hier genug“, antwortete die junge Frau und nach ein bisschen plaudern buchte Hilde eine Zugfahrt nach Nantes, ein kleines Mobilhome auf einem Campingplatz in der Nähe am Atlantik und einen kleinen Leihwagen. In 3 Stunden ging der Zug.Hilde kam sich sehr abenteuerlustig vor und überlegte, ob sie kurz zu Hause anrufen sollte. Ihr Handy hatte schon längst den Geist aufgegeben, sie hatte schliesslich kein Ladekabel dabei in ihrer Handtasche. „Was für ein Glück eigentlich“, dachte sie, „sonst hätten sie mich mit SMS bombardiert, und ich wäre sicher umgekehrt. Aber so mache ich mir ein paar schöne Tage am Meer.“
Der Campingplatz am Atlantik war ziemlich gross und es dauerte eine Weile, bis Hilde ihr Mobiles Heim für die nächsten 10 Tage gefunden hatte. Es lag in einem Pinienwäldchen, der Duft der Piniennadeln in der Abendsonne umfing Hilde. Dieser Geruch erinnerte sie an ihr Wohfühlölbad, aber jetzt in der Natur war er viel intensiver.Der Boden war weich und ihre Schritte federten leicht. In der Nähe hörte sie das Meer rauschen.
Sie ordnete ihre wenigen Kleidungsstücke, die sie sich in Paris gekauft hatte, in das kleine Regal hinter dem schmalen Bett, nahm ihr Handtuch und machte sich auf den Weg zum Meer.
Sie war überwältigt von der Weite des Strandes, der Weite des Himmels und des Wassers.

Die nächsten  Tage verliefen in einer Gleichmässigkeit und einer Ruhe, die Hilde so lange schon vermisst hatte. Morgens verzehrte sie im kleinen Campingplatzbistro ein Croissant und einen Milchcafe. Dann ging sie zum Meer.Sie ging den Strand entlang , erst eine Stunde die Unendlichkeit des Meeres zu ihrer Linken, dann eine Stunde zu ihrer Rechten. Sie beobachtete die Surfer in den Wellen, von denen sie zuerst gedacht hatte, es seien Pinguine, denn sie erkannte nur schwarze kleine Gestalten, die auf den Wellen tanzten.
Sie beobachtete die Familien, die unter Strandmuscheln lagen, sich sonnten, die Väter die  mit ihren Kindern Strandburgen bauten, die Mütter lagen in der Sonne, manche lasen.Sie beobachtete junge Leute, mit ihren Surfbrettern, die Bier tranken und lachten.
Ein kleiner blonder Junge stand im Wasser und spielte selbstvergessen mit einer Kokosnusschale, die auf den Wellen auf und ab tanzte.
„Wie einfach das Leben ist“, dachte Hilde.
Mittags ging Hilde in ein kleines Strandrestaurant und ass ein Baguette oder einen Teller Nudeln, dann ging sie zurück zum Campingplatz. Dort nahm sie den Duft der Pinien in sich auf, während sie in einem Liegestuhl lag und den Himmel und die Bäume betrachtete.

Am Abend machte sie sich erneut auf den Weg zum Meer.


Wenn sie glaubte, allein am Strand zu sein, stiess sie Schreie aus, gegen den Wind. Sie, die Hilde aus A., die immer leise und still alles ertragen hatte, schrie gegen den Wind.Wetterte und schimpfte.Jauchzte, sang und jubelte.  Erfand böse Wörter für alles, was sie geärgert und verletzt hatte. Dann lachte sie über sich selber. Und bückte sich nach Muscheln und Steinen und warf sie voller Kraft zurück ins Meer.
Von den Spaziergängen wurde ihre Haltung aufrechter, ihre Beine kräftiger und  ihr Herz weitete sich.
Sie liebte es, die Wellen zu beobachten, das ewige Auf und ab, das rhythmische Hin und Her.
Hilde spürte diesen Rhythmus in sich.
Sie spürte eine grosse Ruhe in sich und eine Kraft wuchs in ihr.

