Das Mitbewohner

20150601_122853 Das Mitbewohner ist ein  Mensch, mit dem wir zusammenleben und das wir sehr gern haben.
Ein Mensch,   mit dem wir meist nicht blutsverwandt sind.
Das Mitbewohner ist liebenswert und  wir verbringen schöne Stunden mit ihm. Manchmal schnarcht das Mitbewohner, oder hat  einen Bart oder Löcher in den Strümpfen.Das finden wir oft sehr sympathisch.
Aber es gibt Tage, an denen das Mitbewohner unsere alltäglichen Abläufe erheblich stört, meist mit den Worten: „Ich hab früher aus! Ich komme jetzt schon nach Hause! Dann können wir was zusammen machen!“
Oder es passiert an dem Abend, wenn wir uns selber auf den nächsten Tag freuen,weil wir ihn alleine verleben wollen-und genau planen , wie dieser Tag aussehen soll: z. B. nach dem Frühstückmachen wieder ins Bett. Oder Putzen und dann zum Sport und sich dann , bis das Kind aus der Schule kommt, an der sauberen Wohnung freuen. Oder: den ganzen Tag Mediathek gucken und dabei Schokolade essen, -dann passiert es, das das Mitbewohner  verkündet: „Weisst du was, ich bleib morgen auch zu Hause, dann haben wir wenigstens mal Zeit miteinander.“
Es ist in solchen Momenten schwierig, sich über die Freude des Mitbewohners, uns einen  tollen Vorgeschlag gemacht zu haben, hinweg zu setzen, und unseren Unmut zu äussern, ohne das Mitbewohner zu verärgern, denn das Mitbewohner ist in der Hinsicht sehr empfindsam.
Es verabscheut, wenn wir ihm nicht unserere ganze Aufmerksamkeit schenken, wenn wir am Computer sitzen und nicht sofort aufspringen, um uns wieder was tolles anzugucken, was das Mitbewohner erschaffen hat, es verabscheut den Benachrichtigungston des Handy, wenn wieder eine sehr wichtige Botschaft der Freundin angekommen ist, es möchte unsere ganze Aufmerksamkeit.

Es ist schön mit einem Mitbewohner zu leben,aber mit unserem zunehmendem Alter brauchen wir immer mehr Freiräume. Das versteht das Mitbewohner manchmal nicht. Und dann fliegt es krächzend und schimpfend oder Türeknallend auf den Dachfirst und beobachtet finsteren Blickes, wie wir unser Leben da unten allein behaglich machen.

Jedenfalls für wenige Momente.
Dann fehlt es uns wieder. Das geliebte bärtige Mitbewohner. 😉

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