Tilman Jens: Du sollst sterben dürfen

Hier hab ich einen tollen Beitrag gefunden, der zu dem Thema passt, welches mich immer wieder beschäftigt. Und nicht nur mich, auch andere.

aus.gelesen

Am 10. Juni 2013 verstarb Walter Jens, eine der Geistesgrößen unseres Landes, ein hochgeachteter, hochgeschätzter, streitbarer Intellektueller, der sich maßgeblich in viele Debatten, die in Deutschland geführt wurden, eingemischt hatte. Unter anderem war er (zusammen mit Hans Küng) dafür eingetreten, aktive Sterbehilfe zuzulassen, wenn ein menschenwürdiges Leben nicht mehr möglich ist [2]. Kurz nach der Jahrtausendwende machten sich bei Walter Jens Krankheitserscheinungen bemerkbar, 2009 beschrieb einer der Söhne, Tilman Jens, den Verlauf der dementiellen Erkrankung seines Vaters und die Auswirkungen auf das Leben der gesamten Familie. Er wurde seinerzeit heftig wegen der schonungslosen Darstellung der Demenz seines Vater angegriffen, wahrscheinlich empfanden es viele als Schändung des Ansehens von Walter Jens. Als Erwiderung auf seine Kritiker schrieb Tilman Jens daraufhin sein Buch Vatermord [1b].

Die ersten Anzeichen der Krankheit von Walter Jens schienen 2001 eingesetzt zu haben, der sich nicht mehr im Vollbesitz seiner Kräfte fühlende 78jährige betont seine Beschwörung des Todes, daß ein Mensch, der…

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7 Kommentare

  1. flattersatz · April 19, 2016

    herzlichen dank für´s rebloggen, liebe kat+susann! leider hat mich dieses büchlein von t. jens ja sehr enttäuscht, und ich glaube auch nicht, daß ich mit meinen eindruck falsch liege. es scheint noch (wenn man mal diese einfache begriffe der phasenmodelle nimmt) viel wut und auch verdrängung (eigener „fehler“) in ihm zu sein… ich bin auf das büchlein von inge jens gespannt, in dem sie ihren briefwechsel in der zeit von walter jensens sterben beschreibt. soweit ich im spiegel gelesen habe, erfolgte die publikation übriengs auch auf anregung des sohnes.

    liebe grüße
    gerd

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  2. kat+susann · April 19, 2016

    Das Thema interessiert mich. Jeder geht mit dem Sterben seiner Angehörigen anders um. Oft bleibt Wut wenn es eine grosse Belastung war und Trauer macht auch ungerecht manchmal. Was du über die Patientenverfugung geschrieben hast, trifft es leider vielleicht werde ich das Buch lesen. Oder dann das andere. Liebe Grüße Katrin

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  3. Flowermaid · April 19, 2016

    … bin auch betroffen und es ist ein permanenter Schuldgefühl mit dem ich leben muss… das sie nur noch ein Schatten ihrer Selbst sind heißt nicht , das der Schatten gehen möchte…

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  4. barbarabosshard · April 19, 2016

    spannende gedanken von tilman jens und ebenso denkanregend von «aus.gelesen» zusammengestellt. es ist, als ob die diskusion auf meiner gestrigen blogseite eine drehung weiter geht, ein zusätzlicher aspekt ist’s auf jeden fall. auch werde ich meine patientenverfügung nochmals genau durchlesen – im gespräch mit meinen nächsten. danke für den wichtigen hinweis

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