Hilde machte Pläne. Sie wusste jetzt, wie sie ihr Leben weiter leben würde.
Nach 10 Tagen war Hilde bereit, nach Hause zurückzukehren.

Kat.

to appreciate: schätzen

Liebe S.,

Jetzt noch eine kleine Geschichte zu meinem anderen Lieblingsthema: Die arabischen Menschen.

Mir ist aufgefallen, das diese Menschen eine unglaubliche Freundlichkeit haben.Erst dachte ich ,gut, das kommt weil sie mich kennen. Wenn die mütterliche Freundin meiner SchönstenTochter in Beirut uns zum Essen eingeladen hat und so viel aufgetischt hat, dass sich der Tisch gebogen hat. Und NICHT wollte, dass ich meine Schuhe draussen ausziehe, und als ich sagte: aber sie sind doch schmutzig! antwortete sie:I am sorry, that Beirut is so dirty.

Dann mein Lieblingssyrer, der immer wieder Kontakt aufnimmt zu uns, skypt, anruft, und sagt : Ich werde nie vergessen was du getan hast für mich. Und von sich erzählt und seinen Träumen und dem was er jetzt schon alles in Frankreich, wo er lebt,  erreicht hat.

Die Männer in der Syrisch-Bayrischen Freundschaftsgruppe der SchönstenTochter, die Essen gekocht haben für diesen AbendessenAbend, und als ich es gelobt hab, ihr Essen,  gesagt haben: „Es schmeckt nicht so, wie wenn es meine Frau gekocht hätte.Aber der Deutsche Kartoffelsalat! Wunderbar!“

Die Frauen im Hamam in Ramallah,die ihre Geschichten erzählen und sagen: oh, bitte, komm uns besuchen, ich koche für dich, mein Haus ist dein Haus, bitte, ich lade dich ein, you are welcome.(Allerdings gab es keinen Telefonnummeraustausch, grins).
Der Patient aus dem Irak , der gesagt hat:Ich möchte wieder gut machen was ihr, du und deine Kollegen für mich hier getan habt. Gib mir deine Telefonnumer, meine Frau wird für euch kochen und ich möchte euch alle einladen. Immer wieder sagen sie, und immer wieder muss ich dieses Wort nachschlagen: I appreciate everything you did for me.

Da werde ich immer rot und freue mich, denn eigentlich ist ja das, was ich tue, eine Selbstverständlichkeit für mich. Und ich freue mich über diese Warmherzigkeit, die ich bei so vielen Menschen aus dem Arabischen Raum gespürt hab.
Vielleicht sind es Floskeln. Aber selbst wenn…. mich freut es.so. Das musste mal raus.
Alles Liebe

Salaam…
Kat.

Vom Kleinmachen und Grosswerden

Liebe S.,
Friseur tut gut. Hast du richtig gemacht, erst das Handy kaufen und dann zum Selbstverschönern, und dann noch Glitzerstaub, schön. Ich hab mir das heute auch gegönnt.Wieder bei der Naturfriseurin, bei der ich letztes Jahr doch schon mal war, und ich erst ein wenig voreingenommen gewesen bin oder skreptisch, was die mit mir anstellt, erinnerst du dich? Aber weil das Endprodukt damals so überwältigend war, hab ich das wieder gemacht, wieder auch mit Farbe. Und ich bin fluffig und schwungvoll und hab ne gesunde normale neue Haarfarbe. Und nebenbei gab es Seelenmassage.
Mein Lieblingsitaliener ist zwar der Meinung, das die schon wissen, welche Floskeln sie verwenden müssen, damit meine Seele gestreichelt wird, aber ich war jetzt 3 mal dort, und dreimal hat sie was anderes gesagt, und  jedesmal hat es zu meiner derzeitigen Lebenssituation gepasst.
Dieses mal meinte sie, ich hätte mich auf den Weg gemacht, um etwas zu verändern und ich dürfe mir durchaus was zutrauen und müsse mich nicht klein machen.
Und das stimmt.
Ich dachte da spontan an meinen PalliativKurs und wie mich selbst das Schreiben meiner „Fach“Arbeit ein ganzes Stück im Denken und meiner Einstellung weiter gebracht hat. Dann dachte ich an manche Situationen in der Arbeit, wo ich in der letzten Zeit das Gefühl gehabt hatte, das ich ja wohl gar nichts kann und alles falsch mache(was ja nicht stimmt).
Aber da hab ich mich klein gefühlt und klein gemacht.

