Wundertüten

Liebe S.,

kennst du die noch? Wundertüten, die es beim Kaufmann um die Ecke für 10 Pfennig gab. Manchmal durfte ich mir eine kaufen, wenn ich Milch geholt hatte. Vorsichtig tasten, spüren , was wohl drin sein könnte, nehme ich die mit dem grossen Gegenstand drin oder lieber eine , wo gefühlt ein kleines unbekanntes Teil  steckte? Und dann beim Auspacken diese Enttäuschung, denn die Tüte mit dem grossen Gegenstand war oft nicht die Beste. Die Schwester hatte in ihrer Tüte meistens die besseren Sachen. Trotzdem…immer wieder konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, doch eine zu kaufen.

Immer noch geht es mir so.
Am Dienstag , in der Stadt, Weihnachtseinkäufe , dieses mal lieber rechtzeitig, wer weiss was alles so kommt,  und so musste ich unter anderem in einen namhaften Parfümladen, den ich normalerweise nicht betrete, weil ich schon von dem Namen Kopfweh bekomme.

An der Kasse hingen „Überraschungstüten“. 10 Euro. Ach, und alleine diese Tüten , nicht aus leichtem Plastik, sondern aus fester Pappe, mit glänzender Hülle (die kann ich garantiert noch mal für was anderes verwenden)

10 Euro! Wer weiss was drin ist! Soll ich tasten? Zu blöd, das mach ich nicht. Nehme ich die erste? Vielleicht ist da ein schöner Lippenstift drin, den ich mir nie kaufen würde? Doch tasten? Hinter mir eine Schlange von Kaufwütigen. Ich nehme die erste Tüte vom Haken. Hänge sie wieder zurück. Ach , ich nehme sie doch. Schnell bezahlen. Beim Abscannen: „Badebrizzels“ erscheint auf dem Kassendisplay, oh, sowas will ich doch nicht! Das andere, was die Verkäuferin abgescannt hat, hab ich nicht gesehen. Okay, es sind vielleicht nicht nur Badebrizzels drin, sie ist schwer,  bestimmt gibt es noch  einen richtigen  Schatz .
Zu Hause lasse ich mir Zeit, erst die anderen Einkäufe anschauen, wegpacken, und dann! Der Moment!
Die Tüte öffnen, vorsichtig(ich will sie ja wieder verwenden!)
Eine Badeprizzelspraline, Badesalz, eine goldene Flasche mit Duschgel, mit einer goldenen Schleife drum und allerdings sehr praktischen Pumpdings.Gott, wie das wohl riecht? Zur Not verschenk ich es. Dazu eine Riesenflasche mit Körperlotion, auch in golden, mit glänzendem Plastikdiamanten. Aber riechen will ich. Wenn ich es aber öffne, kann ich es nicht mehr verschenken. Also gut… öffnen, dran riechen.Wider Erwarten-es gefällt mir! 20151206_102056

Es steht jetzt in meinem braungekachelten Bad, eigentlich gehörte es an eine Jakouzi Badewanne (schreibt man das so?), weissgefliest, mit goldenen Bordüren, und es sieht etwas fehl am Platz aus, aber wenn ich es benutze, dann fühle ich mich ein bisschen wie Cleopatra, königinnenbesonders irgendwie…

Und irgendwie harmoniert es durchaus mit den würgbraunen Fliesen.

Einen goldenen Nikolaustag dir! K.

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3 Kommentare

  1. dschjoti · Dezember 6, 2015

    Ich erinnere mich noch lebhaft an den Inhalt der Wundertüten. Eine Wundertüte bekam ich immer für nur 1 Fehler im Diktat. Null hatte ich zum Glück nie 😉

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  2. dschjoti · Dezember 7, 2015

    vielleicht zwei Wundertüten 🙂

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