Mütter und Quitten

Liebe S., ich muss das jetzt schon schreiben mit den Quitten, wer weiss was morgen ist. Aber hier gibt es ja eine Einstellung ,das man das später veröffentlichen kann. Eigentlich sollte unser Blog ja so sein, das wir uns gegenseitig antworten, aber vor lauter Weihnachtstrubel gelang das die letzen Male nicht, mir kommt ja auch immer soviel in den Kopf.

Also, zu deinen Quitten. Und zu Müttern…

Erstens, ja! Mütter habe immer Recht! Mütter wissen IMMER, was gut ist! Und wenn nicht, „probier es wenigstens!!!!“(solange, bis das Kind den Rosenkohl, der doch so gut ist, wieder rauswürgt. Mittlerweile aber liebt dieses Kind Rosenkohl, genau wie ich) .
Und das Kind? Nun, entweder es entspannt sich und denkt, Quatsch du nur, oder es regt sich auf,und das führt dann zu gesunden Konflikten(Nachkommen müssen rebellieren, sonst gäbe es keinen Fortschritt).

Das dazu. Nun zu Quitten! images
Ich persönlich liebe Quitten. Früher machten meine Schwiegereltern Quittenbrot zu Weihnachten, den Saft der Quitte solange kochen bis er zäh war, dann auf ein Blech im Ofen trocknen, bis das wie Fruchtgummi wurde, in Zucker wälzen, dann auf dem Weihnachtsteller. Wunderbar!

Ich hab mal in M. im Pflegedienst gearbeitet. Ich betreute eine Frau H., die in einem grossen Haus lebte mit einem grossen Garten. In diesem Garten wuchsen Quittenbäume. Im Herbst roch es nach Quitten. Quitten duften. Sie duften fruchtig, satt, leuchtend. So empfand ich es. Ich erzählte ihr vom Quittenbrot. Daraufhin bekam ich 4 Jahre lang im Herbst Quitten. Körbeweise. Ich stellte mich in meine Küche und verarbeitete sie, diese pelzigen harten Früchte. Ich kam mir vor wie im Mittelalter, wenn man für den Herbst die Früchte der Erde und der Bäume haltbar gemacht hat. Dann brachte ich Frau H. Quittenbrot mit. Sie freute sich. Wir sassen in ihrer Küche, sie in ihrem Rollstuhl, unter dem Herrgottswinkel, und wir sprachen über vieles.

Nachdem ich dann nach A.gezogen war, kam 2 Jahre später eine Traueranzeige an mich, von ihrer Tochter. Sie wollte mir sagen , dass ihre Mutter verstorben war, weil ihre Mutter immer wieder von mir erzählt hatte.

Und deshalb, S. , mag ich Quitten.Vielleich auch nur, weil es diese Geschichte und diesen Menschen dazu gibt.
Alles liebe
K. wie Kwitte 😛images

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5 Kommentare

  1. piri ulbrich · Januar 3, 2016

    Da muss ich jetzt lachen! Die Mutter ist wahrscheinlich nicht gestorben, weil sie immer von dir erzählt hatte? Oder doch?

    Ich mag Quittenbrot sehr gerne, aber Quitten verarbeiten – nein Danke!

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