Die Naturfriseurin hat irgendwie gesagt, das System erfüllt das, was du dir denkst.

Klar,wenn ich mich klein fühle dann strahle ich das auch aus. Wenn ich selbstbewusst und erhobenen Kopfes vortrete, gibt es ganz andere Reaktionen.
Letzte Woche gab es eine Situation in der Arbeit, die so zu dem passte  was ich mag.
Eine Patientin durfte sterben. Der Oberarzt stand vor dem Zimmer und fragte: Wer von Euch ist denn hier in dem Zimmer? Ach, Kat., Sie? Das ist aber schön.
Und dann haben wir dem Sterben in dem Zimmer einen richtig guten Rahmen gegeben, ich hatte Zeit für die Angehörigen, ich hab die Fassungslosigkeit lenken können, die Angst, bis es zu einem Frieden kam bei allen.
So ein Tag erfüllt mich, denn ich denke, so soll es sein. Das ist das, was ich gut kann und gut tun möchte.
Und weiter tun werde.
Das Leben ist schön, besonders mit einem fluffeligen Kopf!
Kat.

Altern in 2 Sekunden

Liebe K.,

gestern war so ein Tag , wo man sich fragt ob man im falschen Film ist oder bei versteckter Kamera… Halllloooo ?  Aber es war leider nur einfach das ganz normale Leben..

Ich hielt den Zettel mit den Angaben für das neue, gewünschte smartphone fest in der Hand, als ich “ Saturn“ betrat..du weisst schon Technik Nik and friends… suuuuper Beratung blablabla..

Ich sah mich um… schon halb erschlagen von diesen ganzen Angeboten und begab mich auf die Suche nach dem Gerät, welches mir eine versierte Arbeitskollegin geraten hatte..Dann kam „er“.. nein nicht der Nik aus der Werbung sondern „der“ aus dem realen Leben… WAAAAAAS ?  DAS wollen sie , fragte er und sein speckiger milchig weisser Finger, der bestimmt noch keine Sonne in diesem Jahr gesehen hat, pickte schnabelartig auf meinen verwurschtelten Zettel… nenene, er schüttelte sein erstaunlich schütteres Haar und sah mich fast strafend an ( * bitte diese Stelle merken, liebe Leserinnen und Leser,, ich komme darauf noch zurück).. das ist doch nicht.. kittekatt… marshmallow.. besser wäre lollipop ( gut dass mich meine Kollegin instruiert hatte, welche Betriebssysteme es derzeit gibt) usw..ich musste ihn bitten langsamer zu sprechen, weil ich ihn irgendwann nicht mehr verstanden habe… und alterte in diesem Moment um mind. 30 Jahre.Mitten in seine dann lauter aber nicht langsamer werdende Wortkanonade fragte ich ihn mit Unschuldsmine ob er gute Nerven hätte… ääääähm… nee… ähm geht so WIESO ?😳

