Keule!

Liebe S.,
Das ist schon so eine Sache mit dem Bewerten, sich und andere.Und dem sich Trauen.Sich vertrauen und sich etwas zutrauen.
Flowermaid (ich kann im Moment nicht verlinken, hab nur ein Tablet,  der Laptop rüstet sich auf für die Facharbeit, der ist also nicht da), Flowermaid hat einen schönen Kommentar dazu geschrieben¨ ..der eigene Kritiker liefert die beste Arbeit an der Demontierung des Selbstbewusstseins¨.Und da hat sie recht.
Wir brauchen uns doch nicht verschämt überlegen ,ob wir etwas machen können, nur weil jemand anders sich dann ein wenig eingeschränkt fühlen könnte! Wir wissen doch gar nicht, ob 1.jemand sich stört, und 2.wenn ja, wie doll ihn das stört.
Und wir dürfen doch auch unsere Meinung sagen,  wenn wir dahinter stehen.
Ich hatte am Wochenende so eine Situation in der Arbeit,wo ich gemerkt hab: Hej,ich kann den Mund aufmachen und es ist niemand sauer!

Es passieren ja in der Pflege manchmal Dinge, die manches komplizieren,wir , die Pflegenden,  sind ja Menschen und keine Roboter.An meinem Patienten gab es also ein kleine Komplikation,ihm ist ein Schlauch aus einer Wunde rausgerutscht, während wir ihn gebettet haben. Da kam die Fachärztin und sagte: Na toll,da habt ihr die Drainage rausgepflegt, super!
Ich bin sauer geworden, denn das klingt sehr abwertend, rausgepflegt! Ich darf das vielleich zu meinem Kollegen sagen, aber nicht ein Arzt zur Pflegekraft. Ich  bemerkte ,wie mein Stationsarzt mich anschaute,so nach dem  Motto: was redet die da?
Die Ärztin wiederholte noch einmal:rausgepflegt!Und da sagte ich: entschuldigen Sie bitte, wir haben das Ding sicher nicht rausgepflegt,denn es war von andrer Seite nicht gescheit fixiert,und ausserdem verbitte ich mir, das Sie in diesem Ton von unserer

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Arbeit sprechen. Wir machen gute Pflege,und gute Arbeit,und ich möchte Sie bitten, das zurück zu nehmen. ¨ Uhuuu, da wurde sie still und hat sich 1000 mal entschuldigt, so  sei das nicht gemeint und so weiter.
Klar, wir waren dann wieder nett miteinander,sie hat es vielleicht auch echt nicht so gemeint, wie sie das gesagt hat, aber was ich sagen will¨: ich hab mir früher so etwas nicht getraut, zu sagen,  wenn mir etwas nicht passt. Ich bin aber stolz,   das ich das gemacht habe, denn ich wollte das nicht auf mir sitzen lassen. Wir müssen uns nicht alles gefallen lassen, wir dürfen das tun , was wir tun müssen.
Und wenn du beim Abwasch aufs Klo musst, dann geh, und wenn sich einer aufregt, dann ist das nicht DEIN Problem sondern SEINES! Wir dürfen doch so
sein, wie wir sein wollen. Finde ich.
Naja, und die Steinzeit ist ja zum Glück auch schon ne Weile vorbei.Mittlerweile haben wir Worte gelernt, die etwas sagen , die vielleicht manchmal wie ein
Keulenschlag wirken, aber sie können immerhin einiges klarstellen.
Ein Lob den Widerworten!
Mach es gut! Bis bald! Kat.

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9 Kommentare

  1. barbarabosshard · Mai 9, 2016

    «ein lob den widerworten» – ach, gäbe es doch mehr menschen von dieser/deiner art!

    Gefällt 2 Personen

    • kat+susann · Mai 10, 2016

      Als Kind wurde ich bestraft für meine Widerworte. Irgendwann hab ich gelernt, das es durchaus Sinn macht zu widerspechen. Danke! 😊Kat.

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  2. kinder unlimited · Mai 9, 2016

    klasse reagiert!!!

    Gefällt 2 Personen

  3. peter bachstein · Mai 9, 2016

    find ich ganz toll „wir dürfen doch sein sein, wie wir sein wollen“ ist voll mein ding. prima artikel…

    Gefällt 2 Personen

  4. Gedankenfreigang · Mai 10, 2016

    Schöner Beitrag. Du hast super reagiert! Ich kenne das nur zu gut und die Scheu, den Mund aufzumachen, verfolgt mich immer wieder. Dabei ist es hinterher gar nicht schlimm, denn (wie du sagst) sind seit der Steinzeit ein paar Wörter hinzugekommen, mit denen man durchaus ausdrücken kann, was man in einer Situation denkt. 🙂

    Gefällt 1 Person

  5. Pingback: Mittwoch, den 11. Mai 2016 | Kulturnews

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