Wege

Oh man, liebe S.,

gestern ging also mein 2. Block vom Kurs (fast hätte ich Blog geschrieben, haha) , vorbei, und ich war platt am Abend.
Palliativversorgung ist absolut nicht nur Händchen halten am Lebensende mit Aromalampenduftöl „ich mach mich gleich aus dem Staub“, oh nein! -Es gibt tatsächlich Duftölmischungen, die heissen „Abschied“, oder „Entspannt gehen“, aber was ist, wenn es dem, der es riechen soll, überhaupt nicht gefällt? Wenn er an Lavendel schlechte Erinnerungen hat, weil seine Oma ihn als Kind in den Schrank gesperrt hat, in dem Lavendelsäckchen hingen?
Grausige Vorstellung.-
Ja, im Kurs lernte ich Schmerztherapie, Wundversorgung, Onkologie und die Nebenwirkungen der Therapien, und was man lindern kann und wie, uff…und immer wieder vor Augen, das es ein Gewinn ist, wenn wir 5 oder 10 Jahre lebenswert leben können, mit der Krankheit.Das klingt so kurz!

Der Onkologe hat was Gutes gesagt. Krieg ich es noch hin?…..Tumorerkrankungen müssen raus aus der „oh, nein, Hilfe, jetzt stirbt der oder die bald-Ecke“, Tumorerkrankungen müssen sozusagen gesellschaftlich anerkannt werden, denn mittlerweile sind die Therapieformen so, dass oft eine Heilung, aber zumindest eine lange Lebensverlägerung in einer gut-lebbaren Form möglich ist.
Und was ich da ganz besonders raus gehört habe, war , dass die Einstellung des Erkrankten, wenn er so optimistisch wie möglich, so zuversichtlich wie möglich mit der Erkrankung umgeht, ganz viel zur Genesung und guten Lebbarkeit mit seiner Krankheit beiträgt. Wobei sicher auch das soziale Umfeld, das familiäre Eingebettetsein eine grosse Rolle spielt. ( Da denke ich jetzt an sweetkoffiesBlog.)

Soviele Faktoren, soviele seelische Wichtigkeiten! Nicht nur Medizin!
Ich bin immer noch so motiviert, dass ich das auch bei uns auf Intensivstation anwenden kann, in gewisser Weise. Es gab gestern einen interessanten Tipp, für unruhige Patienten: Benzoe, also Styrax und Mandarine auf Teppichgleiter tropfen und ans Bett pappen. Das beruhigt, sagen sie. Also, liebe Kollegen, die ihr das lest, wenn ihr also in Zukunft Teppichgleiter an Betten findet, dann war das ein Versuch, weniger Sedativum zu verwenden, um auch Kosten zu sparen. Das war dann ich! Haha, nein zu solch unkonventionellen Methoden greift man nicht in Deutschen Krankenhäusern. Es gibt schliesslich Standards!
Jawoll! Standards, die mit Herz und Hirn umgesetzt werden müssen. Herz sollte gewinnen!                          ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤ ❤
Liebe Samstagsabendgrüsse
Kat.

 

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4 Kommentare

  1. sweetkoffie · April 17, 2016

    Hallo Kat, deine Fortbildung finde ich total interessant. Der Tipp mit dem Teppichgleiter ist GENIAL. Ich arbeite in der Kosmetik auch viel mit Aromatherapie und nehme mir den Teppichdingens mit 😉😀👍🏻
    Liebe Grüsse sk

    Gefällt 2 Personen

  2. Flowermaid · April 17, 2016

    In Krankenhäusern hört man oft nur „Austherapiert“… LG vom Blumenmädchen!

    Gefällt 1 Person

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