Er hat mir dann trotzdem etwas geholfen.. die Telefonnummern aufs neu erworbene Smartphone ziehen und n Tip wie ich die anderen Daten dann zu Hause aufs neue Gerät ziehen kann.. uffffffff…. Also alles o.k. ?!MMMh.. aber warum war der so ruppig und hat statt langsamer einfach lauter gesprochen.. so also muss es sein, wenn man älter ist und nicht mehr genau versteht was andere wollen…  dieses Fachchinesisch.. mir schwirrt jetzt noch der Kopf.Im Spiegel der Damentoilette sah ich mich an.. bin ich schon so, dass ich jüngere Verkäufer bitten muss langsamer zu sprechen ?  Ich sah irgendwie ratlos und geknickt aus..und hab erstmal mein Schminktäschchen rausgeholt.. das hab ich immer mit,brauche es aber fast nie unterwegs.. also Lippenstift.. mehr Tusche, mehr Kajal.. gelächelt… Haare neu zusammengesteckt.. kaltes Wasser !!!! über die Hände..  atmen..denn ich musste ja noch weiter.. zum Friseur.. das war gestern auch wieder dran.. 15 Minuten Fussweg ..und  dort angekommen habe ich die die junge Friseurmeisterin angelächelt…“ bin ich ein Allien?“

Sie hat ganz grosse Augen gemacht und mir gerade in die Augen geschaut ( meistens machen Friseure das ja nicht.. man kommuniziert ja immer via Spiegel/Bild) „Brauchst du n Wasser oder n Kaffee ?“-„Beides- bitte !“ konnte ich nur noch leise sagen..dann rückte sie ganz nah an mich heran “ erzähl… was ist passiert..dabei hat sie mich erst 2 Mal gesehen.. das nenn ich Empathie ! Toll.. und obwohl sie 30 Jahre jünger ist als ich wirkte sie auf mich irgendwie fast „mütterlich“..natürlich habe ich ihr alles erzählt.. und jetzt halt dich fest… *  sie kennt diesen Saturn Verkäufer * !  Er war vorher in einer anderen Abteilung.. TV und da hatte sie mit ihm zu tun.. TV Kauf… und sie konnte ihn sehr genau beschreiben.. vor allen Dingen seine Frisur  🙂  und ! auch sie hat ihn nicht verstehen können… alles fiel sofort von mir ab.. das plötzliche Alter , die Verunsicherung, alles und ich war sehr sehr erleichtert.. auf einmal schien wieder ( auch in echt !) die Sonne. Sie erzählte von ihrem geplanten Urlaub und gab mir nebenbei noch Tipps für das neue smartphone…selbst die andere Kundin gab noch einen Kommentar dazu ab.. auch sie war viel jünger als ich.. und später erzählte sie der anderen Friseurin von ihrem neuen Freund .. eine wahrhaft romantische Geschichte.. seufz… so vergingen die 1.5 Std. beim Friseur wie im Flug..  Zum Schluss sprühte sie mir noch etwas Glitzerzeugs  über… “ etwas Feenstaub für dich, du brauchst das heute „.. toll  ! Ich soll mir bis Ende August überlegen was ich weiter mit meinen Haaren machen will.. ob ich meinen“ Ansatz“ tragen will oder weiter färben…. „was ist denn Ansatz tragen ???“ Ach, das  macht man jetzt so… aber nur wenn man will.. sie zwinkerte… S. es reicht für dich heute.. geh zurück in deine Höhle und ruh dich n bisschen aus.. du bist irgendwie niedlich für dein Alter… ???..Natürlich liess ich die 3 Frauen im Laden schätzen… egal ob es mir den Rest geben würde oder nicht..Aber die zauberhaften jungen Frauen dort in dem kleinen Geschäft sahen mich an… mmmh.. Also 30 bist du wirklich nicht mehr.. mmmh.. aber sooooo alt auch nicht… Anfang 40 ?

Ein Klebemonster in der S Bahn und ein Rehpinscher mit Unterbiss machten mich vollends fröhlich.. und so konnte ich gestärkt nach Hause fahren..

Einen guten Tag dir ! Ich hab heut frei und muss Kartons packen..und hab noch einen Fusspflegtermin gebucht .. zur Belohnung fürs Putzen..

Bussi liebe Freundin.. ich freu mich schon auf die Smartphone Hülle, die du für mich bestellt hast.. sehr sehr lieb.. mein Lebensgefährte würde niemalsnienichtmehr was bei  A…… bestellen.. aus Prinzip.. tja..

