Ich will Winter!

Ich ziehe deshalb den Herbst dem Frühjahr vor, weil das Auge im Herbst den Himmel, im Frühjahr aber die Erde sucht.

Søren Aabye Kierkegaard

Hallo, liebe S.!

Ich habe jetzt etwas als Aufhänger gebraucht, um mal wieder in unserem Blog zu schreiben. Die letzten Tage waren wirklich zu warm für mich, auch wenn die halbe Welt sagt:“Oh no!!!Ich will keinen Winter! ich bin so traurig das der Sommer vorbei ist.“

Aber ich will Kälte, ich will Nebel, ich will Wind. Schnee brauche ich nicht unbedingt, aber Kälte, so dass der Atem gefriert, ich will das der Boden knackt vom Eis, wenn ich auf das Gras trete. Es ist doch nicht okay, dass ich im November noch Rasen mähen muss, und das der Löwenzahn schon wieder wächst! Ich klage auch nicht über die Ursachen dessen, was  macht, das es so warm ist um diese Jahreszeit.
Meine Tochter ist gerade in Palästina, und da ist es kälter als hier. Sie hat nur Sommerkleidung mitgenommen. Klar oder? Schliesslich ist sie im Süden. Ich habe ein Päckchen gepackt, mit einem warmen Pullover. Sie bleibt ja dort noch ein paar Monate. Und sie fehlt mir. Am Anfang hatte ich Angst um sie, oder Sorge, und ich wollte immer wissen was sie dort tut, und wie es ihr geh.Als sie dort ankam,  waren die Unruhen wieder aufgebrochen dort,  ich hatte nicht einmal Angst, dass ihr etwas passiert, sondern Angst darum, was das mit ihrer Seele macht. Das was sie dort sieht.

Aber sie ist gut aufgehoben in der Organisation Ziviler Friedensdienst, in der sie arbeitet gerade. Und unsere Skyperei hat auch nach gelassen, und meine Stalkerei, wann sie zuletzt online war, auch.Der Alltag kehrt halt wieder ein.

Allerdings war letzens eine Nachricht von ihr auf dem Festnetz an, und ich wurde prompt panisch, denn das bedeutete für mich :“Oh es ist dringend! Irgendwas ist passiert! Blaulicht auf den Kopf“ Ich hab  alle wild gemacht, wann geht der Computer an!!!Herrgott, blöde Technik!!! und es dauerte ewig bis der Computer hochgefahren war und ich hab mein Skype auch auf dem Handy installiert, und während ich nervös versuchte, sie auf dem Laptop üebr Skype zu erreichen, hörte ich ihre Stimme aus dem Handy: „Hallo, Mama, bist du da?“ Ich war ganz wirr, zuviel Hightech um mich rum. Es war dann zwar schon dringend, aber mehr ein Mama-Gespräch. Und ich war nach 90 Minuten wieder ganz von  Wärme und Liebe erfüllt darüber, das diese junge Frau so besonders für mich ist. Mein Mädchen einfach. Meine Tochter.

Anfang der Woche war hier in A. ein Vortrag von einem Referenten des Zivilen Friedensdienstes, wo sie ihr Praktikum macht, und ich bin hingegangen, und hab mir angehört, was genau die Arbeit ist, die sie dort machen. Der Referent kannte sie. Er erzählte von ihr.Wie klein die Welt manchmal zu sein scheint. Im Prinzip  hätte ich ihm den Pullover auch mitgeben können.

Liebe Grüsse! K.

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s