Deine S.

 

 

Gruss aus der Versenkung

Liebe K.,

ich möchte dir gern auf all das antworten, was du geschrieben hast. Schön von den Pappeln zu lesen, von den Älteren usw usw..s e u f z .

Gestern nachmittag hats mir gereicht mit der Putzerei. Alles tat weh und der Kopf brummte von den Ausdünstungen ( Schimmelex, und fieseste Reiniger).. Natürlich fuhr auch kein Bus und so trottete ich die Strasse bei schönstem Sonnenschein entlang bis zur nächsten Haltestelle;bepackt mit einem schweren Rucksack und einer grossen Tasche voller Putztücher und Lumpen, die sich gerade in der Waschmaschine herumtrollen.

Am Bahnhof hiess es dann, dass die Züge auf unbestimmte Zeit nicht fahren..tja.ich hab dann abgeschaltet auf meine Art.. erstmal ne Curry Wurst ( sehr scharfe Sosse) gegen all den Dreck der letzten Tage.. dann n Fruchsalat und 0.5 Wasser..danach ging es schon etwas besser. Die nächste Aktion.. Douglas am Hauptbahnhof und die teuerste Creme die ich finden konnte als Tester… hihihihi auf meine geschundenen Hände ! Dann wars schon viel viel besser, weil die auch so gut roch…  Kurz danach kam dann doch noch ein Zug, ich bekam sogar einen Sitzplatz obwohl 17 Uhr immer überfüllt ist und wurde sogar am Bahnhof hier mit dem Auto abgeholt. Heute morgen hab ich nur etwas Rückenweh.. aber sonst o.k. Um 11 Uhr gehts wieder los von hier.. Zur Arbeit.. und ab morgen Abend bin ich dann bis Sonntag wieder im NochzuHause…

Mein grösster “ Gegner“ sozusagen war ich natürlich selber gestern.. ich habe beim Putzen immer wieder die Vormieterin  gedanklich beschimpft.. wie kann sie nur sowas zurücklassen usw.. und da sie ja nun nebenan wohnt, macht es wenig Sinn sie direkt zu beschimpfen, denn das fördert nicht unbedingt die Nachbarschaft… uff.. hab ich das schon geschrieben mit ihrem Freund ? Da sie ja gefühlte 100 Mal gefragt haben, ob sie was helfen können.. ?

Egal.. ihr Freund wird jetzt bei unserem Umzug die schweren Sachen mit reintragen.. und ich sage dir was..  aaaaaalllleee Kisten werden mir zu schwer sein, wenn er da ist😈

Aber das wird mir nicht reichen, wie ich mich kenne… seufz..Das Doofe ist, dass man sich damit selber schwächt…einmal ärgern und gut is… dann fertig machen und vorwärts schauen… aber… mir war es einfach zu warm mit dem ollen Dampfreiniger.. klar mit Hitzewallungen op to… die ich sonst nicht so dolle habe.. und ich hatte eine Megascheisslaune, die ich auch nicht in den Griff bekam.. fühlte mich vom vielen Wasser aufgedunsen, unbeweglich mit Kreuzschmerzen und fand das alles nur ungerecht und Kacke 😫

Das Rinnsal, das von der eklig verklebten Heizung lief war sowas von ugly.. und es stank auch ganz furchtbar.. nun ist es weg.. aber für mich ist es irgendwie noch da und macht mich sauer.. verstehst du was ich meine ? Ich bin da wie ein Terrier und kann nicht loslassen..

Und das mit dem Missverständnis, dass die dachten wir renovieren doch, dann putzen wir auch… das ist doch sehr fadenscheinig.. es sei denn..🤔…💡 genau !!  Das ist so dreckig, dass sie das renovieren nennen… waaaaaaaaaaah

Also, wem ein Mantra dazu einfällt immer her damit ! Und falls mir jemand gut zureden will, ist das o.k.  aber bitte nicht : wird schon wieder… oder da musst du durch, dann habt ihr es ja auch schön…  wer einen Tipp hat, wie man das bei Nachbars jetzt auf ne gute Art anbringt.. gerne.. !

Das wars erstmal für heute..

Danke an Barbara und Uli und alle anderen für eure Kommentare der letzten Tage!

Dir meine liebe Freundin einen schönen Tag heute

Und allen anderen natürlich auch

herzlichst

S.

 

 

 

Wechseljahre

Jetzt gibts mal einen Beitrag an die Allgemeinheit, vornehmlich Frauen, oder sind die Wechseljahre für Männer auch ein Thema? Höchstens wenn „die Alte wieder austickt, weil sie in Wallung kommt“.So gehört damals von meinen Onkels, denn in meiner bewussten Erwachsenwerdenzeit waren meine Tanten um die 40, 50 und hatten ihre „Phasen“.Die Frauen haben untereinander darüber gewispert, ich bekam mit, das sie über das Ausbleiben ihrer „Zeit“ sprachen, das das andere -wisper-wisper- jetzt endlich ein Ende hat,“jetzt musst du ja nicht mehr, Trudi, jetzt ist die Zeit auch rum, ne, jetzt kann der Alte gucken wo er bleibt“.
Naja, so schlimm vielleicht war es vielleicht nicht, aber die Wallungen, das war damals oft Thema unter den Freundinnen meiner Mutter.

Übel ist es, wie heute früh im Blog von franhunne4u inhannover beschrieben, wenn die Schwitzattacken kommentiert werden. Wie bei einem von mir wirklich sehr geschätzten Arbeitskollegen, der jedes mal in Lachen ausbrach, wenn ich zur Arbeit kam, wohlgemerkt, ich war 7 km hingeradelt! und meine Schwitzrinnsale kommentierte: Tja, jetzt ist es  auch bei dir soweit, ich nenne dich jetzt nur noch K-K.(Klimakterium-Kat) Er tat es.Witzbold. Bis ich gesagt hab: ich gebe dir auch keinen komischen Namen,also lass das bitte! Dann war es vorbei. Geärgert hats mich trotzdem.
Denn zu dem Spott kommt ja noch, dass Frau sich verändert, dass sie an Gewicht zunimmt, dass sie Launen hat, dass sie ihr Leben überdenkt, ob es das jetzt war, ob noch was kommt. Dann die Haarproblematik: Soll sie grau werden oder überfärben? Naturhaarfarbe deckt entgegen der Packungsversprechen nämlich nicht ALLE grauen Haare ab.

Es ist wie damals , als ich erwachsen wurde. Ich mochte mich nicht leiden. Ich mag mich manchmal immer noch nicht leiden.So vom Körperbild her. Wegen schlaff und faltig.Nur daran arbeite ich ja. Fitnessstudio. Sport soll auch Wechseljahressymptome lindern.

Und Vorteile hat es auch. Freundin zu Besuch. „Wisperwisper…hast du zufällig OBs da? “ Nö, haha, brauch ich nicht mehr, aus die Maus!
„Ach, da hast du das aber gut, mir geht es dann immer so schlecht, ich hab dann ne Blasenentzündung, mein Bauch tut weh,ich kann nicht schlafen.Ach, da freu ich mich auf die Wechseljahre!“

Ich bin jetzt fast 52. Ich sass vor einem halben Jahr in Mutters Wohnzimmer und wir sprachen darüber, wie es ihr damals ging, mit den Hitzewallungen und  wie sie damit umgegangen ist.Meine Mutter ist jetzt 80.
Ich sagte dann so im Nebensatz,:“ich glaub bei mir war es das schon, mit dem Klimakterium, das ist eigentlich gar nicht so schlimm gewesen irgendwie, kurze Wallungen paar Monate und dann war es wieder gut.“
„Was?“ macht meine Mutter. „Datt glövst du doch woll selber nicht, datt dat bi di schon um is! Ich sitz da immer noch mit an“.*
Na dann, prost Mahlzeit! Das kann noch heiter werden!

Schönen Abend! Grinsend in  der lauen Sommerluft s(chw)itzend

Kat.

 

*Für die, die diese Mundart nicht verstanden haben:“das glaubst du doch wohl selber nicht, dass das bei dir schon vorbei ist! Ich hab da immer noch mit zu tun!“

Einhundertzehn

Guten Morgen, liebe S.,
leider kriegst du das gar nicht so mit,was hier passiert.Wegen deinem Umzugsgedöns hast du ja kein flottes Internet und wahrscheinlich auch nicht viel Zeit , unseren Blog zu verfolgen.
Aber ich muss doch berichten,  dass es jetzt 110 Follower sind!
Und was mich besonders freut: Es sind Frauen dazu gekommen, die auch über das Thema schreiben,  was uns bewegt hat, diesen Blog zu machen. Die Wechseljahre, die veränderte Lebenssituation, das Älterwerden in Beruf und Alltag.
Haben wir eigentlich so eine „Blogroll“, wo andere Leute sehen, wem wir folgen? Denen, die dazu gekommen sind, folgen wir jetzt auch, denn nur so kann ein Austausch stattfinden, auch wenn manchmal die Zeit knapp ist, zu lesen und zu kommentieren. Was ich gerne öfter täte.
Also an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle, die uns folgen, die Kommentare da lassen, und an alle, die mir (ich kann jetzt nur für mich sprechen) mit ihren Blogbeiträgen Anregungen zum Nachdenken geben, Momente in denen ich lache, wenn ich ihre Beiträge lese, in denen ich mich über ihre Bilder freue, und über ihre Geschichten.

Als vorgestern der Anschlag in Bangladesh war, kam ein Blogger zu Wort, der sagte, er habe Angst um sein Leben, denn er würde kritisch bloggen. Uiuiui, hab ich gedacht, naiv wie ich bin, das ist krass. Ja, aber ich glaube, wenn du kritisch bloggst, dann kann das schon manchen Menschen aufstossen und sie können sauer werden. Zum Glück leben wir in einer Gesellschaft, in der wir sagen und schreiben dürfen, was wir denken.

In diesem Sinne: Allen, die das lesen , wünsche ich eine wunderbare Woche! Bloggen bereichert!

Liebe Grüsse Kat.

Pappelpuschelregen

Liebe S.,

wie war es heute mit dem Dampfreiniger?Hat es geklappt, bist du vorwärts gekommen? Würde mich schon interessieren, ob die Fettansammlungen der Vormieterin sich aufgelöst haben. Ich denke nämlich gerade, wenn das auch bei mir mit dem Dampfreiniger ginge,das Fettansammlungauflösen, würde ich das sofort ausprobieren. Gestern nämlich zeigte meine Waage 2 Kilo minus an, aber heute? Nichts da! Alles wieder wie IMMER! Wollte die mich veräppeln? So ein doofes Ding, nur weil sie auf einer anderen Bodenfliese stand als sonst, macht sie mir gute Laune. Ich hätte das Nachkontrollieren heute lieber sein lassen sollen!

Darum hab ich das Auto heute stehen lassen und bin Fahrradgefahren.
Durch einen Pappelpuschelregen . Schade, das ich es nicht fotografieren konnte, aber ich versuche es zu beschreiben. Ich bin auf einem Radweg geradelt, entlang an einem Wiesengebiet, ein kleiner Bach schlängelt sich da durch. Über den Bach führt eine Brücke, die ein sehr grosses Dach hat,manchmal treffen sich die Jugendlichen auf der Brücke, sie sind so geschützt vor Regen und Wind.
Ich bin in den Sonnenuntergang geradelt, das Licht war schon ein wenig gebrochen, und die Sonne schien mir entgegen. Auf der Brücke waren viele Spaziergänger, Fahrradfahrer, Kinder mit Rollern, und auf einmal  kam ein Wind auf, und die Pappeln in der Wiese liessen ihre Puscheln fliegen. Wie ganz zarte Schneeflockensterne flogen die Puscheln um die Menschen, und liessen sie alle wie verzaubert wirken. Ich bin in den Puschelregen hineingefahren. Kurz stellte ich mir vor, es sei eine andere Welt hinter der Brücke. Mir fällt ein, dass meine SchönsteTochter mir erzählte, als sie mit ihren syrischen Freunden am See sass, flogen auch die Puscheln, und die Syrer waren erstaunt darüber, das Baumwolle durch die Luft fliegen kann. DSC_0132
Vielleicht mag ich Pappeln auch, weil im Garten meiner Kindheit viele Hohe Pappeln auf dem Nachbargrundstück standen. Meine Eltern schimpften oft über die Pappelpuscheln, aber wir Kinder haben versucht sie zu fangen.

Und lies mal, was die Pappel alles kann! Aus der Familie der Weidengewächse, Salicacaea. Klingt schön.

Wie heissen die Puscheln eigentlich richtig? Ich google das jetzt nicht, ist ja auch egal.
Lass uns tanzen wie die Pappelpuscheln!Ganz ohne Dampfreinigungsfettablösung!

 

Guckst du heute Fussball? Ich freu mich auf die Isländer, wenn sie heute spielen!
Deine KatSalica Romysdottir

 

Säbelzahntiger, Seeigel und veränderte Sichtweisen

Liebe S.,

die Vorstellung, dass der versteinerte Seeigel vom Säbelzahntiger angeschlappert wurde, gefällt mir sehr gut. Ja, wer sind wir, das wir uns so wichtig nehmen.Sandkörnchen im Weltenall.Ich dachte immer, ein Sandkorn, nein, ich will nicht nur ein Sandkorn sein, ich will doch was bedeuten! Dann kam irgendwann ein Lied auf, Sand im Getriebe sein, das gefiel mir sehr gut, diese Vorstellung, selbst wenn du ein winziges Sandkörnchen bist, aber du steckst an einer Stelle, wo das absolut nicht hinpasst, dann fängt das Getriebe ordentlich an zu knirschen und plötzlich ist es ausser Gefecht gesetzt, das Getriebe. (Dank google hab ich den Text zu diesem Lied wieder gefunden , haha, das war meine Prostestsong Zeit!).

So gesehen war auch der Seeigel Sand im Getriebe, denn der Säbelzahntiger hat ihn ausgespuckt, aber vielleicht, weil auch die Ursuppe versalzen war, wörx, igitt, und ist wütend von den dänischen Stränden geschlichen. Seitdem gibt es keine Säbelzahntiger mehr in Dänemark und die Wikinger konnten sich ausbreiten.

Und zum Thema Auflaufen lassen, mit deinem Kollegen, der alles hinwirft… klar ist manchmal der Wunsch da, einfach abzuhauen, weg zu gehen, alles stehen und liegen zu lassen, ihr könnt mich mal, mir doch egal,….aber das ist keine Lösung. Finde ich. Klar, wenn es reicht, muss man gehen. Egal wohin. Nur, meine Erfahrung: Eigentlich ist es woanders nicht viel anders.Irgendwie holt dich dieselbe Schiete immer wieder ein. Da hilft nur, seinen Blickwinkel zu ändern. Den Fokus anders zu machen. Ne andere Farbe drüber legen. Anders gewichten und bewerten.Irgendwie so.

Und über die Ewigkeit mag ich heute nicht nachdenken. Draussen ist es warm, ich hab heute nacht meinen Fuss angehauen, irgendwen wollte ich treten, jetzt humpel ich ein bisschen,aber bis nächste Woche ist es wieder gut. Dann geht es weiter!

Und schau,…manchmal hilft auch ne Glaskugel, die Sicht zu verändern. Schönen Tag! Kat.